antibuerokratieteam.net

Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Von Wannsee-Konferenzen und eigentümlichen Toilettenwitzen

Daniel Fallenstein, 04.05.2009

Bericht von einer liberalen Wannsee-Konferenz an diesem Wochenende

Dieser Lead in Ronald Gläsers Bericht zum LP-Bundestreffen ist nicht problematisch, weil er politisch unkorrekt ist. Er ist problematisch, weil es schon ohnehin nervig genug ist, in der Werbung für konsequenten Liberalismus die Formel „Kapitalismus = Faschismus“ stets auf’s Neue zu widerlegen.

Dass AFL den politischen Gegnern der Libertären Plattform erst schlechte Argumente vorfertigt und sich bei Kritik an seinem mäßig lustigen Pennälerwitzchen dann als Frontschwein der Meinungsfreiheit gefällt, verdient natürlich „feste druff“.

Zu allem Überfluss: Der Veranstaltungsort befindet sich am Pohlesee, nicht an einem der Wannseen.



21 Kommentare zu “Von Wannsee-Konferenzen und eigentümlichen Toilettenwitzen”

  1. daniel

    Hat einer von den beiden – Lichtschlag oder Glaser – eigentlich kapiert worum es geht?

  2. Seufz

    Kinder wirklich, wie oft wollt ihr euch eigentlich noch – immer wieder überrascht – über solche Geschmacklosigkeiten aufregen? Das genüßliche Waten in der ach so herrlich politisch unkorrekten bräunlichen Soße ist beim einstigen libertären Szene-Blatt längst Alltag. Get over it!

    Und um obige Frage zu beantworten: Lichtschlag weiß ganz genau, um was es geht – er brüstet sich ja sogar mit diesem weiteren spätpubertären Aussetzer. Eher noch wundert es mich, daß Gläser dies mit sich/seinem Artikel machen lässt…

    Im Hause Lichtschlag gilt: Je politisch unkorrekter, desto libertärer! Das neue Motto: Brutaler als die Junge Freiheit!
    Da gibt’s nur eins: Hände weg!
    Und endlich aufhören, wie gebannt auf den nächsten – unvermeidlichen – Faux pas zu warten, um sich zum 1000. Male auch über diesen damenhaft zu erregen. Lichtschlag hat ja recht, wenn er schreibt, daß die ganze Aufregung nur von der darin offenbarten Relevanz seiner Aktivitäten zeugt.

  3. jo@chim

    Chrisv hat auf ef-Online korrekt darauf hingewiesen, um was es sich handeln sollte: um “Kommunikationsguerilla”. Herr Gläser instrumentalisiert* also das Bundestreffen der Libertären Plattform für den “Anti-PC-Kampf” von ef (den ich hier nicht weiter bewerten möchte).

    Das ist nicht nur billig, sondern er erledigt damit in der Tat das Geschäft der Gegner einer Vernetzung konsequenter Liberaler.

    (*Dass der Untertitel ohne Hintergedanken da steht, sollte doch bei einem der sich seine Brötchen u.a. als Autor der Jungen Freiheit erschreibt eher unwahrscheinlich sein)

  4. Seufz

    Nicht Gläser, sondern Lichtschlag hat den Untertitel gewählt. Daher eben “Brutaler als die Junge Freiheit”. An Gläsers Artikel ist ja nix auszusetzen…

  5. jo@chim

    Ups, ein Insider…

  6. DF

    AFL stellt das in seiner ersten Antwort auf Dagny mittels Kommentar-Edit (was nebenbei bemerkt ganz schön Web0.5 ist) klar.

  7. chrisv

    was nebenbei bemerkt ganz schön Web0.5 ist

    Dafür nehme ich gleich mal alle Schuld auf mich. Aber wie würdest du es machen? Threaded Comments, ggf. mit farblicher Auszeichnung? Finde ich jetzt auch nicht so ganz überzeugend hier, so rein optisch sieht das reichlich verschachtelt aus…

  8. Daniel Fallenstein

    Blockquotes

  9. chrisv

    Chrisv hat auf ef-Online korrekt darauf hingewiesen, um was es sich handeln sollte: um “Kommunikationsguerilla”.

    Das habe ich so *nicht* gesagt. Und würde es auch nicht so bezeichnen. Vermutlich war es nur ein harmloses Spässle, das einem aber helfen kann, den Fnord zu sehen. Auch wenn ich nicht glaube, dass es so gedacht war.

  10. jo@chim

    Dass manche Menschen derlei “Spässle” auch als geschmacklos empfinden können, lieber Chris, hat Dagny ja gezeigt.

    Ob derlei Reaktionen im Sinne einer “Kommunikationsguerilla” (aka “Kampf gegen die Political Correctness”) kalkuliert waren, weiss ich nicht – vermute es aber stark. Damit zu rechnen war in jedem Fall.

    Der Ritt des ehrenhaften Don André Quichote gegen die FNORD-Mühlen führte also ein weiteres Mal dazu, dass die Diskussion um libertäre Inhalte überlagert wird…

  11. chrisv

    Der Ritt des ehrenhaften Don André Quichote gegen die FNORD-Mühlen führte also ein weiteres Mal dazu, dass die Diskussion um libertäre Inhalte überlagert wird…

    Der Vorwurf trifft aber weniger ef als vielmehr die Steckenpferdpfleger, die nicht einsehen wollen dass innerhalb einer geistes- und freiheitsfeindlichen Vorgabe wie PC von vorneherein keine libertären Inhalte möglich sind. Solche Konzepte werden ja nicht ohne Grund (von staatlichen Stellen) erdacht und gefördert…

  12. jo@chim

    Konsequent für Meinungsfreiheit* einzutreten ist etwas anderes als zu jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit Scherzchen, die allenfalls auf dem Kameradschaftsabend Wanne-Eickel Süd oder bei der Monarchieliga für Heiterkeit sorgen, unterzubringen, Chris.

    (*btw: vor nicht allzulanger Zeit sind auch wir hier von einigen “Liberalen” aus der Blogroll gestrichen und von Linksextremisten übelst angepöbelt worden, weil Bodo und ich Meinungsfreiheit auch für Nazis gefordert haben. Gegen den pervertierten Antifaschismus habe auch ich hier, nicht nur einmal, Stellung bezogen. Die Unterstellung zuerst von AFL und jetzt auch von Dir, wir würden PC-Reflexe bedienen, trifft mich deshalb schon: gestattest Du mir freundlicherweise, Provo-Geblödel im eigentümlich freien Stil als untaugliche Methode gegen die formierte Gesellschaft zu betrachten?)

  13. Seufz

    Mal abwarten, wann “harmlose Spässle” über die “Endlösung” oder letztlich den “Holocaust” publiziert werden. Alles im Sinne “libertärer” Anti-PC-Aufklärung natürlich…

  14. Scrutograph

    “Im Veranstaltungsort am Wannsee” hieß es wenig geschickt in der Einladung zum Treffen der libertären Plattform. Einer der Gründe, warum ich da nicht erschienen bin. Es ist ja zu erwarten, dass sich die kommunistischen Antifas darauf stürzen. Provokateur Lichtschlag nimmt das gleich vorweg, vielleicht nimmt das schon viel Wind aus den Segeln?

  15. Scrutograph

    Das Wort Konferenz (von lat.: confero, d. h. zusammentragen, vergleichen) hat im Allgemeinen die Bedeutung, zusammengetragenes Material zu sichten und auszuwerten. Bei einem Bundestreffen geht es um anderes bzw. nicht nur darum.

  16. Hardy

    Nicht ärgern, nur staunen und wundern. Dort wird ja auch folgendes von einem Kommentator geäußert:

    ihn aufgrund miserabler Straßen- und Bahnanbindung aus der eigentlichen Stadt nur schwer erreichen kann

    Manche Leute scheinen auf dem Dorf zu Leben. 22 Minuten bis Bhf. Zoo mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, sofern man in der Lage ist Fahrpläne zu lesen, kann man doch nun wirklich nicht als schwer erreichbar bezeichnen.

  17. Marco

    War nicht da. Hab mir das Geld gespart und lieber was Sinvolleres gemacht. Wäre aber schön, innerlibertäre Animositäten wieder als das zu behandeln, was sie sind: unerheblich und der Sache der Freiheit nicht dienlich.

    Inhaltlich: Selbstverständlich ist ein reiner, blindwütiger “Gegen-PC!”-Kurs nicht unbedingt die intelligenteste Strategie. Manches, was die PC-Faschos vertreten, ist ja inhaltlich nicht unbedingt falsch. Faschos oder Autoritaristen sind sie ja “nur” deshalb, weil sie’s den Leuten aufzwingen wollen.

    Ein Liberaler bzw. Libertärer fordert selbstverständlich auch Äußerungsfreiheit für z.B. Neonazis. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass vieles/das meiste/fast alles, was aus dem Mund eines Neonazis kommt, einfach nur Bullshit ist.

  18. jo@chim

    Danke Marco, “full ack”! Mit einer Einschränkung: Du hast mehr versäumt, als es nach der kleinen Moschendroht-Blog-Performance den Anschein haben mag – und sei es nur das Bier, das ich Dir ausgegeben hätte ;-)

  19. Dirk F.

    Und ich darf bestätigen, dass jo@chims Bier sehr gut ist! Nachdem ich die Sitten nun kenne, weiß ich, was ich beim nächsten Mal dabei haben werde.

  20. Christian Hoffmann

    Sieh an Marco, dass ich dir auch mal bei so etwas zustimmen würde… ;-)

  21. jo@chim

    Nachdem AFL auf ef-online sowohl den Lead zu Gläsers Beitrag als auch die resultierende unselige Diskussion gelöscht hat, würde ich es gerne bei Marco Kannes Schlusswort belassen (das nach Fort- und Auseinandersetzung heischt – aber nicht hier und nicht jetzt und schon gleich nicht auf dem Buckel der Libertären Plattform) und schliesse den Thread.

    Der Cleaning Executive Officer.

Copyright © 2017 by: antibuerokratieteam.net • Template by: BlogPimp • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.