Kulturstaatsminister Bernd Neumann veranstaltet gemeinsam mit der Stiftung Genshagen eine Konferenz zum Thema Kunst- und Kulturvermittlung.

Bei diesem Projekt geht es um Fragen der kulturellen Bildung. Genauer gesagt, es geht darum, wie Kultureinrichtungen neue Zielgruppen erreichen können. Leider treffen mit Kultur und Bildung hier gleich zwei Güter zusammen, die von den Bürgern nicht in gewünschtem Maße nachgefragt werden. Kommunikationswissenschaftlich spricht man von meritorischen Gütern im Gegensatz zu demeritorischen Gütern wie bspw. Drogen, Gewalt und Sex, die zu stark nachgefragt werden. Die Entscheidung darüber, was zu wenig bzw. zu viel nachgefragt wird, fällen die politischen Entscheidungsträger. Durch den Eingriff in den Markt soll diese unerwünschte Situation dann beseitigt werden. Diese paternalistische Grundhaltung ist die einzige Existenzberechtigung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Dummerweise gilt für jeden Bundesbürger das Recht auf Informationsfreiheit, also das Recht zu lesen, zu hören und zu schauen, was auch immer er möchte. Solange dieses Recht auf Informationsfreiheit nicht beschränkt oder beschnitten wird, sind alle Versuche der politischen Entscheidungsträger, die Bürger zum Konsum kultureller Bildung zu animieren, notwendig zum Scheitern verurteilt. Aber dies ist sicher nur noch eine Frage der Zeit.