Europawahlen: Wir sind etwas besorgt
M.M., 06.06.2009
Eigentlich gehen sie uns ja nichts an, die Europawahlen, weil wir am Gartenzaun stehen und nur zugucken. So könnte es uns ziemlich egal sein, wer wen ins Europaparlament wählt. Doch vor unseren Augen spielt sich ein Wahldebakel ab.
Zum einen geht offenbar kaum jemand hin. Und die, welche gehen haben nur eines im Sinn, der eigenen Regierung eins auszuwischen. So werden aus Protest Radikale gewählt, ohne die Folgen zu bedenken.
Leser dieses Blogs – so läuft das nicht mit der europäischen Demokratie. Unserseins hat ja alles Verständnis für die EU-Verdrossenheit. Wir verstehen ja, dass Opel näher liegt als Peugeot.
Aber wollt ihr tatsächlich das europäische Podium den Radikalen aller Länder überlassen? Das wäre doch ein Hintertreppenwitz der Geschichte, wenn man die radikalen nationalistischen Kräfte im eigenen Land mit Lichterketten in Schach hält, dabei haben sich die in aller Stille nach Brüssel abgesetzt.
Das einzig Postitive, das ich dem abgewinnen könnte, wäre, dass dann endlich klar würde, wieviel Macht inzwischen vom europäischen Parlament ausgeht.
Also Leute, geht wählen. Wir sind etwas besorgt auf unserem Hochsitz in Basel.
antibuerokratieteam.net





Tja, wenn ich wählen gehen würde, würde auch ich einer kleinen radikalen partei meine stimme geben (wenn auch keiner rechtsradikalen oder linken partei), somit ist es vielleicht besser wenn ich nicht wählen gehe =)
Man muss eben sehen, dass diese Parteien nur so gut abschneiden, weil entsprechungen aus dem mainstream fehlen:
- Die großen Bundesparteien (CDU/SPD/GRÜNE/FDP) sind alle uneingeschränkt pro-EU und vor allem pro-EU-Verfassung. Jeder der da dagegen ist, findet leider nur 3. Parteien die auch sonst ein sehr seltsames Sammelsurium an Wünschen haben.
- Und auch der Angst vor der islamisierung Europas konnten die großen parteien nicht wirklich ausräumen bzw. programmatisch begegnen, weshalb dies der zweite Aderlass ist.
- Letztlich ist einfach eine gewisse Abneigung gegen jegliche Art von alteingesessenem Politiker zum Ausdruck gekommen.
Die Folgen sind bisher überschaubar, die UKIP ist in etwa der rechte Flügel der CDU und die Anti-Islamisten Partei in den Nierderlanden ist zwar sehr konservativ im neo-konservativen Sinn des Wortes, aber immer noch nicht rechts-radikal…
Ausserdem solltet Ihr Schweitzer auf dem Hochsitz mal ruhig bleiben, zerfleischt ihr euch doch gerade selbst über eure föderale Struktur. Scheinbar hat dort ja auch ein n icht unbeachtlicher Anteil an Schweitzern Lust auf Sozialismus und EU-Hoheit =)
Oder wie wenig. Es hat schließlich immer noch kein Initiativrecht… Das schlimmste, was Radikale im EU-Parlament anrichten könnten, wäre, alles zu blockieren, was die EU-Komission ihnen so vorlegt. Und wenn man sich ansieht, was die EU in den letzten Jahren so an Gesetzen hervorgebracht hat — ist das wirklich ein Grund zur Sorge?
Höchstens beim EU-Haushalt könnten sie ein bisschen was drehen… Aber auch da redet der Ministerrat mit, und wenn die beiden Gremien sich nicht einig werden, kann der EU-Haushalt nur schrumpfen. Mich würde das nicht stören.
Steinbrück kandidiert fürs EU-Parlament ?
Wilders hat in wirtschaftlicher Hinsicht ein sehr libertäres Programm.
Meine FB-Statusmeldung:
Dominik Hennig hofft, daß die anti-zentralistischen, pro-marktwirtschaftlichen Gegner eines europäischen Superstaates in Straßburg mindestens Fraktionsstärke erreichen. Als BRDler, der die Wahl hat zwischen der mikro-nationalistischen Pest der an den Nationalstaat glaubenden Deutschlinge und der makro-nationalistischen Cholera der an den Supranationalstaat glaubenden Systemlinge kann man ja leider nichts zum Gelingen beitragen.
Kannst Du das bitte nochmal für jemanden übersetzen, der nicht so ganz in Deine Ideen- und Gedankenwelt eingetaucht ist?
Werter M.M.:
Die Radikalen regieren uns seit vielen Jahren.
Isch kann:
BRDler in Deutschlinge und Systemlinge unterteilen, dann beide Seiten nicht gut. (Wobei mir nicht klar ist, welche Parteien (ausser der NPD) die “nationalistische Pest” der Deutschlinge vertritt, aber lassen wir das mal.)
Zum Glück gibt es mit Wilders [1] endlich eine Kraft, die den Linken und Netten etwas entgegenzusetzen hat.
[1] Der Heizpilz hat sich allerdings nicht näher mit Wilders beschäftigt. _Ausser_ eben mit der tendenziellen Berichterstattung der “Systemmedien”, die indirekt eine liberale Gesinnung Wilders belegen, aber nicht beweisen.
Ich nehme an, das bezieht sich auf das Ergebnis in den Niederlanden.
Dann hätte ich da mal ne Frage: Wie sonst sollte eine Bevölkerung ihre politischen Präferenzen zum Ausdruck bringen? Nehmen wir mal an, ich sei gegen die EU und ich sei gegen den ungeregelten Zuzug von Ausländern – erfordert es die Demokratie dann, dass ich eine Partei wähle, die für das Gegenteil meiner Überzeugung eintritt? Oder darf ich dann nicht mitmachen?
Nein, das darf man korrekterweise weder denken, noch so handeln!
Okay, ein Scherz :)
Klingt ja irgendwie auch schweizerisch, oder? ;-)
LOL
und ich dachte immer, die EU regelt alles…
Also ich habe nicht Protest gewählt, sondern das, was ich immer wähle: FDP.
Die Europapositionen der großen Parteien ähneln sich in Grundsätzen sehr stark. Ehrlich gesagt, weiß ich noch nicht einmal, was “Lissabon” alles umfasst, obwohl ich überdurchschnittlich politisch interessiert bin.
Warum wünschen Sie sich antiislamische Positionen? Ich bin froh, dass sich sowas in Deutschland nur die rechtsradikalen Parteien erlauben. Und auch wenn die CDU/CSU dieses Thema nicht offensiv behandelt hat, so sind doch im Kern sehr viele Unionspolitiker antiislamisch. Vor 100 Jahren wären sie noch antisemitisch gewesen.
Ich habe gar keine Angst vor einer Islamisierung. Es doch gerade die frommen Moslems, die gut Deutsch sprechen und sich integrieren. Und ausgerechnet die superassimilierten Jungtürken machen doch Probleme, mit ihrem Machogehabe und ihrem Messergewetze. Bei den jungen Türkinnen benehmen sich die bauchnabelfreien daneben.
Was ist eigentlich mit Franz Walter? Der ist doch sonst nicht um Worte verlegen.
Das problem wie ich es sehe:
kein Arsch versteht, was die EU bedeuten könnte. Alle denken an die “SupraSystemlinge” o. etc, aber was eine europäische vereinigung in diesem kulturell völlig erstarrten Teil des Planeten bedeutetet, malt sich niemand aus. Warum eigentlich? keine Inspiration, keine Vision, kein Optimismus.
Es ist traurig bestellt um das Abendland, und, wiewohl es hier natürlich offensichtlich probleme gibt,
die KRITIK AN DER ISLAMISIERUNG soll doch am Ende des Tages davon ablenken, dass Europa, Ursprung aller modernen Zivilisationen, im globalen Vergleich der DYNAMIK, systemisch(wirtschaft, Politik) und kulturell,
nur noch ERBÄRMLICH ist, und die Tatsache, dass wir es nicht geschafft haben, eine Multikulturelle Gesellschaft aufzubauen ist am Ende,
trotz berechtigter kritik an der Nicht-Integrationsfähigkeit mancher Immigranten,
in ALLER ERSTER LINIE EIN ARMUTSZEUGNIS FÜR EUROPA, FÜR JEDEN VON UNS, NICHT FÜR MENSCHEN, in deren Ländern so ein Begriff wie Multikulti noch nicht einmal existiert, die also viel weniger geistige Vorbereitungsmöglichkeit hatten als wir.
Das nur mal als Beispiel für die Unendliche Erbämlichkeit der europäischen Kultur heutzutage. Gar nicht zu reden davon, dass es heute unter Bildungsbürgern Pseudo-Liberale gibt, die noch nicht einmal verstehen, warum sich unsere Institutionen historisch ergeben haben und “den Staat” etc kritisieren wie ein Alki-Punk am bahnhof.
Ein bißchen Dampf abgelassen