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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Primo Victoria

Daniel Fallenstein, 06.06.2009

Mein Lieblings-Metal-Band zelebriert den D-Day.



23 Kommentare zu “Primo Victoria”

  1. Die Stimme aus dem Off

    Gehirnamputiert.

    Das Video, die Band, die Kombination Video und Band, die Kombination Video und Band und 6. Juni 1944, die Kombination Video und 6. Juni 1944, die Kombination A-Team und das Video, und, und, und…

    einfach gehirnamputiert.

  2. affenkopf

    Sabbaton ist deine Lieblings Metal-Band?
    Wundert mich. Immerhin hab sie in ihren Lyrics keine Probleme die Rote Armee oder Rommels 7. Panzer-Division genauso zu zelebrieren wie den D-Day.

  3. daniel

    ouch

  4. Die Stimme aus dem Off

    Sorry, aber das war wieder einmal ein absolutes “Highlight” in Vergangenheitsbewältigung. Es wird immer lächerlicher. Broder schieb dazu mal vor langer Zeit einen richtig guten Satz, die meisten werden ihn kennen, den Satz mit dem Abstand und der Intensität des Widerstandes…

    Gestern die absurde Show mit dem Betroffenheitsgeheuchel von Merkel und Obama in Buchenwald (ich habe damit gerechnet, dass Eli Wiesel die Merkel jeden Moment stützen muss, so betroffen guckte die Alte Baujahr ’54 drein), und dann noch diese pubertierenden Metall-Wirrköpfe, die Geld damit verdienen…

    mir fehlt dafür das Verständnis.

    Wenn man sich diese Typen mal “live” anschaut wird einem auch alles klar.

    Was das noch mit Würde und Ehrfurcht im Gedenken der Opfer zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Man möchte die direkt mal selbst durch soetwas gehen lassen.

  5. Heizpilz

    Moment, hier wird der konstruktive Moment der Befreiung gefeiert.

    Obamas KZ-Besuch und seine Entschuldigungstouren dienen destruktiv als Erinnerungs- und Disziplinierungsmassnahmen ganz anscheinend der Vorbereitung bestimmter zurzeit noch wenig populärer Maßnahmen, korrekt. In diese Richtung (“Betroffenheit”, Kampf gegen Rechts, “Wir sind Schuld.”) ging es aber eben nicht.

    Die Musik war aber grausig.

  6. Heizpilz

    Würde dennoch SInn machen, wenn Daniel Metal hasst.
    Das wäre auch die logische Schlussfolgerung.

  7. Die Stimme aus dem Off

    Ich habe das gelesen, teile Deine Meinung ganz und gar nicht und erspare allen weitere Ausführungen dazu.

  8. Heizpilz

    Stell Dir mal vor Du wärst Ami, dann ginge es vielleicht, gell.
    Ja, die Verbundenheit mit der eigenen Truppe sollte nicht übertrieben werden, gerade wenn deren Vorstellung eine lausige war.

  9. Die Stimme aus dem Off

    Auch dann geht es nicht. Das hat mit Verbundenheit gar nichts zu tun. Das ist einfach kein Rahmen, um derartige Vorgänge zu zelebrieren. Muss man das wirklich erklären?

    Da sind Menschen verreckt.

    Haben diese Leute die Einnahmen aus diesem Album wenigstens an Opfer weitergeleitet? Oder ging es mit dem Erinnern dann doch nicht soweit?

    Erinnerung ist nicht jeder Form gut, sondern sehr oft auch schädlich.

  10. Heizpilz

    Der D-Day gilt aber schon als freudiges Ereignis, LOL, nimm ruhig mal die Gewinnersicht ein, wir wollen die Luschigkeiten doch anderen überlassen.

    Vielleicht hast Du da musikalisch was in die falsche Röhrer bekommen. Das könnte ich verstehen.

    Aggressives Herangehen an die Befreiung durch die Amis und Briten (an dritter Stelle hier die wehrhaften ebenfalls faschistoiden Russen zu nennen, zuallerletzt die Frösche (die ohne De Gaulle den Tätern zugeordnet werden müssten)) scheint mir absolut richtig. Auch als Kontrapunkt zu den pathetischen rückwärtsgewandten Konditionierungsbemühungen pol. merkwürdig aufgestellter Kräfte.

  11. Christian S.

    Kriegsverherrlichender Dreck. Widerlich.

  12. FAB.

    Musikalisch langweilig und epigonal.
    Textlich reichlich … simplistisch.

    (Musikalisch war´s auch kein großer Wurf, aber irgendwie hat Lemmy mich damals mehr überzeugt, als er seine first ever Schnulze produzierte…)

  13. tigger

    Geht ganz schön ab ! Geiles Video.

  14. David P.

    genau! denn in deutschland haben wir seit ’45 die gewißheit, dass nicht NS-tum und andere menschenverachtende ideologien scheisse sind, sondern der krieg an sich….
    bravo!

  15. Die Stimme aus dem Off

    Nein, mich stört einfach die kommerzielle Ausbeutung der Schicksale tausender Menschen. Mich stört es, wenn pubertierende zu so einem Thema ihren unausgereiften geistigen Unrat in ein Mikro brüllen und andere pubertierende ihnen dafür auch zujubeln.

    Das hat überhaupt nichts mit Gewinner-/Verlierer-/Loyalität/Nationalismus oder ähnlichem zu tun. Es ist erschreckt mich auch, dass soetwas schon wieder ins Spiel gebracht wird.

    Es hat auch nichts damit zu tun, dass der D-Day ein freudiges Ereignis war.

    Es hat einzig damit zu tun, dass das Andenken für eigene Zwecke ausgeschlachtet wird und dabei die nötige Ernsthaftigkeit vollkommen unter den Tisch fällt.

    Mir fehlen einfach nur noch die Worte. Am liebsten würde ich sowohl die Band als auch alle ihre Fans einmal durch soetwas gehen lassen, damit die wieder geerdet und sich bewusst werden, über was sie überhaupt singen.

    Es verbietet sich einfach aus dem Leiden und Sterben anderer Menschen eigenen Gewinn zu machen. Gerade die “Kulturschaffenden” sind es doch so häufig, die die Waffenindustrie kritisieren und bei keine Gelegenheit auslassen ihren Pazifismus und ihre Gutmütigkeit zur Schau zu stellen.

    Dabei sieht man gerade an so einem Dreck recht deutlich, dass es gerade diese Leute sind, die das Leid anderer Menschen rücksichtslos für sich ausschalten und medial inszenieren.

    Die Vermittlung einer politischen Nachricht ist doch nur vorgeschoben. Schließlich geht um knallharte wirtschaftliche Interessen, selbst die Verwendung von zeitgenössischen Filmaufnahmen verbietet sich dieser Band in anderen Videos des Albums nicht.

    Gibt es eigentlich noch irgendein menschliches Leid oder Schicksal, das man als Nichtbetroffener nicht ausschlachten darf? Auf dessen Kosten man sich einfach nicht bereichern darf? Gibt es eigentlich noch irgendwelche Grenzen?

    Aber selbst so man damit kein Problem hat, bleibt das Problem der schleichenden Entwertung der erbrachten Opfer. Es ist ein ähnliches Phänomen, wie es sich bei der Mystifizierung von Verbrechen darstellt.

    In diesem Fall hier, ist es ähnlich wie bei den Kuwaitis gelagert, die nach der Befreiung ihres Landes alle Militärklamotten trugen und doch in Wahrheit doch lieber vor lauter Feigheit den Amerikanern die Befreiung ihres Landes überließen.

    Das Problem heisst hier nicht Mystifizierung, sondern Banalisierung.

    Das Sterben wird durch so einen Dreck banalisiert, mal erlebt es – vermeintlich – auf einem Heavy-Metal Konzert und erliegt damit schleichend auch einer immer größer werdenden gesellschaftlichen Illusion. Motive, Taten, Leiden, Zusammenhänge werden immer weiter simplizfiziert und in emotionale Zusammenhänge gebracht, die sich so damals garantiert keinem Menschen aufdrangen.

    Am Ende schaltet die vermeintlich vorhandenen Gehirne dieser Leute bei tatsächlichen sterben einfach ab.

    D-Day upon us.

  16. Die Stimme aus dem Off

    Mist schon wieder vor lauter Wut und Aufregung tausend Fehler drin.

  17. Heizpilz

    Dir ist klar, dass Du auch an
    http://de.wikipedia.org/wiki/Saving_Private_Ryan
    herummäkelst?
    Bzgl. der Musik empfiehlt sich das Weghören, der eingeblendete Text ist zu überlesen.
    Denke mal, dass Daniel hier gezielt provozieren wollte, Kunst schaffen, neue Wege beschreiten, Du weisst schon…

  18. Die Stimme aus dem Off

    Dann besteht für Dich also kein Unterschied zwischen diesem Film und einer derartigen Darbietung?

    Davon abgesehen fand ich den Film auch reichlich daneben. Mir fehlt das Verständnis für eine derartige Kommerzialisierung des Sterbens. Spielberg hat es versäumt die Erschöpfungszustände der Infanteristen ausreichend darzustellen. Man jedenfalls nach der Eroberung des Strandes so, als ob das mehr oder weniger spurlos an denen vorbeigegangen wäre und die noch großartig handlungsfähig gewesen wären.

    Alleine schon, dass kein Soldat von diesem Strandabschnitt noch richtig hören konnte, weil die eigenen Waffen und das Granatfeuer der Verteidiger Taubheit auf die Ohren legte, wäre Grund genug gewesen diesen dort gezeigten Quatsch mal in Frage zu stellen.

    Für einen guten Film hätte man der Szenerie viel mehr Zeit widmen müssen, den Strand in deutlichen Totalaufnahmen präsentieren müssen. Die Eroberung des Strands verlief mir deutlich zu glorreich und viel zu unkompliziert, so war es nicht in Omaha Beach. So war bei den Briten, aber nicht bei den Amerikanern.

    Die sind dort nicht einfach von Hindernis zu Hindernis gelaufen, haben ein wenig Stacheldraht gesprengt, ein paar Schützengräben erobert und einen Bunker ausgeräuchert. Das entspricht einfach nicht der Wahrheit.

    In Wahrheit haben dort an einigen Strandabschnitten hunderte von Soldaten gelegen und Deckung hinter den toten Körpern ihrer Kameraden gesucht, sich die Hosen vollgeschissen, vor Angst Suizid begangen (ja, das gibt es) und sind nicht einen cm weitergekommen.

    Und nach der Eroberung der Bunker war der Kommandostand viel zu schnell vorhanden. In Wirklichkeit haben die dort Stunden über Stunden verbracht. Das vermittelte einen vollkommen falschen Eindruck, es erweckte den Eindruck, als ob eine (insbesondere emotionale) Orientierung nach so einem Gemetzel möglich wäre. Die Amerikaner haben nach knapp drei Stunden 2.000 Tote an ihrem Strandabschnitt liegen gehabt. Teile von Omaha Beach sind am ersten Tag gar nicht erobert worden.

    Das war militärische eine unglaubliche Fehlleistung, die sich die Generalität dort erlaubt hat.

    Der Film hatte einfach zu viel von einem Actionfilm und zu wenig Tiefgang in den entscheidenden Momenten. Er bietet keine ausreichende Gelegenheit entsprechenden Respekt vor solchen Einsätzen zu vermitteln, ging doch anscheinend alles so schnell.

    Aber zurück zur Band:
    Was kommt eigentlich als nächstes? Ein Konzert dieser Band in Bergen-Belsen oder Buchenwald?

    Warum eigentlich nicht? Schließlich gibt es doch was zu feiern. Und wir wollen ja nicht herummäkeln.

  19. Heizpilz

    “… Spielberg hat es versäumt die Erschöpfungszustände der Infanteristen ausreichend darzustellen. …”

    Irgendwie scheinst Du zur Wehleidigkeit zu tendieren, dachte, dass das etwas für die anderen wäre,
    Zum Glück hat Spielberg den Film nicht so gemacht wie ihn sich manche Weicheier vorstellen, so als Antikriegsfilm und mit schwulen Soldaten, die an der Bewältigung des grossen Ganzen (prosaischer: Job, das war ein Job im WW2) quasi ersticken, beispielsweise.

  20. Die Stimme aus dem Off

    Ach Gottchen, mit dem Vorwurf kann ich umgehen. Das berührt mich überhaupt nicht. Mit der großen Fresse ist bekanntlich schnell viel behauptet, abgewertet und relativiert.

    Fakt ist: Der Film stellt nicht ansatzweise die wahren Vorgänge dar.

    Für Verharmlosungen besteht nur Anlass, solange man sicher sein kann, dass man selbst durch soetwas nie durchgehen muss. Lang lebe die Berufsarmee der anderen.

  21. Heizpilz

    Dennoch ein guter Film. Ich habe ja auch nur spasseshalber skizziert, was für mich ein schlechter Film bei dieser Thematik gewesen wäre.
    Damals gab es, glaube ich, noch Wehrpflicht und Reservisteneinzug und sowas, LOL; gut, dass wir nicht dabei gewesen sind – wir hätten vermutlich zur Abreise tendiert.
    So, zur Abreise tendiere ich hier jetzt auch, beste Grüße!

  22. califax

    War das nun eigentlich der Nachschlag für die stolzen Hiphopper?

  23. C.K.,

    @ Stimme aus dem Off
    Danke für die Kommentare und Ausführungen.
    Krieg ist ein manchmal notwendiges Übel. Deshalb muss man es nicht feiern.

    @ Heizpilz
    Kleiner Literaturtip
    Lt. Col. Dave Grossman: On Killing.

    Joanna Bourke: An Intimate History of Killing. Face to Face Killing in 20th Century Warfare.

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