Aufruf zum antifiskalischen Bürgerkrieg
M.M., 10.06.2009
Wir leben gegenwärtig keineswegs ,im Kapitalismus’, sondern in einem massenmedial animierten, steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus.
Schreibt heute Peter Sloterdijk in der FAZ. Er fordert deshalb zum “antifiskalischen Bürgerkrieg” auf.
Lebten im ökonomischen Altertum die Reichen unmissverständlich auf Kosten der Armen, so kann es in der ökonomischen Moderne dahin kommen, dass die Unproduktiven mittelbar auf Kosten der Produktiven leben- und dies zudem auf missverständliche Weise, nämlich so, dass sie gesagt bekommen und glauben, man tue ihnen unrecht und man schulde ihnen mehr.
Tatsächlich besteht gut die Hälfte jeder Population moderner Nationen aus Beziehern von Null-Einkommen oder niederen Einkünften, die von Abgaben befreit sind und deren Subsistenz weitgehend von den Leistungen der steueraktiven Hälfte abhängt.
Die größte Gefahr für die Zukunft des Systems geht gegenwärtig von der Schuldenpolitik der keynesianisch vergifteten Staaten aus. Sie steuern so diskret wie unvermeidlich auf eine Situation zu, in der die Schuldner ihre Gläubiger wieder einmal enteignen werden…
Quellen:
FAZ und Oliver Luksic
antibuerokratieteam.net





Lebten im ökonomischen Altertum die Reichen unmissverständlich auf Kosten der Armen, ….
Das ist eine Lüge. Hier erleben wir keine Absage an linke Ideologie, sondern lediglich ein Umorientieren hinsichtlich des “Klassenfeindes” der Intelligenzia.
Sloterdijk ist ein wichtigtuerischer Dummschwätzer, der im Grunde nicht einmal als Philosophendarsteller durchgehen dürfte. Aber hierzulande gilt sowas als Philosoph, genießt massenmediale Präsenz und wird obendrein zustimmend vom A-Team zitiert.
Das musst du erklären. Haben (reiche) Lehnsherren und absolutistische Monarchen nicht ihre (armen) Untergebenen ausgebeutet? Und ich meine hier echte Ausbeutung durch Unterdrückung und Wuchersteuern, nicht die marxistische “ökonomische” Ausbeutung, die bekanntlich keine ist.
Nö, das ist keine Lüge, sonderen die exakte Beschreibung von Feudalismus und Sklaverei.
Aber die Absetzbewegungen des reifenden* Linken sind doch ganz nett zu lesen? Treffend noch dazu!
(*wie ein Wein oder eher wie ein Käs’ sei dahingestellt)
Der Sloterdijk spricht bei der Hälfte der Bevölkerung von “Unproduktiven”. Er meint Kinder, Kranke und besonders seine Rente beziehenden Eltern, die ihm eine schöne Jugend und Kindheit ermöglicht haben. Das alles seien “Unproduktive”. Mir kommt gleich das Abendessen hoch.
Ich frage mich vor allem, wo der Mensch eigentlich das Selbstvertrauen hernimmt von unproduktiven Menschen zu schreiben.
Vielleicht sollte mal jemand ausrechnen, was der Typ den Steuerzahler in seinem Leben schon gekostet hat, eine viel bessere Steilvorlage kann man ja eigentlich gar nicht finden.
Ich muß den Artikel noch lesen, aber das Kinder, Alte und Kranke unproduktiv sind und von den Produktiven mit durchgefüttert werden müssen, ist doch offensichtlich. Und daß das eine Belastung ist, daß man eine bestimmte Menge Produktiver braucht, um die Unproduktiven zu versorgen, ist auch klar.
Was soll diese geheuchelte Empörung?
Jede traditionelle Großfamilie, das Ursprungsmodell der sozialen Umverteilung und Daseinsfürsorge, weiß, daß die Kartoffeln nicht vom Himmel fallen. Und die Arztbesuche auch nicht.
Muß alles erarbeitet werden. Und deshalb müssen auch möglichst viele mit anpacken, damit man denen, die wirklich nicht können, auch ein würdiges Leben bieten kann.
Die Gemeinheit besteht darin, dass Sloterdijk die Eigenschaft Ausbeuter nicht am Adel, sondern am Reichtum festmacht. Nicht jeder der damals reich war, muss ein adliger Ausbeuter gewesen sein. Man konnte es auch als Kaufmann zu etwas bringen, ohne sich in Unappetitlichkeiten zu engagieren. Zu behaupten jeder Reiche im ökonomischen Altertum lebte auf Kosten der Armen ist eine Unterstellung.
Nein. Konnte man nicht. Man war Hammer oder Amboß.
Hammer zu sein, hieß bestechen, verleumden, Konkurrenten an den Galgen bringen, Mordanschläge organisieren, die zahllosen Räuberbanden bestechen und auf Konkurrenten lenken, ganze Familien im Schuldturm verhungern lassen, Kinder zur Arbeit prügeln,Töchter zur Zweckheirat verkaufen, Kunden betrügen, Bauern bestehlen und hinrichten lassen, und so weiter und so fort.
Oh, und natürlich mußte man ein ganzer Mensch, ein gebildeter Feingeist sein. Musik hören, gedichte lesen, Bilder sammeln und betrübt ins Schnupftuch blinzeln, wenn der Liebhaber der Tochter geköpft wurde.
Das ökonomische Altertum war kein Rechtsstaat.
Sloterdijk ist ein übler Schaumschläger, der zwar wie ein Philosoph aussieht, riecht und schmeckt, aber leider nichts zu bieten hat ausser angenehm musikalisch Gehaltenem.
Allerdings ist er dem Heizpilz einmal pos. aufgefallen als er annähernd zeitgleich mit diesem das Bonmot
“Kapitalismus” ist das Kampfwort der Verlierer.
entwickelt hat.
Oh hätten wir doch noch ein paar mehr von dieser Sorte von Dummschwätzern! Ich meine Herrn Sloterdijk.
Das ändert aber nichts daran, dass gerade Leute wie er dazu beitragen, den Produktiven das Leben zu erschweren. Geheuchelte Empörung liegt doch nicht bei mir vor. Ich bin eher amüsiert ob eines Professors aus dem Elfenbeinturm.
Was ist denn das “Ökonomische Altertum” eigentlich? Das Mittelalter? Das römische Reich? (welches für römische Bürger sehr frei und vermutlich marktwirtschaftlich organisiert war). Die attische Demokratie?
Aber auch im Mittelalter ist nicht jeder “Reiche” durch Ausbeutung anderer reich geworden (für Kaufleute dürfte das z.B. keinesfalls gelten. Diebstahl war auch im Mittelalter Straftat) und zum anderen war nicht jeder Adelige ein Raubritter (auch wenn es das sozialdemokratische Geschichtsbild gerne hätte) und zuguter letzt kann man nicht die heutigen Massstäbe zur Beurteilung des früher vorhandenen Rechtsempfindens heranziehen, zumal Sloterdijk z.B. alle “freien Reichsstädte” oder die “Hansestädte” komplett unterschlägt, die bekanntlich nicht unter Feudalherrschaft standen.
Die “attische Demokratie” kannte das Bürgerrecht nur für eine kleine Minderheit von ca. 10% der Bevölkerung – Frauen, Metöken (“Zug’roaste”), Sklaven waren ausgeschlossen und hatten keine definierten Eigentumsrechte. Und auch die Ökonomie des Römischen Reiches beruhte zu einem ganz wesentlichen Teil auf Sklaverei bzw. Schuldknechtschaft. Kein Grund, das zu romantizieren, also.
Du selbst die Bürger konnten ihre Rechte sehr schnell verlieren. Manchmal genügte nur ein falsches Wort.
Wieso denn Du? Es soll “Und” heißen…
“Was ist denn das “Ökonomische Altertum” eigentlich?”
Ich habe nur den kurzen Auszug gelesen, aber angesichts der Vorliebe Sloterdijks für mehrdeutige Wortneuschöpfungen meint er vermutlich die Frühmoderne, denn vorher kann man von Ökonomie in unserem Sinn kaum sprechen.
Also die hier aufkommende Romantik unter Liberalen für die von Sklaverei, Leibeigentum und Unterdrückung profitierenden Ökonomie des Altertums (welches genau auch immer gemeint sein mag) ist doch irgendwie sehr irritierend…
Achim, das ist sonnenklar und wird nicht unterschlagen: Sklaverei, Leibeigenschaft, Schuldknechtschaft sind mit unserem Verständnis von universellen Menschenrechten nicht vereinbar.
Das bedeutet aber imho nicht, dass der Beginn der Zivilisation 14. Juli 1789 stattfand, wie es manch (Ex-) Linker gerne glauben mag.
Die Schuldsklaverei, steht da, @Achim, wurde im 2ten Jhrd VOR Christus abgeschafft – und ob “Sklavendienste” als freiwilliger Verkauf des Selbsteigentums nicht libertär zulässig sein müssen, könnte man auch mal diskutieren?
Die Schuldknechtschaft wurde deshalb abgeschafft, weil aufgrund der imperialistischen Raubzüge gerade genug Menschenmaterial zur Verfügung stand, so dass man nicht die eigenen Bürger versklaven musste. Steht da.
btw: Verträge, die die zukünftige Ausserkraftsetzung der Vertragsfähigkeit eines der Vertragspartner beinhalten sind aus liberaler Sicht unwirksam, imho. Aber das hier zu diskutieren, führt wohl zu weit.
…Imperialistische Raubzüge… hm und wo bleiben die Transatlantiker, die darin Nation Building, Rule of Roman Law und Zivilisationsausbreitung sehen?
*zwinker*
Hehe.
Da sind wir wohl auf ungefähr denselben Gedanken gekommen. Noch besser fand ich allerdings das hier:
Bevor mir hier mangelnde Sachlichkeit vorgeworfen wird: :)
1.) Dagny (1) hat Recht, nicht Sloterdisk
2.) Von “Unproduktiven” zu sprechen ist falsch, diese gibt es so nicht
3.) der letzte Absatz ist “etwas” zu locker
“Diesen Beitrag können Sie zum Preis von 2,00 € für 24 Stunden nutzen”
Sorry, nein
Es gibt da ein cooles neues Medium: hard-paper. Ist wie ‘ne CD-ROM_Version von E-Papers. Da gibt’s die ganze FAZ-Ausgabe für € 1,90 für ewig. Aber immer nur nur begrenzte Zeit, wegen Sonderangebot und so.
ad 1) Das war ja wohl klar, oder *lol*
Sloterdijk hat schon zur Wirtschaftskrise so viel dummes Zeug verzapft, vgl. auch:
http://www.sf.tv/videoplayer/api/current/sfVideoPlayerEmb.swf?cvisurl=http://www.sf.tv/cvis/cvis&segmentid=b81d681a-b602-4c63-a1de-19b67f64d545&&referer=
= die Würde des Menschen ist unantastbar, von daher auch unveräußerlich oder vertraglich abtretbar.