Als Drogenbeauftragte der Bundesregierung im Bundesministerium für Gesundheit (SPD) haben Sie „pathologischen Internetgebrauch“ in ihren Drogenbericht aufgenommen. Sabine, das ist ausbaufähig: Auch die „Leser“ sogenannter „Bücher“ erhalten ihren Stoff ebenso wie Killerspiele oder Kinderpornographie inzwischen online z.B. über amazon.de und andere Dealer; so werden gezielt multitoxikomane Abhängigkeiten etabliert.

Wir dokumentieren hier den Hilferuf eines Opfers, das erschütternde Dokument eines jungen Menschen, der seine Sucht bisher mehr schlecht als recht als Mitarbeiter der „Stiftung für die Freiheit“ – einem neoliberalen Think Tank, der kostenlos(!!!) Bücher verteilt – verbarg:

Sehr geehrte Frau Bätzing,

als Internetnutzer hat mich Ihre Klassifizierung der Internetnutzung stutzig gemacht. Ja, ich benutze das Internet sehr oft. Selbstreflexiv wie ich bin, mache ich mir nun aber noch mehr Sorgen. Ich bin nämlich abhängig von Büchern. Zumeist lese ich parallel drei oder vier und das schon seit meiner Kindheit. Damals stigmatisierte man mich als „Leseratte“. Nun bin ich 43 Jahre alt und meine ganze Wohnung ist voll von Büchern. Ich lese überall, in der Bahn, im Bus, in der Badewanne oder auf der Terrasse; selbst im Urlaub kann ich nicht davon lassen.

Durch Ihren Anstoß bin ich erst darauf gekommen, dass ich suchtkrank bin. Ich würde nun gerne Gleichgesinnte finden und gemeinsam mit anderen „Bücherwürmern“ – auch dies eine unerträgliche Diskriminierung – einen Verein „Lesesucht – halt‘ Abstand zu Büchern“ gründen. Würden Sie als Schirmherrin zur Verfügung stehen?

Freundlichst
Ihr Boris E.

Liebe Sabine Bätzing, greifen Sie auch hier unterstützend ein, helfen Sie weiter mit, dass es unseren Kindern nicht so geht wie dem armen Boris: es gibt noch viel mehr zu warnen, zu regulieren, zu filtern, zu verbieten – packen wir’s an! Ihre eifrigen Kollegen von der Union unterstützen Sie sicher gerne.

An unsere Leser: Sie sind auch abhängig oder befürchten es zu werden? Machen Sie mit – generieren Sie Ihren eigenen Hilferuf an die Bundesdrogensabine!