Ungeliebter Kapitalismus

28.06.2009 23:23 - Liberté d'abord! by Oliver Luksic - 15 Kommentare

Niemand mag den Kapitalismus. Warum eigentlich, fragt Michael Miersch.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Ping.fm

RSS Kommentar-Feed Trackback-URI Druckansicht Tags:

15 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Homer, 29.06.2009 05:03

Der “Kapitalismus” macht nicht unglücklich, die Menschen erreichen durch ihn, vereinfacht dargestellt, nur kein wesentlich höheres Glücksniveau [1].

Fängt ja auch schon beim Namen an, der falsch ist, es liegt kein Ismus vor, sondern nur die Freiheit die natürlichen Kooperationsbemühungen betreffend.
Zudem wird das Ding auch schlecht verkauft, gerade in Europa, hier wären dann die Verkäufer, a.k.a. Politiker, gefordert.
Es ist sicherlich nicht verkehrt hier ein Versagen der bürgerlichen Eliten festzustellen, im medialen Bereich und demzufolge natürlich auch die Kommunikationskompetenz betreffend.
Linke bspw. sind zwar sachlich ganz arm dran, treffen aber einen Tonfall, der ankommt. Ein “musikalisches” Talent schein vonnöten.

Man benötigt konservative oder liberale “Heizer”, die auch mal dahin gehen, wo es weh tut, dann klappts auch mit der Vermittlung.

[1] könnte biochemische Ursachen haben ;–)

 
Alrik, 29.06.2009 13:24

Wieso liegt hier ein Versagen der bürgerlichen Elite vor ?
IMHO ist auch in der bürgerlichen Elite die freie Marktwirtschaft / der Kapitalismus auch nicht besonders angesehen.

Konkurrenz ist schlecht für die eigene Position als Elite.

Homer, 29.06.2009 13:57

I.p. Kommunikation, warum sind die Standardmedien bspw. fest in “sozialdemokratischer” Hand.
Die bürgerlichen Eliten (sog. Leistungsträger) schweigen oft oder treffen nicht den richtigen Tonfall.
Olaf Henkel kann hier positiv erwähnt werden, Kirchhof schon eher nicht und liberale Kräfte setzen oft andere Schwerpunkte, wie bspw. “weniger Staat” und Individualrechte (den geschätzten O.Hartwich nehme ich selbstverständlich aus).
Man könnte den Eindruck bekommen, dass die Leistungsträger nur im System navigieren, es nutzen wollen, und die öffentliche Debatte anderen überlassen.
“IMHO ist auch in der bürgerlichen Elite die freie Marktwirtschaft / der Kapitalismus auch nicht besonders angesehen.” ist jedenfalls eine ganz wüste Behauptung, die mir zudem ganz neues behauptet.

 
 
jo@chim, 29.06.2009 14:30

“IMHO ist auch in der bürgerlichen Elite die freie Marktwirtschaft / der Kapitalismus auch nicht besonders angesehen.” ist jedenfalls eine ganz wüste Behauptung, die mir zudem ganz neues behauptet.

Das ist keine wüste Behauptung, sondern eine richtige Beobachtung (und auch nicht neu – Mises lesen hilft): Nichts hasst der arrivierte Manager und Subventionsempfänger von heute mehr, als die Zumutungen des Wettbewerbs; er wird gepflegte politische Kungelei und Lobbyarbeit allemal vorziehen. Die Aufhebung von Marktbeziehungen durch staatliche Regulations- und Subventionspolitik führt zu Bürokratisierung der unternehmerischen Organisation – schau’ sie Dir doch an, unsere “Unternehmenslenker”: das sind von wenigen Ausnahmen abgesehen Bürokratengesichter, keine Unternehmergestalten

Homer, 29.06.2009 14:36

Würde die Leistungsträger der Gesellschaft nicht auf Subventionen empfangende “arrivierte Manager” reduzieren wollen.
Gemeint sind im Prinzip alle mit einem Einkommen in einer Höhe, bei dem 45%-52% abgedrückt werden muss. Dazu noch die Selbstständigen.
Hier findest Du dann sehr wenige “Kapitalismuskritiker”.

jo@chim, 29.06.2009 23:29

Bürgerliche Elite – Leistungsträger: Besserverdienende. Hoyer 1994. Du solltest einmal, gerade als Netz-Neuling, Deine Stereotypen ins 21.Jhd. portieren, Homer *lol*

stefanolix, 02.07.2009 21:53

Neuling? Ich hatte ihn insgeheim immer als »Wechsling« bezeichnet;-)

jo@chim, 02.07.2009 22:19

Wechsling ist gut… oder vielleicht sollte man auch neben dieser auf Wikipedia beschriebenen Möglichkeit differenzialdiagnostisch eine “dissoziative netzgebundene Nickstörung” in Betracht ziehen?
:D

 
 
 
jo@chim, 02.07.2009 21:16

Mit einigen rühmlichen Ausnahmen, sind Geschäftsleute für die freie Marktwirtschaft im allgemeinen, aber dagegen wenn es um sie selbst geht.

Das schöne Zitat von Milton zum Thema ist mir gerade über den Monitor gerauscht…
:-)

stefanolix, 02.07.2009 22:02

Viele von denen, die eigentlich nach Leistung und Bewusstsein zu den »rühmlichen Ausnahmen« zählen sollten, müssen sich aber angesichts der allgemein dominierenden Subventionsmentalität trotzdem so verhalten wie alle anderen. Der Mensch lebt nicht vom Ruhm allein;-)

 
 
 
 
Bodo Wünsch, 29.06.2009 16:48

Nicht der Kapitalismus, sondern der Staat muss in seinen vielfältigen Formen ständig den Menschen “verkauft” werden, und zwar auf Teufel komm’ raus. Jenes passiert einfach, dieses ruht auf Zwang, Gewalt und – in wirtschaftlicher Hinsicht – nach Meinung vieler auf Betrug.

 
Michel, 29.06.2009 23:04

Sehr aufschlussreiches Experiment, die Reaktionen der Weltleser sind wirklich sehr aufschlussreich. Keine Ahnung zu haben und sich dabei mächtig schlau vorkommen, war schon immer sehr sympathisch.
Dass den Kapitalismus niemand mag, mag daran liegen, dass seine Verteidiger politisch korrekte Zugeständnisse machen. Der letzte Punkt Kapitalismus mache unglücklich ist grob falsch und eben ein solches Zugeständnis. Vom Zorn der Ressentiment getriebenen Masse hat es den Autoren nicht bewahrt. Also lieber gleich bei der Wahrheit bleiben: Kapitalismus macht glücklich! (Punkt 4.2)

 
Alrik, 29.06.2009 23:23

Die (klein)bürgerliche Elite verorte ich auch nicht bei Unternehmern und Selbstständigen.
Wenn man einem Oberstudienrat und dem Pächter einer Frittenbude fragt wer von ihnen zur bürgerlichen Elite zählt dürfte sich beide einig sein…

Der Unternehmer gilt der Elite im schlimmsten Fall als neureicher Snob, der trotz mangelhafter Bildung Erfolg hat… ;)

Christian S., 29.06.2009 23:35

Das stimmt. Ich als Sozi bringe hier natürlich die vielen türkischstämmigen Mitbürger zur Sprache, die im besten Unternehmergeist Restaurants gründen, mitunter sogar Ausbildungsplätze schaffen, und dafür von irgendwelchen Möchtegerns als “Dönermann” abgewertet werden.

califax, 08.07.2009 02:25

Öh! Der Dönermann ist nicht abwertend. Der Dönermann hat mir schon paarmal das Leben gerettet. Ich geh in kein Einkaufszentrum mehr, das keinen anständigen Dönermann hat.
Falls Du mal nach Erlangen kommst, kann ich Dir einen Dönermann zeigen, wo man bei Backen der Dönerfladen (und anderer Teigwaren) zuschauen kann. Man schmeckt auch tatsächlich, daß da frisch und nach eigenem Rezept gebacken wird.

 
 
 

Beitrag kommentieren

Name (erforderlich)
E-Mail-Adresse (notwendig - wird nicht angezeigt)
URI