Brüder, zur Quelle!
Bodo Wünsch, 29.06.2009
Soeben wurde ein weiterer Nagel in den Sargdeckel des Kapitalismus gehauen. Nein, in unserem Land darf kein Unternehmen mehr scheitern. Zum weiteren Schippchen Steuerlast kommt wieder ein Stück Entmündigung des freien Kunden dazu.
Wenn du nicht bei Quelle kaufst (deine Gründe sind uns piepegal), dann machen wir dich eben kaufen. Sagt der Staat.
Komisch – irgendwas muss etwa OTTO anders gemacht haben, denn die können ihren Katalog noch selbst drucken (wobei ich mich als OTTO-Chef schon anfangen würde zu fragen, wie bescheuert man sein muss, als Unternehmer überhaupt “Profit” (iiih, nicht das Wort!!!) machen zu wollen.
Du bist Deutschland – du druckst den Quelle-Katalog.
antibuerokratieteam.net





Bei dem ramponierten Image, das Quelle jetzt hat, wird da wohl keiner mehr bestellen…
Nach der Bundestagswahl gehts dann ins Körbchen.
Die Quelle ist aus Sicht des Staates ein Senke geworden.
Dass es Quelle schlecht geht, wundert mich eigentlich gar nicht. Bei uns jungen Menschen spielen Versandhäuser wie Otto, Quelle, Klingel und Co. eine marginale Rolle. Wenn mich etwas bestelle, dann doch bei solchen Händlern, die etwas besonderes anbieten. Quelle ist dagegen ein Gemischtwarenleiden. Was Quelle anbietet, findet man auch in jedem Famila, in jedem Karstadt und in jedem Einkaufszentrum, verteilt auf viele Einzelläden.
Und mein Freistaat beteiligt sich auch noch. Sächsische Steuermillionen durch Einwohner. Auf mich entfallen um die 5 Euro. Dank auch schön. Als ob ich mir nicht ganz genau überlegt hätte, warum ich explizit nichts bei Quelle eingekauft habe in den letzten Jahren. Dank auch schön.
Die beleidigen meine Intelligenz.
Amazon ist das Gegenbeispiel. Ein großer Gemischtwarenladen, aber offensichtlich erfolgreich damit. Genau das hat Quelle verpasst. Dann würden wir jetzt nicht über Druckkosten für einen Katalog reden, der bald überall die Ankaufpreise für Altpapier drücken wird;-)
Fieser Trick: Kauf was bei Quelle und Du hast wenigstens eine Gegenleistung für Dein Geld. Wenn das alle machen, ist Quelle gerettet, aber der Konkurs trifft dann eben andere Versandhändler;-)
Klasse geschriebener Beitrag, by the way.
Und ausserdem: Iss doch nur’n Darlehen, dessen Rückzahlbarkeit bis Ende 09 gesichert sein sollte – wenn Opa wieder bei den langen Unterhosen zuschlägt und Oma ihre alte Bustiers ausrangiert …
Merke: Wir werden immer älter! ‘Quelle’ sei mit uns ;-) !
Quelle habe in schwieriger Lage “endlich eine faire Chance” bekommen. Dies hätten das Unternehmen und die Familien der Quelle-Mitarbeiter verdient. [Zitat Seehofer]
*kotzt*
Ich kann garnicht soviel kotzen wie es noetig waere. Der Spruch ist doch 1:1 aus Atlas Shrugged geklaut, Herr Ministerpraesident.
Wenn Quelle dann doch pleite geht, stehen die normalen Glaubiger mit noch weniger da, da der Staatskredit zuerst bedient werden muss.
Morgen in der BILD:
“Schock: Seehofer unter Plagiats-Verdacht!”
;-D
Sooooooviel, wie derzeit allüberall über faire Chancen *gekotzt* wird, dürften Apotheker auf ihren Brechmitteln sitzen bleiben.
Auch so’ne Sache, die mir zu denken gibt ;-) …
Das scheint laut SPON ein Zitat von Guttenberg zu sein(?) Spinnt SPON oder irrt Dagny oder haben die das alle beide mit fast den gleichen Worten gesagt?
In Dresden gehen schon erste Apotheken pleite, aber in diesem speziellen Fall nicht wegen der Übelkeit über Staatshilfen;-)
*duck-und-weg*
“Quelle habe in schwieriger Lage “endlich eine faire Chance” bekommen. Dies hätten das Unternehmen und die Familien der Quelle-Mitarbeiter verdient.”
LOL, Gutti hat sich ähnlich ausgedrückt.
Vor der Wahl wird das als “Chance” kommuniziert, dann, nach der Wahl und während der Liquidation als “hatte seine Chance gehabt” kommuniziert werden.
Da liest sich dann in der Tat kein Unterschied zwischen SPD und CSU heraus.
Bin ja gespannt wie die Union sich mit ihren Steuerversprechen im Wahlkampf halten wird, könnte durchaus sein, dass das ein Angriffspunkt werden wird (weil das Stimmvieh Steuererhöhungen ganz OK findet, vermutlich sogar das eigene).
Und was sagen die Angestellten dazu? ‘Scheisskapitalismus’ … hmm?
Könnte kotzen ;-) …
Damit dürfte auch bewiesen sein, dass Guttenberg, hätte Opel nennenswerte Niederlassungen in Bayern, niemals gegen die Staatshilfen gewesen wäre.
Die CSU kämpft für die CSU, das war’s. Ordnungspolitik, Grüne Gentechnik, Atomkraft – jedes Thema, das der CSU hilft, wird genutzt. Die perfektionierte Beliebigkeit.
Der oben verlinkte Artikel bei SPON nennt Seehofer als Autor des indirekt wiedergegeben Zitates.
Ayn Rand legt diese Worte so in etwa (auf englisch) den Lootern in den Mund – Soweit ich mich erinnere, in dem Abschnitt ueber die Motorenfirma in welcher John Galt gearbeitet hatte.
*kotzt*
Quelle hatte wie viele Jahrzehnte lang ‘seine Chance’? Ich kann diese Phrase nicht mehr hoeren: Das waere ja gerade so, als ob – sagen wir mal der Absteiger Arminia Bielefeld sich beschweren wuerde, 34 Spieltage lang keine Faire Change gehabt zu haben, sich direkt fuer die CL zu qualifizieren.
Bullshit: Wer so schlecht spielt steigt in die 2te Liga ab. Was soll aus den Fans und der Wuerstchenbudenverkaeuferin werden? Wo bleibt hier der Staatskredit?
Die Union geht mit »Wir sind Kanzlerin« in den Wahlkampf, mit nichts sonst …
Gutti spricht zwar auch von ‘Chance’, laesst aber dieses ‘Wir hatten keine glueckliche Kindheit’ weg:
“Quelle hat eine Chance bekommen, eine faire Chance, die bis zum 31. Dezember reicht.”
Ergo: Die Politik hat ihren Teil getan, es liegt an Quelle und wenn die das nicht schaffen, gehen sie eben pleite.
Persoenlich bin ich dennoch nicht gluecklich: Jammer-Quelle hat sich nochmal einen Kredit erbettelt.
QUELLE hat keine Chance. Das macht die Sache ja so lustig.
Andere (Internetversender) sind davongezogen, LOL, aber man kann sich nun wirklich nicht vorstellen, dass bspw. im Jahr 1995 QUELLE in Nürnberg damit begonnen hätte eine webbasierte Vertriebssoftware zu entwickeln und dieses Vorhaben erfolgreich hätte umsetzen können.
Die Quelle-Pleite und der Vorgang des Kotzens lassen sich möglicherweise beide auf Überfluss und Überdruss zurückführen?
Man könnte auch sagen: Die perfektionierte Politik.
Ne. ;-)
hmm, Profite privatisiert und Verluste vergesellchaftlicht. So war der Kapitalismus aber nicht gedacht.
Warum gibt es solche Hilfen nicht für kleine und mittelständische Unternehmen ?
Warum geht das Geld in den längst übersättigten Versandhandel anstatt in Forschung und Produktion ?
@Enrico
>Warum gibt es solche Hilfen nicht für kleine und mittelständische Unternehmenß
Weil hier die Politikproduktivität zu niedrig ist, anders: Die Stückkosten für Stimmvieh zu hoch.
>Warum geht das Geld in den längst übersättigten Versandhandel anstatt in Forschung und Produktion?
Warum überhaupt Staatsknete (= Kunstgeld) in irgendwas gehen lassen? NIcht nur zum Kataloge drucken, auch zum Forschen und Produzieren braucht der Mensch keinen Ober.
Also Quelle ist mir einigermassen egal. Aber ich freu mich jetzt schon auf den neuen Opel, den “Subventionator”. :-)
@bodo:
> Warum überhaupt Staatsknete (= Kunstgeld) in irgendwas gehen lassen?
Nunja, alles Geld ist nur Kunstgeld, weil durch absolut nichts gedeckt. Wird alles durch Kredit geschaffen (aber dann auch nur der Nennbetrag, nicht der Zins, ergo: exponentielles Geldmengenwachstum, woraus sich der irrsinnige Zwang zum exponentiellem Wirtschaftswachstum ergibt) und verschwindet mit Tilgung. Dabei noch von Kapitalismus zu sprechen ist ziemlich absurd ;-o
Und wenn dann noch solche perversen Sachen wie Derivate dazukommen, dann reden wir schon lange von einem völlig fiktivem Monetarismus, definitiv kein Kapitalusmus.
> NIcht nur zum Kataloge drucken, auch zum Forschen und Produzieren braucht der Mensch keinen Ober.
Bei Forschung ist das so eine Sache: es gibt eine Menge an wichtiger Grundlagenforschung, die sich nicht direkt wirtschaftlich (i.S. verkäufliche Produkte) verwerten läßt.
Beispiel Medizin: medizinische Forschung (wenn sie wirklich im Sinne der Gesundheit sein soll), läßt sich schlecht wirtschaftlich verwerten. In dieser Wirtschaftsordnung kann man nur an kranken Menschen “verdienen”, die zwar möglichst lange leben aber so lange wie möglich von Drogen abhängig sind. Damit ist auch klar, das hier die Leute nur mit hochtoxischen Drogen vollgepumpt werden, anstatt sich wirklich des Problems anzunehmen. (von den zielgerichteten Eugenikoperationen von Leuten wie den Rockefellers oder dem Bilderberger-Gründer, Nazi-Prinz Bernard mal abgesehen).
Kapitalismus kann zwar viele Dinge (teils auch recht gut) regeln, aber eben nicht alles.
Übrigends: in der Medizin wäre es evtl. mal interessant, wenn der Medicus für die gesunden anstatt die kranken Patienten bezahlt würde. Die Leistung sollte also nicht darin bestehen, einzelne Erkrankungen (vermeintlich) zu kurieren, sondern für möglichst gesunde Patienten zu sorgen.
> Aber ich freu mich jetzt schon auf den neuen Opel, den “Subventionator”. :-)
Opel hat sicherlich einigen Mist gebaut (weshalb ich mir nur die älteren Opels hole, aber nie die neuen), aber der Konzern wurde i.W. durch den Monetarismus kaputt gemacht: GM hat damals Opel nur mit fiktivem Schuldgeld gekauft (wäre in einem echten Kapitalismus nie möglich gewesen) und dann ausgesaugt. Genaugenommen ist GM schon lange lange nur ein Hedge-Fond – also dem Todfeind des Kapitalismus ;-o
Dieses System existiert schon und nennt sich Private Krankenkasse. Es führt dazu, daß diejenigen, die von gesunden Patienten profitieren, alles tun, um Kranke in die Wüste zu schicken.
Als Nebenwirkung der Honorarkontingentierung taucht diese Geschäftsmethode auch schon bei normalen Ärzten auf: Kranke werden abgewiesen oder bekommen ohne Hinweis auf den Anwalt nur Termine, die Monate entfernt liegen. Bei akuten Schmerzen eine wirklich feine Methodik. Ist gerade meiner Mutter passiert. Könnte ein Herzproblem gewesen sein.
Was genau ist an einem Hedgefond prinzipiell so böse?
Dir ist schon klar, daß Hedging nichts anderes als stinknormales Versicherungswesen angewandt auf Kursverluste ist?
(Hebelfinanzierung mit Krediten ist ein Problem. Das kriegt man m.E. aber am besten über persönliche Schadenshaftung in den Griff.)
Mal abgesehen davon, dass Enrico ohne irgendwelche den freien Fluß der Gedanken störenden Grundkenntnisse wild herumpalavert, stellen sich auch gemäß Hans Werner Sinn Hedgefonds als problematische Elemente des Finanzsystems heraus.
Sie agieren völlig unreguliert und haben viele der undurchschaubaren Finanzinstrumente erst geschaffen. Es gibt nun ein großes Hedge Font-Sterben.
Sie agieren nicht rein als Versicherung sondern versuchen mit minimaler Absicherung durch Eigenkapital märchenhafte Gewinne zu erwirtschaften. Im Falle eines Scheitern muß dann die Gesellschaft haften.
Soviel aus dem SPD-Parteiprogramm. Und jetzt hätte ich es gerne mal konkret: Welche Instrumente hat welcher Hedgefond geschaffen? Welcher Hedgefond konnte erfolgreich seine Verluste sozialisieren?
Die USA haben das übrigens verstanden, und Hedgefonds kaum stärker reguliert. Liebe SPD, ich dachte, Obama ist jetzt das große Vorbild?
Nein, auch die PKV honoriert nur die Behandlung, nicht die Gesundheit als Ganzes. Genau wie die KFZ-Versicherung die Werkstatt für Reperaturen bezahlt, nicht für den guten Zustand des Fahrzeugs.
Das gesamte Versicherungssystem ist gebaut für Schadensregulierung, dh. ein Vermögensschaden, entweder Wertverlust oder Reperatur wird ausbezahlt. Bei technischen Geräten (zB. Autos) mag das ja perfekt sein, weil man diese konkret meßbare Zustandsparameter haben und notfalls auch komplett ausgetauscht werden können.
Beim Menschen ist aber die Grundbedingung anders – man kann ihn nicht einfach wie einen Roboter reparieren oder komplett austauschen. Es steht also die Frage, ob das Paradigmum der Schadensregulierung an sich überhaupt für das Gesundheitssystem geeignet ist.
Eine Menge Hedge Fonts sind inzwischen illiquide geworden und vom Markt verschwunden. D.h. sie können eingegangene Verbindlichkeiten nicht mehr erfüllen. In häufigen Fällen wird der Steuerzahler dafür aufkommen müssen, da eben auch systemrelevante Banken von Hedge Fonts ausgegebene und nun wertlose Aktiva halten.
Hans Werner Sinn, so weit ich weiß kein SPD-Mitglied, spricht sich in seinem Buch Kasino-Kapitalismus für ein Verbot von Hedge Fonts aus, da sie schon aufgrund ihres Wesens den im Finanzsektor nun einmal notwendigen Regulierungs-Radar unterfliegen. Ich kann heute abend gerne nach Zitaten in Sinns Buch suchen. Es scheint Bedarf dafür zu existieren.
Wenn Hedge Font als Versicherungen stabilisierend auf die Wirtschaft wirken, warum werden dann so viele von ihnen Insolvent?
Die USA ist in der Regulierung von Finanzmärkten ganz sicher kein Vorbild.
Nur weil sich die Dinge “Hedgefonds” nennen, heißt das noch lange nicht, daß sie ledeglich zu seriösen Absicherungsgeschäften dienen. Mag das vielleicht ursprünglich mal so gewesen sein, ist das heute völlig aus dem Ruder gelaufen – heute dienen sie gewöhnlich der reinen Spekulation, reines Kasino.
Insgesamt haben sich die (ursprünglich sicher mal legitimen Derivate – als frei handelbare Versicherungsgeschäfte – zu finanziellen Massenvernichtungswaffen entwickelt: das Derivatvolumen macht mittlerweile ein enormes Vielfaches der überhaupt existenten Basiswerte aus. Anders gesagt: es werden Ansprüche auf Dinge gehandelt, die überwiegend nicht existieren. Die kataclystische Wirkung ist an den Rohstoffmärkten überdeutlich.
Richtig pervers wird das dann auch noch mit den Leerverkäufen, man verkauft etwas das man garnicht besitzt (oft garnicht existiert), und treibt damit die Kurse unnatürlich in den Keller.
Das ist zutiefst marktfeindlich!
Ein Leerverkauf ist eine Spekulation aus fallende Kurse. Ein Aktionkauf ist eine Spekulation auf steigende Kurse und beides muss in einem Markt moeglich sein.
Das Schluesselwort ist eher ‘Sound Money’. – Sprich eine noch so harte Spekulation sollte keine voellig Unbeteiligten, etwa Omas Sparstrumpf unterm Kopfkissen, mitreissen koennen.
Eine Unterscheidung zwischen ‘Spekulation’ und ‘Absicherungsgeschaeft’ im Sinne von ‘gut’ und ‘boese’ ist nur mit perfektem, absolutem Wissen moeglich. Dieses gibt es halt einfach nicht.
Wenn es um wirkliche Versicherungsgeschäfte geht (zB. currency swaps), dann sollten das auch Versicherungen (unter entsprechender Aufsicht) erledigen. Wichtig dabei ist, daß das abgesicherte Gut auch reell existieren und der Versicherte einen reellen Bezug dazu haben muß (zB. für ein Außenhandelsgeschäft das versicherte Volumen an Fremdwährung benötigen oder einnehmen). So wie das jeder normalen Versicherung auch der Fall ist.
Ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung, was Derivate volkswirtchaftlich tun:
Nehmen wir an, irgentjemand hat ein “Car risk swap” (KFZ-Kasko-Versicherung als Derivat) auf Dein Auto abgeschlossen, und das vielleicht noch in einer absurden Höhe. Dein Auto sei 5000,- wert, bei einem wirtschaftlichen Totalschaden bekommt er 50.000,-. Er weiß gut über Dich (zB. Deine tägliche Fahrstrecke) bescheid, Du ahnst nichtmal das Geringste. Ist es nicht durchaus plausibel, daß damit das Schadensrisiko für Dein Auto (zB. auch Vandalismus) gesteigert wird ?
Und das ist genau einer der Dinge die mit CDS getrieben werden: erst schließt man exorbitante CDS’e auf ein eigentlich solides Unternehmen (das ggf. noch nichtmal Kredite aufgenommen hat) ab, und dann setzt man alles daran, dieses Unternehmen in die Pleite zu führen (notfalls wirds halt über Strohmänner gekauft und kaputtgewirtschaftet).
Bleiben wir mal bei diesem Beispiel und nehmen den ersten Satz unter die Lupe:
Irgendjemand: Wer genau. Eine Bank. (M)eine Versicherung, meine Frau?
abgeschlossen: Mit wem? Bei der Bundesregierung? Bei meiner Versicherung? Mit meiner Frau? Mit mir?
bekommt er: Von wem? Und hat dann nicht die andere Partei ein genauso grosses Interesse, dass mein Auto eben nicht abfackelt?
plausibel … Schadensrisiko: Gott wuerfelt nicht. Oder doch? Aussagen statistischer Natur sind viel, aber selten anschaulich.
——
Wenn diese Mechanismen in einer derartigen Resonanzkatastrophe enden, wie in dem Beispiel beschrieben, waere es dann nicht sinnvoller, den Geldhahn ab- anstatt aufzudrehen?
…. Sprich: Kasinospielen fuehrt zum Pleiterisiko, aber das traegt der Steuerzahler?
Das Kind verbrennt sich am Heissen Offen die Finger, aber wenn man die Finger vom Steuerzahler mit Eiswasser behandelt laesst, kann man weiterspielen?
Das Kernproblem ist nicht die Spekulation an sich (ja, die Trennlinie ist in der Tat manchmal schwer zu ziehen), sondern der durch sie verursachte Eingriff in die Märkte. Und die werden dann massiv, wenn das spekulative Handeln in hinreichend großen Volumina passiert. Jeder Trade übt einen Druck auf den Kurs aus: Kauf nach oben, Verkauf nach unten.
Wenn das Volumen nur groß genug ist, dann wird die Wette zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung.
Mal ein kleines Beispiel wie ein Hedgefond profitabel ein solides Unternehmen zerstören kann, ohne es selbst je zu kaufen:
Man geht einfach eine riesige Shortposition auf die Aktie ein. Damit wird das Angebot künstlich vergrößert und der Kurs fällt. Andere Anleger (die nicht wissen was los ist) werden nervös und steigen aus, der Kurs sinkt weiter. Hier kann man entweder mit Profit glattstellen oder noch weiter machen, evtl. die Position nochmal vergrößern. Bricht der Kurs zu tief ein, werden irgentwann auch Kreditgeber nervös, Kreditlinien platzen oder werden teurer, sehr schlecht für das Unternehmen, evtl. sogar Insolvenz. Glattstellung oder Rückkauf werden extrem billig, und den Rest der zu dem Zeitpunkt exstremst unterbewerteten Aktien kann man billig vom Markt abziehen. Dann kommt die Liquidation und man kann die Aktiva verscherbeln.
Evtl. hat man auch noch eine Long-Position auf einen wichtigen Konkurrenten des Opfers, dessen Kurs nach der “Marktbereinigung” (eigentlich ist es ja eine Marktmanipulation) steigt.
Damit sieht man schon, wie leicht man mit genügend Geldeinsatz in Shorts die Börse pervertieren und Schritt um Schritt ganze Volkswirtschaften profiltabel zerstören kann.
Richtig übel wird, wenn diese Hedgedonds auch noch ihre eigenen Banken haben und
damit indirekt das benötigte Geld auch noch selbst schöpfen können – so wird dann auch noch die multiple Geldschöpfung eingespannt, völlig unterm Markt weg. Zwei für sic genommen schon hochgefährliche Instrumente kombinieren ich zu einem ökonomischen Todesbringer, der Wahnsinn kennt keine Grenzen.
Bitte nicht den Fehler machen und nichtlineare Prozesse unzulaessig linear fortschreiben.
Wer aus einer Position der Staerke heraus versucht einen Kurs durch Leerverkaeufe zu druecken und dann Kasse zu machen, kann dies nur, wenn er sich gegen die Dynamik der anderen Marktteilnehmer durchsetzen kann. Gelingt dies nicht, drohen hohe Verluste. Siehe VW, Porsche, Merckle.
Ein Marktfuehrer wird aber immer ‘manipulieren’ koennen und sei es durch den Wissens- oder Groessenvorsprung. – Ein Sprichwort sagt, jeder betruege jeden, es kommt nur auf die Hoehe des Betrages an.
Ihr Beispiel wird nicht mit einem gesunden Unternehmen mit -womoeglich- hoher Eigenkapitalquote funktionieren. Wer kaum Schulden hat, braucht so etwas nicht so sehr fuerchten, sondern bleibt Herr im eigenen Haus.
Das ist eine Frage der Marktmacht des Akteurs in Bezug auf das betreffende Papier. Es werden ja nicht immer alle Aktien eines Unternehmens gleichzeitig an der Börse angeboten.
Für einen Short-Trade muß man übrigends die Aktien nicht vorher erst kaufen …
Je nach Markt aber erst leihen.
Ich bezweifle stark, dass man soetwas je gemacht hat.
Wenn Du erstmal die 40 überschritten hast, wird Dir bei der Suche nach einer bezahlbaren PKV,deren Leistungen Du nicht mit dem Rechtsanwalt einklagen mußt, ein bitterböses Licht aufgehen.
Wenn es die PKVs dann überhaupt noch gibt.
Die PKV honoriert die Gesundheit und damit die durchschnittliche Schadenssumme pro Kundengruppe via Monatspolice. Leistungseinschränkung bzw. -erweiterung und die Gnade, überhaupt einen Vertrag zu kriegen.
Das läuft bei Lebensversicherungen übrigens auch nicht anders. Auch die sollte man möglichst schon präembrional abschließen. ;)
Hedgefonds werden bei dauerhaft sinkenden Aktienkursen insolvent, weil sie eben diejenigen sind, die sinkende Aktienkurse versichern.
Wie deutlich muß man eigentlich das Offensichtliche erklären?
Muß man inzwischen auch erklären, warum Airbags nach Unfällen kaputt sind obwohl sie doch bei Unfällen sichern sollen?
Wenn private Banken über ihre Kragenweite hinaus Gewinnausschüttungen von Hedgefonds kaufen und wie echtes Geld verbuchen, wenn dann auch noch die Regierung einspringt und Steuergelder ausgibt, um diese inkompetenten Banker zu retten, dann ist das nicht die Schuld der Hedger. Es gibt genug Dreck bei den Hedgern, zum Beispiel das hohe Risiko mit Hilfe von kreditverstärkten Leerverkäufen self-fulfilling Prophecies an der Börse zu inszenieren. Dagegen hilft persönliche Haftung der Akteure. Man muß nicht irgendwelchen Unsinn erfinden, um die Schuld von größenwahnsinnigen, haftungsfreien Idioten in Politik, Beratungsfirmen und Banken auf die bösen, bösen Buben in den Hedgefonds abzuwälzen.
Hedgefonds machen vor allem eines: Sie versichern durch Leerverkäufe Papierinhaber gegen Kursstürze dieser Papiere, indem sie bei einem Absturz eintretende Gewinne mit den vorherigen Eigentümern der leer verkauften Papiere teilen. Nebenbei wird auch viel bei Warentermingeschäften versichert. Ersteres hilft Banken, Holdings und Versicherern, ihr Vermögen gegen Börsenschwankungen zu fixen, letzeres sichert exportierende Fabriken gegen Währungsschwankungen und Schiffskatastrophen ab.
Wo, lieber Enrico, kommt eigentlich bei Deinem schönen Risk-Swap-Modell hier das Geld für den Profiteur her? Das Auto ist ja nun irgendwie futsch und war eh nie die 50.000 wert, nicht war?
Wer zahlt denn nun das ganze Geld aus?
Könntest Du bitte kurz erklären, was Du eigentlich sagen wolltest?
Self-Fulfilling Prophecies durch kreditverstärkte Leerverkäufe lassen sich in den Griff kriegen, indem die Akteure gegenüber den Verlierern gehebelter Kursstürze schadensersatzpflichtig werden.
Ansonsten ist das tolle Leerverkaufsspekulieren vor allem Mythos. Wir hatten ja gerade jetzt in der Krise mit ihren allseits sinkenden und fallenden Kursen ein beispielloses Hedgersterben. Kreditverstärkte Leerverkäufe sind halt ein finanzielles Selbstmordkommando, und wenn dann versucht wird, den verlierenden Spekulanten mit Staatsknete zu retten, gehören die dies betreibenden Politiker und Beamten wegen Veruntreuung vor den Kadi.
Solide Leerverkäufe wiederum funktionieren nur, wenn die Kurse im allgemeinen steigen – sonst kauft ja niemand die Leerangebote! Wenn jeder weiß, daß ein Kurs fallen wird, kann ein Hedger da nichts handeln.
Nur, wenn alle hoffen, er werde steigen, ein paar Eigentümer aber fürchten, er werde unter einen verschmerzbaren Wert fallen, kommt ein Hedger ins Geschäft. Und das ist die Funktion der Hedger – sie dämpfen Kursbewegungen, indem sie ihr Geld in den jeweils von der Allgemeinheit für unwahrscheinlich gehaltenen Fall investieren.
Aber man muß sie pünktlich liefern.
Das zu vergessen hast Du mit den Pleitiers der letzten Monate gemein. Wer verkauft, muß liefern. Egal, was ihn dann die Beschaffung der zugesagten Ware kostet…
1. Wie genau möchtest Du die Leute juristisch sauber haftbar machen ?
2. Das aktuelle Hedgefondsterben liegt nicht daran, daß einzelne – gerade im Short-Visier liegende – Werte absacken, sondern allemöglichen anderen, auf denen dicke Longs liegen. Damit sinkt die Kreditwürdigkeit rapide (zusätzlich zur allgemeinen Kreditklemme), und sie müssen enorme Aktiva abbauen, um die Schulden zu bezahlen. Durch die großen Hebel wird das noch enorm verstärkt. Passiert das großflächig (wie aktuell) dann brechen die Kurse durch das schlagartige Überangebot natürlich noch tiefer ein, was wieder eine massive Rückkopplung gibt.
Man muß hier schon deutlich unterscheiden zwischen einer Crash-Situation und dem “Normalbetrieb”.
Mag sein, daß das bei uns hier so ist.
An der NYSE muß man (wenn man selbst broker dealer ist) eben nicht gleich liefern – man speist stattdessen ein IOU ins System ein, der von normalen Teilnehmern nicht als solches erkannt wird. Eigentlich war dieser Modus für Einzelfälle gedacht, in denen die (Papier-)Aktie momentan nicht aufgefunden werden kann – wenn das reelle settlement gelaufen ist, kommt das IOU-Flag wieder weg.
Allerdings läßt sich dieses Feature wunderbar für naked-shorts mißbrauchen. Die SEC weiß zwar schon lang darüber Bescheid, unternimmt aber nichts.
Zu 1.: Nach angelsächsischem Recht mit Punitive Damages. Dann stellt sich nur die Frage: Hat er oder hat er nicht durch seinen Short sale den Kurs gedrückt und damit allen anderen geschadet?
Und zu 2: Der Verkauf von tatsächlichem Eigentum zur Schuldentilgung hat mit Hedgefonds nun wirklich nichts zu tun sondern ist ein normaler Börsenvorgang. Da sind Hedger stinknormale Anleger wie alle anderen auch. Mit sowas muß man als Anleger nunmal immer rechnen. Und wer über die Regulierung der Finanzmärkte nachdenkt, muß an den Kreditkosten drehen, um solche Notverkäufe zu reduzieren. Ob sich nun einer Hedger oder ein Baufinanzierer oder eine Schiffsversicherung oder ein Pensionsfond verschulden, ist völlig wurscht. Die Überschuldung ist das Problem und nicht, daß im Schuldrecht für Hedger die gleichen Pflichten gelten wie für jeden anderen Schuldner auch.
Bitte denk nochmal drüber nach. Dir hätte eigentlich selbst auffallen müssen, daß Du gerade wieder haarsträubenden Unsinn verbreitet hast.
Also mal ganz langsam:
Daß man eine verkaufte Ware noch nicht besitzt, muß man mit so einem FLag kenntlich machen. Richtig erkannt.
Und dann muß man sie pünktlich beschaffen und liefern.
Oder man geht ins Gefängnis, weil es auch nach angelsächsischem Recht ein Betrug ist, den Kaufpreis zu kassieren, ohne die versprochene Ware zu liefern.
Nein, Enrico, das ist nicht nur hier so. Sondern überall auf der Welt. Es gibt nur Unterschiede bei den Lieferfristen.
Und ein naked short ist ein Betrug sondern der Verkauf einer Ware, die man noch nicht hat und bis zur Fälligkeit erst noch beschaffen muß. Das macht übrigens jeder Cateringdienst, wenn Du ein Hochzeitsessen bestellst. Der hat seine Sahnetorten auch nicht Monate vorher bei Vertragsabschluß schon auf Lager. Und bei Fabriken wird der Leerverkauf sogar mit Krediten gehebelt, wenn man für Erfüllung eines Verkaufsvertrages gar noch eine neue Maschinenhalle bauen muß. Und letztens hat mir ein dreister Bäcker doch tatsächlich für 50 Euro Brezen leer verkauft! Der hat einfach mein Geld genommen und mir dafür Ware verkauft, für die er noch nicht einmal das Mehl besorgt hatte! Skandal!
Enrico, was soll dieser Blödsinn?
@Califax: Das Problem ist aber, dass die Hedger bei ihren Versicherungsgeschäften mit extrem niedrige Eigenkapitalquoten arbeiten. Für Banken existieren da Mindestsätze, für Hedge Fonts nicht. Und durch das hohe Transaktionsvolumen im Verhältnis zu dem niedrigen Eigenkapital-Anteil lassen sich halt in guten und normalen Zeiten sehr hohe Gewinne erzielen. Nur in der Krise weist sich dieses Geschäftsmodell als nicht robust aus. Und in der Insolvenz haften diese Hedge Fonds nur mit dem geringen Eigenkapital-Anteil. Das ist zwar nicht haftungsfrei aber sehr, sehr, sehr haftungsbeschränkt. Und genau dort ist der – laut Hans Werner Sinn und Lemmy Caution – Fehler.
Sicherlich war das der ursprüngliche Zwecke von Hedgefonds (wie ja auch der Name impliziert). Aber wenn die dann anfangen, ein Unternehmen nach dem anderen zu schlucken, um es zu zerlegen (und vorher mit enormen Shorts den Kurs drücken), dann hat das mit dem Absicherungsgeschäft nichts mehr zu tun und ist schädlich für die Volkswirtschaft.
Außerdem ist dieses Absicherungsgeschäft im Grunde genommen ein Finanzmathematischer Taschenspielertrick:
In dem Moment wo Du einem Hedgefond eine Aktie verleihst, damit er einen gedeckten Leerverkauf machen kann, hast Du sie nicht mehr, sondern nur noch ein IOU darauf, ein fiktives Asset.
Damit wird das Angebot künstlich vergrößert.
Richtig bösartig wirds mit naked-shorts: da werden sogar Aktien verkauft, die überhaupt nicht existieren.
Man muß eines wissen: diese Geschäfte verzerren den Markt zum Nachteil derjeniger, die seriöse Geschäfte machen, sich jedeglich an Unternehmen beteiligen wollen – wozu ja die Börse ursprünglich mal gedacht war.
Ich bin mir sicher, dass Sie auch Beispiele haben, an denen sich die Behauptungen belegen und studieren lassen? Und bitte nicht VW nennen: VW ist nur dank des VW-Gesetzes Objekt der Spekulation geworden.
Die PKV tarifiziert (wie beim Auto auch ;-p) nach zu erwartender Schadsumme. Und die ist nun leider bei “älteren” Menschen statistisch deutlich höher, ebenso bei Leuten mit Vorerkrankungen (ich zahl zB. auch 50% Aufschlag).
Allerdings wird damit immernoch nicht die Gesunheit als solche honoriert. Im Gegenteil: der Arzt wird – wie eine KFZ-Werkstatt – entsprechend erfolgter Behandlungen bezahlt. Gesunde Patienten liegen als nicht im wirtschaftlichen Interesse der Ärzte, sondern nur die kranken.
Bei der GKV kommt natürlich noch hinzu, daß – aufgrund Deckelungen und Fallpauschalen – der Arzt bei langwierigen Behandlungen fast kostenlos arbeitet. Daß dadurch oftmals Behandlungen weit hinausgezögert werden und damit der Effekt rapide absinkt, ist auch logisch.
Im Grunde genommen bräuchte wir etwas in der Art von Service-Level-Aggreements: der Arzt bekommt regelmäßig Geld dafür, daß er seinen Patienen gesund erhält – gehts dem Patienten schlecht, dann auch (finanziell) dem Arzt. Unfallbehandlung natürlich ausgenommen ;-)
Trotz allem ist IMHO die PKV – in Verbindung mit einem entsprechend hohem Grundeinkommen (dh. auch entsprechend der Tarifklasse) das momentan beste System. Soll aber nicht heißen, daß es nicht verbesserungsbedürftig ist.
Tja, theoretisch hast Du ja Recht: IOU’s müssen nach einer gewissen Frist geschlossen werden. Und es ist Aufgabe der SEC darüber zu wachen und notfalls selbst das close zu veranlassen. Nur leider tut sie das seit Jahren nicht und versucht die Sache zu vertuschen. Glücklicherweise gibts Whistleblower, die das trotzdem in die Öffentlichkeit bringen.
Lieber Enrico, jetzt sag mir doch bitte, was der Käufer dieser Aktien dazu sagt, daß er seine bezahlte Ware nicht bekommt.
Und während Du darüber nachdenkst, könntest Du gleich noch mal klären, aus welchem Paralleluniversum die ominösen 50.000 bei Deiner KFZ-Spekulation gefallen kamen.
Anders ausgedrückt: Was soll dieser Blödsinn?
Richtig. Und deshalb landen Alte und Kranke tendenziell bei der AOK, während sich in der PKV die Gesunden und Jungen tummeln. Nennt sich Gewinnoptimierung und ist erste Pflicht des Unternehmers.
Daß die Planwirtschaft bei den GKV diese für Ärzte praktisch unzumutbar macht, ist ein anderes Spielfeld. Und wie ein besseres System aussehen sollte ist eine Frage für die Götter. Im Zweifelsfall hätte ich lieber freie Stiftungen, Genossenschaften und Unternehmen mit möglichst geringem Regierungseinfluß. Die Regulierung der GKV-Tarife ist abschreckend genug gewesen.
Ah! Danke, liebe Götter! Das ist das erste Mal, daß ein Regulierungsmunkler mir tatsächlich einen konkreten Ansatzpunkt liefern kann.
Eigenkapitalquote und persönliche Haftung sind nicht nur bei Hedgefonds sondern offensichtlich auch bei amerikanischen und spanischen Hausfinanzierungen ein ernstes Problem.
Also: Wer Schulden macht, haftet auch dafür. Wer seine, bzw. die Haftung seiner Gesellschaft begrenzt (GmbH z.B.) muß über das eingeschriebene Haftungskapital hinausgehende Schäden versichern. Privatleite müssen das bei KFZ-Haftpflicht ja auch tun. Weil man eben normalerweise nicht in der Lage ist, den Schaden eines Unfalls zu versichern.
Und ebenso wie bei der KFZ-Haftpflicht wälzt die Versicherung einen ordentlichen Teil des Risikos auf den Versicherten und dessen Privatvermögen ab.
Wäre das ein brauchbarer Lösungsvorschlag?
Der normale Käufer (der kein Direktzugriff aufs BDN hat), sieht einfach nur seine Aktie ins Depot eingebucht und ist zufrieden. Das fällt dann erst auf, wenn er zur Depotbank geht und die Aktie wirklich in die Hand nehmen will (wer tut das heute schon ?) …
Im Prinzip ist das wie beim Girokonto: die meisten Leute denken, was dort steht, sei echtes Geld ;-o
Also ist das Problem das fiktive Asset des Aktienverleihers? Und eben nicht der Hedgefond?
Nunja, das legt eine Änderung der Bilanzierungsregeln nahe.
Und inwiefern wird nun das Angebot künstlich vergrößert? Insbesondere da ja die Phantomaktien via Flag als solche gekennzeichnet sind?
Was das Aussaugen angeschlagener Firmen betrifft – da sind die Hauptübeltäter auch nicht irgendwelche ominösen Hedgefonds sondern die Erbsenzähler in Konzernen wie GM und IBM. Siehe Lotus. Siehe Opel.
Und daß ein Eigentümer Gewinnentnahmen macht, ist sein Eigentumsrecht. Das kriegt man nicht mit Finanzregulierungen in den Griff. Hedgefonds spielen da mit, sicher. Aber man muß eben schauen, an wen man seine Firma verkauft. Und man muß eine börsennotierte Firma gegen feindliche Übernahmen absichern. Das sind Binsenweisheiten, die auch bei einem Totalverbot von privaten Anlagefonds gültig bleiben müßten. VW war abgesichert. Der achso teuflische Leerverkaufsangriff ist deshalb grandios gescheitert.
Was lernen wir daraus?
Ja und? Könntest Du bitte nochmal kurz erklären, was das heißen soll?
Daß jemand eine leerverkaufte Aktie für bereits geliefertes Eigentum halten könnte?
Das wäre ein Verbraucherschutzproblem. Wobei man durchaus ein Minimum an Intelogenz verlangen muß.
Ja, sofern die überhaupt dort aufgenommen werden (gut, da hat der Gesetzgeber ja letztes Jahr noch etwas nachgeholfen).
Das Problem ist, daß die “hohen Risiken” in der PKV eben zuweilen so teuer sind, daß man es sich nicht mehr leisten kann (sofern man noch nicht entsprechende Altersrückstellungen hat). Damit gibts in dem Bereich auch kaum einen Markt, sodaß nur wenige Versicherer dort überhaupt tarife anbieten.
Man kann das allerdings relativ leicht korrigieren, indem man dafür sorgt, daß sich *JEDER* eine vernünftige PKV leisten kann, genauer: das nötige Geld zur Verfügung hat.
Ergo: Grundeinkommen.
Man nehme da eben NICHT einen für alle gleichen Fixbetrag, sondern entsprechend Personenabhängiger Lebenshaltungskosten wie der PKV. Es wird ledeglich einheitlicher Basis-Leistungskatalog definiert, für den jede PKV einen Tarif anbieten muß (alle anderen Tarife sind relativ dieser Basis definiert, zB. für Extras). Jeder bekommt dann den Durchschnittspreis als Komponente des Grundeinkommens ausbezahlt. Damit ist die GKV überflüssig.