EK
Vorab: Die Soldaten, die heute von der Kanzlerin mit einem neu geschaffenen Orden bedacht worden sind, verdienen für ihr Handeln Respekt. Da gibt es keinen Zweifel.
Aber: Braucht es dazu im Jahre 2009 – im Rechtsstaat – wie “zufällig” nach der jüngsten neuen Wortwahl “gefallen” für den noch ganz unverdauten Mord an Kameraden in Afghanistan – braucht es hier einen Orden als Symbol? Noch dazu ein Kreuz, ein “Ehrenkreuz”, kurz, “EK”, das viele, die sich sonst kaum mit Krieg & Militär und deren Geschichte(n) ordentlich auseinandersetzen, sofort mit einem reichlich missbrauchten und daher höchst unrühmlichen Symbol assoziieren? Das echte EK sollte ja schon einmal wieder “eingeführt” werden.
Nun, um diese Assoziation war sich nicht einmal die heute-Redaktion des ZDF zu schade, denn – ich wagte es _nicht_ zu erwarten – sie brachten den “Vergleich” mit der inflationär und (wohl?) zu ganz anderen Zwecken gebrauchten EK-Verleiherei an Wehrmachtssoldaten und SS-Leuten. Sie (die heute-Leute) garnierten ihren Beitrag tatsächlich mit einer dokumentarischen Sequenz aus den letzten Kriegsmonaten, in der zu sehen war, wie Hitler ein paar traurigen Gestalten das Eiserne Kreuz umhängt.
So etwas hat diese Bundeswehr nun wirklich nicht verdient. Ich wage es kaum auszusprechen: Diese Art von Symbolik, wie sie heute wieder eingeführt wurde, ist eine Schande für den freien Menschen. Denn die Frage bleibt: Wen schmückt der Orden? A, den Empfänger – B, den Verleiher (qua Akt der Verleihung) – C, den Staat oder D, die ethisch gebotene Haltung, die hinter tapferkreuzwürdigem Verhalten stecken mag? Hinweis: Antwort A ist falsch.







>>> Diese Art von Symbolik, wie sie heute wieder eingeführt wurde, ist eine Schande für den freien Menschen.
Wie wahr! Zudem eine Schande, die sie immer war – für Krieg, für Mord!
Aber muss es erst soooo dick kommen, bis sogar ein Staats-Sender vergleicht? Ich wollte, das ginge öfter … immer! Die Chancen stünden jeden Tag gleich gut …
Da die Soldaten die Ehrung auch ablehnen hätten können, dies aber nicht getan haben, und nach Presseberichten kein unglückliches Gesicht bei der Verleihung machten, darf man meiner Meinung nach konstatieren, dass sie von der Ehrung nicht beleidigt, sondern vielmehr geehrt fühlten – warum also ist Antwort A falsch?
Wer so blöd ist und sich mit einem Stück an die Brust gehefteten Blech zufrieden gibt, dem ist eh nicht mehr zu helfen.
Das Polit-Gelumpe bekommt über 10.000 Euro im Monat und die Soldaten, die Deutschland am Hindukusch verteidigen und sich dabei die Beine wegschießen, wegsprengen oder gar abhacken lassen (das kommt auch noch) müssen sich mit einem Stück gebogenen Blech zufrieden geben.
Und dieses Stück Blech ist dann auch noch moralisch (nicht ethisch) umstritten.
Da fehlen mir die Worte, ich ändere meinen Nick daher bald zu “Das Gelächter aus dem Off”.
Bei dieser Art von Orden, die es (aus Sicht der Soldaten) für eine Selbstverständlichkeit gab, eine Handlung, die diese unter gleichen Umständen ohne zu Zögern wiederholen würden, fühlt man sich beschämt und vorgeführt. Die Feldwebel, die heute “ausgezeichnet” wurden, würden schon aus reiner Loyalität nicht einmal daran denken, einen solchen Orden abzulehnen. Ganz abstrus, diese Vorstellung, Christian, noch abstruser, daraus zu schließen, die Soldaten fühlten sich dadurch irgendwie erhöht.
Anders ist es für Auszeichnungen, die eine überdurchschnittliche _Vergleichleistung_ (idealerweise messbar) belohnen; man hat etwas besser gemacht als andere, die in der gleichen Situation und die gleichen Möglichhkeiten hatten, z.B. Schützenschnur, Sport- oder Einzelkämpferabzeichen.
Ein Rechnungsführer etwa (hießen zumindest früher so), also ein Feldwebel, der brav und solide in einem Dienstzimmer in Hintertupfing korrekt seinen Dienst mit Excel-Listen macht, hat überhaupt nie die zweifelhafte “Chance” in Situationen zu kommen, an der er zeigen könnte, wie sehr auch er ein Tapferkeits-Dings “verdient” hätte.
Insofern ist speziell diese Art von Orden eine Herabwürdigung all jener, die ihn _nicht_ bekommen.
Jeder dieser zweifelhaften “Preise” hat nur einzelne Gewinner, und lässt aber Hunderte, wenn nicht Tausende Verlierer zurück.
Ich stimme Dir insoweit, als das viele – vor allem stille – “Helden” zurückbleiben. Vor allem die, die z.B. geheimverpflichtet wurden und niemals über das reden dürfen, was sie erlebt haben. Aber denen ist es auch egal, die haben die Schnauze so oder so bis oben hin voll und würden für kein Geld der Welt mehr… ach, was soll es.
Allerdings kann ich Dir versichern, dass ich mich z.B. viel zu sehr für meine eigene Dummheit geschämt hätte, als das ich eine solche “Auszeichnung” jemals hätte annehmen können. Kann man die eigene Dummheit eigentlich noch offensichtlicher beweisen, als sich so ein Stück Blech an die Brust zu heften?
“Seht her, ich war so blöd, hätte mich fast umbringen lassen und habe dafür zur Belohnung einen Blechstern erhalten!”
Währenddessen räumt ein Abgeordneter mehr als 10.000 Euro im Monat ab. Der Verletzte hingegen hat später noch Probleme mit Versicherungen (z.B. mit Unfallversicherungen, die einen nicht mal mit Ausschluss von Risiken versichern wollen).
Man müsste auf die Fresse kriegen, wenn man sich damit auch noch selbst zum Horst macht und sich so ein Teil an die Brust hängt. Das erinnert mich – und das ist jetzt keine Polemik oder Ironie, sondern mein voller Ernst – wirklich eher an einen Karnevalsorden, als an eine Anerkennung.
Ich verstehe die Bedenken nicht. Tapferkeitsmedaillen sind in den Armeen der Welt gängig, warum also nicht auch hierzulande? Und warum ist es eine Herabwürdigung derer, die diese Auszeichnung (noch) nicht erhalten haben?
Das ist meiner Meinung nach der zentrale Punkt und deshalb möchte ich die Frage, ob es einen Orden braucht mit ja beantworten. Wenn ein solcher Orden bzw. eine solche Zeremonie bewirkt, dass sich mehr Bundesbürger der Leistungen der Soldaten bewusst werden, dann finde ich das sehr erstrebenswert.
Ich persönlich war nicht beim Bund, kenne die Geschichte der Bundeswehr nur dürftig und mir wird durch solche Debatten bewusst, dass Soldaten Dinge tun (mal ganz allgemein gesprochen) die für sie selbstverständlich sind, für mich aber nicht selbstverständlich sein sollten. Für mich als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen ;) waren Soldaten immer gewaltgeile Rambos, die bei der Polizei nicht genommen wurden und Krieg war immer falsch und unter keinen Umständen zu rechtfertigen. Ich glaube nicht, dass ich mit dieser Haltung ein Einzelfall war.
Vielmehr scheint mir das eine geistige Grundhaltung zu sein, die z.B. schon in der Schule vermittelt wird. Ich möchte an dieser Stelle meinen Geschichtslehrer zitieren: “Der deutsche Arm, der je wieder eine Waffe erhebt, möge verdorren.”
Ein Orden könnte imho also dazu beitragen, eine (hoffentlich aufrichtigere) Debatte über den Sinn der Bundeswehr und ihrer Einsätze anzustoßen und damit auch zu mehr Wertschätzung für die Leistungen der Soldaten führen.
Form und Name sind natürlich sehr unglücklich gewählt.
>der Leistungen der Soldaten bewusst werden, dann finde ich das sehr erstrebenswert.
Wer Soldat wird, weiß _vorher_ (oder sollte es zumindest wissen, oder spätestens noch in der Grundausbildung gesagt bekommen), was auf ihn zukommt.
Ich weiß nicht, was es da noch an Bewusstwerdung Dritter bedarf. Übrigens – ich sage das als Ex-Major: “Leistungen” ist das eine, hier dürfte ein Fragezeichen erlaubt sein, “Belastungen” hingegen – tja, hier würde ich zustimmen, wenn Du “Zumutungen” geschrieben hättest.
Ja, Anerkennung und Wertschätzung der erduldeten Zumutungen ist angemessener, Du hast Recht. Wenngleich das natürlich nicht ausreicht, wie auch schon dSadO anmerkte.
Also ich habe bspw. schon häufiger gelesen, dass Angehörige gefallener Soldaten und Heimkehrer beklagen, dass kaum über die Opfer gesprochen wird, die diese Soldaten und ihre Familien bereit sind zu erbringen.
Oder wie ich es vorhin in einem Kommentar in den Tagesthemen(?) gehört habe: “Die Aufmerksamkeit muss vorher da sein. Nicht erst, wenn Tote in Särgen nach Hause gebracht werden.”
Warum nicht gleich die Swastika am Bande?
Ich bin ja nun alles andere als ein Militärexperte, aber ist das Kreuz nicht in diversen Ländern eine übliche Form von Orden?
Und welche Form wollte man denn sonst nehmen? Ein Sternchen würde ein wenig wie eine Mischung aus gutem Ebayer und Mustergrundschüler aussehen, und das goldene Quadrat will sicherlich auch niemand haben…
Ich finde es nicht weniger bedenklich, wenn man international völlig normale Dinge auch Generationen später aufgrund des 3. Reiches immer noch ablehnt. Denn damit misst man diesem zuviel Bedeutung zu, und genau diese Bedeutung schafft dann wieder eine grosse Attraktivität des 3. Reiches für Leute, die bewusst provozieren wollen.
Nicht uninteressanter Aspekt mit dem “Design”.
Könnte auch auf eine christliche Symbolik hinweisen.
Vielleicht sollte man sich wirklich nicht so aufregen. Totenköpfe sind sogar schwer in Mode (zumindest letztes Jahr noch das Must auf jedem it-Teil), Che-Fratzen auf T-Shirts scheinen gar unsterblich…
Das Problem ist die deutliche Anlehnung an das übel beleumundete Eiserne Kreuz. Auch EK. Selbe Form, nur andere Farbe. Ein Orden ist ein symbolisches Geschenk. Da muß man schon auf die Symbolik achten, oder? Man hätte für einen Orden, der eh nicht massenhaft verliehen werden darf, ruhig die Investition in eine neue Form für eine neue Armee machen dürfen.
Die BW trägt das Kreuz nicht umsonst in einer nicht schlecht abgewandelten Form als Zeichen. So ein BW-Kreuz in schlichtem Schmiedeeisen, in Ausbaustufen mit Chrom, Eichenlaub, etc. hätte man auch nehmen können.
Und das ist jetzt eine sehr spontane Idee.
Alternative Gestaltungsmöglichkeiten mit klarer militärischer und nationaler Note bestanden durchaus. Man hätte wirklich nicht das EK nehmen und damit den Orden bei vielen Bürgern von vornherein beschädigen müssen.
Das eiserne Kreuz wird seit 1813 verliehen. Ich bin mir nicht sicher, ob man es daher pauschal als Nazi-Orden verdammen sollte.
Das tue ich nicht. Bitte lies, worauf Du antwortest. ;)
Die Orden im Uk haben auch Kreuz-Form, wenngleich nicht die Form eines Tatzenkreuzes. Man haette natuerlich auch einen der anderen (preussischen) Orden als Grundmuster aufgreifen koennen. (Siehe mein Posting im Blog von heute).
[...] der Diskussion um die Tapferkeitsmedaille, Eisernes Kreuz, Achims Dings am Bande ein Blick ins UK. Hier wird mit dem Afganistaneinsatz, dem [...]
> Noch dazu ein Kreuz, … das viele, die sich sonst kaum mit
> Krieg & Militär und deren Geschichte(n) ordentlich
> auseinandersetzen, sofort mit einem reichlich
> missbrauchten und daher höchst unrühmlichen Symbol
> assoziieren?
Du hast hier (vielleicht nicht gewollt) den Punkt getroffen: Die Kritik und die Fehlassoziationen kommen im wesentlichen von Leuten, die sich mit Krieg & Militär und deren Geschichte nicht auseinandersetzen.
Man könnte auch deutlicher formulieren: Die Kritik kommt ganz überwiegend von Leuten, die keine Ahnung haben.
Dazu kann man auf jeden Fall auch die ZDF-Journalisten mit ihrem widerlichen Hitler-Vergleich zählen.
Letztlich ist das eine ganz typische Diskussion: Wollen wir uns immer noch von Hitler bevormunden lassen? Muß man alles meiden, was er mißbraucht hat?
Das EK und ähnliche Auszeichnungen sind eben keine Nazi-Erfindung und sollten auch nicht so dargestellt werden.
Und ein Soldat läßt sich eben lieber mit einer traditionsreichen Auszeichnung ehren als mit irgendeiner politische überkorrekten Neuerfindung – mir graut bei der Vorstellung, was für einen dümmlichen Plüsch-Kitsch die Berliner Politiker als Konsenslösung finden würden, wenn es wirklich darum ginge, eine neue Militärauszeichnung zu kreieren.
Naja, das BW-Logo sieht nicht sehr plüschig aus, oder? Das hätte man ja z.B. nehmen können. Oder auch, wie von Soldatenglück vorgeschlagen, den Pour le merit. Die Assoziation mit dem EK war gewollt. Daß große Teile der Bevölkerung das mit den Nazis assoziieren war bekannt.
Ein Orden ist eine Sache ohne jeden praktischen Nutzen. Er lebt nur und ausschließlich von seiner Symbolik, von dem, was Ahnungslose damit assoziieren. Hier seriöse Beschäftigung mit dem Thema verauszusetzen, ist als ob man auf Wahlplakaten nur noch die Antragsnummern der Parteitage abdruckt: Sprache und Publikum passen nicht zusammen.
Und damit ist das EK eine Fehlstiftung. Es wird den Trägern nicht die Anerkennung bringen, die ein Heldenblech bringen soll.
@Califax:
> Naja, das BW-Logo sieht nicht sehr plüschig aus, oder?
Richtig. Und mit dem Vorschlag hätte ich auch etwas anfangen können, mit dem Pour le Merité natürlich auch.
Ich bezog mich aber auf das, was nach aller Wahrscheinlichkeit herauskommen würde, wenn die Politik erst einmal auf die Idee kommt, ein gänzlich neues Symbol zu installieren. Das wäre dann ganz gräßlich politisch korrekt geworden und hätte natürlich überhaupt keine historischen Bezüge haben dürfen.
> Ein Orden ist eine Sache ohne jeden praktischen Nutzen.
> Er lebt nur und ausschließlich von seiner Symbolik,
Richtig …
> von dem, was Ahnungslose damit assoziieren.
Nein, er lebt von dem, was die “Peer group” der Geehrten damit assoziiert.
Es ist völlig egal, welchen Orden man wählt – ein Soldat weiß genau, daß er damit in den Zeitungsfeuilletons und den Soziologie-Instituten dieser Republik nie Eindruck machen wird. Will er eigentlich auch nicht.
Es geht ihm in erster Linie darum, was andere Soldaten (insbesondere auch von verbündeten Armeen) davon halten. Und das sind keine Ahnungslosen, die assoziieren das EK auch nicht mit Hitler
Wenn es nur um die Peer Group geht, braucht man keinen Orden und keine öffentliche Ehrung. Dann reicht ein Brief vom Cheffe. Kann man sich an die Wand hängen und der Peer Group zeigen.
Reicht aber irgendwie nicht, oder? Weil es eben um die öffentliche Ehrung geht – eben um Respekt bei denen, die außerhalb der Peer Group stehen, und die mit der Anerkennung eines Ordens ihre Dankbarkeit und Achtung zeigen.Und was die Verbündeten mit dem EK assoziieren:
Auf wen zeigen die wohl als Beispielsoldaten mit EK? Auf irgendeinen Offizier des 19 Jahrhunderts oder nicht eher auf einen Nazigeneral wie Rommel?
Wetten, daß es Rommel ist? Wetten, daß die meisten Soldaten in verbündeten Streitkräften gar nicht wissen, daß das EK überhaupt ein Leben außerhalb der Wehrmacht hatte?
Detailwissen über die deutsche Ordensgeschichte sind soweit ich weiß keine Rekrutierungsvoraussetzung bei NATO-Truppen.
@califax:
> Dann reicht ein Brief vom Cheffe.
Aber nicht doch.
Schau’ Dir doch mal Soldaten an, wenn sie in Ausgangsuniform auftreten. Da steckt sich keiner einen Brief vom Cheffe an die Brust.
> Wetten, daß es Rommel ist?
Möglich. Der hat bei den NATO-Alliierten einen ausgezeichneten Ruf und wird dort nicht als Nazi gesehen.
> Wetten, daß die meisten Soldaten in verbündeten
> Streitkräften gar nicht wissen, daß das EK überhaupt
> ein Leben außerhalb der Wehrmacht hatte?
Die einfachen Soldaten nicht – aber ab Zeitsoldat oder gar Offizier wissen das viele. Gerade bei Briten und Amis gehört Militärgeschichte viel stärker zur Allgemeinbildung, und bei Soldaten alle Mal.
Und die Ausgehuniform heißt so, weil man sie innerhalb der Peer Group in der Kaserne trägt? ;)
Werden die Tapferkeitsauszeichnungen in anderen Streitkraeften eigentlich als Halsorden getragen oder ist das (Pour le Merit, Ritterkreuz des EK) aus der Mode gekommen?
Das Ehrenkreuz (“EK”??)der Bundeswehr wird doch schon seit Jahrzehnten verliehen. Jetzt halt erstmals mit einer Tapferkeitsstufe
Das ZDF bedient die Affekte einer hochneurotisch-weltkriegstraumatisierten Gesellschaft, die mit Bildern aus dem 2. Weltkrieg zugepflastert wird. Wer Zeichen sehen will, der sieht sie dann eben auch. Diese Verweise auf Hitler sind größtenteils nur Vorwand, um sich davon fernhalten zu können, außenpolitisch Verantwortung zu übernehmen.
Bei der Neustiftung der Kriegsklasse des Pour-le-Merite würde als Einwand kommen, dass u.a. auch Göring mit ihm ausgezeichnet worden war.
Die Folgerung, die nach dem 2. Weltkrieg daraus gezogen wurde, dass die Diktatur, d.h. Hitler – wie alle anderen Kriegsherren damals auch – Orden und Tapferkeitsauszeichnungen verlieh, und besagt, deshalb dürfe die Demokratie, d.h. die Bundeswehr keine vergeben, scheint mir eine der bizarrsten Lehren, die damals gezogen wurden, zu sein.
Immerhin, damals in den 50er Jahren war das aufgrund der militärischen Erschöpfung der Gesellschaft noch wenigstens psychologisch nachvollziehbar, aber wie kann man ernsthaft aus dem militärischen Untergang einer Diktatur folgern, eine Demokratie dürfe sich nicht militärisch verteidigen, und keine Tapferkeitsorden vergeben? Daran konnten damals nur die SU-orientierten Kommunisten interessiert sein.
Der ZDF-Kommentar passt zu den Unkenrufen in den Medien, dass die Nato wohl ihren ersten Krieg verliere.
Es werden wohl die Erfolge der Sicherheitskräfte zu wenig kommuniziert: Es haben sich etwa seit Madrid keine größéren Anschläge in Europa wiederholt. Man bedenke, was das vor Jahren für eine panische Stimmung war!
Es ist zu wenig klar, dass der Krieg in eigentlichen Sinne nicht “gewonnen” werden kann, sondern es darum geht, die radikalen Gotteskrieger, die der youth bulge in der Region produziert, zu beschäftigen, im worst case bis zu 10 Jahre. “Engaging the Taliban” heißt es in den Anglosendern dazu. Gewonnnen ist der Krieg dann, wenn sich keine Anschläge in Europa oder den USA wiederholen, die Streitkräfte in Afghanistan nicht allzu sehr bluten müssen, und als Tüpfelchen auf dem i der Aufbau eines funktionierenden afghanischen Staates gelingt.
> Daran konnten damals nur die SU-orientierten
> Kommunisten interessiert sein.
Die sich im übrigen nie daran gestört haben, daß die Generäle der Sowjetarmee vor lauter Ordenspracht kaum noch ein freies Fleckchen auf der Uniform hatten.
Und auch sonst hast Du völlig recht.