Willkommen in der FDP
Gerade ueber Twitter und drei Ecken im Web gesehen und mich koestlich amuesiert.
Neulich fragte ich die kleine Tochter eines befreundeten Ehepaars, was sie denn werden möchte wenn sie einmal groß ist. Sie sagte, sie wolle Bundeskanzlerin werden. Beide Eltern, bekennende LINKE-Wähler, standen daneben, also fragte ich weiter: “Wenn du Bundeskanzlerin wärst, was würdest du als erstes tun?”
Sie antwortete “Ich würde den Obdachlosen Menschen Essen und ein Dach über dem Kopf geben.”
Ihre Eltern strahlten.
‘Wow… was für ein großartiges Ziel.’ erwiderte ich. ‘Aber du mußt nicht damit warten bis du Kanzlerin bist. Du kannst rüberkommen zu meinem Haus und den Rasen in meinem Garten mähen, das Unkraut jäten und meinen Hof fegen und ich bezahle Dir 50 € dafür.
Dann gehe ich mit dir zum Supermarkt, wo dieser Obdachlose immer steht, und du kannnst ihm die 50 € geben, damit er sich etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf kaufen kann.’Sie dachte ein paar Sekunden darüber nach, dann sah sie mir gerade in die Augen und fragte: ‘Aber warum kann der Obdachlose nicht zu dir kommen und die ganze Arbeit machen und du gibst ihm einfach die 50 €?’
Und ich sagte ‘Willkommen in der FDP.’
Ihre Eltern reden seither nicht mehr mit mir.








*muhahahahaaaa* Passt aber nicht:
Weil abzüglich Ratgeber-Diäten (25 €), Finanzierung der Rasenmähkommision (paritätisch besetzt aus den demokratischen Volksbewegungen des Wohngebiets – 10 €), zweimal Mitgliedsbeitrag an die LINKE (5€ für “Geringverdienende” – ich wette, die zahlen genauso wenig eine ehrliche Selbsteinschätzung wie FDP’ler *lol*) summa summarum nur fünf Euro beim Obdachlosen angekommen wären…
Eine herrliche Aktion!
Die Antwort könnte von meinem achtjährigen Sohn gewesen sein;-)
Das einzige, was mir an der Geschichte nicht gefällt, ist das »Willkommen in der FDP«. Solche Kinder sollen unbedingt selbst darauf kommen, wo sie sich später mal engagieren. Sie sollen ihr Talent zum kritischen Hinterfragen behalten und weiterentwickeln. Sie werden mal aufsässig und mal links sein — Hauptsache, sie lassen sich nie etwas vormachen.
Das ist leider auch immer stark von den Eltern geprägt, und in diesem Fall vielleicht auch einfach eine passende Antwort. :)
>>> Das einzige, was mir an der Geschichte nicht gefällt, ist das »Willkommen in der FDP«.
Mir auch nicht, aber nicht nur aus den von Dir genannten Gründen, die ich teile, sondern weil ich mir nicht ausmalen möchte, in welcher FDP der helle Junge wohl landen würde, wenn er mal gross ist ;-) …
http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2009/07/niemand-hat-die-absicht-hartz-iv-zu.html
(via Nachtwächter-Blah)
Das ist ein alter und für alle, die nicht Nichtstun belohnen wollen, gar nicht so übler Vorschlag des SVR und des ifo-Instituts, den richtig zu vermitteln die Fähigkeiten der Berliner Provinzgröße mal wieder überstiegen hat.
Dass sich die Fans eines bedingungslosen Grundeinkommens auf Facharbeiter-Niveau dagegen sträuben, kann man verstehen, sollte man aber auch entsprechend einordnen.
Überflüssig zu erwähnen, dass in der wahren Welt die Transfer-Leistungen natürlich erhöht werden.
Lina, von der FDP in meiner Heimatstadt würde ich ihm heute eher abraten, aber in zehn oder zwanzig Jahren soll er das mal schön selbst entscheiden;-)
Den Oeffinger Freidenker … ich bitte Dich. Der unterbietet das Niveau des Wahlkampfs 2005 heute schon. Wo soll denn das im Herbst enden?
>>> “Den Oeffinger Freidenker … ich bitte Dich. Der unterbietet das Niveau des Wahlkampfs 2005 heute schon. Wo soll denn das im Herbst enden?”
Mann, was glaubst Du, was Andere da noch drauflegen, von ganz ganz links, meine ich? Hier lässt doch nur Raysons ‘wahre Welt’ schon mal aus Oeffingen grüssen … nicht ganz zu Unrecht, wie ich finde. Eine so artikulierte FDP missbillige ich.
Ernst, Unerst, Bierernst? Egal, sei wachsam ;-) !
Ach geh Lina, das “liberal” bei dem ist so liberal, wie das “D” in DDR demokratisch war…
… der Kommentar-Troll “Dr. Dingsbums” mit seinem Blog der
RoteMorgen ist auch so einer: Rosstäuscher sind das. Wenn’s die LDPD, unselig verblichen, noch gäbe, würden die als “Parteitagsblogger” eingeladen werden *lol*Wenn’s die LDPD noch gäbe, wäre es eine Partei der Internetausdrucker. Wenn überhaupt »Internet« …
@Lina: Links vom Oeffinger Freidenker: ist da noch viel Platz?
Mir missfällt einiges an der FDP, aber mir missfällt an den beiden Parteien der Großen Koalition noch viel mehr. Und ich kann ganz gut weiterleben, ohne dass mir ein Oeffinger Freidenker etwas über Politik oder Wirtschaft oder irgend etwas anderes erzählen müsste.
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Was mir da gerade noch ganz zufällig in den Sinn kommt: Die »Freidenker in der DDR« waren eine Art Ausgründung der SED kurz vor Toresschluss. In meinem damaligen Studienort wurde ein verbohrter ML-Dozent (ML: Marxismus-Leninismus, betrieben als Staatsideologie) als Vorsitzender eingesetzt.
Mein 6-jähriger Sohn würde “Ernstbolzen” zu Dir sagen, Stefanolix ;-)
Und recht hätte er — ich wollte an dieser Stelle gar nicht unernst sein;-)
Exzellent – Danke!
So was nenne ich modernes Sklaventum wenn es so einfach möglich wäre. Von diesem Geld würden keine Sozialabgaben, Rentenversicherung geschweige denn eine Krankenversicherung bezahlt. Und welches Dach soll sich der Obdachlose denn für 50€ bitte kaufen?
P.S.: Kann mir jemand erklären warum die FDP gerade so einen Auftrieb hat, wo doch die von ihr propagierten freien Kräfte des Marktes uns erst in die Finanzkrise geritten haben
Schauen Sie sich bitte hier im Blog und auf den von uns verlinkten liberalen und libertaeren Blogs ein wenig um.
Die Finanzkrise hat viele Ursachen, aber mangelnde Regulierung, oder gar ‘freie Marktkraefte’ gehoeren nicht dazu.
(siehe etwa http://www.antibuerokratieteam.net/tags/Finanzkrise/ )
Es ist unglaublicherweise immer noch weitgehender Konsens, dass man seinen Lebensunterhalt aus eigener Kraft finanziert, so weit man das kann. Einige ganz üble Gestalten meinen sogar, dass man sich zu diesem Zweck für keine Arbeit zu schade sein sollte. Das ist natürlich inhuman: Wer z.B. studiert hat, den darf man selbstverständlich nicht mit körperlicher Arbeit belästigen, eben weil das Sklaverei wäre. Davor muss die Gesellschaft den Betroffenen dann auch unbedingt bewahren.
Es ist unglaublicherweise immer noch so, dass die Zuverdienstregelungen derart überbürokratisiert und restriktiv gehandhabt werden, dass Eigeninitiative gar nicht erst entstehen kann (und vermutlich auch nicht soll).
Das ist ein zwar wichtiges, aber dennoch anderes Thema.
Ist doch einfach möglich. Klar, “schwarz”, aber wen interessiert das? Versichern könnte sich der Obdachlose ja immer noch selbst, bei einem Nettostundenlohn von 10 Euro kein großartiges Problem.
Warum muss sich der Obdachlose sofort eine Wohnung leisten können? Warum wird ein solches Geschäft in Misskredit gebracht? Ich sag es Ihnen: Es hat sich in Öffentlichkeit die Meinung durchgesetzt, dass alles, was nicht für “das volle Programm” (Whg., Auto, zwei Urlaube p. a., Flachbildfernseher, HiFi-Anlage usw.) reicht, unter den Stichpunkt Ausbeutung fällt und das alles sei Schuld der Arbeitgeber. Manchmal frage ich mich, in was für einer Welt wir leben, gerade wenn mal wieder irgendwelche Müllmänner jammern, sie verdienten zu wenig. (In Mannheim immer 2650 Euro brutto!).
Die € 50 sind vielleicht die “Endlösung” (böses Wort), aber sie sind ein Anfang. Der Obdachlose begreift, dass man sich Geld verdienen kann. Es ist ein viel besseres Gefühl, Geld zu verdienen als Geld zu erbetteln oder bettelt hier jemand so gerne? Er gewinnt Selbstachtung. Und vielleicht kommt er sogar an die richtigen Leute, die ein Herz haben und sagen: Wir helfen dir, wir geben dir Obdach und eine Stelle in einer Gärtnerei. Physiknobelpreisträger werden aus der Menge der Obdachlosen nicht erwachsen, aber deswegen sollte man sie nicht aufgeben.
Konservative sagen: “Wer arbeitet, muss mehr haben als der, der nicht arbeitet.” – Wenn man’s genau nimmt, ist das falsch, aber die Intention ist richtig: Sozialleistungen sollten aus sicht des Empfängers nicht profitabler sein als ein Gehalt. Die Linken sind aber richtig perfide. Die regen sich darüber auf, dass jemand, der “jahrelang eingezahlt” habe, plötzlich Hartz IV bekommen soll und auf einer Stufe gestellt werde, der nie gearbeitet habe. Hartz IV ist trotzdem eine ganze Menge Geld. Und gerade dann, wenn jemand nicht den Weg in die Arbeitswelt schafft, braucht er Unterstützung. Nicht finanzielle Unterstützung extra, sondern mehr Aufmerksamkeit. Die Wahrheit mit der Linken ist natürlich, dass sie Angst um ihre ehemaligen SED-Kader und Stasi-Offiziere hat, die aufgrund ihrer Vergangenheit seit 1990 arbeitslos sind. Gerade die sollen sich dadurch besser fühlen, dass sie mehr Stütze bekommen sollen als ein Drogenabhängiger. Bei dem Gedanken wir mir richtig schlecht.
Naja, fair ist gleiches Arbeitslosengeld für wirklich Versicherte (d.h. jene, die jahrelang eingezahlt haben/einzahlen mussten) und noch nie angestellt Gewesende nun wirklich nicht. Bei einem privaten Versicherungswesen wäre es ja nicht anders.
Richtig, aber Hartz IV ist keine Versicherungsleistung.
Kenne mich mit dem deutschen Zwangsversicherungssystem ehrlich gesagt nicht wirklich aus. Ich dachte immer, Hartz-IV gelte als Arbeitslosengeld und somit auch als Teil einer Arbeitslosenversicherung.
Obwohl es “Arbeitslosengeld II” genannt wird, wird “Hartz IV” aus Steuergeldern finanziert. Das war auch bei der alten “Arbeitslosenhilfe” schon so.
Eine Versicherung ist ja auch keine Rücklage, sondern eben genau das: Eine Versicherung.
Es soll im Fall des Falles helfen, und nicht am Ende zurückzahlen was man nicht verbraucht hat, denn in diesem Fall bräuchte man das ganze System nicht, schließlich legt jeder für sich selbst zurück.
Man bezahlt für die Möglichkeit einer Hilfe.
“Rasen mähen, Unkraut jäten und meinen Hof fegen” sollte in gut zwei Stunden zu machen sein, wenn der Autor nicht gerade einen mehrere Hektar grossen, parkähnlichen Garten sein Eigen nennt. Aber lassen wir es 5 Stunden dauern, dann wäre das ein Stundenlohn von 10 Euro. Bei 160 Arbeitsstunden im Monat könnte man davon schon gut Miete, Essen, Auto usw. finanzieren.
Ach, das geht nicht, weil von den 1600,- brutto nach Sozialabgaben, Mehrwert-, Mineralöl, Tabak- und sonstigen Steuern vielleicht gerade mal 400,- Euro echte Kaufkraft übrig bleiben? Na dann herzlich willkommen im “Sozial”staat.
Wenn mich ein Obdachloser anspricht, gebe ich ihm Geld, weil ich Mitleid habe. Ich weiß, dass es an seiner Situation nichts verbessert, aber dafür knurrt vielleicht sein Magen in der Nacht nicht so. Ich bin FDP-Wähler und bin der Überzeugung, dass jeder eine faire Chance erhalten sollten. Und selbst wenn diese Chance nicht genutzt werden kann, mus
Nichtsdestoweniger frage ich mich, wer großzügig erscheint und wer großzügig ist. Wahrscheinlich sind diejenigen, die am lautesten nach “sozialer Gerechtigkeit” krakelen, diejenigen, die am wenigsten spenden.
Kannst ihm ja dier ersten 50 Euro schenken und ihm sagen, für die nächsten 50 Euro darf er deinen Rasen mähen (Fähigkeit und Willigkeit vorausgesetzt).
Was sind eigentlich “faire” Chancen?
achjaaa, wenn die welt doch so einfach wäre.. *roll
Musste auch lachen. Kommt gut daher, der Witz.
Sollte allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass es eben nur das ist: ein Witz. :)
PS: Bin ganz schon erschrocken, als ich “Willkommrn in der FDP” gelesen habe. Dachte schon, ich hätte irgendwo falsch geklickt. :P
Lieber Parteifreund, dein Beitrag ist fällig. Soll ich dir die passende Kontonummer schicken?
:-)
Die Geschichte selbst und die meisten Reaktionen darauf basieren auf der (ungeprüften) Annahme, dass es solche Arbeitsangebote tatsächlich in ausreichendem Maße gibt. Ich bezeifele das.
Vielleicht nicht meine Tochter, aber meine Söhne würden, obwohl sie ausreichend Taschengeld beziehen, sagen: Ich mache das. Ich brauche das Geld.
Wem auch immer ich sie geben würde – ich (jedenfalls) müßte die Arbeit zuteilen.
Besonders lustig an diesem Witz ist, dass manche ihn offenbar PRO FDP verstehen, obwohl es sich um punktgenaues FDP Bashing handelt. Schließlich nimmt der Witz die absurde Haltung der FDP aufs Korn, dass Erwerbsarbeit dem Lebensunterhalt diene, dass der Privathaushalt als Arbeitgeber fungieren könne und dass die Ursache von Obdachlosigkeit Arbeitslosigkeit oder gar Arbeitsscheue sei. Vielleicht sollte man dazuschreiben, dass alle drei in dieser Geschichte vorkommenden Erwachsenen “bekennende LINKE-Wähler” sind. Der Ich-Erzähler heißt das Kind ja nicht bei sich willkommen in “seiner” FDP, sondern macht sich über das Kind lustig. Das nehmen ihm die Eltern ja gerade übel. Wäre er in der FDP würden sie ihm allein das schon übel nehmen und sicher nicht seine Freunde sein wollen ;-)
Dass faschistoides Gedankengut wie der Kommentar von alex hier geduldet wird, irritiert mich etwas.
Ad Hominem-Angriffe (‘faschistoides Gedankengut wie von alex’) werden hier nicht geduldet, der Moderator greift an die Gelbe Karte, belaesst es aber bei einem strengen Blick.
btw: Schließlich nimmt der Witz die absurde Haltung der FDP aufs Korn, dass Erwerbsarbeit dem Lebensunterhalt diene [...]
Ist das schon Selbstironie oder noch ernst gemeint?