Irland ist eine verdammte Scheiss-Theokratie
jo@chim, 16.07.2009
Katholizismus ist ein Kannibalenkult, der seine Anführer frisst. Juden, die glauben, dass es Gottes Wille ist, dass sie im Heiligen Land wohnen, sind verblendete Irre. Muslime, die islamisches Recht einführen wollen, sind faschistische Terroristen, und Scientologen sind Freaks, die vom böswilligen Geschwätz eines gescheiterten Science-Fiction-Autors verleitet wurden.
Ups. Jetzt hab ich wohl gleich Rayson am Hals, der das geschmacklos finden wird (nicht die Anführer, sondern die Aussage) und einen tieffliegenden Schwarm Antideutscher, die zielsicher Antisemitismus entdecken werden. Islamofaschisten und Hubbardologen lesen keine Blogs, okay. Ein weiterer belangloser Blogeintrag ohne Folgen also.
Aber die Aussage stammt ja auch nicht von mir, sondern von Ian O’Doherty, der sich zukünftig für derlei einer Strafandrohung von bis zu 25.000 € aussetzt.
Womit der Header dieses Beitrags hinreichend erläutert sein sollte.
antibuerokratieteam.net






Ich verstehe den Satz nicht. Erklärst Du ihn mir bitte?
Da musst Du nicht , sondern Mr. O’Doherty fragen.
Vermute mal, das ist eine Anspielung an die Lehre von der Transsubstantiation. Kannibalen tun das ja auch nicht aus Hunger, sondern aus einem tieferen Bedürfnis nach Sinn heraus.
[Disclaimer: Nein ich mache mir den Satz nicht zu eigen. Werde allerdings jederzeit dafür eintreten, dass er veröffentlicht werden darf]
Sie essen den „Leib Christi“ in Form von Brot und Wein.
Kannibalismus-Gerüchte, die ihren Ursprung wohl hierin haben, gab es vor allem, als das Christentum sich gerade im römischen Reich zu verbreiten begann.
Irlands eingeschrittenen Weg finde ich schlimm, kann aber diesem pseudomodernen, arroganten Atheismus, der sich wieder breitmacht, nichts abgewinnen. Denn weder für die Existenz noch für seine Nichtexistenz ist beweisbar, so ist dann der Atheismus auch nur ein Glaube.
Ich muss aber sagen, dass mir überzeugte Christen und Muslime (Juden kenne ich leider nicht persönlich) wesentlich sympathischer sind. Die Vulgärkatholen in Irland, in der CSU und sonst wo, gehören aber ganz sicher nicht dazu. Wer ausländische Familien, die hier einst Asyl gefunden haben, ausweist, hat die Botschaft Christi nicht verstanden.
Danke, ja das könnte wohl hinkommen.
Guten Abend,
@
Schöne Provokation, Irland sei eine Theokratie, das Wort ist so ironisch geworden wie “Gottesstaat”, in beiden Fällen haben wir ja das Gegenteil des Beabsichtigten. Insofern können wir aufatmen, Irland unterscheidet sich also nur in den Umständen, nicht im Prinzip von unseren anderen Demokraturen. Dort regiert (immernoch) Klerizismus, bei uns (sowieso) mit Sozialplacebos verbrämter Wirtschaftsliberalismus. Soweit überhaupt von unseren Regierungen regiert wird.
@ alle /Gläubigkeit
Nach meinen Erfahrungen mit gläubigen Menschen (in der Tendenz, mit allen bei Generalisierungen gebotenen EInschränkungen) sind mir überhaupt-gläubige Menschen lieber als jene Verfechter mühsam gerechtfertigten Un-Glaubens, was sich als kuturelle Bohlenisierung (Daniel Dickopf, Philosoph, Köln) Ellenbogismus, und dem unter Sozial-Darwinismus bekannten Verhalten manifestiert.
Dieses ist gläubigen Menschen weniger zueigen. Unabhängig von der “Farbe ihres Gesangbuchs”. Sie neigen unter dem Postulat “nur der Starke überlebt” eher zur Stärkung des Schwachen als zur Ausrottung der Schwachen. Außer vielleicht Extrem-Frömmler vorwiegend monotheistischer Couleurs, die mangelnde Eigeninitiative mit Gottes Omni-Verantwortlichkeit rechtefrtigen.
Was unterm Strich bleibt, ist die Eigenverantwortung des Individuums. Kann durch Religion gefördert, aber auch erschwert werden.
Religion findet zu einem Gutteil außerhalb des Rationalen statt. Wie Liebe. Wie Geschmack. Ist aber von großem Einfluss auf die Persönlichkeit. Das macht empfänglich für Manipulation. Und dann Religion zum Werkzeug.
Dagegen hilft nur trotzdem Verstehen, (nicht unbedingt trotz, sondern) auch wenn man glaubt. Ist das Bildungsmonopol der (christlichen) Kirchen überwunden? Lehren Koran-Schulen wirklich den Koran? Ist “jüdische Politik” (hier Siedlungsbau) vom Talmud bestimmt?
Ich habe so meine Zweifel ob bei allem wo “religiös” draufsteht, Religion drin ist.
Ich bin mir aber sicher, dass bei den meisten der gläubigen Individuen die Absicht den Teil ihrer jeweiligen Religion (sich menschenwürdig zu verhalten, was wohl allen Religionen gemein ist) im Leben umzusetzen, vorherrscht.
Shalom
@ alex
warum ist die einstellung, nicht an gott zu glauben, auch ein glaube?
Atheismus bedeutet nur Gott-los, nicht Antitheistisch, also Gott-ablehnend.
Wobei das je nach Ort und Zeit auch anders interpretiert wird. Aber ich halte mich lieber an die einfache Übersetzung.
Als Atheist ist es ja schier unmöglich Gotteslästerung zu betreiben. Ich befürchte nur, davon lassen sich Theokraten nicht überzeugen. Die sind immer ganz schnell mit dem bannen oder verbrennen.
Hat hier jemand »Jehova« gesagt?
Gleich kommen die zum Katholizismus spätkonvertierten Paläo-Libertären aus Auburn und Grevenbroich ums Eck! Ich verzieh mich.^^
Hihi: http://aaeblog.com/2009/07/13/irish-bull/
@ Alex:
“Irlands eingeschrittenen Weg finde ich schlimm, kann aber diesem pseudomodernen, arroganten Atheismus, der sich wieder breitmacht, nichts abgewinnen”
100% Zustimmung zu beiden Teilen dieser Aussage.
Weil die Nichtexistenz Gottes genausowenig beweisbar wie seine Existenz. Der plumpe Atheist sagt: Es gibt keine Beweise für Gottes Existenz. – Ein solcher Atheist, der vordergründlich ganz wissenschaftlich tut, benimmt sich höchst unwissenschaftlich. Schließlich impliziert der Begriff Glaube, dass es hier nicht um Beweise. Außerdem ist Gott so definiert, dass er nicht beweisbar wäre. Von Gottes Existenz kann man überzeugt werden, aber nicht durch Beweise.
Den wiederaufkommenden Atheismus sehe ich eher skeptisch, weil wir den schon mal hatten: im Sozialismus. Ich bin selbst atheistisch erzogen worden und stelle mir aber oft die Frage nach Gott. So dumm und unbeholfen, wie manche Atheisten ihre Überzeugung verteidigen, hätte ich mich nie angestellt, selbst als ich noch überzeugter Atheist war. Da werfen Gymnasiasten in die Runde ein – völlig ohne Ironie – auf den Wolken wohne niemand. Und dann kenne ich da noch einen Spezialfall von Atheist, der Adam und Eva für Quatsch hält (“Inzucht!” – eigentlich Inzest) und die Jungfrauengeburt als nicht machbar ablehnt. – Die meisten Christen und Moslems lächeln nur ganz verschmitzt, wenn sie sowas hören.
[...] Zensursula – der Sommerhit auf YouTube Kommentare alex: Weil die Nichtexistenz Gottes genausowenig… Florian: @ Alex: “Irlands eingeschrittenen [...]
Und wenn man Gott nicht-wissenschaftlich “definiert”, dann spart man sich auch gleich jede Auseinandersetzung. Eine herrliche Methode, um dumpfen Glauben zu fördern. Oder einfach irgendetwas zu behaupten.
Und welchen Nutzen hat dann dieser Gott, wenn er nicht beweisbar ist? Offensichtlich kann er dann ja auch nicht in das “Diesseits” eingreifen.
Wieso Irland? Hier doch auch:
§ 166
Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
Ich weiß nicht, ob Sie es wussten, aber auch Nationalsozialismus und Kommunismus sind Weltanschauungen.
Wohl gemerkt, es heißt “die geeignet ist”.
Können Sie eine nicht tautologische Aussage beweisen?
Glauben ist eine Art der Lebensbewältigung. Ich finde es arrogant und vermessen, derlei pauschal als “dumpf” zu bezeichnen. Es gab schon Zeiten, da wäre ich froh gewesen, wenn ich hätte glauben können.
Der Gott der Protestanten, den Du im zweiten Absatz beschreibst, ist allerdings IMHO in der Tat so überflüssig wie ein Furunkel: nicht beweisbar (also: nicht eingreifend) bleibt er ein Phantom von BischöfINNen, die im Grunde schon Agnostiker sind – das aber niemals unverklausuliert zugeben würden (es geht ja um den Job und die Einflussmöglichkeiten *lol*).
Da sind mir dann, ehrlich gesagt, die Kreationisten-Freaks fast noch lieber, weil sie wenigstens so ehrlich sind, die logischen Konsequenzen aus der Annahme eines allmächtigen höheren Wesens zu ziehen.
Die ziehen die Protestanten aber auch.
Blasphemisch ist doch bereits das „Alte Testament“. Hier wird „Gott“ im Wesentlichen als ein widerwärtiger Psychopath dargestellt. Dawkins hat völlig Recht:
„Der Gott des Alten Testaments ist – das kann man mit Fug und Recht behaupten – die unangenehmste Gestalt der gesamten Literatur: Er ist eifersüchtig und auch noch stolz darauf; ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker; ein rachsüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer; ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, größenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.“
Richard Dawkins: Der Gotteswahn. Hardcover., S. 45
Geschmacklos? Nö. Nur hohl.
Käpt’n Ahab, der alte Hurenbock…
Nehmen wir einmal an der Autor dieser Zeilen ist davon überzeugt, dass es in den Weltmeeren große schwarze Killerwale gibt, die gelegentlich Schiffe verschlingen, aber höchsten Wert darauf legen nicht entdeckt zu werden und bisher auch…