Laut der Organisation LobbyControl sind PR-Agenturen und Tarnorganisationen damit beschäftigt, Einträge zum Beispiel bei Wikipedia zu ändern. Aber nicht nur hier werden die jeweiligen Sichtweisen plaziert. Besonders aktiv sei in diesen Tagen das Pro-Atom-Netzwerk „Bürger für Technik“ – einige Mitglieder fielen vor allem mit Leserbrief- Offensiven zum Thema Kernkraft auf.

So zitiert heise online eine von „LobbyControl – Initative für Transparenz und Demokratie“ lancierte dpa-Meldung gegen Leserbriefe für die Atomlobby.

Am Verein Bürger für Technik wird die Nähe zu den Betreibern von kerntechnischen Anlagen kritisiert – was sich daran manifestiere, dass beteiligte Ingenieure beruflich fachkompetent sind bzw. sich auch in anderen Vereinen oder Verbänden, die für die friedliche Nutzung der Kernenergie eintreten, engagieren. Welch Wunder.

Nicht kritikwürdig findet „LobbyControl“ dagegen offensichtlich Kampagnen wie die des Freiburger BUND-Aktivisten Axel Mayer, mit denen koordiniert versucht wird, Änderungen an tendenziös „überarbeiteten“ Wikipedia-Einträgen zu verhindern. Mayer betreibt übrigens so penetrant Link-Placement, dass seine „Umweltaktivisten“ (bzw. angestellten Zivildienstleistenden) schon mal auf der Wiki-Blacklist landen.

Fassen wir zusammen: den Nachweis, dass Betreiber oder deren Verbände PR-Agenturen zur Platzierung von Fake-Diskussionen oder als Sacheinträge getarnter Werbung engagiert hätten, wie z.B. die Deutsche Bahn AG – was in der Tat zu kritisieren wäre – bleibt LobbyControl schuldig. Stattdessen unterstellt die Gruppe Kernkraft-Befürwortern pauschal „die Atomkraftwerke als „ungeliebte Klimaschützer“ grünzuwaschen„. Die Kampagnenpolitik auf Seiten der „Umweltaktivisten“ wird hingegen nicht thematisiert.

De facto läuft dies darauf hinaus, die Argumentation von Atomkraftgegnern zu unterstützen, Befürwortern dagegen Korruption zu unterstellen. Das ist nicht nur schlechter Stil und hat mit dem Einsatz für „Transparenz und Demokratie“ nichts zu tun: es ist klassische Lobby-Arbeit, die die selbst ernannten Anti-Lobbyisten da für ihre Freunde leisten.