Laie von der Leyen
dagny t., 23.07.2009
Frau von der Leyen hat entweder keine Ahnung vom Internet oder einen populistischen, unnoetigen Vorschlag gemacht um sich in Szene zu setzen. Ich vermute es ist eine Kombination aus ersterem mit der Hoffnung verbunden eine Behoerde, einen Ausschuss oder einen parlamentarischen Beauftragten nebst Buero und Stab herauszuhandeln.
In Online-Netzwerken, Blogs und Chats müsse ebenso wie im Schulalltag ein “achtsamer und wacher Umgang miteinander” eingefordert werden, sagte von der Leyen der “Rheinischen Post”. Ziel es sei, gemeinsam mit den Verantwortlichen sowie jugendlichen Nutzern einen Verhaltenskodex zu entwickeln. Außerdem müssten minderjährige Internet-Surfer über die Gefahren des Netzes aufgeklärt werden – zum Beispiel darüber, “dass sich Erwachsene mit üblen Absichten in ihre Chats einschleichen können”.
Gibt es alles schon. Nennt sich Netiquette.
antibuerokratieteam.net





Püh, “Nettiquette”. Das ist ja was total unstaatliches, da hat Mama Leyen ja gar nicht mitgeredet, das haben die Staatbürgerkinderchen ja ganz alleine unter sich ausgemacht. Das geht doch nun wirklich nicht! Wo kommen wir denn dahin, wenn das jeder machen würde?
Glückwunsch, Zensursula hat das Rad erfunden! Dieser Kodex den sie fordert gibt es seit den Anfängen des Internets. Das nennt sich Netiquette. Mit ihrer Forderung versucht sie den Wählern vorzugaukeln das ganze Netz wäre ein Hort von ungezogenen Kindern oder gar schwerst Kriminellen, und sie die glorreiche Retterin der Menschheit bringt da jetzt mal Ordnung rein. Das ist verlogen und manipulativ! Denkt die sich diese Verleumdungskampagne selbst aus oder bezahlt die dafür auch noch PR-Berater?
Frau von der Layen scheint „ständig in Bestform“ zu sein ─ ein Merkmal, dass alle Mittelmäßigen auszeichnet.
Ahoi,
so wie ich das verstanden habe, möchte sie keine Neuschaffung der Netiquette durchführen, sondern Kindern und Jugendlichen die Netiquette (oder eine abgeänderte Version, eventuell auch “neue Regeln”, die der Netiquette entsprechen) näher bringen.
Kinder im Alter von 9 Jahren lesen sich kein 14 Jahre altes Dokument mit Kennung RFC-Haste-nich-gesehen durch, um zu wissen wie sie sich im Internet verhalten sollen. Sie lesen sich auch nicht die StVO durch, um zu wissen wie sie sich im Straßenverkehr zu benehmen haben.
Wie sie in einer Rede sagt, möchte sie lediglich mithilfe von Schulen, Eltern und sozialen Netzwerke die Kinder für das WWW trainieren.
MfG
Robert
Dein Idealismus in allen Ehren: Aber Generationen von Internetusern sind ohne Internetfuehrerschein bestens zurecht gekommen. Man lernt das schon selber, wie man sich im Web verhalten soll oder nicht?
Voellig unverstaendlich wie sich jemand, der sich fuer mehr Buegerrechte und fuer weniger Staatseinfluss im Internet einsetzt, fuer einen solchen Internetfuehrerschein – denn darauf lauft es hinaus – Sympatie zeigen kann?
Kinder von 9 Jahren sollten schlichtweg nicht allein im Internet surfen. Man würde ein Kind von 9 Jahren auch nicht nachts durch das Hamburger Rotlichtmilieu laufen lassen, oder?
Tja, ich warte schon auf den Vorschlag der Bundesregierung, Internetanschlüsse zukünftig nur an Besitzer eines Internetführerscheins zu vergeben. Schließlich muss man die Menschen vor den vielfältigen dort lauernden Gefahren, wie z.B. Terrorismus, Phishing, gewaltverherrlichende Onlinespiele oder politische Blogs mit radikalen Inhalten, schützen.
Ich hoffe nur Leute wie Wiefelspütz lesen keine liberalen Blogs, nicht dass es noch Wirklichkeit wird.
…und die Kaempfer fuer die Buergerrechte werden immerhin eine Altfall-Regelung heraushandeln. Wer vor 1997 schon online war, dem wird der Fuehrerschein auf formlosen Antrag ausgehaendigt, wer erst 98-2005 online ging muss eine Pruefung machen und wer nach 2006 die virtuellen Welten erkundete, muss 10 Pflichtsunden in der Internetfahrschule absolvieren.
:)
Naja, Sinn und Zweck eines Führerscheins ist es ja ganz allgemein, die anderen Teilnehmer zu schützen. Deswegen darf man ohne entsprechende Ausbildung nicht einfach mit Autos rumfahren. Oder mit einem Kran, oder Gabelstapler.
Die Gefahren die von einem Computernutzer ohne Ahnung ausgehen sind wesentlich geringer, aber vorhanden. Wie man das nun bewertet ist sicherlich schwer, geht es hierbei eben nicht um körperlichen, leicht nachzuweisenden Schaden. Aber wenn der Computer dann an Angriffen auf Bankrechner oder beim Spammen mitmacht. Oder Phishing-Angriffe fährt, dann schadet auch das anderen.
Wobei man es wohl auch durch entsprechende (Aus-)Bildung schaffen kann, einen gewissen Schutz aufzubauen. Computer und Internet sind nur leider für viele Menschen eine bessere Schreibmaschine mit Zugriff auf Nachrichten und Wetterinfos. Und wenn jemand Geld zu verschenken hat, dann kann man das ja mal anschauen…
Das halte ich für ein Gerücht. Die volkswirtschaftlichen Schäden, die Botnetzwerke (“I LOVE YOU”-Virus etc.) verursacht haben, gehen in die Milliarden. Und alles nur, weil Millionen von Windows-Nutzern nicht in der Lage sind, ihr System in Ordnung zu halten.
Das spricht natürlich nicht für einen Internetführerschein, sondern für bessere Software. :-)
Um die anderen Teilnehmer zu schuetzen ist ein Fuehrerschein nicht der einzige Weg und ein Fuehrerschein ist was anderes als eine Fuehrerscheinpflicht.
Soviel sollte man schon differenzieren.
Vergiß es. Die Infantilisierung der Gesellschaft schlägt im Internet voll durch. Das Internet wird zum Kindernet zurechtgestutzt und die Madame Minister entscheidet, was und wieviel wir essen dürfen.
Und wehe, man wagt es, eine Waffe zu besitzen!
Gummizellenpolitik.
“Die Infantilisierung der Gesellschaft schlägt im Internet voll durch. Das Internet wird zum Kindernet zurechtgestutzt……”
ein wahres Wort. Es ist aber nicht nur das Internet, sondern in vielen anderen Bereichen wollen die Politiker den “dummen” Bürgern sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Dieses paternalistische Verhalten nervt immer mehr. Wir werden zu einer Art Nanny-Staat.
Röschen, so der Spitzname von Zensursula, will im nächsten Kabinett Gesundheitsministerin werden. Wahrscheinlich erläßt sie dann ein Gesetz, welches Gewicht wir haben dürfen plus/minus 3 kg. Ähnliches Programm wurde ja schon von Ulla Schmidt gestartet.