Warum ich wählen gehe

30.07.2009 10:35 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 11 Kommentare

Aus Eigennutz. Warum sonst?

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11 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Die Stimme aus dem Off, 30.07.2009 12:27

Ja, das wird für sozialversicherungspflichtige Wähler ein echter Grund sein wählen zu gehen. Es freut einen doch, wenn man sieht wie Beamte, Richter, Politiker und andere nicht Pflichtversicherte eine gesenkte Einkommenssteuer und nicht über die Pflichtversicherungen belastet werden, während man selbst ordentlich an Kranken-, Renten und Arbeitslosenversicherung abdrücken darf.

Mal ehrlich: Es macht doch viel mehr Sinn die Einkommenssteuer zu erhöhen und die Zwangsbeiträge zu den Pflichtversicherungen im Gegenzug möglichst auf Null zu senken. Dann würde sich auch die schaffung von Arbeitsplätzen eher wieder lohnen. Gleichzeitig würde es dem Staat schwerer Fallen Beamtenstellen zu schaffen (diese sind schließlich auch Einkommenssteuerpflichtig, nicht aber Renten, Arbeitslosen- und Krankenversicherungspflichtig) und alle würden profitieren.

Eine Senkung der Einkommenssteuer ist doch bloße Privilegierung der eh schon privilegierten Freiberufer mit eigenen Versorgungswerken, Beamten, Politiker, Richter, Soldaten etc.

Wenn schon niedrigere Steuern, warum denn dann bitte nicht endlich mal halbwegs gerecht?

 
neocool, 30.07.2009 14:23

und alle würden profitieren

bei solchen Phrasen bleibe ich erstmal ganz ruhig … um dann kurz später doch laut loszu-lolen ^^

staatliche Spielereien in den Markt trifft immer irgendjemanden

Die Stimme aus dem Off, 30.07.2009 14:39

Phrase? Jedenfalls beinhaltet mein Vorschlag keine weitere Privilegierung der eh schon privilegierten Kreise.

neocool, 30.07.2009 14:58

hört sich so parteipolitisch, so sozidemokratisch an … wie ich Wahlen hasse, wird doch eben nur Hass geschürt

Aus meinen liberalen Verständnis finde ich es problematisch, Menschen in Gruppen zu fügen und aus ihren rein rechtlichen Privilegien neue Forderungen aufzustellen, die oft darauf abzielen, wenn es einen schon selbst schlechter geht, dann bitte auch den anderen.

Und wirklich steuerlich privilegiert ist doch hier in Deutschland echt niemand. Nicht mal der rechtlich am meist Privilegierte in Relation zu anderen Leuten. Hier in diesem Land werden doch alle massig geschröpft, aber dabei bleibt es wohl, wenn man immer nur darüber jammert, dass andere mehr “Steuergeschenke” haben usw.

Wenn schon jemand meint (wenn auch gut gemeinst), es macht irgendwie Sinn nur irgendwelche Steuer zu erhöhen, auch wenn man hier und da was abschafft dann klingeln nun einmal eine Alarmglocken. Die Kosten der Versicherungen bleiben fast gleich. Und eine Pflichtversicherung ist es weiterhin für die dummen kleinen unmündigen Arbeiter hier in Deutschland.

Die Stimme aus dem Off, 30.07.2009 15:09

Was heisst hier “wenn es mir selbst schlecht geht…” es geht um Politik und damit um (Macht-)Verteilung.

Wenn man den Wähler durch (scheinbare) Steuersenkungen für dumm verkaufen will, dann gehört das angeprangert. Es macht auch keinen Unterschied, ob man die Sozialversicherungsabgaben nun Beiträge nennt oder nicht. Es sind und bleiben unfreiwillig gezahlte Gelder und damit dem Grunde nach Steuern.

Wenn man aber breite Bevölkerungskreise mit derart unfreiwilligen Zahlungen belastet und dann über Entlastungen spricht, dann sollte man auch so fair sein und alle Bürger halbwegs gleich zu entlasten.

Von der Senkung der Einkommenssteuer profitieren jedenfalls wieder einmal die Beamten, Freiberufler, Richter und Politiker mehr als alle zwangssozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen.

Das ist üble Klientelpolitik.

neocool, 30.07.2009 15:25

Die Senkung der Einkommenssteuer mag zwar Klientelpolitik sein, aber hin zu anderen Richtung wird auch Klientelpolitik betrieben. Nämlich der Beibehaltung der SV-Beiträgen.
Die Parteien sind immer noch ein Spiegelbild der Gesellschaft und richten sich nach den Wünschen der Wähler aus. Lass die Sozialversicherungs”steuern” halt senken, damit aber auch die Versicherungsleistungen, die man beanspruchen kann. Ansonsten wird es noch mehr auf andere abgewälzt, was nicht die Lösung sein kann.
Und nun unterbreite den Vorschlag und zähle die Sekunden bis man die vorwirft ein Unsozialer zu sein. Die Arbeiter wollen entmündigt sein, zumindest die Mehrzahl, sonst hätte man schon längst anders wählen können. Das nenne ich auch Klientelpolitk, die gibt es nämlich auf beiden Seiten.

So mündig und staatswütend sind die meisten Arbeiter wohl doch nicht, wie wir uns das gerne wünschen (mich eingeschlossen) Die lieben die Abgaben zwar nicht, aber mögen triffts wohl lol

Die Stimme aus dem Off, 30.07.2009 15:52

Lass die Sozialversicherungs”steuern” halt senken, damit aber auch die Versicherungsleistungen, die man beanspruchen kann. Ansonsten wird es noch mehr auf andere abgewälzt, was nicht die Lösung sein kann.

Wenn ich mir die “erworbenen” Ansprüche der o.g. privilegierten Kreise angucke, dann wüsste ich jedenfalls, wo man zuerst ansetzen könnte und schon wegen der desolaten Haushaltslage auch mal dringend ansetzen sollte.

Die staatlich geförderte Privilegierung der Beamtenschaft im Rahmen der Beihilfegewährung, das System der (versteckten) Subventionierung der privaten Krankenversicherungen durch eine für den Staat ungünstige Risikoverteilung (wer klagt schon gegen die private Krankenversicherung, wenn deren Anteil eh nur bei 20 – 30 % liegt?), die im Vergleich zu den Renten viel zu hohen Pensionen der Beamten und Politiker… da gäbe es sehr viel wo man mal ordentlich sparen könnte.

Warum z.B. seilen sich die Politiker in NRW in ein Versorgungswerk und nicht in die Rentenversicherung ab?

Der Krankenpflichtversicherte hat doch eh schon Anspruch auf deutlich geringere Leistungen als die o.g. privilegierten Kreise. Warum fängt man immer an den Stellen an zu sparen, an denen für den durchschnittlichen Arbeitnehmer so gut wie nichts zu holen ist?

Gleichzeitig stellt sich ein Herr Brüderle hin und erzählt etwas von Ankurbelung der Binnenkonjunktur.

Wenn man für liberale Werte eintreten will, dann sollte man das auch glaubwürdig machen und den Leuten nicht erzählen man würde die Steuern senken, dabei diese dann aber nur für ganz wenige und auserwählte Kreise senken.

 
 
 
 
 
 
F. Alfonzo, 31.07.2009 01:39

Ich hab gewonnen!

 
Christian S., 31.07.2009 11:03

Sehr seltsam, dass die Linkspartei fehlt.

Laut “nettowahl.de”: ledig, keine Kinder, Einkommen 11.500 Euro: heute 0 Euro Steuern. FDP-Konzept nach der Wahl: 108 Euro Steuern. Konzept CDU, CSU, SPD, Grüne: 0 Euro Steuern nach der Wahl. Sozial?

 
jopa, 31.07.2009 18:49

@ Christian S:

“Sozial?”

Keine Ahnung. Definition, bitte – wenn’s geht, in einem Satz. ;-)

MfG

 
neocool, 01.08.2009 13:33

Wie ich es gewusst habe! Die Deutschen mögen die Pflichtversicherungen und zahlen gerne mehr, mit dem Glauben, dass sie dann eine bessere Versorgung bekommen XD

http://www.welt.de/wirtschaft/article4236258/Versicherte-sind-bereit-hoehere-Beitraege-zu-zahlen.html

Auch die SV Beiträge sind gewünscht, wollen sie da auch keine Leistungseinbußen wie auch bei der Gesundheit.

Damit ist kein Wahlkampf zu machen, deshalb orientiert sich die FDP auch eher an Steuersenkungen. Man braucht ja immer noch eine Mehrheit und das Programm der FDP ist somit richtig. Keine üble Klientelpolitik, sondern übliche Politik eben ^^

Es muss vorher erst ein Sinneswandel stattfinden, bevor man SV Beiträge und KV kürzen kann. Wobei allein Kürzungen nicht helfen werden. Die Deutschen wünschen sich wieder mal eine Reform, aber ich plädiere für eine Abschaffung. Dann darf jeder individuell entscheiden, wie wichtig ihm Absicherung ist und Gesundheit.

 

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