An vielen Hochschulen in Bayern entscheidet ab sofort nicht mehr der
bayerische Wissenschaftsminister, sondern die Präsidentin oder der
Präsident der jeweiligen Hochschule über die Berufung von Professorinnen
und Professoren. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch: „Dieser
Schritt bedeutet für die Hochschulen mehr Autonomie. Dass die
bayerischen Hochschulen ihre Professorinnen und Professoren künftig
selbst berufen können, stärkt sie im nationalen wie internationalen
Wettbewerb um die besten Kräfte – durch mehr eigenverantwortliche
Steuerung und auch durch ein beschleunigtes Berufungsverfahren.“
Gleichzeitig betont der Minister, dass ihm der direkte Kontakt wichtig
sei und bleibe: „Ich werde die neu berufenen Professorinnen und
Professoren wie bisher bei einem jährlichen Empfang persönlich
begrüßen.“

Dies ist zu Begruessen. Die FDP-Bildungspolitik zeigt Wirkung, den Universitaeten wird mehr Autonomie, Eigenverantwortung und Freiheit zugestanden. Natuerlich wird es anfaenglich Fehler geben werden, aber ich bin mir sicher, dass die Dekane, Professoren und Studenten in den Entscheidungsgremien der Unileitung schon auf die Finger schauen werden um die Qualitaet der Berufungen sicherzustellen.

Die Änderung des Berufungsverfahrens wird durch eine Erprobungsklausel
im bayerischen Hochschulrecht ermöglicht: Jede Hochschule kann danach
eine Übertragung des Berufungsrechts auf Probe beantragen. Mit einer
heute in Kraft getretenen Verordnung wird das Berufungsrecht für
zunächst vier Jahre vom Wissenschaftsminister auf diese Hochschulen
delegiert. „Ich habe volles Vertrauen in die Hochschulen“, so Heubisch.
„Selbstverständlich werden wir die Auswirkungen dieser Übertragung aber
auch evaluieren. Ein besonderes Augenmerk werden wir dabei darauf haben,
wie sich die Berufung von Professorinnen und die sogenannten
Hausberufungen entwickeln.“ Erst auf Grundlage des
Evaluationsergebnisses werde der Gesetzgeber dann über die künftige
Handhabung entscheiden.

Wollen die Hochschulen weiterhin gutes Personal auch von ausserhalb Europas anlocken, dann kann das nur ueber Spielraeume bei Vertragsgestaltung, Gehalt, Stellen fuer Partner oder Partnerinnen etc. pp. geschehen. Mehr Autonomie und Dezentralisierung schaden hier keineswegs. Bayern (und auch Hessen) ist auf gutem Weg.

[Beide Zitate aus der Pressemitteilung Nr. 105/2009 des Bayerischen Staatsministeriums für
Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 19. August 2009]