Lustige Plakatpersiflage :-) via Facebook

Die Dame gibt es wirklich. Sie studiert noch bis September 2009 am privaten European Business College in Düsseldorf. Studiengebühren 590 Euro pro Monat. Treffend ist die Satire allerdings nur auf den ersten Blick: Muss man z.B. Unternehmer sein, um glaubwürdig für Eigentumsrechte eintreten zu können? Oder Arbeitnehmer, um (irrtümlicherweise) Mindestlöhne für eine soziale Angelegenheit zu halten? Da gebe ich der Kritik unseres A’Team Hofsozialisten ^^ Christian S. auf rotstehtunsgut.de völlig Recht. Nicht jedes populistische Spässchen ist auch zielführend.

Im Gegenteil: es ist aus liberaler Sicht sogar zu begrüssen, dass die junge Elite-Sozialistin für gute Selbstausbildung sorgt (und dabei der Allgemeinheit weniger auf der Tasche liegt als viele ihrer Genossen), anstatt wie z.B. ihr Parteikollege Niels Annen direkt vom abgebrochenen 26-Semester-Studium in das „soziale Netz“ der Partei- und Staatsbürokratie zu wechseln!

Der Skandal liegt eher darin, dass selbst private Elite-Universitäten offensichtlich nicht in der Lage sind, ihren Absolventen wirtschaftliches Grundlagenwissen zu vermitteln: „Freie“ oder „kostenlose“ Bildung gibt es nicht. Gebührenfreiheit für zukünftige gutverdienende Universitätsabsolventen wird von der Mehrheit der steuerzahlenden Nicht-Akademiker finanziert. So is‘ das Jenny.

Nebenbei: Wenn man trotzdem (wie ich auch) der Auffassung ist, dass ein möglichst hoher Bildungsstandard allen nutzt, wäre die Einführung von Bildungsgutscheinen, wie sie Milton Friedman gefordert hat, eine naheliegende Lösung. Zum Einen, weil das die realen Kosten für Bildung, die durch die aktuelle Mischfinanzierung aus direkten und indirekten staatlichen Bildungssubventionen und Gebühren effektiv verschleiert werden, offenlegen würde. Zum Anderen, weil erst dann tatsächlich freie Bildung im Sinne eines Wettbewerbes verschiedener Bildungsansätze privater oder öffentlicher Bildungseinrichtungen möglich wäre.

Die ideologisierte Diskussion um die diversen „besseren“ Schulkonzepte konservativer oder sozialistischer Anhänger staatlicher Einheitsbildung – Gesamtschule vs. dreigliedriges Schulsystem mit oder ohne Orientierungsstufe, pro und contra Ganztagesschule etc. – würde dann obsolet. Es könnte ein Bildungsmarkt entstehen, der individuelle (Entwicklungs-)Unterschiede in den Vordergrund stellt.