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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Elitesozialistin Jenny

jo@chim, 28.08.2009



Lustige Plakatpersiflage :-) via Facebook

Die Dame gibt es wirklich. Sie studiert noch bis September 2009 am privaten European Business College in Düsseldorf. Studiengebühren 590 Euro pro Monat. Treffend ist die Satire allerdings nur auf den ersten Blick: Muss man z.B. Unternehmer sein, um glaubwürdig für Eigentumsrechte eintreten zu können? Oder Arbeitnehmer, um (irrtümlicherweise) Mindestlöhne für eine soziale Angelegenheit zu halten? Da gebe ich der Kritik unseres A’Team Hofsozialisten ^^ Christian S. auf rotstehtunsgut.de völlig Recht. Nicht jedes populistische Spässchen ist auch zielführend.

Im Gegenteil: es ist aus liberaler Sicht sogar zu begrüssen, dass die junge Elite-Sozialistin für gute Selbstausbildung sorgt (und dabei der Allgemeinheit weniger auf der Tasche liegt als viele ihrer Genossen), anstatt wie z.B. ihr Parteikollege Niels Annen direkt vom abgebrochenen 26-Semester-Studium in das “soziale Netz” der Partei- und Staatsbürokratie zu wechseln!

Der Skandal liegt eher darin, dass selbst private Elite-Universitäten offensichtlich nicht in der Lage sind, ihren Absolventen wirtschaftliches Grundlagenwissen zu vermitteln: “Freie” oder “kostenlose” Bildung gibt es nicht. Gebührenfreiheit für zukünftige gutverdienende Universitätsabsolventen wird von der Mehrheit der steuerzahlenden Nicht-Akademiker finanziert. So is’ das Jenny.

Nebenbei: Wenn man trotzdem (wie ich auch) der Auffassung ist, dass ein möglichst hoher Bildungsstandard allen nutzt, wäre die Einführung von Bildungsgutscheinen, wie sie Milton Friedman gefordert hat, eine naheliegende Lösung. Zum Einen, weil das die realen Kosten für Bildung, die durch die aktuelle Mischfinanzierung aus direkten und indirekten staatlichen Bildungssubventionen und Gebühren effektiv verschleiert werden, offenlegen würde. Zum Anderen, weil erst dann tatsächlich freie Bildung im Sinne eines Wettbewerbes verschiedener Bildungsansätze privater oder öffentlicher Bildungseinrichtungen möglich wäre.

Die ideologisierte Diskussion um die diversen “besseren” Schulkonzepte konservativer oder sozialistischer Anhänger staatlicher Einheitsbildung – Gesamtschule vs. dreigliedriges Schulsystem mit oder ohne Orientierungsstufe, pro und contra Ganztagesschule etc. – würde dann obsolet. Es könnte ein Bildungsmarkt entstehen, der individuelle (Entwicklungs-)Unterschiede in den Vordergrund stellt.



36 Kommentare zu “Elitesozialistin Jenny”

  1. chriwi

    “Gebührenfreiheit für zukünftige gutverdienende Universitätsabsolventen wird von der Mehrheit der steuerzahlenden Nicht-Akademiker finanziert.” Aus diesem Grund sollten ja auch Besserverdiener mehr Einkommenssteuer zahlen. Gewissermaßen zahlen sie nachträglich für die Ressourcen die sie fürs Studium verwendet haben.

    Bildungsgutscheine haben schon den entscheidenden Nachteil des Wettbewerbs. Zum einen ist Bildung schwer zu definieren, zum anderen hätte man in Großstädten ein Mehrangebot an Schulen gegenüber dem Land. Das heißt für eine “gute” Bildung werden die bevölkerungsarmene Regionen weiter Entvölkert.

    Freie Bildung entsteht somit nicht, da kein freier Wettbewerb existiert. Die Schulen dürften ja auch nur pro Schüler das gleiche Geld nehmen, denn sonst hat man wieder das Problem, dass arme Kinder eine schlechtere Bildung bekommen als reiche Kinder.

    Alles auf den Markt zu schieben ist in meinen Augen Unsinn.

    Recht gebe ich dir allerdings bei
    “Der Skandal liegt eher darin, dass selbst private Elite-Universitäten offensichtlich nicht in der Lage sind, ihren Absolventen wirtschaftliches Grundlagenwissen zu vermitteln”

    Was scheinbar einer Reihe von staatlichen Universitäten auch nicht gelingt. Was an den privaten Unis “elite” sein soll, zumindest im Bildungsbereich, weiß ich nicht. Es gibt keinerlei Studien die beweisen, dass die Ausbildung besser ist. Der wesentlich Unterschied liegt in den Kontakten die man quasi geschenkt bekommt.

    “und dabei der Allgemeinheit weniger auf der Tasche liegt als viele ihrer Genossen)” Ich denke du beziehst das aufs Studium. Schau dir mal die Zuschüsse bei privaten Unis und Schulen durch den Staat an.

  2. DDH

    Der Skandal liegt eher darin, dass selbst private Elite-Universitäten offensichtlich nicht in der Lage sind, ihren Absolventen wirtschaftliches Grundlagenwissen zu vermitteln: “Freie” oder “kostenlose” Bildung gibt es nicht. Gebührenfreiheit für zukünftige gutverdienende Universitätsabsolventen wird von der Mehrheit der steuerzahlenden Nicht-Akademiker finanziert.

    Sehr schön auf den Punkt gebracht!

  3. DDH

    Noch ein Grundlagentext zur Privatisierung der Bildung:

    http://www.galt.de/files/bildung-tha.pdf

  4. dagny t.

    Warum soll es in der Grossstadt und am Land genauso viele Schulen geben? Am Land gibts viele Dinge die es in der Grossstadt nicht gibt und vice versa.

  5. Daniel

    Würden diese Bildungsgutscheine bedeuten dass Schulen nicht mehr als die Gutscheine annehmen DÜRFEN?

  6. Stefan Balker

    Der Widerspruch liegt doch darin, dass die SPD gern damit argumentiert, Studienbeiträge würden zu sehr vom Studium abhalten. Gleichzeitig kann die Dame oben aber mit Arbeit offensichtlich deutlich höhere Studiengebühren finanzieren als sie an staatlichen Unis erhoben werden. Warum soll das anderen dann nicht möglich und zumutbar sein?

    Die zukünftigen Akademiker profitieren am meisten von einem Studium. Es ist m. E. eine Frage der Gerechtigkeit, dass sie einen Teil zu den Kosten beitragen.

  7. jo@chim

    Wie kommst Du denn darauf? Der Wikipedia-Beitrag zu den Bildungsgutscheinen, den ich im Text verlinkt habe, beschreibt doch ganz gut, um was es geht…

  8. derschreckliche

    Interessante Sache, diese Bildungsgutscheine, kannte ich bisher nicht wirklich.
    Ob Sie in der Praxis auch so funktionieren würden?
    Wo ich Bedenken hätte, ist beispielsweise, dass bestimmte “als elitär geltende” Schulen/Unis überlaufen wären.
    Dies ließe sich allerdings mit Zulassungstests & Co. lösen…

    Müsste mich allerdings für eine genaue Analyse mehr und tiefer mit dem Thema befassen, als nur n Wiki-Artikel lesen.

  9. freeman

    @chriwi:
    Das Argument, daß die höheren Einkommenssteuersätze die zuvor genossene Gratis-Ausbildung rechtfertigen würden setzt voraus, daß Ausbildung und Einkommen in einem fixen Verhältnis zueinander stehen.

    Das tun sie aber in der Realität nicht, wenn es auch Korrelationen geben mag.

    Leidtragender dieses Systems ist derjenige, der es mit einem Minimum staatlich finanzierter Bildung zu einem hohen Einkommen gebracht hat, Nutznießer ist derjenige, der aus purer Selbstverwirklichung ein oder mehrere Studien absolviert, ohne je auch nur die Absicht gehabt zu haben, im entsprechenden Metier tätig zu werden.

  10. jo@chim

    Das System ist also nicht nur ungerecht, sondern auch unwirtschaftlich.

  11. Christian S.

    Wenn man Bildung als rein ökonomischen Faktor begreift, ist das richtig. Bildung ist aber mehr als das: Bildung ist ein Wert an sich. Das Recht auf Bildung gilt es in meinen Augen durchzusetzen.

  12. Adrian

    “Bildung ist ein Wert an sich”

    Nee…Sozialistische Bildung bspw. hat keinen Wert.

  13. Stefan Balker

    Ein Recht auf Bildung gibt es ja bereits. Niemandem wird verboten. Bildungsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Es gibt aber kein Recht darauf, beliebig auf Kosten anderer Menschen rumzustudieren. Vor allem dann nicht, wenn diese Bildung nicht mal einen nennenswerten ökonomischen Wert hat sondern vor allem wegen der eigenen Lust am Bilden erfolgt. In dem Fall handelt es sich um Unterhaltung. Und ich habe keine Lust für die Unterhaltung anderer Leute zu bezahlen.

  14. freeman

    Es kann ebensowenig ein ˈRechtˈ auf Bildunɡ ɡeben wie ein Recht auf Sahnetorte.

    Wenn man von der selbständigen Informationsaufnahme absieht, die tatsächlich ein Recht ist, das jeder für sich selbt ausüben kann muß für die Bildung oder die Sahnetorte des Einen ein Anderer arbeiten.

    Definiert man dieses Gut also als “Recht”, das dem Einen qua Geburt zusteht, verpflichtet man den Anderen im Prinzip dazu, unentgeltlich für ihn zu arbeiten.

    Ob diese “Zwangsarbeit” als direkte Transaktion zwischen den Beiden stattfindet oder über den Umweg des Steuersystems ändert nichts an der moralischen Bewertung.

  15. Lina

    Hast aber schon Lust darauf, dir von ihnen den Rest (der solidarisch umverteilbaren Unter_haltungs_kosten) finanzieren zu lassen, hmm?

    Es sind genau diese ökonomiegestützten, un_lust_haltigen Statements, die mir den politischen Liberalismus immer wieder so schmackhaft machen …

    War jetzt unsachlich, gell? Na, wenn schon …

    Bin übrigens PRO Bildungsgutscheine, falls die optimistische Aussage einlösbar wäre, dass durch ein Anreizsystem sinnvoller, hilfreicher Wettbewerb unter Schulen entsteht, der den Schülern zugute kommt. Vermutlich wird es aber durch ‘Auslagerungen’ aus der Staatsdomäne zu einem bürokratischen Mehraufwand für Kontrollen kommen (müssen), der wiederum zu Lasten der Staatskasse geht. Wo ist da ökonomischer Gewinn?

    Also: Freiheitliche Alternative oder Formsache, Etikettenschwindel, liberöse Chimäre? Das Konzept erinnert (mich) jedenfalls ein wenig an riskante, nicht zu Ende gedachte, schliesslich zum Scheitern verurteilte ‘PPP’-Projekte.

    Bildung ist immerhin (fast) so wichtig wie Müllabfuhr oder Wasserversorgung ;-) …

  16. Die Stimme aus dem Off

    Das war mal wieder ein sehr guter Kommentar.

  17. affenkopf

    Bildung ist immerhin (fast) so wichtig wie Müllabfuhr oder Wasserversorgung ;-) …

    Stimmt! Und darum sollte man auch keines der drei dem Staat überlassen.

  18. Lina

    Erst recht nicht das Bankenwesen, nicht wahr?

    Aber ‘Casino’ kommt schlecht – weshalb mir ein Mix aus freiem Wirtschaften und autorisierter Kontrolle doch sinnvoll erscheint …

  19. Stefan Balker

    “Hast aber schon Lust darauf, dir von ihnen den Rest (der solidarisch umverteilbaren Unter_haltungs_kosten) finanzieren zu lassen, hmm?”

    Bitte deutlicher ausdrücken.

    “Bildung ist immerhin (fast) so wichtig wie Müllabfuhr oder Wasserversorgung ;-) ”

    Sowohl für Müllabfuhr als auch Wasserversorgung zahlt man selbst. Also kann man auch zu Bildung seinen Teil beitragen.

  20. Lina

    >>> “Sowohl für Müllabfuhr als auch Wasserversorgung zahlt man selbst. Also kann man auch zu Bildung seinen Teil beitragen.”

    Ja, soweit es die jeweiligen finanziellen Verhältnisse zulassen.

    Privater Aufwand für Bildung steht aber wohl in keinem Verhältnis zu den anteiligen Kosten für Müllabfuhr und Wasserversorgung …

  21. Die Stimme aus dem Off

    Naja, bei manchen wären die Kosten für Bildung im Fall der Eigenfinanzierung auch nicht höher als für die Müllabfuhr, aber diese Spitze hast Du aus Höflichkeit unterdrückt.

    Ich bin da nicht so und musste unbedingt loswerden, dass sie mir nicht entgangen war. ;-)

  22. chriwi

    @dagny
    Wir reden von Bildung. Da wird es auf dem Land mit wenig Einwohnern wohl weniger Schulen, also auch weniger Konkurrenz geben. Alleine in diesem Bereich nützen die Gutscheine gar nichts. Denn dann müsste man, um es fair und Einkommensunabhängig zu machen, Internatsplätze auch noch bezahlen.

    @freeman

    Ich sehe mich nicht als Leidtragender, wenn ich mir die Arbeitslosenquote unter Akademikern ansehe. Egal welches System du einführst wird es immer jemanden geben der es ausnutzt.

    Es ist des Weiteren auch absolut egal ob jemand nach seinem Studium in diesem Bereich arbeitet. An Universitäten sollte man selbstständiges Arbeiten und Lernen erlernen. Somit kann ich deinen Argumenten nur bedingt folgen. Du setzt halt Bildung mit Ausbildung gleich. Das haut aber nur sehr bedingt hin.

    Im Endeffekt stellt ich mir halt die Frage ob eine Schulprivatisierung Sinn macht. Mit den Gutscheinen zahlt die Kosten eh der Staat. Das sie höher liegen werden liegt für mich auf der Hand. Hinter den Schulen stehen dann Konzerne die Gewinn machen wollen. Der Staat muss überwachen, ob Bildungsstandarts eingehalten werden. Die Bezahlung von Lehrern und Gebaäuden wird aber gleich sein. Wo will man sich da öknonomisch verbessern.

  23. Lina

    ;-)

    Das hast Du gesagt – ich hab’s nicht mal angedacht! Wobei Du wahrscheinlich jene prekären Umstände meinst, die in Ermangelung von Leistungsbereitschaft und/oder geeigneter Anlagen nur ‘Billigbildung’ erfordern.

    Da lob’ ich mir doch den privatkostenfreien Zugang zum Schulzwang …

  24. Lemmy Caution

    Es beruhigt mich, dass aktive Mitglieder der Partei, mit der ich zähneknirschend sympathisiere, in ihre Bildung investieren.
    Die Empirie scheint für mich gerade nicht zu belegen, das private Bildungssysteme automatisch besser sind. Skandinavische Länder schneiden in PISA immer gut ab und die haben ein stark staatlich finanziertes Bildungssystem.
    In Chile können sich Privatschulen zur Zeit eindeutig besser an die gestiegenen Qualitätsansprüche anpassen. Deshalb besuchen mehr als 50% der chilenischen Kinder Privatschulen, die allerdings auch staatliche und kirchliche Zuschüsse erhalten.
    Mir persönlich ist das skandinavische System sympathischer.

  25. chriwi

    @Lemmy

    Wahrscheinlich ist es am Ende auch egal. Der prmäre Faktor wird eben die Finanzierung sein. Wenn diese von staatlicher Seite nicht stimmt wird es mit dem Bildungsanspruch eben nichts.

  26. Die Stimme aus dem Off

    Skandinavische Länder schneiden in PISA immer gut ab und die haben ein stark staatlich finanziertes Bildungssystem.

    Das liegt daran, dass in skandinavischen Ländern homogene Bevölkerungsgruppen unterrichtet werden. Daher ist es auch total sinnfrei skandinavische Schulen mit deutschen Schulen zu vergleichen. Selbst wenn man nämlich den größten Teil des Bundeshaushalts alleine zur Verbesserung der Schulen und des Unterrichts aufwenden würde, ließe sich aus diesen Schülern nicht mehr herausholen.

    Die Eltern haben das schon sehr lange erkannt. Der Spiegel jammert aktuell darüber.

    Sowie man nämlich bestimmte homogene Bevölkerungsgruppen zusammenlegt bzw. andere Gruppen ausschließt, steigt das Niveau. Und genau dieses Phänomen hat gar nichts mit Geld, nur sehr viel mit Erziehung und Bildungsnähe zu tun.

  27. jo@chim

    Mir persönlich ist das skandinavische System sympathischer.

    “Das skandinavische System” gibt es sicher nicht. Die Schweden haben vor einigen Jahren allerdings in der Tat eine durchaus bemerkenswerte Bildungsreform umgesetzt.

  28. chriwi

    @jo@chim
    “in der Primarstufe von 0,9 auf 9 Prozent, in der Sekundarstufe gar von 1,5 auf 17 Prozent.”

    Nicht mal ein viertel der Schüler sind in diesem System und du meinst das sei der Grund für die höhere Qualiät? In meinen Augen ist es einfach nur die bessere Finanzierung

    @Die Stimme aus dem Off

    “ließe sich aus diesen Schülern nicht mehr herausholen.”

    Das ist doch sehr anmaßend. In meinen Augen kommt es auf das Bildungskonzept und die Förderung an. Je besser man Schulen finanziert, desto kleiner sind die Klassen und desto besser kann gezielt gefördert werden. Wer sich Bankenrettungen in 100Milliardenhöhe leisten kann sollte nicht sagen das Bildung zu teuer ist. Denn offensichtlich fehlt eine ganze Menge davon, wenn man die Weltwirtschaft so an die Wand fahren lässt. Vor allem, weil es in der Geschichte schon mehr als einmal nach einem sehr ähnlichen Schema vorgekommen ist.

  29. jo@chim

    Nicht mal ein viertel der Schüler sind in diesem System und du meinst das sei der Grund für die höhere Qualiät?

    Könntest Du mir die Stelle zeigen, wo ich etwas zur “höheren Qualität” des schwedischen Systems gemeint habe? (finde sie gerade nicht)

  30. Die Stimme aus dem Off

    desto kleiner sind die Klassen und desto besser kann gezielt gefördert werden

    Gegen mangelnde Leistungsbereitschaft kommt ein Lehrer auch bei einer 1:1 Betreuung nicht an. Genausowenig kommt ein Lehrer gegen die schlechte Erziehung durch die Eltern an. Das ist auch gar nicht die Aufgabe der Lehrer. Sie sollen Wissen vermitteln, Erziehungsaufgaben können die Lehrer schon in Ermangelung der Kenntnis der Lebensumstände der Schüler und Eltern gar nicht wahrnehmen.

    Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die allermeisten mir bekannten Liberalen und auch ich gegen diese Form der Bankenrettung waren. Das Argument, dass die Politiker schon das Geld zur Bankenrettung veruntreut haben, rechtfertigt daher dann später keinesfalls dieselbe Untreue im Bildungsbereich.

  31. tigger

    Wer sich Bankenrettungen in 100Milliardenhöhe leisten kann sollte nicht sagen das Bildung zu teuer ist.

    Ja, aber wer kann sich die Bankenrettung schon “leisten” ?

  32. Lemmy Caution

    Sofern die Zulassung von Privatschulen mit einem umfangreichen Voucher-System für finanzschwache Eltern verbunden und nicht-finanzielle Diskriminierung bei der Zulassung wriksam unterbunden wird, ist das völlig in Ordnung.

  33. chriwi

    @jo@chim

    Tut mir leid das ich bermerkenswert mit hoher Qualität gleich gesetzt habe.

    @Die Stimme aus dem Off

    “Gegen mangelnde Leistungsbereitschaft kommt ein Lehrer auch bei einer 1:1 Betreuung nicht an.”
    Belege?

    “Genausowenig kommt ein Lehrer gegen die schlechte Erziehung durch die Eltern an.”
    Belege?

    Wenn dir in deiner Schule die ganze Zeit gesagt wird (oder von der Gesellschaft) das dien Abschluss keine Möglichkeiten bietet, du aber auch nicht bei gleicher Leistung eine Möglichkeit kriegst aufs Gymnasium zu gehen, wie viel Leistungsbereitschaft bringst du mit?

    Hinzu kommt, was würde sich denn an den Menschen ändern, wenn sich der Besitzer der Schule ändert? Nur weil du viele Vorurteile hast müssen die noch lange nicht stimmen, und oder änderbar sein. Warum soll nicht die Gesellschaft einspringen den Kindern und Jugendlichen zu helfen, wenn die Eltern versagen. Zahlen muss die Gesellschaft sowieso, nur schafft man so die Möglichkeit spätere Zahlungen zu vermeiden.

    @tigger

    Wir offensichtlich. Denn unserem Finanzminister ist es offensichtlich nicht zu teuer.

  34. Die Stimme aus dem Off

    Jetzt werde mal bitte nicht albern. Brauchst Du wirklich einen Beleg dafür, dass die Sonne in der Nacht nicht scheint?

    Eine realistische und finanzierbare Option gegen elterliches Versagen anzuunterrichten gibt es nicht. Lese Dir doch mal “Lob der Disziplin” durch, das dürfte Dir weiterhelfen.

    Mir ist auch schleierhaft, welchen Abschluss Du meinst. Wer einen guten Hauptschulabschluss hat findet entweder eine Lehrstelle oder kann auf eine weiterführende Schule gehen. Es muss ja noch nicht einmal die Realschule sein, die Handelslehranstalten bieten auch Möglichkeiten. Sowohl für Haupt-, als auch für Realschüler. Einen wertlosen Schulabschluss gibt es daher nicht, jeder Schulabschluss führt – so man ihn nutzt – irgendwann weiter. Der Weg auf das Gymnasium ist jedenfalls niemandem dauerhaft versperrt.

    Außerdem kann man mittlerweile sogar mit einem Meisterbrief auf eine Universität gehen, das Abitur ist gar nicht mehr nötig.

  35. chriwi

    “Eine realistische und finanzierbare Option gegen elterliches Versagen anzuunterrichten”

    Ich sehe das ganz Pragmatisch. Wenn du es nicht versuchst wird sich nichts ändern. Ändert sich nichts, bezahlst du sowieso. Wieso es nicht versuchen. Will man die Hartz 4 Spirale durchbrechen muss man auch die Möglichkeit dazu geben. Abwarten und Teetrinken wird da nicht viel helfen. Vor allem dann nicht wenn nicht einmal 5 Euro für Kultur pro Monat zustehen. Das sind Förderungen selbst wenn man will sehr schwer umzusetzen.

    Über das Buch habe ich gelesen. Es ist sind Annahmen die Herr Bueb trifft. Diziplin wie er fordert, fördert nicht gerade das freie Denken. Aber das scheint in der heutigen Gesellschaft ja auch nicht gewollt zu sein. Er glaubt weiterhin, dass seine Erziehungsmethoden funktionieren, weil seine Schüler hinterher Erfolg haben. Ich habe über Schloß Salem einen Bericht gelesen. Dort wurde klar aufgeführt, dass jeder Absolvent ein Ehemaligenbuch bekommt. Das heißt, er bekommt die Kontakte zu Spitzenpositionen gleich mit. Ich weiß also nicht was ich aus diesem Buch lernen sollte. Regeln sind wichtig und notwendig. Aber alles der Diziplin unterzuordnen hatten wir das letzte mal vor 1945.

    “Wer einen guten Hauptschulabschluss hat findet entweder eine Lehrstelle…” da frage ich mich in welchen Bundesland du lebst. Denn das ist Deutschlandweit einfach nicht der Fall.

  36. BlackEye

    Es gibt sicherlich sehr viel Raum für ökonomische Verbesserungen im Schulsystem. Es gibt im Moment z.B. einen Mangel an Lehrern der Mathematik und der Naturwissenschaften. In einem Markt würde sich dieses Problem sehr einfach lösen lassen, indem man einfach denjenigen die diese Fächer unterrichten höhere Löhne zahlt als sag ich mal den Sportlehrern. Dadurch wäre der Anreiz diese Fächer auf Lehramt zu studieren größer und der Mangel würde zurückgehen.

    Und warum man private gewinnorientierte Einrichtungen immer mit irgendwelchen Konzernen gleichsetzt ist mir immernoch ein Rätsel. Wahrscheinlich liegt es aber am heutigen Schulsystem ;-)

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