Entenjagd
Angeblich hat Miguel D’Escoto Brockmann, der Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen, Fidel Castro zum „World Hero of Solidarity“ ernannt. Diese Geschichte geistert zumindest gerade durch’s Netz. Wenn die Geschichte stimmt, wäre das zwar ein weiterer Schlag für die moralische Autorität der UN, würde mich aber nicht überraschen. Dennoch mutet die Sache seltsam an. Ich habe zuerst bei Joachim Steinhöfel davon gelesen und dann versucht, die Geschichte über mehrere Blogs bis zu ihrem Ursprung zurück zu verfolgen. Am Ende führen alle Links zu einem nicht datierten Artikel der Latin American Herald Tribune. Dort heißt es:
“What we want to do is present these three people to the world and say that they embody virtues and values worth emulation by all of us,” said D’Escoto, who like the socialist Morales is a staunch critic of U.S. foreign policy in Latin America.
Auf der Internetseite der UN ist diesbezüglich nichts zu finden und auch eine Google Suche bringt keine weiteren Informationen. Ente?







Es ist keine Ente. Die UN hat noch nie etwas getaugt und war schon immer in der Hand von den Linken. TMC berichtet über die Sachlage mit präziser Zeitangabe und Angabe der Autoren hier:
http://www.tmcnet.com/usubmit/2009/08/29/4345905.htm
Mit Obama sind die Marxisten auf dem Vormarsch, nicht nur in der UN, was vom Examiner erläutert wird:
http://www.examiner.com/x-7812-DC-SCOTUS-Examiner~y2009m9d4-UN-Declares-Dictator-Fidel-Castro-a-World-Hero
Aber unsere linken Medien berichten über diese Skandale nicht.
Ha, da wird zur liberalen Entenjagd geblasen? So mit Tweed-Hose und Burberry Wachsjacke und zum Dinner abends einen erlegten SPD-18-Prozenter
:)
Also bei der UN fand ich lediglich dieses Statement vom Feb 09
http://www.un.org/ga/president/63/statements/socialjustice100209.shtml
und bei der Cuban News Agency steht nur was von “We have to be ready to act with generosity and heroically as Cuba has done, the Cuba of Fidel, fairly named as a world hero of solidarity,” http://www.ain.cubaweb.cu/idioma/ingles/2009/0903migueldscoto.htm
aber was richtig offizielles findet sich nicht
Ich hätte auf das gleiche bei der UNO hingewiesen wie Aversion. Und was ist daran “lediglich”? Das ist eine Ansprache des Präsidenten der General Assembly (will meinen: d’Escoto Brockmann), und der Anlass ist “At the Launch of the World Day of Social Justice”.
Was braucht’s denn sonst noch?
http://www.laht.com/article.asp?ArticleId=342574&CategoryId=14919
Dort mit Bild.
Den Artikel habe ich ja verlinkt.
Keine Ente: http://www.un.org/News/Press/docs/2008/ga10772.doc.htm
Das hatte ich auch gefunden. Ist aber schon vom 29.10.2008.
Ach stimmt, 08… also keine Ente, sondern ein Netzkriechtier :-)
Lieber Daniel Drungels,
ich bin a bisserl enttäuscht, daß Sie offenbar “Zettels Raum” nicht lesen.
Dort gab es am 3. September diesen Artikel zum Thema.
Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob es nicht ein Hoax ist; das steht auch am Anfang des Artikels. Und natürlich hätte ich ihn nicht publiziert, wenn ich mich nicht davon überzeugt gehabt hätte, daß die Sache echt ist.
Es stimmt schlicht nicht, daß alle Quellen sich auf die Latin American Herald Tribune zurückführen lassen. Eine unabhängige Quelle ist zum Beispiel die Ständige Mission Cubas bei den Vereinten Nationen. Dort werden die drei “Helden” gewürdigt; allerdings noch ohne Nennung ihres Titels “World Heroes”.
Die Ansprache von D’Escoto Brockmann, die dort zitiert wird, hat Gorgasal im Wortlaut gefunden und das in “Zettels kleinem Zimmer” berichtet. Darauf habe ich den Artikel erweitert und in seine jetzige Form gebracht.
In dieser erweiterten Fassung des Artikels, die am Donnerstag Morgen publiziert wurde, zitiere ich das von Gorgasal ermittelte UNO-Dokument.
Eine Diskussion darüber, ob das eine Ente ist, hatte sich also, lieber Daniel Drungels, längst erledigt, als Sie am Samstag Ihren jetzigen Artikel publizierten.
Herzlich, Zettel
Lieber Zettel,
ich bin eine treulose Tomate ;-)
Stimmt. “Alle Links, die ich gecheckt habe”, hätte es richtig heißen müssen.
Vielen Dank für die Hinweise.
Herzlich, DD
Lieber Daniel Drungels,
tja, da haben wir alle uns mit Suchen abgemüht. Dabei wäre es doch so einfach gegangen. :)
Wir hätten nur in der spanischsprachigen Presse suchen müssen.
Googelt man nach Morales Héroe Mundia Madre Tierra – dann purzeln die Fundstellen nur so. Alles seriöse Quellen.
Aber auf diese simple Idee bin ich auch erst jetzt im Nachheinein gekommen.
Wenn Sie eine treulose Tomate sind, dann bin ich also eine doofe Nuß. ;-)
Herzlich, Zettel
Austreten. Sofort. Einem solchen Verein kann man als liberale Demokratie nicht angehoeren. Uebrigens, eine Randnotiz: Wer will kann mal nach dem Abdul Salam Konference Center in Triest googlen. Ist eine Bildungseinrichtung der UNESCO. Klingt alles sinnvoll: Wissenschaftler aus den Entwicklungslaendern treffen sich dort zum Austausch mit Wissenschaftlern aus den westlichen Laendern in anregender mediteraner Umgebung.
Abdul Salam, der in England ausgebildete Nobelpreistraeger aus Pakistan ist Namensgeber dieser Institution. Wikipedia trugst ein wenig herum um seine Beteiligung am pakistanischen Atomprogramm herunterzuspielen.
Wer 1 und 1 zusammenzaehlt muss schlussfolgern, dass mancher Wissenschaftler, der aus Pakistan ueber dieses UNESCO Zentrum in den Westen vermittelt wurde, sich dort die Kenntnisse zum Bau der Pfui-Waffen angeeignet haben koennte.
Als diplomatisches Instrument haben die UN schon ihren Sinn, denke ich. Als passendes Icon zum “moralischen” Anspruch dieses illustren Clubs fällt mir dies hier ein:

Ja, als Diplomatische Buehne um sich zu treffen. Als Club. Mit einer Clubsekretaerin, die Haeppchen zubereitet und Champanger nachschenkt und nicht versucht, den Clubtrottel mit Orden zuzuscheissen.
“Die da oben, wir da unten.” Dagny übt sich in Gysi-Rhethorik. :-)
Tippfehler: Es muß natürlich Mundial heißen
Die UNO ist halt eine recht schwache, aber imnsho insgesamt doch sinnvolle Veranstaltung. Wegen Rotation kommt halt auch mal so ein freies Radikal an seinen Posten. Und als echter Bolibanano muss er dann erstmal ein paar Haufen hinterlassen. Quasi als Reviermarkierung.
Wer sonst nicht viel zu lachen hat…