Die Schmierenkomödie um das iranische Atomprogramm geht in die nächste Runde.

Wieder einmal hat der Westen den Machthabern der islamischen Republik ein Gesprächsangebot unterbreitet und wieder einmal werden die Tyrannen von Teheran die Bemühungen des Westens ins Leere laufen lassen.

Das Ganze mutet an, wie die Gesprächssituation zwischen einem Eremiten und einem Selbstdarsteller. Während der Eremit schweigt, zuhört und sich einen Dreck darum schert, was der Selbstdarsteller von sich gibt, redet der Selbstdarsteller ohne Pause, hört nicht zu und schert sich einen Dreck darum, ob der Eremit sein Gelaber hören will oder nicht. Das Paradebeispiel für gelungene Kommuniktion, weil beide Seiten ihr Kommunikationsziel erreichen.

Während Wahlverlierer Ahmadinedschad Verhandlungen ablehnt, den „Geist des Widerstands“ und die „Opferbereitschaft“ des iranischen Volkes bemüht und damit in die bodenlosen Tiefen der Geschmacklosigkeit herab taucht, erstürmt der neue US-Botschafter bei der UNO in Wien, Glyn Davies, den Gipfel der Lächerlichkeit, wenn er sagt, man habe „ernste Sorge“, „dass Iran absichtlich versucht, sich zumindest die Möglichkeit zu erhalten, Atomwaffen zu bauen“. Wäre die Lage nicht so bitterernst, es wäre der perfekte Stoff für eine Politsatire.