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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Brauchst Du wirklich so ein Vorbild?

Daniel Drungels, 14.09.2009

Wer das neue Album “Carlo Coxxx Nutten 2″ von Sonny Black und Frank White a.k.a. Bushido und Fler bei Saturn kaufen möchte, dem redet “Dein Saturn-Team” vorher nochmal ins Gewissen. (Hut ab Boombap)

Wer hier einen weiteren Kniefall vor der Garde der Bedenkenträger und Volkserzieher vermutet, den kann ich beruhigen. Laut Auskunft von Saturn, ist der Sticker keine offizielle Saturn-Aktion.

Auch wenn es nicht das Saturn-Team war, das den Sticker auf der CD angebracht hat, so zeigt dies doch deutlich, wie weit mancher im Namen der guten Idee zu gehen bereit ist. Im Vergleich zu z.B. Gegnern der Gentechnik, die auch vor der Zerstörung von Privateigentum nicht Halt machen, ist so ein Sticker zwar noch relativ harmlos. Während die einen Felder mit Versuchspflanzen zertrampeln und so Privateigentum direkt zerstören, gehen die anderen noch den Umweg und versuchen potentielle Käufer vom Erwerb des missliebigen Produkts abzubringen, um so den gewünschten Schaden anzurichten. Beiden Aktionsformen wohnt aber die gleiche Respektlosigkeit vor dem Eigentum anderer inne.

Von solchen Aktionen Rückschlüsse auf das gesellschaftliche Klima zu ziehen, in dem sie gedeihen konnten, wäre natürlich überzogen. Oder doch nicht?



54 Kommentare zu “Brauchst Du wirklich so ein Vorbild?”

  1. Christian S.

    Wenn Öko-Bauern Genmais-Felder zerstören, dann ist das nicht “Zerstörung von Privateigentum”, sondern Selbstverteidigung und Schutz des eigenen Vermögens.

    Die obige Aktion ist alben. Der Vergleich mit Gentechnik-Gegnern hingegen ist abwegig.

  2. Daniel Drungels

    Wenn Öko-Bauern Genmais-Felder zerstören, dann ist das nicht “Zerstörung von Privateigentum”, sondern Selbstverteidigung und Schutz des eigenen Vermögens.

    Stell doch bitte mal den Wahlkampfmodus ab und lies Dir deinen Kommentar noch einmal durch.

  3. Christian S.

    Das ist kein Wahlkampfmodus. Und im Übrigen wahrscheinlich auch keine SPD-Position.

  4. Florian

    Christian S.:

    Nichts für ungut, aber die Aussage ist wirklich seltsam.

    Natürlich schützt der Öko-Bauer sich selbst, wenn er seine Konkurrenz ausschaltet.
    Deshalb bleibt die Methode aber dennoch illegal (und auch moralisch falsch).

    Nach Ihrer Logik wäre es ja sonst auch in Ordnung, wenn ein Markthändler alle anderen Marktstände abfackelt – er schützt sich damit ja lediglich vor Konkurrenz und schützt damit sein eigenes Vermögen.

    Dass die obige Aktion albern ist, da haben Sie natürlich recht.

  5. Christian S.

    Natürlich ist das illegal. Leider hat der Öko-Bauer keine andere Möglichkeit, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinen Feldern Gen-Pflanzen genehmigt werden, die auch seine Pflanzen verunreinigen werden.

  6. Daniel Drungels

    Wenn das kein Wahlkampfmodus ist, dann darf ich mich zumindest teilweise in meiner Annahme bestätigt sehen, dass solche Aktionen (lächerlich oder nicht) nicht von ungefähr kommen?!

  7. Christian S.

    Ich bin kein Öko-Bauer. Aber ich habe Verständnis für jeden Öko-Bauer, der gegen Felder vorgeht, die seine Existenz bedrohen.

  8. Daniel Drungels

    Und Verständnis für jeden anderen Arbeitnehmer, der gegen andere Arbeitnehmer vorgeht, die seine Existenz bedrohen?

  9. Max

    Naja, ich seh das jetzt eher gelassen… SIcher, sie haben nicht das Recht irgendwelche Sticker auf dem Eigentum der Saturn Gesellschaft anzubringen, aber generell ist das nicht so schlimm. Hier wird ja niemand gezwungen den Spruch auch wirklich zu glauben (ganz im Gegensatz zu dem Vorgehen gegen “Gen”-Bauern)…

    Also, mal nicht so verspannt sehen, ich kann dem Spruch trotzallem recht gut zusprechen ;) Wer solche Vorbilder braucht, hat ein ernstes Problem mit dem eigenen Ego ;)

  10. alex

    Was haltet ihr daran verkehrt? Darf man sich nicht einen moralischen Standpunkt einigen? In der Tat ist inkonsequent, warum das “Saturn-Team” gerne den Verkaufserlös einstreicht, aber wenn die diese CD aus dem Sortiment nähmen, würdet ihr doch genauso herumkrakelen, wegen “Zensur” und so.

    Wer Bushido hört, steht ohnehin schon mit dem halben Bein im braunen Sumpf. Zitat Broder: “[...] die ganze Rapperkultur ist angesiedelt zwischen gewaltverherrlichend und nationalsozialistisch.” Soweit würde ich nicht gehen – Broder übertreibt halt gerne – aber ein Gros der Rapperkultur ist leider wirklich so.

  11. Florian

    Christian S.:

    Doch, er hat eine andere Möglichkeit:
    Er kann versuchen, eine andere Gesetzeslage herbeizuführen.

    Mir ist schon klar, dass das ein schwacher Trost für den Ökobauern ist.
    Aber solange der Genmais-Anbauer sich gesetzesgemäß verhält, ist auch sein Geschäft schützenswert.
    Und es ist moralisch nicht in Ordnung, einem anderen, der ein legales Geschäft betreibt, dessen wirtschaftliche Grundlage zu zerstören.

    [Ich gebe zu, dass ich selbst auch ein Gentchenik-Fan bin. Aber meine obige Argumentation ist nicht inhaltlich - d.h. welche Anbauform ist die moralisch "edlere" - sondern rein formal.
    Sofern ein inhaltliches Argument gewünscht wäre, könnte ich es gerne nachliefern:
    Ohne grüne Gentechnik werden Millionen Menschen verhungern. Ist es wirklich ethsich vertretbar, ein sicheres Übel (=Millionen Tote) in Kauf zu nehmen, um ein mögliches Übel abzuwehren?
    "Mögliches Übel" deshalb, weil ein echter Schaden durch gentechnsich veränderte Pflanzen m.W. bislang wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.]

  12. Daniel Drungels

    Mein innerer Spießer hat auch applaudiert. So ist es ja nicht…

  13. Florian

    Alex:

    Der Aufkleber stammt nicht vom “Saturn-Team”.
    Sondern von irgendwelchen Aktivisten.

    Der Aufkleber ist daher ein Eingriff in die Eigentums-Rechte von Saturn und somit gesetzeswidrig.

    Wäre der Aufkleber tatäschlich von Saturn, dann fände ich das sogar ausgesprochen begrüßenswert.
    Wie Du richtig schreibst, ist es ja durchaus richtig, sich von Bushido&Co. etwas zu distanzieren. Und die Botschaft des Aufklebers ist ja ganz clever forumliert.

  14. derschreckliche

    Leider stecken hinter dem Öko-Bauern kein riesiger Konzern und kein mächtige Lobby um die nötige Gesetzeslage herbeizuführen…
    Die jetztige Gesetzeslage erlaubt dem Genmais-Anbauer die legale Zerstörung des Öko-Bauers.

    Der Genmais-Anbauer kann sich gesetzmäßig verhalten und trotzdem werden bspw. Pollen durch Umwelteinflüsse auch zu den Feldern des Öko-Bauern übertragen.
    Achja, falls man dem Öko-Bauern den Anteil Genmais nachweist ist er im A**$€H – nicht der GenBauer.

    Just think about it…

    Und was die Wissenschaftlichen Nachweise angeht:
    Was glaubst du von wem die Studien über gentechnisch veränderte Pflanzen erstellt bzw. bezahlt werden?
    Richtig! Von denen, die sich damit “auskennen”.
    Monsanto & Co. lässt grüßen… Sie besitzen ja auch selbst das “KnowHow” um solche Studien zu machen – sich selbst ins Bein schießen werden sie aber bestimmt nicht.

  15. Florian

    der Schreckliche:

    “Leider stecken hinter dem Öko-Bauern kein riesiger Konzern und kein mächtige Lobby um die nötige Gesetzeslage herbeizuführen…”

    Blödsinn.
    Schau Dir doch einmal die öffentliche Berichterstattung zu dem Thema an. Der öffentliche Druck und die Lobbyarbeit der Gentechnik-Gegner ist gewaltig.
    Entsprechend ist die grüne Gentechnik in Deutschland ja auch extrem beschränkt.

    “Und was die Wissenschaftlichen Nachweise angeht:
    Was glaubst du von wem die Studien über gentechnisch veränderte Pflanzen erstellt bzw. bezahlt werden?!

    Es gibt genug Wissenschaftler auf der Welt, die nicht in der Forschungsabteilung von Monsanto arbeiten.

  16. Christian S.

    “Er kann versuchen, eine andere Gesetzeslage herbeizuführen.”
    Sehr witzig. Nachdem er pleite gemacht hat, meinst Du?

  17. derschreckliche

    Nachtrag:
    Mir ist schon bewusst, dass der Öko-Bauer kein recht hat fremdes Eigentum zu zerstören.
    In diesem Fall stellt sich jedoch die Frage ob er überhaupt eine Möglichkeit hat, etwas gegen seinen legalen Tod zu unternehmen.

    Höchstens Gen-Bauer werden, aber das ist sicher keine Alternative für einen Öko-Bauern und auch nicht unbedingt das, was uns allen zugute kommt.

    Auch ist mir klar, dass es bestimmt auch positive Gen-Produkte gibt, sie dürfen jedoch m.M.n. nicht “normale” Produkte auslöschen – oder seht ihr das anders?

    Ach und was den Sticker angeht:
    Im Grunde ist das nur eine Meinungsäußerung des Verkaufsteams – glaube kaum dass das verboten ist.
    SIcher etwas wettbewerbsverzerrend, aber mit öffentlicher Kritik darf man bei den Texten durchaus rechnen, von daher…

  18. Christian S.

    Zuerst einmal ist ein Öko-Bauer kein Arbeitnehmer, sondern selbstständig. Und ich fühle mich Selbstständigen sehr nahe, auch wenn jetzt wieder irgendein Erzliberaler erklärt, dass das ein Sozi gar nicht sagen darf (was natürlich großer Unsinn ist).

    Und wenn ein Öko-Bauer in seiner Nachbarschaft ein Genmais-Feld hat, dann ist seine Existenz in Gefahr. Da finde ich zivilen Ungehorsam sehr verständlich.

    Arbeitnehmer haben eine starke Lobby, die Gewerkschaften. Gut so. Selbstständige haben eine solche Lobby nicht.

  19. Daniel Drungels

    Laut Auskunft von Saturn, ist der Sticker keine offizielle Saturn-Aktion.

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

  20. Christian S.

    Ich habe das auch missverstanden.

  21. derschreckliche

    Blödsinn.
    Schau Dir doch einmal die öffentliche Berichterstattung zu dem Thema an. Der öffentliche Druck und die Lobbyarbeit der Gentechnik-Gegner ist gewaltig.
    Entsprechend ist die grüne Gentechnik in Deutschland ja auch extrem beschränkt.

    Super, und was bringts?
    Die Öko-Bauern dürfen immer noch legal in den ruin getrieben werden.
    Ja es liegt an der Lobby, vor allem an deren Zahlungskräftigkeit!

    Es gibt genug Wissenschaftler auf der Welt, die nicht in der Forschungsabteilung von Monsanto arbeiten.

    Sicher, die gibt es, nur gelangen ihre Ergenbnisse kaum an die Öffentlichkeit.
    Kannst ja mal nach unabhängigen Ergebnissen suchen und diese mal genauer ansehen…

  22. derschreckliche

    Das habe ich schon gelesen, ich nehme nur an, dass es wohl einer der Verkäufer privat gemacht hat…

  23. derschreckliche

    Naja, von wem der Aufkleber tatsächlich stammt werden wir wohl nie rausfinden.
    Offiziell von Saturn ist er ja anscheinend nicht, deswegen wäre das einzige wo man da was auszusetzen hätte, dass sich diejenigen für das Saturn-Team ausgeben – das ist sicherlich nicht in Ordnung.
    Falls es jedoch eine private Aktion von einm der Saturn Leute ist, so ist die Unterschrift ja gar nicth mal so falsch, auch wenn trotzdem irreführend.

    Ganz ohne hätt’s vllt. am ehesten Wirkung…

  24. tigger

    Wer Bushido hört, steht ohnehin schon mit dem halben Bein im braunen Sumpf. Zitat Broder: “[...] die ganze Rapperkultur ist angesiedelt zwischen gewaltverherrlichend und nationalsozialistisch.”

    LOL! Hater.

  25. Daniel Drungels

    Zuerst einmal ist ein Öko-Bauer kein Arbeitnehmer, sondern selbstständig.

    Stimmt natürlich. Ändert aber eigentlich nichts. Warum sollte ein Arbeitnehmer nach deiner Logik nicht gegen einen anderen Arbeitnehmer “vorgehen”, wenn dieser dessen Existenz bedroht, also z.B. besser qualifiziert ist? Sowohl der Selbstständige, als auch der Arbeitnehmer würden sich unbequeme Konkurrenz vom Hals schaffen.

  26. califax

    Bashing the strawman?
    Das Problem nicht nur der Ökobauern ist die natürliche Vermehrung der gentechnsch veränderten und patentierten Pflanzen auf Felder der ganzen Region.
    Zum einen kann der Bauer dadurch keine Sortenreinheit mehr garantieren, wovon er aber nunmal lebt. Ohne Kontrollsiegel verkauft man nicht mehr allzuviel.
    Zum anderen muß er im Falle eines Streits mit Monsanto beweisen, daß die Monsantozüchtungen in seinem Saatgut wild eingewandert sind. Bis dahin hat Monsanto möglicherweise einen Titel auf Vernichtung der Ernte und des Saatguts.

  27. tigger

    Wenn man in Gefahr läuft, pleite zu gehen, dann darf man auch mal zum Beispiel….Steuern hinterziehen ?

  28. Florian

    Holla!

    Aus der Feder eines “Sozi” finde ich das tatsächlich eine bemerkenswerte Einstellung.

    Für welche Aktionen eines Unternehmers, dessen Existenz in Gefahr ist, haben sie denn sonst noch Verständnis?

    Darf er auch Steuern hinterziehen, wenn die Steuerlast seine Existenz gefährdet?
    Darf er die Umweltstandards nicht einhalten, wenn ihm das zu teuer ist?
    Darf den Laden seines Konkurrenten anzünden?
    Oder darf der Bauunternehmer vielleicht auch ein paar Häuser niederbrennen, um die Nachfrage nach Neubauten anzukurbeln?

    Nichts für ungut, ich bin auch selbständig.
    Aber auf die Idee, andere gesetzeswidrig zu schädigen, um die Situation meines Betriebs zu verbessern bin ich noch nicht gekommen.

  29. Daniel Drungels

    Bashing the strawman?

    Nein, eigentlich nicht. Deiner Argumentation folgend, verteidigt der Ökobauer sein Eigentum vor den Schäden durch wild eingewandertes Saatgut.

    So habe ich Christian aber nicht verstanden. Ihm ging es doch um eine ökonomische Bedrohung durch einen anderen Wettbewerber. Falls nicht, haben wir aneinander vorbei geredet.

    Das Problem nicht nur der Ökobauern ist die natürliche Vermehrung der gentechnsch veränderten und patentierten Pflanzen auf Felder der ganzen Region.

    Das ist in der Tat problematisch.

  30. Christian S.

    Das dürfte meistens selbstverschuldet sein, wenn ein Betrieb pleite geht.

    Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, Geld aus dem “Deutschland-Fonds” zu bekommen, der eben nicht nur für Konzerne ist, wie gerne behauptet wird.

  31. neocool

    Wenn seine Pflanzen dadurch verunreinigt werden dann ist die Klage rechtens und es ist dann auch begrüßenswert, wenn er den Fall gewinnt.
    Aber man kann nicht dagegen klagen oder gar rebellieren, nur weil ein neuer Marktteilnehmer eine ungeliebte Konkurrenz darstellt.

    Mich würde eher interessieren, wer wie viel von Subventionen, staatl. Schutz und Preisregulierungen profitiert oder auch geschädigt wird. Letzten Endes schadet das den Endverbraucher IMMER und setzt einen freien Markt außer Kraft.

    Die Angst vor Gen Zeug kann ich insofern nicht verstehen, da man auf einem freien Markt doch eh die Wahl hat. Und wenn man als Kunde dann billigeren Gen-Schrott kauft dann ist das ein Problem des Kunden und nicht des Öko-Bauern, bei den der gleiche Kunde ja auch hätte kaufen können.

    Es sollte auch in der Landwirtschaft kompromisslose Freiheit geben, einschließlich der Freiheit zur Selbstzerstörung derjenigen, die nur Gen-Food essen.

    Ich selbst esse es das ja nicht und fahre selber oft zum Ökobauer und zum Jäger, aber das spielt keine Rolle für mich um politische Themen daraus abzuleiten.

    In Prinzipien denkt doch schon lange keiner mehr.

    Nochmal eine Bemerkung zur CD Notiz. Das ist eine Verletzung von Eigentum, aber wer nimmt es den Leuten schon übel? Der Staat, “legitimiert” durch die Mehrheit, pappt auch seine 18er Siegel ran, Zertifikate; in GB sogar rote, grüne und gelbe Punkte auf Lebensmittel usw. usf.
    Meine Therorie ist eh die, dass so lange der Staat unmoralisch handelt und Eigentum nur noch als Zweck ansieht, solange werden auch die Bürger in diesem Staatsgebiet kaum Respekt vor Eigentum anderer haben. Ob das jetzt so eine Lappalie ist wie mit der CD in Saturn oder gar die Zerstörtung von Betriebsvermögen, wie wir es in Frankreich beobachten können.

    Das ist gelebte Spießer und Gutmenschkultur. Diese gefährlichen Leute sollte man nicht unterschätzen. Einmal in der Politik richten sie noch mehr Schaden an und ein Kreislauf entsteht. Rauchverbot – Glühbirne – SUV Steuer (so nenne ich sie) – Gen Verbot …

  32. Daniel Drungels

    Ah, ich sehe gerade, dass Christian sich weiter unten genauer ausgedrückt hat. Mein Fehler.

  33. neocool

    die das in der Mehrzahl hören und nicht nur hören, sondern auch gut finden sind in der Tat dort anzutreffen. Ob nun national sozialistisch und Linkswähler oder nationalsozis und NPD Wäher, spielt doch keine Rolle.

  34. Michel

    Das spricht gegen geistiges Eigentum, nicht gegen Gentechnik.

  35. califax

    Zum einen das. Es ist grundsätzlich Unsinn, sich selbst replizierende Produkte derartig zu schützen. Wenn, dann müßte der Inhaber des Copyrights in der Beweispflicht liegen, nicht der Inhaber des kontaminierten Mediums.
    Ähnliche Späße könnten auch noch mit selbst replizierender Software passieren.

    Zum zweiten spricht es aber für Lösungen, in denen Anbaugebiete mit Marken festgelegt werden. So haben die Produzenten in bestimmten Gebieten die Garantie, die sie ihren Kunden bieten, und die von vielen Menschen gefordert wird.
    In den Marken kann die Ausbreitung der neuen Züchtungen beobachtet und eventuell eingedämmt werden.

    Zum dritten liegt hier eigentlich der Hund begraben. Die blödsinnige Gentechnikdebatte verstellt den Blick auf ein Problem, daß auch mit herkömmlichen Zuchtmethoden auftauchen kann:
    Functional food und neue, nicht für den Verzehr bestimmte, aber sehr wohl aus Nahrungspflanzen gezogene Nutzpflanzen.
    Da können dann tatsächlich Stoffe in den Nahrungskreislauf gelangen, die da nicht ohne ärztliche Aufsicht hineingehören.

  36. califax

    Neocool, geh doch bitte nochmal zu dem Schrank, wo Du Deine Biologiehefte aus der Schule versenkt hast. Stichworte Pollenflug, Ausbreitung, Vermehrung, Blüte, Samen, ach eigentlich die ganze Botanik bis zur 8. Klasse. ;)

  37. Alrik

    Tja, laut Müchner Merkur haben sich die Schläger aus der U Bahn ihre Anregung aus Ganster-Rap und Killerspielen geholt.

    http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:pressestimmen-null-toleranz-und-harte-strafen-sind-das-richtige-signal/50009035.html

    Schön das es noch besorgte anonyme Mitbürger gibt, die solche Warnaufkleber auf CD Hüllen von Negermusik kleben.

    Aber warum so zimperlich sein ?
    Verunreinigen Killerspiele und Negermusik nicht die Köpfe unserer doitschen Kinder, so wie minderwertige Gene die genetische Reinheit einheimischer Nutzpflanzen und die genetische Vielfalt im Kartoffelacker verunreinigt ?

    Ist hier nicht die selbe Lösung angebracht, wie bei Feldern mit genmanipulierten Mais ?
    Wobei das selten Bauern sind, sondern meistens irgendwelche gelangweilten Kiddies, die dank Papis & Mamis Geld studieren dürfen und sich ganz toll als antiimperialistische Vorkämpfer gegen Gen-Tech Konzerne fühlen, wenn sie nachts Felder verwüsten.

    Manchmal sind’s auch die falschen Felder, aber was solls…
    Ach ja, sollten diese Kiddies mal auf einen Bauern treffen der sein Feld mit Gewalt schützt wird das Geschrei groß sein…

  38. neocool

    Was hat das damit zu tun?
    Der Staat hat Eigentum zu schützen. Wird es durch Pollenflug geschädigt massiv geschädig, so muss der eine Marktteilnehmer den anderen entschädigen oder eine Strafe dafür bekommen bis zum Verbot. Über solche Prinzipien könnte man streiten.

    Was ist dann mit der Industrie allgemein? Schädigt nicht auch CO2 unsere Umwelt oder andere Abgase? Ja, vielleicht, aber das ist zu abstrakt um daraus Regularien zu abstrahieren, genauso wie beim Pollenflug.

  39. califax

    Es geht um einen Schaden, der nicht entschädigt werden kann. Ein kontaminiertes Feld bleibt kontaminiert. Und wir reden hier über ganze Regionen, letztlich über Kontinente.
    Wie entschädigst Du die Anbieter von Bioprodukten dafür, daß der Anbau von Bioprodukten endgültig und vollständig unmöglich geworden ist?

    Das hätte Dir das Biologiebuch gesagt. Und daher stammt die Brisanz in diesem Konflikt. Er ist nicht durch Entschädigungen zu lösen. Deshalb beharren die Gentecnikgegner und Biobauern (zwei nicht deckungsgleiche Mengen) auf einem Verbot diverser Neuzüchtungen.

  40. Daniel Fallenstein

    Fler, der ganz Südwest-Berlin mit seinen hässlichen Tags verunstaltet hat, ist mit Verlaub der letzte, der zu einem Argument herangezogen werden kann, das mit Eigentumsrechten arbeitet.

  41. Daniel Drungels

    Ich habe dazu eine technische Frage. Gibt es nicht Saatgut, welches nur einmal keimt?

    Ich meine schon davon gehört zu haben…

  42. califax

    Ja, bei diversen Pflanzenarten gibt es entsprechende Züchtungen. Damit ließe sich ein Teil des Problems lösen, wenn Monsanto beispielsweise weniger auf seine Anwälte als auf technische Vernunft setzen täte.
    Es bleibt aber das Problem des Pollenflugs und damit die Einkreuzung in andere Populationen. Dieses Problem ist viel gefährlicher. Saatgut kann man ja schon durch Sorgfalt und Eigenproduktion (bzw. zuverlässige Lieferanten) sortenrein halten. Das wird schon ewig gemacht.
    Aber man kann nicht die ganze Anbaufläche unter einen hermetisch abgedichteten Glasdom setzen, um die Einkreuzung von patentgeschützten Genen zur Produktion von Herz-Kreislauf-Mitteln, etc. zu verhindern.

  43. Daniel Drungels

    Die Lösung wären also Pflanzen, die nur die eigene Population befruchten können, wenn ich das richtig verstanden habe, wenn also die Pollen für andere Pflanzen nicht gefährlich werden können…

  44. califax

    Ja. Aber dann sind es keine neuen Sorten sondern neue Arten. Biologisches Allgemeinwissen aus der Schule halt.

  45. tigger

    Jenau. Baggies und Kopftuch wirken ja auch schon so arisch.

  46. Ben Schroeter

    Doch, er hat eine andere Möglichkeit:
    Er kann versuchen, eine andere Gesetzeslage herbeizuführen.

    Er hat noch eine andere Möglichkeit: Er kann seinem Nachbarn bezahlen, keinen Genmais anzubauen oder gleich dessen Feld aufkaufen. Siehe Coase-Theorem.

  47. jopa

    @ Christian S.:

    Bei dem administrativen Aufwand, den der Fonds für den Antragsteller so mit sich bringt, ließe sich auch hier antworten:

    “Sehr witzig. Nachdem er pleite gemacht hat, meinst Du?”

    Un ansonsten empfinde ich Deine Argumentation schon recht nah an der Jesuitenkasuistik: Wenn dem Ökobauern langfristig die Pleite droht, weil sein Produkt “verunreinigt” wird, dann ist Gewalt in Deinen Augen legitim – wenn einem Unternehmen dagegen sehr kurzfristig die Pleite droht, weil zB ein ungeplanter Erbfall und die dadurch ausgelöste Erbschaftsteuer die vorhandene Liquidität auffressen, dann sind die Inhaber natürlich selbst Schuld. Merke: Gegen die pööösen Konzerne ist praktisch alles erlaubt, gegen seine Heiligkeit St. Sozialstaat dagegen nichts – in etwa so?
    BG

  48. jopa

    Die Frage, die sich mir hier aufdrängt, ist die jenige, ob man überhaupt einen Eigentumsanspruch auf ein “unkontaminiertes” Feld haben kann. Letztlich leben wir alle irgendwie nebeneinander und müssen uns miteinander arrangieren; wir können niemals ausschließen, daß das Verhalten von Person A Auswirkungen auf Person B hat. Die Frage ist hier: Welche Auswirkungen muß B tolerieren (weil A grundsätzlich Handlungsfreiheit genießt und der Schaden des B nicht belegbar / geringer ist), welches Verhalten kann dem A untersagt werden?

    Natürlich kann hier geteilter Meinung sein, aber ich tendiere doch stark zu der Haltung, daß der in einer Gemeinschaft agierende Ökobauer gewisse Auswirkungen der Aktivitäten auf seinem Nachbargrundstück hinnehmen muß, einschließlich der der “Kontamination”. Hintergrund: Wenn der Ökobauer auf “normalen” Ackerbau umstellte, wäre die “Kontamination” kein Problem. Das Problem entsteht nur dadurch, daß der Ökobauer sich aus freien Stücken entschieden hat, auf Ökolandbau umzusteigen. Das kann er natürlich jederzeit machen, aber daß aus dieser Entscheidung besondere Ansprüche gegen seine Nachbarn (nämlich Vermeidung einer “Kontamination”) herrühren sollten, sehe ich persönlich nicht.

  49. BlackEye

    Seit wann wird die Zerstörung von fremdem Eigentum als “ziviler Ungehorsam” bewertet? Ist es die Meinung der Gerichte oder deine eigene? Wenn irgendein Bauer, ob Öko oder nicht, sich durch den Genmais geschädigt sieht dann kann er doch Klage erheben und Schadensersatz fordern.
    Dir ist schon klar, dass es sich hier im besten Fall um Selbstjustiz handelt?

  50. googlehupf

    “Zitat Broder: “[...] die ganze Rapperkultur ist angesiedelt zwischen gewaltverherrlichend und nationalsozialistisch.” Soweit würde ich nicht gehen – Broder übertreibt halt gerne – aber ein Gros der Rapperkultur ist leider wirklich so.”

    Gut wenn man nicht mit Fachkenntnis gestraft ist. Sonst müsste man sich über solche Statements mokieren.

  51. Daniel Drungels

    Lächerlich.

  52. googlehupf

    Heute schon jemandem auf die Fresse gegeben Daniel? Du gehörst doch zu dieser ominösen Kultur. ;)

  53. Daniel Drungels

    Klar, jeden Tag wieder. Ich steh auf, guck in den Spiegel, denk “Du dumme Nazisau” und hau mir selbst eine rein.

  54. Christian S.

    Gut so!

    :-)

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