Archiv: Oktober 2009

Man darf sagen, was man will

27.10.2009 20:30 - dagny's tags by dagny t. - 52 Kommentare

Der Chip ist Silizium, Silizium ist Sand und Sand ist genug vorhanden.

Dieses Zitat aus der Eroeffnungsrede des Alterspraesidenten des Deutschen Bundestags hat es nicht auf Seite 1 geschafft.
Dr. Heinz Riesenhuber spricht in seiner Ansprache sine ira et studio Probleme und optimistische Loesungen ungeschminkt an. Ordnungspolitische Linien finden sich darin genauso wie eine positive Sicht in die Zukunft etwa wenn der ehemalige Bundesminister fuer Forschung und Technologie beilaufig den Quantencomputer und das Mooresche Gesetz erwaehnt.

Unter http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_v_f_514_de/od_player.html?singleton=true&content=381248 findet sich die Eroffnungsrede. Sehenswert.

Dürfen Musliminnen sexy sein?

18:55 - Audiovideo, Money and Fame by Daniel Drungels - 39 Kommentare

Die Firma liaison dangereuse verkauft aufreizende Damenunterwäsche über das Internet und möchte “mit den begehrtesten Dessous-Teilchen verzaubern”. Die Boutique selbst präsentiert sich in einem Werbespot scheinbar provokant, weshalb dieser Spot laut bild.de “für Aufsehen” sorgen wird.

Sonnenkanzlerin Merkel

26.10.2009 19:45 - dagny's tags by dagny t. - 2 Kommentare

Meine britischen Freunde waren keine zwei Wochen nach der Bundestagswahl doch erstaunt, dass die Regierungsbildung so langsam voranginge. “Ist Angela Merkel Deutschlands Eiserne Lady?” lautete die rhetorische Frage unter der einen Abend lang über die kommende deutsche Politik, das Ergebnis der Wahl und die Auswirkungen auf das UK diskutiert wurde.

Mittlerweile steht das Kabinett

Prösterle

24.10.2009 18:48 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 26 Kommentare

Aus dem Koalitionsvertrag:

Wir setzen uns für den Erhalt der Qualität unserer Weinproduktion, die Wahrung der Herkunftskennzeichnung als Erkennungsmerkmal für Verbraucher und die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ein. Wir setzen auf den Erhalt der Pflanzrechte, eine effektive Gemeinschaftswerbung und Exportförderung.

Na dann ist ja gut. Prösterle! Grad noch g’schafft…

(Danke an HB@FB für den Hattip)

Missbrauch der Wehrpflicht?

11:27 - F.M.R. by Bodo Wünsch - 35 Kommentare

Nun musste sich die FDP auf einen Kompromiss mit der Union verständigen: Die Wehrpflicht wird nicht ausgesetzt, wie von den Liberalen im Wahlkampf gefordert, geschweige denn, abgeschafft – nein, die Dauer des abzuleistenden Dienstes wird einmal mehr verkürzt, von derzeit neun auf künftig nur noch sechs Monate.

Kritiker wie Befürworter staatlicher Zwangsdienste

Unterstützung für Frau Leutheusser-Schnarrenberger

13.10.2009 21:20 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 25 Kommentare

In dieser Woche treten die Koalitionsverhandlungen in die entscheidende Phase. Vor allem bei der Innen- und Sicherheitspolitik steht ein hartes Ringen bevor. Die Union setzt wie eh und je auf “law and order” und will die Bürgerrechte weiter einschränken, während die FDP sich für mehr Datenschutz einsetzt. Zudem versprach die Partei vor der Wahl, die fatalen Beschlüsse der Großen Koalition zu Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung und Internet-Sperren rückgängig zu machen. Zur Zeit ist noch völlig offen, wer sich beim Koalitionspoker durchsetzen wird.

Im Koalitionsarbeitskreis “Inneres, Justiz, Informationsgesellschaft” wird schon jetzt nicht mehr um das “Ob” der Vorratsdatenspeicherung, sondern um Details der Anwendung gestritten. Machen Sie klar, dass wir von der FDP einen konsequenten Kampf für die Bürgerrechte erwarten. Am kommenden Donnerstag, wenn der Koalitionsarbeitskreis das nächste Mal tagt, wollen wir FDP-Verhandlungsführerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger unseren Appell mit möglichst vielen Unterzeichner/innen überreichen.

Ein offener Brief des foebud e.V., um Frau Leutheusser-Schnarrenberger den Rücken zu stärken, “damit sie ein Einknicken der FDP verhindert“.

Habe ich hier auch unterzeichnet – was tut man nicht alles, um seine Landesvorsitzende zu unterstützen? :-)

Zensur ist obszön

12.10.2009 19:03 - Audiovideo, ∆Foxtrot by Daniel Fallenstein - 2 Kommentare

“Steuern sind Diebstahl!”

11.10.2009 20:48 - F.M.R. by Bodo Wünsch - 53 Kommentare

Als ich diesen nicht neuen libertären, doch für die meisten Ohren nach wie vor mehr als provokativen Satz zum ersten Mal hörte, und, noch vor Jahren selbst über ihn erschrak, da fiel mir sofort Reinhard K. Sprenger ein, der in seinem 2006er Bestseller “Der dressierte Bürger” von der Vorstellung spricht, Steuern und Abgaben zahlen bzw. Geld für öffentliche oder soziale Angelegenheiten hergeben könne auch freiwillig geschehen. Richtig gelesen: FREIWILLIG!

The Bully State

14:50 - dagny's tags by dagny t. - 30 Kommentare

bully [engl.]: der Tyrann, Person die Macht missbraucht um andere zu tyrannisieren
to bully so.: jemanden einschuechtern, drangsalieren, schikanieren.
to bully one’s way into something: sich gewaltsam Zutritt zu etwas verschaffen.

Diese Ubersetzungen bietet LEO fuer das Wort bully an. Unter dem Titel ‘The Bully State’ ist jungst ein Buch von Brian Monteith erschienen, in dem er am Beispiel der Rauch- Trink- und ganz allgemein Genussverbote mit deutlichen Worten aufzeigt, dass sich der ueberfuehrsorgliche Nanny-State weiter zum Bully-State entwickelt hat.

Die Buchpraesentation in privaten Clubraumen in Edinburgh wurde von mehreren Initiativen unterstuetzt, die sich ein Ende des staatlich angeordneten Rauchverbots in Pubs auf die Fahnen geschrieben haben. Ein Bottom-Up Ansatz der, nach Aussage der Beteiligten, einigen Einfluss innerhalb der Konservativen Partei errungen hat.

(Blogeintrag the free society)

Sex, Drogen und Symbolpolitik

Im März 1977 hatte der Regisseur Roman Polanski am Whirlpool von Jack Nicholson eine Oben-Ohne-Fotosession mit einer 13-jährigen. Wohl mit Zustimmung ihrer Mutter, die sich eine Model-Karriere für ihre Tochter erhoffte. Nachdem der 43-jährige das Mädchen mittels Alkohol und des Schlafmittels Methaqualon, damals eine Szenedroge, gefügig machen konnte, penetrierte er sie gegen ihren geäusserten Willen anal.

Hier das Vernehmungsprotokoll, aus dem dies ebenso eindeutig hervorgeht wie die Tatsache, dass sich Polanski des Alters seines Opfers bewusst war.

Nach einem – in den USA durchaus üblichen – Deal zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung bekannte er sich deshalb wegen “Unzucht mit Minderjährigen” (nicht wie oft kolportiert Vergewaltigung) schuldig; ein Prozess sollte dem Opfer erspart bleiben. Polanski sass 42 von 90 Tagen Haft in der Gefängnispsychatrie ab, bevor er auf Bewährung freigelassen wurde.

Nobelpreise 2009

09.10.2009 11:24 - dagny's tags by dagny t. - 52 Kommentare

Die ‘harten’ Nobelpreise in Medizin, Physik und Chemie sind vergeben. Ueber den fuer Literatur wird diskutiert, eine Trennlinie zwischen begeisterten Lesern von Herta Muellers Buechern und denjenigen denen dieser Name voellig unbekannt war, lauft durch die bildungsbuergerliche Leseelite.

Bei den Naturwissenschaften wird in der Presse viel weniger ueber den oder die Preistraeger spekuliert und diskutiert.
Letters from Rungholt weisst nicht zu unrecht darauf hin, dass Yakir Aharonov heiss gehandelt wurde. Seine fundamentale und heute in den Lehrbuechern fuer Studenten zu findende Entdeckung des Aharonov-Bohm Effekts jaehrt sich zum 50. Mal. Die Verallgemeinerung zur Berry-Phase durch Sir Michael Berry in den 70ern gehoert zur Entwicklung der fundamentalen Grundlagen der Quantenmechanik, die in den 20er-40er Jahren mit Nobelpreisen fuer viele Physiker gewuerdigt wurde.

Rassist!

08.10.2009 14:17 - ∆Foxtrot by Daniel Fallenstein - 119 Kommentare

Thilo Sarrazin im Volltext

Auch der immense jüdische Aderlasss konnte nie kompensiert werden. Dreißig Prozent aller Ärzte und Anwälte, achtzig Prozent aller Theaterdirektoren in Berlin waren 1933 jüdischer Herkunft. Auch Einzelhandel und Banken waren großenteils in jüdischem Besitz. Das alles gab es nicht mehr, und das war gleichbedeutend mit einem gewaltigen geistigen Aderlass. Die Vernichtung und Vertreibung der Juden aus dem deutschsprachigen Raum insgesamt betraf zu sechzig bis siebzig Prozent Berlin und Wien.

Landestreffen der Libertären Plattform in Bayern

06.10.2009 18:34 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 6 Kommentare

Anlässlich ihres 1. Bayerischen Landestreffens am 31.10.09 lädt die Libertäre Plattform in der FDP zu einer Abendveranstaltung mit Frank Schäffler, FDP-MdB und Autor dieses Weblogs ein. Aus der Einladung zu der gemeinsamen Veranstaltung der LP und des FDP Kreisverbandes Bamberg:

Warum weniger Staat mehr Wohlstand bedeutet – und warum eine Privatisierung des Geldes zwar utopisch scheint, aber wünschenswert wäre

Der Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek hat in seinem bahnbrechenden Buch “Entnationalisierung des Geldes” 1977 vorgeschlagen, den Regierungen das Notenbankmonopol zu entziehen. Die Privatisierung des Geldwesens sollte zu einer Freigeldbewegung, die der Freihandelsbewegung des 19. Jahrhunderts vergleichbar ist, führen. Frank Schäffler, Herford, Betriebswirt, Mitglied der Libertären Plattform in der FDP und für die FDP im Finanzausschuss des deutschen Bundestages, plädiert für marktwirtschaftliche Ordnungspolitik statt Staatswirtschaft und Protektionismus. Er zeigt warum Inflation Diebstahl ist und denkt weiter jenseits einer Interventionsspirale, die die Folgen der Finanzkrise nicht mildert, sondern verschlimmert.

Samstag, 31.10.09, 19.00 Uhr
Haas-Säle (Kleiner Saal)
Bamberg, Obere Sandstrasse 7

Den Flyer zu der Veranstaltung können Sie hier als PDF laden.

Armut ist Diebstahl

05.10.2009 13:54 - Audiovideo, Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 48 Kommentare

Vor 20 Jahren war der Sozialismus, die staatlich organisierte Misswirtschaft mit Hungersnöten und Gulagsystem, endlich am Ende. Dachte man. Doch plötzlich soll der Staat die Wirtschaft retten, Banken können wieder enteignet werden und Kapitalismus ist ein hässliches Wort geworden. Dabei hat er den Feudalismus besiegt, die Demokratie ermöglicht, und mit ein bisschen Marktwirtschaft entstand in wenigen Jahren eine 400 Millionen große Mittelschicht in Indien und China. All das scheint vergessen! Deshalb wird es dringend Zeit, eine alte Utopie neu zu entdecken: den Anarchokapitalismus. Kein Staat, kein Zwang, nur Gold und Gewinn zählen. Dann werden Kriege aufhören, Privatarmeen zu teuer, afrikanische Bauern nicht wegen europäischer Agrarsubventionen verhungern, Zahnärzte für zehn Euro eine Plombe einsetzen und Akademikerkinder auf eigene und nicht mehr auf Kosten der Arbeiter studieren. Mehr Kapitalismus wagen – jetzt!

Antistaatliche Propaganda im Staatsrundfunk? Na das lob ich mir! (Hörtipp heute Montag, 05.10.09 um 23:05 Uhr auf WDR3).

Update: am Dienstag, den 13.10.2009 wird die Sendung im Programm von 1 Live, Plan B/soundstories um 23:03 Uhr wiederholt

Who the fuck is Ali Abdussalam Treki?

Buddhisten, Juden, Hindu und andere lehnen das genauso ab wie wir.

Es gibt zwar Länder, die derlei Aktivitäten erlauben, aber

die sehen das als eine Art Demokratie an, aber ich glaube, sie sind fehlgeleitet.

Sagt Ali Abdussalam Treki. Sie kennen den nicht? Ein x-beliebiger homophober Dummschwätzer? Nicht ganz: der Typ ist immerhin noch bis Juni nächsten Jahres der Präsident der UN-Vollversammlung.

Die Chancen für ein Misstrauensvotum wegen seiner Äusserungen stehen übrigens eher gering: Die Vereinten Nationen haben zuletzt im Dezember 2008 eine französische Erklärung gegen die Verfolgung von Homosexuellen abgelehnt. Nur 66 von 192 Mitgliedsstaaten unterzeichneten das Dokument.

Soviel zum Thema “moralische Autorität” der Vereinten Nationen.

R.E.S.P.E.K.T.

04.10.2009 14:46 - F.M.R. by Bodo Wünsch - 19 Kommentare

Zahlen wir unsere Steuern. Und zwar pünktlich. Wir sollen wählen – aber keine Extremisten, keine Idioten. Lasst euch nicht verführen.
Es heißt, wir sollen uns beteiligen – am Staatswesen, an der Gemeinschaft, am Gemeinwohl, am Interesse für den Nächsten.
Es heißt,

20 Mythen über Märkte

Unter Mythen versteht man jene Behauptungen, die als offenkundig wahr angesehen werden, ohne je bewiesen worden zu sein. Man hört sie im Radio, von Freunden, von Politikern; durch ihre Allgegenwärtigkeit und stete Wiederholung scheinen sie allgemein akzeptiert zu sein.

… leider auch, wenn es um Marktwirtschaft geht, von dem einen oder der anderen unserer geschätzten Kommentatorenschaft hier auf antibuerokratieteam.net…

Der Wissenschaftler Tom Palmer vom US-amerikanischen libertären Think-Tank CATO befasste sich in einem Papier mit verschiedenen Mythen der Marktwirtschaft. Er hat zwanzig Mythen über Märkte zusammengestellt, in vier Kategorien geordnet (moralische Kritik, wirtschaftliche Kritik, Mischung aus moralischer und wirtschaftlicher Kritik, allzu begeisterte Verteidigung) und kritisch hinterfragt.

Das Liberale Institut bei der Stiftung für die Freiheit hat das Papier übersetzt und hier als PDF publiziert.

Sie können es auch kostenfrei als gedruckte Version über die Stiftung bestellen. Sehr lesenswert!

Sommerschlussverkauf für Datensammler!

02.10.2009 17:52 - F.M.R. by Bodo Wünsch - 11 Kommentare

Das verkopfte, manchmal unlesbare, vielfach unausgezeichnete, ausgesprochen ungehörige, ggf. ungezogene, aber stets und zutiefst antisozialistische Hausblog von Bodo Wünsch und Karl Stritzinger zieht unter eigenem Kategorienamen “F.M.R.” (siehe rechts) beim Antibürokratieteam ein und wird damit endgültig von der neoliberalen Weltverschwörung aufgesogen.

Das “Credo” von Freiheit, Markt, Recht war und bleibt:

Wir analysieren Themen und Thesen aus Gesellschaft, Wirtschaft und – nolens volens – Politik. Die Inspiration zur Urteilsbildung kommt aus dem veröffentlichten Zeitgeschehen oder aus persönlichen Erlebnissen in den genannten Feldern. Der Anspruch auf eigene Denkanstöße ist selbstverständlich.

Auch bei gelegentlicher polemischer Schärfe sehen wir uns den Maximen bürgerlicher Freiheit, dem Prinzip der Marktwirtschaft und der Idee des Rechts verpflichtet. Mit dem Kritischen Rationalismus (etwa vertreten von Hans Albert), der Praktischen Philosophie Immanuel Kants (und seinen systematischen Vorgängern und Nachfolgern) sowie den soziologischen Analysen Max Webers benennt F.M.R. einige seiner wichtigsten geistigen Leitsterne. Alle Beiträge entstehen in Respekt vor ihren möglichen Leserinnen und Lesern.

Es geht schließlich um Menschen, die denken können, philosophisch gesprochen: um Subjektspersonen mit “Fähigkeit zur Geltungsreflexion” (Hans Wagner 1993).

Wir hoffen, unsere bisherigen rinken und lechten Stammleser goutieren diesen Schritt. Die Blogspot-Domain, unter der “F.M.R.” lief, bleibt bis Ende des Jahres stehen. Also: Schnelle noch Belege sammeln, für was auch immer. Lernen ist ja nicht verboten;-)

Liberalismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen!

01.10.2009 19:25 - ∆Foxtrot by Daniel Fallenstein - 40 Kommentare

Wie schon vor einiger Zeit werden über uns Antibürokraten und unsere Leser auf einem Weblog mit dem klangvollen Namen „DIRA – informationen gegen die Rechte Blogosphäre“ wieder Profile angelegt und erweitert. Der Zweck dieses  Portals ist die Bekämpfung „rechtsextremer, xenophober, rassistischer, faschistischer und totalitärer Blogger“. Zu denen gehört nach Ansicht der DIRA betreibenden vollkommen untotalitären Blogger auch das Antibürokratieteam.

Auch jene Leser, die mit den Grundüberzeugungen unseres Autorenkreises übereinstimmen, bestätigen den dringenden Verdacht, es könne sich bei ihnen um „Rechte“ handeln.