Man darf sagen, was man will
Der Chip ist Silizium, Silizium ist Sand und Sand ist genug vorhanden.
Dieses Zitat aus der Eroeffnungsrede des Alterspraesidenten des Deutschen Bundestags hat es nicht auf Seite 1 geschafft.
Dr. Heinz Riesenhuber spricht in seiner Ansprache sine ira et studio Probleme und optimistische Loesungen ungeschminkt an. Ordnungspolitische Linien finden sich darin genauso wie eine positive Sicht in die Zukunft etwa wenn der ehemalige Bundesminister fuer Forschung und Technologie beilaufig den Quantencomputer und das Mooresche Gesetz erwaehnt.
Unter http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_v_f_514_de/od_player.html?singleton=true&content=381248 findet sich die Eroffnungsrede. Sehenswert.








Seltsam, dass der Älteste Visionen ausspricht. Normalerweise hat die Jugend Visionen.
Ganz und garnicht seltsam hingegen, dass auf Phoenix gleich so ein Politikwissenschaftler genau an der Rede Riesenhubers rumgekrittelt hat. Also da hat Hoppe schon recht: Politologen sind wirklich “[Selbstzensur, bitte Schimpfvokabel eigener Wahl einsetzen, möchte weder dass Hoppe noch ich Ärger bekommen wegen zu deutlich ausgesprochener Wahrheiten]“!
Der Alte ist so was von gestern – Kohlenstoffnanoröhrchen sind die Zukunft. Hat es auch genug davon, zur Not muss halt alles biologische herhalten ;-)
Wie rechnet man mit den Dingern?
Ist eigentlich jemanden schon aufgefallen, dass seit Ära Dablju Bush die Taktfrequenzen der Prozessoren nicht mehr steigen? Davor war ja noch die Rede, dass 2010 mit 10GHz Prozessoren zu rechnen sei. Ich wittere da …
Agenda 2010… es wurde “gespart”, anstatt zusätzliche GHz anzuschaffen. Dass alles ich auch bekannt als “Hertz IV”.
:-) Es wurde aber nicht gespart, sondern in energiesparendes Wachstum in Form von mehr Kernen investiert: “Kernkompetenz statt heiße Luft” heißt die Devise.
Riesenhuber ist eh beeindruckend. Ich habe den mal auf einer Veranstaltung in etwas übersichtlicherem Rahmen erlebt – eine politische tour d’horizon ohne Stottern, Ähs und Wiederholungen, aber dafür druckreif und stringent. Und das ohne irgendeine Notiz.
Mir gefällt, dass er zur Fliege steht. Ich bin selbst Fliegenträger und ich habe es sehr kritisch gesehen, dass Ralf Stegner seine Fliege für den Wahlkampf abgenommen hat. Genausowenig wie zur Fliege steht, steht er nach der Wahl zu seinen Äußerungen vor der Wahl. Ich habe sowieso nicht SPD gewählt.
Die Fliege ist ungemein praktisch, aber ich konnte mich tortzdem leider nie mit ihr anfreunden. Sie gibt vielen Leuten ein unheimlich professionell wirkenendes Äußeres.
Aber sie wirkt auf mich auch sehr – nun ja – ähmmm… wie drücke ich mich nur aus?
Ich bin daher auf die dezenteren dieser Krawatten umgestiegen.
Damit kann man dann auch überspielen, dass man nicht druckreif sprechen kann. :-)
Professionell? Ich finde die Dinger immer ziemlich peinlich.Die Träger sehen für mich wie Leute aus, die sich weigern, erwachsen zu werden. Paßt für einen Witzereißer auf der Bühne, aber sonst?
Kommt wohl sehr auf den Menschen an, der dieses Kleidungsstück trägt. :-)
Nö. Seit Charlie Chaplin und dem Blümchen (oder so ähmlich) aus der Karnevalsübertragung im Fernsehen ist die Assoziation bei mir festgemauert.
Festgebundene Fliegen sind peinlich, erst dann, wenn sich die Halterung löst:
http://www.neckofstate.com/2009/01/21/obama-commander-in-chief-ball-tie/
Mit einer selbstgebunden Fliege wäre das nicht passiert.
Komisch, ist auch immer meine erste Assoziation (“au wei, ‘ne FLIEGE…”).
Aber man gewöhnt sich dran.
Bin gespannt, wann der erste im öffentlichen Lichte stehende Mann mit ROCK auftaucht.
Richtig gelesen: Rock. Wünschenwert wäre es. Schließlich tragen Frauen auch Hosen, ohne dass sich jemand aufregt.
Diese Rocke sind mir zu lang. Kilts, auch im modernen Designs gibts hier:
http://www.21stcenturykilts.com/
Kann ich nur empfehlen.
Mit oder ohne Krawattennadel?
Ansonsten: Die Krawattenträgerei ist ein unglaubliches Phänomen, gell? Noch völlig unzureichend wissenschaftlich erforscht.
Wie will man die Fliegenträgerei entschlüsseln, solange die Krawattenträgerei Mysterium bleibt?
Oder diese Sache mit den Manschettenknöpfen…
Der nicht Krawatten tragende Webbär merkt in diesem Zusammenhang gerne an: Niveau kann man nicht lernen oder vorschützen!
Natürlich ohne. Nur arbeitendes Fußvolk trägt Krawattennadeln. Wer eine solche trägt beweist damit, dass er sich Sturm und Wind aussetzen muss. ;-)
Außerdem ist das ja wohl ein Stilbruch. Versace Krawatten mit Krawattennadel… also wirklich. ;-)
Windsor, mein Liebster. Windsor.
Wobei zur Versace-Krawatte der Versace-Stickpin empfohlen wird. Eventuell statt Versace (hört sich schwul an) eine andere Marke. Lonsdale vielleicht.
Dein Humor gibt mir Rätsel auf.
Plastrone finde ich auch schick, sieht man aber heute sehr selten.
Und hier gibt’s Schleifen:
http://www.bowtie.de/
Leider sehr teuer.
Am Rande: Die Fliege ist eben eine Schleife und damit: gesuchte Verpackung* (des eigenen Selbst), soz. als Ausweis der Unverwechselbarkeit – während die Krawatte entweder ‘Verschluss-Sache’ oder (Tarn-)Uniform ist. ‘Marke’ (inside) zu tragen, ist dann nochmal was anderes … eine diskrete Absetzbewegung ;-)?
Na ja, so sieht frau, also ich, das jedenfalls …
*Im übrigen verlangt die Last eines Namens wie ‘Riesenhuber’ an sich schon nach einer Geschenkverpackung ;-) …
Wenn eine Frau das sagt, fühle ich mich geschmeichelt. Bei Krawattenträgern habe ich den Eindruck, dass die die Krawatte nur deshalb tragen, weil sie müssen.
Das kommt doch wohl auf den Traeger und die Krawatte an?
Ist wohl auch etwas aus dem Ruder gelaufen, der von Dir angestossene Diskurs über des alten Riesenhubers Fortschrittlichkeit …
Aber amüsant, finde ich, was Männer daraus machen und wie und womit sie ihren Herdentrieb (und die Ausbrüche daraus) begründen :-) … also ich glaube ja eigentlich, die meisten von ihnen laufen die meiste Zeit so Zeugs herum und tun hier nur so …
Schade, Virtualität hat auch Nachteile ;-)
… ohne so Zeugs, versteht sich …
Die gezeigten Krawatten finde ich nicht so schön. Sind die eigentlich festgebunden, sodass der Mann, der keine Krawatte binden kann, für die Krawatte keine Frau braucht? (Komischerweise können Frauen Krawatten binden.)
Ich finde gut, dass jetzt wieder schmalere Krawattenknoten in Mode kommen. In der “guten alten Zeit” trug man ja auch schmale Knoten, wie man es in diversen Filmen sieht, z. B. in der Feuerzangenbowle. Die Eleven sind gut gekleidet und haben auch alle einen Hochkragen.
Ich bin als Fliegenträger immer wieder erstaunt, dass so viele Leute nicht wissen, dass man Fliegen auch binden kann. Für mich ist es auch sehr schwer, Fliegen zum Selbstbinden zu finden. Peek & Cloppenburg hat keine in im Sortiment, sondern nur die festgebunden aus Polyester. Die sehen fürchterlich aus.
Versace Krawatten wirken live. Im Internet lässt sich das nicht so schön darstellen, vor allem die Stoffqualität macht den Unterschied. Und nein, die muss man natürlich binden.
Man kann sie allerdings auch nicht zu jedem Oberteil tragen. Wichtig ist ein Hemd mit dickem Stoff und am besten auch ein solche Jacket. Boss & Co. scheiden da aus. Deren Anzüge sind sowieso Fehlinvestitionen, weil man für dasselbe Geld heutzutage schon Maßanzüge bekommt. Ich für meinen Teil trage lieber einen günstigen Maßanzug als einen Boss Black Label. Obwohl ich einen solchen auch mein Eigen nenne. Fehler macht eben jeder.
Von Peek & Cloppenburg bin ich auch enttäuscht. Bei lokalen Herrenausstattern sind die Preise oftmals niedriger und das Angebot besser.
Es gibt nur wenige Menschen, die das können: druckreif sprechen. Günter Grass kann das auch. Unglaublich beeindruckend.
Fliegen, Krawatten. Pöh. Nur Sklaven werden angebunden. Der Rest lässt den Hals frei!
Ich hab mich immer gefragt, warum ausgerechnet Angehörige jener Berufsgruppen, die viel denken müssen ein Kleidungsstück tragen, welches die Blutzufuhr zum Hirn unterbindet.
Kleiner Tip an alle Banker und Rechtsanwälte: Es denkt sich viel besser mit Shorts, T-Shirt und Flip Flops.
Mancher Angehoeriger einer Berufsgruppe die mit Tshirt-FlipFlop-Shorts ausreichend angezogen ist, muss die Ergebnisse seiner Denk- und Kreativtaetigkeit nicht selber verkaufen.
Darin liegt wohl der Unterschied.
Klar, was aber wiederum die Frage aufwirft, ob und warum sich ein Produkt oder eine Dienstleistung vom Anzugträger leichter verkaufen lässt.
…vorausgesetzt, bei dem Produkt handelt es sich nicht um einen Anzug oder eine Krawatte.
Ein Hoch auf die IT-Branche. ;)
“Mancher Angehoeriger einer Berufsgruppe die mit Tshirt-FlipFlop-Shorts ausreichend angezogen ist, muss die Ergebnisse seiner Denk- und Kreativtaetigkeit nicht selber verkaufen.”
Nach meiner Erfahrung fangen die Dinge aber an falsch zu laufen wenn “der Kreative” und “der Verkäufer” eine Person sind.
Ich muss im Berufsleben auch keinen Schlips tragen.
Aber wenn ein Schlips die Blutzufuhr ins Gehirn unterbindet, hat der Träger etwas falsch gemacht ;-)
Unsympathen wie Ralf Stegner und Karl Lauterbach tragen Fliegen, auch Wolfgang Schüssel trug lange Zeit ein “Mascherl”.
Und Hitler trug Krawatte. Churchill Fliege.
Stegner und Lauterbach haben noch eine zweite Gemeinsamkeit: Sie sind in der SPD. Sind deswegen alle SPDler Unsymphaten?
nicht deswegen ;)
alex, 28.10.2009 15:44
Und Hitler trug Krawatte. Churchill Fliege.
Hitler soll ja angeblich Vegetarier gewesen sein. Ich lasse mir deshalb nicht das Gemüseessen verbieten.
Aus der Fliegen- oder Krawattenträgerei lässt sich nichts bzgl. der Träger ableiten.
Verdächtig sind tendenziell aber Verweigerer der nutzlosen Kleidungsstücke, bspw. Stalin oder Mao.
Getragen werden die nutzlosen Teile nur aus Gründen der Akzeptanz, letztlich hat der Webbär die Frauen in Verdacht ein solches Verhalten zu evozieren. Wer nichts drauf hat und luschig daherkommt, braucht einfach eine Krawatte.
Übrigens, Adolf Nazi kam auch wegen seiner Krawattierung bei den Damen ausgesprochen gut an. Nicht nur bei deutschen Damen, man wird im Ausland immer wieder positiv auf Adolf angesprochen. Wtas gewöhnungsbedürftig, LOL.
Sehe ich ähnlich: Ich denke Hitler hat sich einfach zeitgemäß/modern gekleidet, auch als Teil seiner Schauspielkunst (der hatte doch mit Sicherheit einen Styling-Berater).
…wären alle Modetrends etwas früher passiert, wäre er vielleicht mit Kotletten und Pornobalken rumgelaufen, wer weiss. :-)
Die Kombination aus “Kampfkleidung” und Krawatte war ein sehr geschickter Schachzug. Denke, dass diese Kombination neu war; und aufregend für einige.
Das Bärtchen kam auch gut an, warum eigentlich?
Meine Herren, es ist doch erstaunlich wie in einer Diskussion uber die Eroffnungsrede des dt. Bundestags im Jahre 2009 die Kurve zu Hitler gezogen wird. Godwin ist damit hinreichend Genuege getan worden.
Sorry, aber “alex, 27.10.2009 23:50 – Mir gefällt, dass er zur Fliege steht.” hat wohl einen Nerv getroffen. :–)
Ich denke es ist somit auch klar, warum die richtige, altbekannte, wenn anscheinend auch wenig bekannte Riesenhuber-Feststellung nicht den Sprung auf die Titelseiten geschafft hat.
Ich denke du interpretierst das Gesetz zu streng; der Kerngedanke ist doch die Kritik an ‘Nazis als ultimatives Totschlagargument’, nicht die bloße Erwähnung.
@ Webbaer: Ich meinte eher die ‘Zivilkleidung’: Anzug mit Krawatte, fesch geschnitten.
Das Bärtchen war, soweit ich weiss, einfach eine Art von zeitgemäßer, wenn auch unter Politikern nicht verbreiteter Gesichtsbehaarung (für seine Frisur gilt das selbe); daher der Vergleich mit Kotletten, die viele Leute in den 70ern hatten.
…würde auch die Bewunderung seitens der Damen erklären: Popstar-Outfit (im Vergleich zu anderen jener Zeit), welches Aufbruchstimmung signalisiert.
Gedankensprung: Ich frage mich, ob man das Bärtchen heute noch tragen würde, wenn es nicht vor allem mit dem Massenmörder Hitler assoziiert würde.
Butterfly Effect: Vielleicht würden die Nazis heute lange Haare und Backenbärte tragen, Linke das Bärtchen :)
P.S.: Sowas hätte auch passieren können:
Afro
[Bitte Link löschen, falls das zu krass sein sollte, die spinnen hierzuland ja alle mit ihrem Hitler-Wahn]
Ich hab schlechte Erfahrungen mit einem Fliegenträger gemacht. Seitdem hab ich da Vorurteile.
Der hatte zudem das gleiche Problem, das ich bei den von mir selten getragenen Krawatten habe: Er hat sie vollgekleckert. Das ist mit Fliegen vermutlich schwieriger. Und im Gegensatz zu mir hat er sie dann tagelang weitergetragen ohne eine Wäscherei aufzusuchen. Ausserdem war er dumm, häßlich und chronisch von der Angst um seinen Arbeitsplatz besessen. Eines der größten Idioten, mit dem ich je zusammenarbeiten mußte.
Anm. vom CQO: Das ist ein wenig zu OT
Old Webbaer kennt keinen einzigen Fliegenträger.
Überhaupt, Angst vor dem Fliegen ist heutzutage durchaus angebracht.
Und ansonsten, wie gehts, Lemmy, altes Haus, immer noch auf der Suche nach der perfekten SPD?
Muss zu dem Sand nicht noch sehr viel Energie hinzutreten, damit aus ihm was wird?