An der Universitaet Wien finden – mal wieder – Studentenproteste statt. Das ist nichts neues, alle paar Jahre demonstrieren Studenten fuer hoehere Bildungsausgaben, bessere Ausstattung der Universitaet, gegen Studiengebuehren, gegen Zulassungsbeschraenkungen oder gegen Aenderungen am Biotop Humboltsches Bildungsideal. Jeder neue Jahrgang moechte sich in die Liste der Studentenproteste seit 1968 einreihen; Protestieren gehoert zum guten Ton und wird von vielen Alt-68er Professoren wohlwollend geduldet.

Sieht man genauer hin, ist es nicht selten eine laute Minderheit, waehrend die leise Mehrheit den Protesten indifferent oder ablehnend gegenueber steht. Bei Facebook gibt es diesmal eine Gruppe – Studieren statt Blockieren – , die sich klar positioniert, wenn sie sich selbst mit den Worten

Wir grenzen uns hiermit eindeutig ab von unseren „Kollegen“, die das Audimax besetzen.
Auch uns ist klar, dass es an unseren Unis einiges zu verbessern gibt.
Dies wird aber nicht durch derartige Aktionen zu erreichen sein!

charakterisiert.

Vor fuenf oder zehn Jahren haette sich kaum eine Studentische Initiative getraut, das Verhalten der hausbesetzenden Kommilitonen als in jeder Hinsicht asozial zu benennen und darauf hinzuweisen dass es nicht sein koenne, dass im Endeffekt die Allgemeinheit fuer die Schaeden der Proteste aufkommen muesse.

Die Piraten uebrigens springen auf den Krawall-Zug auf und begruessen es, wenn die Unis brennen.