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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

A.C.A.B. – All Co…iffeurs Are Bastards

Daniel Fallenstein, 21.11.2009

Mit einer Schere haben Polizisten in den Vereinigten Arabischen Emiraten die öffentliche Ordnung wieder hergestellt. Sie verpassten einigen Jugendlichen eine neue Frisur […] Die Jugendlichen waren in einem Einkaufszentrum des Emirats Ras al-Chaima wegen ihrer Frisuren und ihrer unanständigen Kleidung aufgefallen.

So werden bei der dpa (in diesem Fall via Welt) die menschenverachtenden Sprachregelungen der Diktaturen des mittleren Ostens unkritisch übernommen.

Enge Tshirts und Jungs mit langen Haaren sind genau so (un)anständig wie jede Burka, jedes Kopftuch, Adiletten, Anglerhüte, Tennissocken und Karottenjeans. Wenn die dpa statt auf journalistischer Distanz zu bleiben, mit den Gottesstaatlern kuschelt, mutiert die Unmoral dieser Unmenschen zum universellen Maßstab. Wir geben zurück in die Voraufklärung.

(crosspost)



15 Kommentare zu “A.C.A.B. – All Co…iffeurs Are Bastards”

  1. daniel

    Das dpa-Autoupdate hat die journalistische Distanz zurückgebracht. Im Original liegt’s noch bei der Zeit z.B. .

  2. Webbaer

    Ausser der innewohnenden Komik scheint in der Tat keine Distanzierung durch das deutsche Medium vorzuliegen, bemerkenswert.

    Zu DDR-Zeiten rutschten ebenfalls gelegentlich Meldungen aus dem Politbüro oder aus der regionalen Lenkung “1:1″ in die deutschen Medien. Es gibt zudem heute gelegentlich Verlautbarungen aus den iranischen Apparaten, die wortgleich übernommen werden. Die Übersetzung besorgt der Iran selbst, man hat deutschsprachige Medienarbeiter.

  3. jo@chim

    Naja, wenn Du anstössige Shirts trägst, geht’s Dir u.U. nicht nur in Dubai, sondern auch in Nürnberg an den (Hemd-)Kragen…

  4. Webbaer

    Skandalös. Bayern, gell? Oder Satire?

    Q: Wie korrespondiert diese Nachricht genau mit der Artikelüberschrift?

    MFG, WB

  5. Christian S.

    Gegen “Langhaarige und Gammler” wird auch in Deutschland immer wieder gerne gehetzt. Nuja. Damit muss ich als Langhaariger (pfui!) wohl leben.

  6. Rayson

    Dass die Kurpfalz etwas hinter der Zeit ist, war mir schon immer klar. Aber gleich 40 Jahre?

  7. Daniel Fallenstein

    Hättest mich mal in jungen Jahren sehen sollen. wenn lang, dann Dreadlocks!

  8. Christian S.

    Ich sprach nicht von der Kurpfalz, sondern eher von Artikeln in überregionalen Zeitungen. War nun nicht schwer zu verstehen…

  9. Christian S.

    Wie alt bist Du denn? :S

  10. Rayson

    Doch. Ich kenne solche Artikel nämlich nicht. Hast du die Nationalzeitung abonniert?

  11. Christian S.

    Das wird mir jetzt zu albern. :)

  12. Rayson

    Dann werde ich eben konkreter: Wer schreibt denn sonst noch sowas?

  13. Christian S.

    Ach komm, dass kurze Haare in der Gesellschaft für “Seriosität” stehen und lange Haare umgekehrt nicht, darüber wirst Du doch nicht ernsthaft streiten wollen? Wie viele Männer in Wirtschaft und Politik haben denn halblange oder lange Haare? Mir fällt spontan niemand ein.

    Ok, “gehetzt” war das falsche Wort. Das geschieht subtiler.

  14. Rayson

    Jetzt kommen wir der Sache näher: Die Haarpracht ist Teil eines Codes, das ist richtig. Richtig ist auch, dass kürzere Haare eher für “Seriosität” stehen, aber das haben sie gemein z.B. mit Anzügen und hochwertigen Schuhen. Wer längere Haare oder Bart trägt, will aber meistens genau das nicht sein, “serös”, sondern bewusst einen Kontrapunkt setzen. Denn es führt kein Weg daran vorbei, dass kurze Haare aus rein praktischer Sicht zu bevorzugen sind. Das sehe ich schon im Eigenexperiment: Die Woche, bevor ich zum Friseur gehe, kostet mich ca. 5 Minuten weniger Schlaf wegen des Zusatzaufwands für Haarwäsche und Föhnen ;-)

    Lange Haare stehen zwar nicht für Seriosität, wohl aber für Innovation, Kunst und Jugendlichkeit, alles nicht gerade negativ besetzte Assoziationen.

    In dem DAX-Unternehmen, für das ich mal gearbeitet habe, zeigte sich z.B. der Technik-Vorstand mit langen Haaren. Das stand für das bisschen “Flippigkeit”, das man sich vom Inhaber dieser Position auch erhoffte.

    Junge Menschen entscheiden sich gerne für lange Haare, um sich abzugrenzen von den üblichen Konventionen. Es wäre ja nachgeradezu schlimm, wenn ihnen diese Chance auch noch genommen würde. Die Altvorderen passen sich eh schon viel zu schnell an die Jugendstile an. Bei den Haaren ist das, zumindest auf männlicher Seite, aber manchmal unmöglich.

    Deswegen auch die Verbindung zur Seriosität: Ältere Menschen mit Lebenserfahrung pflegen nun einmal in vielen Fällen nicht mehr über die nötigen Ressourcen zu verfügen, eine üppige Haarpracht zur Schau zu stellen. Wo die Einsicht in die Beschränkungen der Natur fehlt, wie z.B. bei Franz Walter, sieht es für den Betrachter eher peinlich aus.

    Dass aber in der Presse irgendwo über “Langhaarige und Gammler” hergezogen würde,. dürfte zuletzt Ende der 60er Jahre vorgekommen sein.

  15. S1IG

    @Christian S.
    Wenn Du von “Langhaarige und Gammler” sprichst, dann habe ich eher so was vor Augen. Aus der Perspektive übertreibst Du ein wenig bezogen auf 2009. Ich kann den “Frust” von Rayson verstehen!

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