Lebenslaufverschoenerungsprogramm für Streber, von wirtschaftsnahen Stiftungen und Grosskonzernen unterstützt mit der Motivation handverlesene Nachwuchskräfte heranzuziehen.

Mit diesem gewerkschaftlich – betriebsratlichen Ritterschlag wird in der ZEIT – Chancen (pdf) auf Seite 93 am 12. November die Kritik eines Lehrerkollegiums einer Berliner Schule an Teach First zusammengefasst.

Teach First ist ein Projekt, welches seine Wurzeln im UK und den USA hat und darauf abzielt, junge High Potentials, Hochschulabsolventen die später zu der Elite des Landes gehören können, fuer zwei Jahre als Fellow in Brennpunktschulen mit-unterrichten zu lassen. Das Programm ist so angelegt, dass die jungen Menschen, denen viele andere Türen offen stehen, keine Konkurrenz sondern eine Ergänzung des Lehrkörpers sind.
Das Programm ist dieses Jahr erstmals in drei Bundesländern angelaufen, aus rund 800 Bewerbern wurden 60 ausgewählt um Ihre meist sehr ungewöhnlichen Lebensläufe, besondere Begabungen und Talente und nicht zuletzt Begeisterung als sogenannter Fellow an Kinder auf Hauptschulen weiterzugeben.

Die ZEIT nennt das Beispiel eines ehemaligen Strassen- und Waisenkinds aus Kenia, der nach Adoption und Studium in Deutschland, Fellow geworden ist. Dazu gesellt sich leider harte Kritik: Teach First sei ein Demotivationsprogramm fuer die echten Lehrer, deren jahrelanges Studium und Referendariat entwertet werde.

Berechtigte kritische Fragen an das Programm, etwa nach (negativen) Erfahrungen mit Teach First im UK oder Teach for Amerika werden von den Journalisten nicht gestellt. Auf diese Weise wird die vorgebrachte Kritik an Teach First zu einer Bankrotterklärung der Bildungspersonalräte. Eine Entflechtung des Lehrerbildungsweges Schule – Studium – Schule, in Lehrerfamilien über Generationen gepflegt, tut ohnehin mehr als Not.