Gottschalk macht Integrationsbemühungen zunichte
Daniel Drungels, 07.12.2009
Sonntag gegen 22.30 Uhr. Ich zappe durch die Kanäle und kann mich nicht recht entscheiden, bleibe dann aber im ZDF bei „Menschen 2009“ hängen. Thomas Gottschalk präsentiert die bewegendsten Momente 2009 im Jahresrückblick. Germany’s Next Topmodel Sara Nuru sitzt neben Schwiegermutters Liebling auf dem Sofa. Sie erzählt von ihrem Engagement als Jugendbotschafterin für Menschen für Menschen. Endlich mache sie mal etwas sinnvolles. Ein Einspieler zeigt BIlder von Nurus Besuch in einem äthiopischen Dorf. Das sei ihr eine Herzensangelegenheit gewesen, schließlich kämen ihre Eltern ja auch aus Äthiopien. Gottschalk mimt den Interessierten und fragt:
„Haben Dich die Dorfbewohner denn gleich als eine der ihren erkannt?“
Ich habe Sara Nurus Antwort leider nicht mehr gehört, weil sie von meinem schallenden Gelächter verschluckt wurde. Aber hier ein paar mögliche Antworten:
a) Sicher, Du weißt doch wie das ist, Thommi. Du kriegst den Neger aus der Wildnis, doch die Wildnis nicht aus ihm.
b) Na klar. Sie wissen doch, wir Schwarzen sehen alle gleich aus und schließlich war ich in einem äthiopischen Dorf und nicht in einer Blindenschule.
c) Natürlich haben die Dorfbewohner mich als eine der ihren erkannt. Wir Äthiopier erkennen uns gegenseitig am Körpergeruch.
d) Herr Gottschalk, ich verstehe nicht, worauf ihre Frage abzielt. Ich bin in Grünbach geboren und in Erding aufgewachsen und arbeite mittlerweile weltweit als Model. Bis auf die Hautfarbe habe ich nichts mit diesen Menschen gemein, woran sollten sie mich als eine der ihren erkennen?
e) Sparen Dir deinen rassistischen Blödsinn, Goldlöckchen. Ich frage Dich schließlich auch nicht, ob man Dich in Californien am Sauerkrautgestank erkennt.
antibuerokratieteam.net





Zwei Gedanken dazu:
1) Schon GEZahlt?
2) Als Obama Präsident (der USA) wurde, sah man Fernsehbildern von feiernden Kenianern.
3) Hans Schreiber ist ja wieder in Deutschland. Die meisten Deutschen erkennen ihn nicht mehr als den ihrigen, trotz gleicher Hautfarbe und Bauchumfang ;-)
Who cares?
Ok, _drei_ Gedanken… :/
Ach, Wetten dass…? wird immer noch gesendet?
Das hat der echt gesagt?
Das hat er echt gefragt!
Wie unprofessionell. Er muss doch gewusst haben, dass man die Sehnsucht der Frau nach dem Auffinden ihrer vermeintlichen Wurzeln und ihre Akzeptanz durch die dortigen Bevölkerung im deutschen TV besser unerwähnt lässt.
Sonst kommt nämlich jemand und unterstellt ihm Rassismus.
Moment mal – wer ist jetzt eigentlich der Rassist? – Herr Gottschalk oder derjenige, der die Frage nach Akzeptanz als Rassismus wertet?
Kritik verrät in den meisten Fällen mehr über den Kritiker, als über den Kritisierten.
Nichts für Ungut. ;-)
Die Sehnsucht der Frau nach dem Auffinden ihrer vermeintlichen Wurzeln und ihre Akzeptanz durch die dortige Bevölkerung hatte mit Gottschalks Frage imho rein gar nichts zu tun.
Ja, warum sollten sie das? Gibt es in Äthiopien nur ein Dorf? Gehört jeder Äthiopier gleichsam zur Dorfbevölkerung? Was soll diese Frage?
Irgendwas muss die Frau ja dorthin gezogen haben. Was kann das nur gewesen sein? ;-) Sie ist nicht nach Peru gegangen. Auch nicht nach Thailand. Merkwüdig, hmmm… ;-)
Die Frage von Gottschalk muss doch nicht böse gemeint gewesen sein. Gottschalk kann doch auch eine positive Identifikation der Dorfbewohner mit der Frau gemeint haben.
Wir können doch die Existenz von Hautfarben nicht leugnen, die Genetik nicht vollständig ignorieren. Die Dorfbewohner müssen doch irgendeinen Ansatz haben um mit der Frau zu kommunizieren. “Eine von ihnen” kann doch auch im Sinne von erleichterter Kommunikation gemeint sein.
Die gleiche Hautfarbe ist nun einmal eine die Kommunikation begünstigende Eigenschaft. Für die Menschen dort ist es doch etwas ganz anderes jemanden aus Deutschland zu sehen, der so aussieht wie sie selbst. Das schafft doch Vertrauen, das sie einem Weißen so nie entgegenbringen könnten.
Die alten Rassisten.
Man sollte auch mal die Kirche im Dorf lassen; es geht hier um Thomas Gottschalk, nicht um irgendein Ku Klux Klan Mitglied. Der Mann ist bislang nicht gerade durch überbordenden Rassismus in Erscheinung getreten.
Ich finde ja interessant, dass diejenigen, die etwas “Gutes” tun wollen, egal ob es sich dabei um Niedecken, Christiansen etc. handelt, meist nach Afrika reisen, dabei aber niemals vergessen, genügend Kameraleute mitzunehmen, die sie dann zeigen beim Kinderlein herzen.
Aber klar, z. B. in Hamburg-Wilhelmsburg “Gutes” tun, ist dagegen öde und gibt auch nicht so schöne malerische Bilder.
*lach* Die Sendung entstand wohl kurz nach dem 2. Kreuzzug.
Ja, aber Dummheit und ein arg simples Gemüt kann auch mal ne wichtige Diagnose sein.
GEZ soll verschärft werden, da gibts einiges zu lesen, unter anderem Umkehr der Beweispflicht (potentieller Nutzer hat Nichtgebrauch von Kommunikationsgeräten nachzuweisen, kein Wirt, darüber wird nachgedacht) und Gebührenerhöhung.
Ein Thema für sich, es darf recherchiert werden, aber lustig!
Was Sara Nuru dort hingezogen hat, ist klar. Ich nehme ihr sogar ab, dass es ihr wirklich eine Herzensangelegenheit war und nicht nur Imagepflege.
Ich glaube dennoch nicht, dass das Gottschalk es so meinte, wie Du es nun interpretierst. Ich tendiere eher zu Daniel.
Dass ich die Sache nicht so ernst sehe, wie Du zu glauben scheinst, sollte eigentlich auch aus der Überschrift ersichtlich sein.
Hätte ich Sara Nuru kennen müssen?
Boah…mit Dir rede ich nicht mehr ;)
Eine echte optische Bereicherung…
Das ist jetzt wahrscheinlich wieder rassistisch, aber ich finde, Menschen aus Äthiopien oder Eritrea (oder mit einem entsprechenden “Migrationshintergrund”) sehen in der Regel sehr ästhetisch aus. Es gibt da schon “typische” Proportionen, die mich besonders ansprechen. Dazu kommt, dass die jungen Frauen aus dieser Gruppe, die ich kennen gelernt habe, sowohl hübsch als auch intelligent waren.
Auf die Sara Nuru scheint das auch zuzutreffen, wenn man das von weitem überhaupt richtig beurteilen kann.
Nun gibt es “da unten” zwar wohl auch eine größere Vielfalt, als es sich der unwissende Mitteleuropäer vorstellen kann oder auch äußerlich wahrzunehmen in der Lage ist (“alle Chinesen sehen gleich aus”), aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Einwohner des Dorfes sie als zumindest ihnen ähnlich erkannt haben (ich glaube, sie lernt auch die Landessprache), auch wenn sie ein junges deutsches Model und eben nach allen anderen Kriterien keine der “ihren” ist. Ich schätze, das hat Gottschalk gemeint, nur wird er als Dampfplauderer auch mal in der Formulierung ungenau sein.
Ich habe mal gehört, dass die Europäer bei den Chinesen Langnasen heißen. Äußerst amüsant, wie ich finde.
Selten so viel politisch-korrekten Blödsinn in einem a-team-posting gelesen.
+1
Denke, dass das Bedürfnis da war unter dem Vorwand der Besorgnis auch mal ein paar üble Sprüche rauszuhauen – der war bspw. nicht schlecht: “Du kriegst den Neger aus der Wildnis, doch die Wildnis nicht aus ihm.”
Erinnert konzeptionell ein wenig an Ein Herz und eine Seele, an eine Sendung deren Erfolgsrezept darin bestand, dass der prägnante Hauptdarsteller üble (oder aus anderer Sicht: gute :) Sprüche rausgehauen hat, die dann lustigerweise Linke und Spiesser gleichermassen amüsierten.
Die Linken fühlten sich ethisch überlegen, naschten aber auch am Verbotenen, die Spiesser stimmten eher dumpf zu, LOL.
Spiesser sein ist natürlich vglw. cooler.
Wen es neuerdings politisch korrekt ist, Individuum vor Kollektiv zu stellen… ja dann ist es PK. So what?
Lass das “neuerdings” mal weg, der Vorwurf der unzulässigen Verallgemeinerung war immer schon ein wichtiges Instrument politischer Korrektheit.
Lass das mal bleiben. Das Belehrungsmonopol liegt beim Team.
Die Korrektur war angebracht.
Wenns als Belehrung empfunden wird: Dein Problem.
Interessiert auch keinen wirklich.
BTW, spürt man hier ein gewisses Einschwenken Richtung PC beim “Team”? Achim hat letztens schon Broder mit McCarthy verglichen, bewegt sich da bei Euch was?
MFG, WB
Klar, das Nichterkennen von Unterschieden ist reziprok.