Climategate und nun auch Treibhausgate?

10.12.2009 14:48 - dagny's tags by dagny t. - 14 Kommentare

Bereits vor zwei Jahren veroeffentlichten die beiden Physiker Gerhard Gerlich und Ralf D. Tscheuschner ein Papier unter dem Titel Falsification Of The Atmospheric CO2 Greenhouse Effects Within The Frame Of Physics auf dem Pre-Printserver arxiv, welches mittlerweile im International Journal of Modern Physics B (IJMPB), einem anerkannten und peer reviewed Journal, veroeffentlicht wurde.

Freie Welt.net greift nun in einem Artikel diese und andere Arbeiten auf, welche nahe legen, dass die elementaren Grundlagen der IPCC-Klimaforschung und -Modellierung auf falschen Annahmen beruhen koennten. Auch wenn es der “Atmospheric CO2 Greenhouse Effect” schon vor 15 Jahren in die Schul-Lehrbuecher geschafft hat, bedeutet das nicht, dass neue oder genauere Untersuchungen diesen nicht obsolet machen koennen:

„Die Erde hat ein „Kühlsystem“ – es strahlt ständig Wärme ins Weltall ab. Jeder Anstieg der Erdtemperaturen erhöht automatisch diese Abstrahlung. Die Kühlleistung steigt. „Erderwärmung“ (allgemeiner Anstieg der Temperaturen) ist nur möglich, wenn die resultierende zusätzliche Kühlung durch eine erhöhte Heizleistung ausgeglichen wird. Um „Erderwärmung“ zu bewirken, müsste CO2 also die Zufuhr von Heizenergie zum Erdboden verstärken. Das aber kann es nicht. CO2 kann daher keine „Erderwärmung“ herbeiführen. IR-aktive Gase („Treibhausgase“) kühlen die Erde. Der „Natürliche Treibhauseffekt“ (also die Erwärmung) ist ein Mythos. Klimaschwankungen gab und gibt es, aber ihre Ursachen liegen nicht im CO2-Gehalt der Luft. Entscheidender Einflussfaktor neben der Sonne ist die schwankende Wolkenbedeckung.“

Wissenschaft ist nicht frei von Irrtuemern. Trial and Error gehoeren untrennbar zum wissenschaftlichen Fortschritt hinzu. Die Politik sollte diese Entwicklung antizipieren und sich nicht auf das Dogma vom boesen Kohlenstoffdioxid, einem sehr vielseitigen Molekuel, festlegen.

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14 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Diskus, 10.12.2009 17:14

Ok, peer-reviewed stimmt. Aber das Journal hat einen bemerkenswert geringen Impactfaktor: 0.5. Das ist mal ziemlich schlecht. Sogar das Journal of Computational Physics ist nah an drei dran und da kann man sogar seine Einkaufszettel veröffentlichen, wenn man will. ;-)

 
Epameroi, 10.12.2009 17:50

Zu diesem Papier gibt es eine wissenschaftliche Gegenposition:

http://www.ing-buero-ebel.de/Treib/Auszug.htm

dagny t., 10.12.2009 18:49

Ist diese Gegenposition in einem (peer-reviewed) Journal als Comment erschienen?

 
 
affenkopf, 10.12.2009 17:53

Eine Umfangreiche Diskussion des/Kirtik am ‘Falsification Of The Atmospheric CO2 Greenhouse Effects Within The Frame Of Physics’ Papiers gibts unter: http://www.physicsforums.com/archive/index.php/t-300667.html

 
Gernot, 10.12.2009 18:20

Der Impact-Factor ist schlecht, stimmt. Und man sollte auch sehr skeptisch sein. Aber nicht allein wegen des Impact-Faktors.

Aber das mit den Einkaufszetteln mag ich bezweifeln. Nur mal, um ein Gefühl für Impact-Faktoren zu bekommen: Nature und Science haben jeweils um die 30. Dann kommt eine ganze Weile gar nichts und dann z.B. PNAS mit 12, was ziemlich renommiert ist. Dann JACS, ein gutes Chemie-Journal mit ungefähr 7. Dann gibt’s viele um die 5, z.B. Biochemistry oder Proteins — die sind auch nicht schlecht für Biochemie.

Will sagen: Die Bedeutung von Impactfaktoren ist ziemlich relativ und auch abhängig von der Größe der “scientific community”. Theoretische Physiker können normalerweise schon froh sein wenn Sie in Journals mit 5 überhaupt reinkommen. Die meisten Mathe-Journals liegen bei < 1. Medizinische Journals, wie z.B. New England Journal of Medicine, liegen bei ~90 — weil es praktisch in jeder Praxis rumliegt.

Die meisten Forscher träumen nur davon, in Nature oder Science veröffentlichen zu können. Diese Journals suchen sich halt heiße, also auflagensteigernde Themen raus.

dagny t., 10.12.2009 18:24

Der Impact-Factor ergibt sich doch aus der Zahl der Zitate die alle Artikel bis zum Ende des Ablaufs des auf die Publikation folgenden Jahrs erhalten, geteilt durch die Anzahl der Artikel.

Ob ein Heft nun in einer Arztpraxis ausliegt oder nicht, aendert den IF nicht. – Ansonsten hast Du aber recht, v.a. was Nature und Science angeht.

Gernot, 10.12.2009 18:41

Aber Zitierfrequenzen sind in großen Communitíes viel größer. Und es gibt nun mal viel mehr Mediziner als, sagen wir, Physiker. Das beeinflusst den IF stark.

 
 
Diskus, 10.12.2009 21:55

Das mit den Einkaufszetteln war ein Witz, falls das nicht so angekommen ist. Natürlich kann man da keine Einkaufszettel publizieren, aber die Barriere ist verdammt niedrig.

 
 
Konrad Fischer, 10.12.2009 21:38

Ist Ebel “Wissenschaftler”? Welche Uni, welches Institut, welche sonstige Forschungseinrichtung? Welche Publikationen in Science oder sonstwo, meinetwegen IF -2.000?

Gespannt

Konrad Fischer
Klimaketzer

Diskus, 10.12.2009 21:56

Muß man in Science publizieren, um als Wissenschaftler zu gelten?

 
 
Thomas Eppinger, 12.12.2009 16:40 Subscribed to comments via email

Der zitierte Artikel ist im Original zusammen mit weiterführenden Links auf meinem Blog erschienen, wo sich sich inzwischen eine lebhafte Diskussion entwickelt hat:
http://eppinger.wordpress.com/2009/12/09/mythos-treibhauseffekt-der-klima-schwindel/

Eine brutale Abrechnung mit seinen Kollegen kommt von Bill Gray, Atmosphären-Wissenschafter Spezielaist für Hurricane Vorhersagen:
“These warming scenarios have been orchestrated by a combination of environmentalists, vested interest scientists wanting larger federal grants and publicity, the media which profits from doomsday scenario reporting, governmental bureaucrats who want more power over our lives, and socialists who want to level-out global living standards. These many alarmist groups appear to have little concern over whether their global warming prognostications are accurate, however. And they most certainly are not.”
http://eppinger.wordpress.com/2009/12/09/puncturing-the-climate-balloon/

 
Thomas Eppinger, 12.12.2009 18:09 Subscribed to comments via email

Der zitierte Artikel ist zusammen mit weiterführenden Links und Dokumenten im Original auf meinem Blog erschienen, wo sich inzwischen auch eine lebhafte Diskussion zum Thema entwickelt hat.
http://eppinger.wordpress.com/2009/12/09/mythos-treibhauseffekt-der-klima-schwindel/

Der Atmosphären-Forscher und Hurricane-Vorhersage Spezialist Bill Gray geht brutal mit seiner Zunft ins Gericht:
“There has been an unrelenting quarter century of one-sided indoctrination of the western world by the media and by various scientists and governments concerning a coming carbon dioxide (CO_2 ) induced global warming disaster. These warming scenarios have been orchestrated by a combination of environmentalists, vested interest scientists wanting larger federal grants and publicity, the media which profits from doomsday scenario reporting, governmental bureaucrats who want more power over our lives, and socialists who want to level-out global living standards. These many alarmist groups appear to have little concern over whether their global warming prognostications are accurate, however. And they most certainly are not.”
http://eppinger.wordpress.com/2009/12/09/puncturing-the-climate-balloon/

(Anm.: ich hatte bereits vergeblich versucht, diesen Kommentar zu posten, sollte er jetzt doppelt erscheinen, bitte ich um Nachsicht.)

 
Christian S., 13.12.2009 23:46

E-mails stolen from climate scientists show they stonewalled skeptics and discussed hiding data — but the messages don’t support claims that the science of global warming was faked, according to an exhaustive review by The Associated Press.

The 1,073 e-mails examined by the AP show that scientists harbored private doubts, however slight and fleeting, even as they told the world they were certain about climate change. However, the exchanges don’t undercut the vast body of evidence showing the world is warming because of man-made greenhouse gas emissions.

The scientists were keenly aware of how their work would be viewed and used, and, just like politicians, went to great pains to shape their message. Sometimes, they sounded more like schoolyard taunts than scientific tenets.

The scientists were so convinced by their own science and so driven by a cause “that unless you’re with them, you’re against them,” said Mark Frankel, director of scientific freedom, responsibility and law at the American Association for the Advancement of Science. He also reviewed the communications.

Frankel saw “no evidence of falsification or fabrication of data, although concerns could be raised about some instances of very ‘generous interpretations.’”

Some e-mails expressed doubts about the quality of individual temperature records or why models and data didn’t quite match. Part of this is the normal give-and-take of research, but skeptics challenged how reliable certain data was.

The e-mails were stolen from the computer network server of the climate research unit at the University of East Anglia in southeast England, an influential source of climate science, and were posted online last month. The university shut down the server and contacted the police.

The AP studied all the e-mails for context, with five reporters reading and rereading them — about 1 million words in total.

http://www.huffingtonpost.com/2009/12/12/climate-change-science-no_n_389783.html

 
Sofa, 06.01.2010 12:34

wem die Kritik am Paper als html nicht gefällt, hier gibts das nochwas schön als PDF: http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/0802/0802.4324v1.pdf

 

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