CCC: Schämt euch was, Scriptkiddies
Wir müssen die Rechte der Andersdenkenden selbst dann beachten, wenn sie Idioten oder schädlich sind
Wau Holland, einer der Gründer des Chaos Computer Club.
Wie weit von diesem Verständnis von Meinungsfreiheit und Bürgerrechten sind eigentlich die “Hacker” auf dem 26th Chaos Communication Congress (26C3) in Berlin, die private Daten aus einer _Partnerbörse_ der “rechten Szene” online stellen, entfernt?
Schämt euch was, Scriptkiddies. Wau Holland würde euch lechts und rinks eine runterhauen.
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Tags: CCC, Kampf gegen Rechts, Privatsphäre, Stasi 2.0







Hat sich der CCC wenigstens von dieser Aktion distanziert? Wenn nicht, ist er in meiner Wertschätzung sehr stark abgefallen.
Wie es sich trifft, steht gerade folgendes Zitat aus Eurer Quote-Datenbank neben dem Artikel:
Ich fand Aktionen des CCC gegen politische Webseiten oft sinnvoll, weil sie zum einen auf Sicherheitslücken aufmerksam machen und zum anderen zum Nachdenken provozieren. Es ist im Rahmen der Hacker-Ethik, eine CDU-Seite mit einem STOP-Schild oder härteren Kommentaren zu versehen, auch wenn es nach dem Gesetz illegal ist.
Eine Aktion gegen private Daten mutmaßlich Andersdenkender ist einfach nur Machtmissbrauch und kann zu unkontrollierter Eskalation führen.
Unter den Kommentatoren bei »indymedia« hat sich ein Vernünftiger gefunden, der sinngemäß gesagt hat: Nicht alle privaten Einträge in einer solchen Single-Börse müssen von Nazis oder rechten Gewalttätern stammen.
Wau Holland muss ein großer Mensch gewesen sein. Ich hatte ihn gerne kennen gelernt.
Mittlerweile kursieren sogar die kompletten Mailboxen von Usern, deren Mail-Passwort identisch mit dem der “Partnerbörse” war. Grandiose Leistung, seufz.
Naja.. Der CCC beherbergt aber schon länger sonen digitalen Schlägertrupp der Linken..
Der Punkt ist: Entweder ist die Verbreitung privater Daten gegen den Willen der Betroffenen grundsätzlich von Übel, oder sie ist zulässig, wenn es nur um die richtige, gute Sache geht. Letzteres war ganz klar die Schäuble-Position. Mit dieser Aktion hat der CCC dem Ex-Innenminister recht gegeben. Man streitet sich jetzt nur noch, wer das mit wem machen darf.
Mich erinnert das an den Witz, wo ein Mann eine Frau an der Bar anspricht:
“Würden Sie für 1 Mio Euro mit mir schlafen?”
Frau (mustert den Mann, überlegt kurz): “Hm, gut, für 1 Mio Euro… ok.”
Mann: “Auch für 20 Euro?”
Frau (entrüstet): “Was glauben Sie eigentlich, wen Sie vor sich haben!?”
Mann: “Das haben wir schon geklärt. Jetzt geht es nur noch um den Preis.”
Disclaimer: FeministInnen dürfen hier gerne die Rollen vertauschen, auf die kommt es für die Pointe nicht an.
Ich stelle übrigens fest: bei “ClimateGate” wurde hier begeistert applaudiert, als persönliche E-Mails im Internet verteilt wurden.
Splitter, Balken, Bruder, etc. :-)
Naja Christian, als “begeisterten Applaus” würde ich meinen Beitrag zu Climategate hier nicht bezeichnet haben wollen – eher als “klammheimliche Freude” ;-)
Und es ging ja auch keineswegs um “persönliche Emails” oder Fotos von Rahmstorf auf klimasuender-sucht-klimasuenderin.de sondern um wissenschaftliche Korrespondenz, die dem FoIA unterliegt.
Äpfel, Birnen, etc. :-)
Nie um eine Ausrede verlegen. :-P
Wohl wahr, wenn auch hier nicht treffend ;)
Soweit ich weiß, waren das dienstliche E-Mails, die wenig Persönliches enthüllen und deren Privatsphäre sowieso schon eingeschränkt ist, und bei denen man nicht ohne Grund auch von einer Berechtigung der Öffentlichkeit zur Einsicht ausgehen kann. Aber dass die Art der Veröffentlichung auch da illegal war, hat doch keiner bezweifelt, oder?
Ein wichtiger Unterschied liegt aber auch in der Intention der Aktion: Im einen Fall ging es darum, fragwürdige Machenschaften aufzudecken. Das hat weiland auch unser Bundesfinanzminister so gesehen, als er illegal beschaffte Daten von Bankkunden gerne verwertete. Im anderen Fall werden einfach nur sher private Daten preisgegeben, zur gefälligen Verwendung.
Alle Datenklauaktionen waren von Übel. Aber der CCC hat damit – je nach Sichtweise – entweder seinen Ruf ruiniert oder “politisch Stellung bezogen”. Als Anwälte des Datenschutzes kann man Datenräuber jedenfalls nicht mehr ernst nehmen.
Nein. Jeder Vorgang muss neu bewertet werden. Pauschalurteile helfen nicht weiter.
Grundrechte sollten tunlichst sehr pauschal eingehalten werden.
Das stimmt. Ich persönlich habe auch nichts dagegen Sozialdemokraten zu entrechten.
:-)
Ich hatte gelegentlich Kontakt mit CCC-Leuten und habe keinen guten Eindruck gewonnen.
Die skizzierten doppelten Standards finden sich bei diesen Kollegen häufig.
In der Sache – “rechte Privatpersonen werden blossgestellt” – ist hier kaum etwas anzumerken; Whistleblowing (man beachte das Fachwort) wie beim CRU, wo dann auch sofort der Chef den Hut nehmen musste, ist jedenfalls nicht gegeben.
PS: Wollte es eigentlich verlinken, aber die (gerade auch de-) Wikipedia zensiert ja bekanntlich beim Thema climategate, es gibt dort jedenfalls – vermutlich mangels Relevanz, LOL – keinen deutschsprachigen CRU-Artikel.
War nicht „der CCC“. Und wenigstens Fefe bezieht eindeutig Stellung gegen derlei Aktionen.
_Der_ CCC hat immerhin mit seinem offiziellen Veranstaltungswiki die Plattform für die Aktion zur Verfügung gestellt. Es wäre ein leichtes gewesen, den “digitalen Schlägertrupp” zur Ordnung zu rufen, wenn der Wille dazu vorhanden gewesen wäre.
Die Verfassungsschutz-VT-Story von fefe ist schlicht albern. Wie der Google-Cache der inzwischen gelöschten Seite zeigt, ist auch seine Behauptung nicht wahr, dass sämtliche Userdaten anderswo platziert wurden.
Im übrigen finde ich es reichlich bigott, darauf zu verweisen, dass die verlinkten Daten “jedenfalls nicht auf einem CCC-Server” lagen: So versuchen sich Warez-Kiddies rauszureden, wenn sie erwischt wurden. *LOL*
Fefe nehme ich eh nicht ernst.