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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Prinz Frederic für Gouverneur 2010

jo@chim, 29.01.2010

Libertäres im Wahlkampf um die Nachfolge von Arnold Schwarzenegger als Gouverneur des Staates Kalifornien: mit der Forderung nach der Legalisierung von Prostitution und Marihuana zieht Frederic Prinz von Anhalt (hoher deutscher Zukaufsadel) unter dem Motto Return the Good Live to California ins Feld.

Gut, an seinen steuerpolitischen Positionen muss er noch etwas arbeiten.

Aber Freihandel – und sei’s nur um der Zigarren willen – sollte doch eigentlich urliberales Anliegen sein, sein Ziel einer Aufhebung des sinnlosen Kuba-Embargos deshalb unterstützenswert, oder? Ebenso die Forderung des Prinzen, die Grenzen zu Mexiko zu öffnen:

And let our Workers in so we can Tax Them, create a new revenue and keep our service economy running.

Das wäre dann so eine Art Kontrastprogramm zu Ron Pauls Kampagne für mehr Grenzsicherheit vor den migrierenden Massen.

Schon im Jahr 2003 hat im Sonnenstaat übrigens mit dem hier hoch geschätzten Larry Flynt ein profilierter libertärer Unternehmer für das Amt kandidiert.



14 Kommentare zu “Prinz Frederic für Gouverneur 2010”

  1. Christian S.

    - Legalisierung von Cannabis – von mir aus, raucht dort eh jeder.
    - Grenzen öffnen – na logo.
    - Big Oil besteuern – bin ich dabei.
    - Solarzellen auf jedem neuen Gebäude, Unabhängigkeit von Öl – gut so.
    - Homo-Ehe – läuft.
    - Kubanische Zigarren – her damit.

    Guter Kandidat. :-)

  2. F.Alfonzo

    Kannst ihn ja mal als SPD-Parteichef an- und bewerben… besser als das aktuelle Spitzenpersonal ist er allemal, lol

  3. Christian S.

    Wenn liberale A-Team-Leser das SPD-Spitzenpersonal schlecht finden, dann muss es gut sein. :-D

  4. Norbert M.

    Du als A-Team-Leser findest das SPD-Spitzenpersonal gut, dann muss es folgerichtig schlecht sein. ;-))

  5. Christian S.

    Du hast da ein Adjektiv übersehen. Textverständnis mangelhaft. ;-)

  6. neoliberaler

    Ist das jetzt Satire oder meinen Sie das wirklich ernst ???

  7. F.Alfonzo

    Off-topic-Kommentar:

    “- Solarzellen auf jedem neuen Gebäude, Unabhängigkeit von Öl – gut so.”

    Ich kann mich immer wieder kaputtlachen, wenn ich dieses Argument höre. Die Unabhängigkeit vom Öl macht Sinn, weil man dann nicht jeden beliebigen Preis zahlen muss. Allerdings ist die Energieproduktion mit Solarzellen selbst dann noch teurer, wenn der Ölpreis ungeahnte Dimensionen erreicht.

    Das Argument ist also etwas in der Art “durch Selbstentleibung dem Mörder zuvorkommen” :)

  8. Hayekianer

    Alle Politiker machen mehr oder weniger Wahlkampf-Show. Natürlich könnte man einen seriösen Kandiaten bevorzugen, der keine großen Versprechungen macht und dafür was von soliden Staatsfinanzen und Einsparungen am Umverteilungsstaat redet. Aber die werden in der Regel nicht gewählt, Wenn schon einen Show-Politiker dann wenigstens einen, der in manchen Fragen erfrischend anders zu sein scheint. Daher: Prinz Anhalt for Governor. Politik ist für den Arsch, dann wenigstens einen lustigen Anführer wählen, der nicht mit einer sozialklempnerischen Ideologie die ganze Welt umkrempeln will, sondern praktisch und ad hoc denkt.

  9. jo@chim

    Wenn schon einen Show-Politiker dann wenigstens einen, der in manchen Fragen erfrischend anders zu sein scheint.

    D’accord! Ron Paul macht auch nur seine Show – aber eine, die mir nicht gefällt: Ausbau der “Grenzverteidigung” gegen die Ausländerflut, die USA sind selbst Schuld am islamistischen Terror, 9/11 war ein Fake von pöhsen CIAliens, Kreationismus ist ja gar nicht soo schlecht…

    … dann schon lieber Sex, Drugs, Freihandel, offene Grenzen und Rock’n Roll. Noch dazu von einem Adligen präsentiert, der sich das Blut mit $$$ blau gefärbt hat… was könnte es Libertäreres geben?

    ;D

  10. Milfweed

    wenn du Frederic Prinz von Anhalt gut findest, so muss er ja schlecht sein

    Nee, so einfach geht das nicht.

    Ziehe dir doch mal deine Parteisoldaten Uniform aus und sage ehrlich deine Meinung über
    a) Gabriel
    b) Nahles

    Vielleicht kommt man ja auf einen gemeinsamen Nenner, nämlich die, dass diese Personen absolut nicht tragbar sind. Du kannt ja trotzdem n Sozi bleiben.
    Gleichzeitig verrate ich dir, dass ich Westerwelle und isg. die FDP schrecklich finde.

  11. Christian S.

    Ich fand Müntefering als neuen alten Parteichef furchtbar. Und unmenschlich, wie Kurt Beck aus dem Amt gedrängt wurde.

    Gabriel und Nahles finde ich hervorragend. Ist halt schwierig, wenn einem die ehrliche Meinung als Parteisoldatentum ausgelegt wird.

  12. Christian S.

    Libertärer wäre es meiner Meinung nach, gar nicht erst auf Adelstitel aus zu sein – aber was weiß ich schon von Libertären. ;)

  13. califax

    Das muß man dialektisch sehen oder differenziert oder so.
    Wenn man Adelstitel für Blödsinn hält, kann man sich auch selbst einen zulegen. Es gibt ja auch Leute, die pinkfarbene mit Glitzerstaub verzierte sternförmige Brillen tragen.
    Und ich weigere mich, zu glauben, die täten das aus modischem Geschmack.
    (Aber vielleicht bin ich jetzt derjenige, der sich selbst belügt.)

  14. Hayekianer

    Nach Norbert Bolz sind wir alle in irgend einer Form Konformisten.
    Adelstitel, teure Kleider, Diamanten, Gold oder Plastik: Solange der Titel keine Privilegien bedeutet, kann man doch kaufen, was man bezahlen kann.
    Eine andere Frage ist: In hierarchischen Strukturen – wie einer (im aristoteles’schen Sinne) guten Aristokratie – könnte (negative) Freiheit vielleicht sogar besser funktionieren wie in der modernen Massendemokratie. Aus libertärer Sicht spricht das Fehlen der Rechtsgleichheit und eben die teilweise sozial Festigkeit/Starrheit der hierarchisch aufgeteilten Gesellschaft natürlich dagegen. Man könnte sagen, diese Unterschiede und Aufteilungen nach Schichten etc. gäbe es immer. Aber in einer modernen massendemokrastischen Gesellschaft sind diese zumindest meist “weiche” Grenzen, die sozial durchlässig sind. Und eine Art von Führungsschichten gibt es auch in jeder Gesellschaft. Nur ist die Frage, wie diese sich zusammensetzen und bewähren.

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