Die Einkommensteuer beruht auf der moralischen Annahme, dass der zu Besteuernde die Fruechte seiner Arbeit abgeben muss. Er darf nicht behalten, was er geschaffen oder geerntet hat, sondern muss es mit anderen zwangsweise teilen, die dies nicht erwirtschaftet haben. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass ein solches Steuersystem zu Neid und zu einem mehr oder minder ausgepraegten Schnueffelwesen fuehrt. Die Diskussion um die – angebliche – Steuer-CD ist Ausdruck dieser Tatsache.

Ein Steuersystem zur Finanzierung gemeinsam wahrgenommener Gueter welches diese moralische Sackgasse vermeiden will, muss entweder die direkte Nutzung des Gutes nach den tatsaechlichen Kosten besteuern, eine Kopfsteuer darstellen oder sich indirekter Besteuerung (Zoelle) bedienen.

Indirekte Steuern oder Zoelle machen Produkte teuerer und stellen einen Markteingriff dar, da die Grenzkosten notwendigerweise erhoeht werden. In massvollem Rahmen wird dies aber fuer Liberale vertretbar sein. Die Diskussion um die Mehrwertsteuer fuer Hotels entstammt der Frage, wie gross der Markteingriff in Deutschland verglichen mit den Nachbarlaendern ist. Eine Kopfsteuer wuerde den Uberwachungsapparat unnoetig machen, den eine progressive, am Besitz und Verdienst ausgerichtete Steuer notwendigerweise nach sich zieht.

Eine Besteuerung der Nutzung hingegen kommt einer marktwirtschaftlichen Ordnung am Naechsten. Nur wer etwas benutzt, zahlt die dafuer faellige Gebuehr. Strassenbenutzung und Schulbesuch unterscheiden sich diesbezueglich nicht vom Baecker- oder Friseurbesuch.