Die Solidarität der Staatsbesoldeten mit den Staatsalimentierten auf Kosten der Staatsfinanziers
jo@chim, 10.02.2010
In diesem Land, welches nach Schweden die höchsten Sozialausgaben der Welt hat – Sozialausgaben, die steigen und steigen –, wird steif und fest behauptet, dass auch die Anzahl der Armen steige und steige. [...] Im übrigen ist es verlogen, wenn man weiterhin von der auseinanderklaffenden Schere zwischen arm und reich schwadroniert, zeigen doch die Fakten, dass nach 2005 die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Deutschland, also auch die relative Armut, nicht etwa gestiegen, sondern gesunken sind. 2006 bezogen etwa 14 Millionen Menschen weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens, im Vorjahr waren es noch eine Million mehr. Die Korrelation zwischen der Fähigkeit, Arbeitsplätze zu schaffen, und relativer Armut ist eindeutig. Die sogenannten Hartz-Reformen, die den Sozialhaushalt ja nicht verringerten, sondern erhöhten, haben nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, sie haben auch die relative Armut in Deutschland gesenkt.
Aus die Armutsheuchler: ein Tagesspiegel-Artikel vom November 2009, der gerade angesichts des BVG-Urteils zu “Hartz4″ nichts an Aktualität verloren hat (Danke für den Facebook-Hattip an T.B.).
Um Missverständnissen vorzubeugen: ich stimme weder dem Wort des Apostel Paulus in seinem zweiten Brief an die Tessalonicher zu noch der weiter gehenden Forderung von August Bebel in seiner Schrift die Frau und der Sozialismus (“Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen”) und plädiere durchaus nicht gegen eine staatlich finanzierte soziale Mindestabsicherung. Zumindest nicht im real existierenden Deutschland des Jahres 2010.
Dabei sollte aber imo – aus Gerechtigkeitsgründen und wegen der Gefahr, in eine Rationalitätenfalle zu geraten – unbedingt auf einen ausreichenden Abstand zum Lohnniveau von Jobs für geringer Qualifizierte geachtet werden. Und wenn man eine Arbeitsverpflichtung als Gegenleistung für die Alimentierung ablehnt – wofür auch deshalb einiges spricht, weil etwa durch “Ein-Euro-Jobs” weiterer Druck auf den Marktpreis für Arbeit im Niedriglohnsegment ausgeübt wird – müssen für die arbeitsfähigen Subventionsempfänger andere positive (z.B. bessere Hinzuverdienstmöglichkeiten) oder negative Anreize (z.B. mit der Zeit sinkende Alimentierungssätze) gesetzt werden. Es gilt zu verhindern, dass diese sich in ihrer Situation “einrichten” und damit tatsächlich in die Gefahr der sozialen Verwahrlosung geraten.
Hinsichtlich der Kritik an der Berechnung der Bedarfssätze für Kinder, die von Rot-Grün ohne weitere logische Begründung pauschalisiert aus den Bedarfssätzen für Erwachsene konstruiert wurden, liegt das Verfassungsgericht aber nicht völlig falsch, denke ich. Notwendige weitere Leistungen für die Ausbildung der Kinder oder deren Teilnahme am sozialen Leben könnten und sollten allerdings ggf. als Gutscheine erbracht werden, damit sie auch in prekären Familienverhältnissen wirklich die Adressaten erreichen.
Aus dem Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes jedoch eine weiter gehende Unterhaltsverpflichtung der Arbeitenden gegenüber denjenigen abzuleiten, die nicht arbeiten wollen – zumindest nicht zu Löhnen die ihren Erwartungen nicht entsprechen oder in Arbeitsverhältnissen, die ihren sonstigen Ansprüchen nicht genügen – erscheint mir etwas wie die Solidarität der Staatsbesoldeten mit den Staatsalimentierten auf Kosten der Staatsfinanziers.
Darüber hinaus ist diese Ableitung zutiefst unsozial gegenüber denjenigen, die wegen physischer oder psychischer Handicaps, bzw. als allein erziehende Mütter mit kleinen Kindern, tatsächlich nicht arbeiten können: wenn die Finanzierung des Gesamtsystems durch immer weiter steigende Leistungen, einer wachsenden Zahl von Anspruchsberechtigungen und den Wegzug von immer mehr Leistungsträgern in Frage gestellt ist, sind sie es, die als Erste und am meisten darunter leiden.
antibuerokratieteam.net





Für den Faktencheck: Eine Familie mit zwei grösseren Kindern kann in München knapp 2’200 € an ALG II beziehen (mit Miete und Nebenkosten, cet.par. Kindergeld etc. – siehe http://www.muenchen.de/arge#toc6a). Würde einer in dieser Familie arbeiten gehen (können), müsste er “brutto” knapp 3’200 € verdienen, um auf den gleichen Nettolohn zu kommen (auf dem Brutto-Netto-Rechner des Vertrauens nachzuvollziehen). Dieses Gehalt entspricht ziemlich genau dem
durchschnittlichen Bruttoverdienst eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich in Deutschland im dritten Quartal 2009 (vgl. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/VerdiensteArbeitskosten/Bruttoverdienste/Aktuell,templateId=renderPrint.psml).
Fazit: Die Armutsgrenze liegt irgendwo über 100%…
Und genau der Druck auf Billiglöhne ist es, bei dem mir die Idee des Bürgergeldes gefällt, da einfach JEDER Deutsche einen Grundbetrag bekommt, der unabhängig von seinem sonstigen Einkommen ist.
Ist natürlich nicht durchsetzbar, da so etwas automatisch mit einer 10-Mann starken Behörde gemacht werden könnte und somit den riesigen Apperat abschaffen würde… Außerdem wäre es effizient und gerecht, also noch ein Grund es nicht zu machen ;)
Vor allem wäre es unbezahlbar.
Unions-Arbeitnehmer fordern niedrigere Regelsätze – eine vernünftige Stimme im parteiübergreifenden Chor der Sozialstaatspopulisten…
Wer arbeitet, soll mehr haben als der, der nicht arbeitet. Das ist unstrittig,vermute ich.
Ich meine: deshalb braucht man einen allgemeinen moderaten Mindestlohn.
Reiner Pragmatismus.
>> ” … zutiefst unsozial gegenüber denjenigen, die wegen physischer oder psychischer Handicaps, bzw. als allein erziehende Mütter mit kleinen Kindern, tatsächlich nicht arbeiten können”
enger zusammenhang eigentlich (sorry, falls zynisch), denn es gibt sie tatsächlich, die ‘gestörten’ hartz4_alleinerzieherinnen, die glauben, auch der ballett_unterricht gehöre zu den gesellschaftlich zu finanzierenden aufgaben – im sinne eines imho völlig vermessenen gleichheitsgebots mit dem coolen titel ‘contra diskriminierung’ …
was die frage aufwirft, wer oder was eigentlich schuld ist an dieser pervertierung des denkens, wonach verantwortung für den eigenen lebens_(ver)lauf (ausser in fortpflanzungsfragen ;) nicht mehr selbst zu übernehmen, sondern kostenpflichtig an ‘die gesellschaft’ abzuwälzen sei. populistische medien oder medienhörige politiker? ich jedenfalls kann bald nicht mehr unterscheiden, wer oder was in dieser mehrfach verhängnisvollen sache henne oder ei ist, bzw. wer den grösseren schaden anrichtete. obwohl’s eigentlich wurscht ist, wo er doch schon da ist …
volle zustimmung übrigens zu deiner auf das urteil bezogenen sicht der dinge,
Sehe ich ebenso.
Nein, braucht man nicht. Wer nicht arbeitet sollte auch nicht von den Arbeitenden alimentiert werden. So simpel ist das. Dann hat jeder der arbeitet automatisch mehr als jemand der nicht arbeitet.
Mit einem Mindestlohn sorgst du nur dafür, dass bald eine viel größere Zahl nicht mehr arbeiten wird (siehe den Text zu Samoa).
Ach, Regelsaetze, Lohnabstandsgebot: Das ist doch alles zusammen unmenschlich und unliberal. Buerokraten entscheiden, was zum Leben noetig ist und was nicht. Buerokraten entscheiden uber Kinobesuch und Schulhefte? Und Pauschalen sind eben pauschal und werden dem Individuum auch nicht gerecht?
Weg mit so einem System, oder? Entweder durch Regionalisierung oder Privatisierung. Charity, Second Hand, Kirche, Karitas vor.
Liebe Dagny, Antworten wie diese wollte ich mit meiner Anmerkung “zumindest nicht im real existierenden Deutschland des Jahres 2010” eigentlich vermeiden: Du hast natürlich im Grundsatz, im Sinne einer erstrebenswerten Utopie, Recht.
Aktuell geht es aber vorrangig darum, Schaden für alle aufgrund des von den Sozialisten in allen Parteien forcierten instutionalisierten “Moral Hazard” abzuwenden. Dazu verbünde ich mich lieber mit CDU-Arbeitnehmern, die eine Senkung der Regelsätze fordern, als mit Anakaps, die eh schon immer alles besser wussten.
Wenn Du siehst, dass ein Flugzeug in Richtung eines Berges steuert, versuchtst Du doch vernünftigerweise auch, zusammen mit anderen Passagieren, die Piloten darauf aufmerksam zu machen, anstatt dazu aufzurufen, die Türen zu öffnen und ohne Fallschirm abzuspringen, oder?
Ja, @achim. Im real existierenden System hast du recht. Nur erweisst sich dieses mit besagtem Urteil zunehmend als unreformierbar.
Also wenn man jetzt mal unterstellt, dass ein “moderater Mindestlohn” (neben den sonst üblichen erstreikten Lohnerhöhungen) auch zu einem allgemeinen Anstieg des nominalen Lohnniveaus führt, dann zieht dies entweder nach sich, dass andere Preise auch ansteigen. Denn der Faktor Arbeit ist nunmal ein erheblicher Kostenfaktor. Wer kann, überwälzt diesen Anstieg nämlich auf den Güterpreis. Oder wer das nicht kann, versucht Arbeit wegzurationalisieren, wegzuautomatisieren oder er lagert die Arbeit woanders hin aus oder macht seine Bude halt dicht.
Also weniger Arbeit oder ein gestiegenes generelles Preisniveau, das die Nominallohnzuwächse wieder auffrist, als Effekte.
Reiner Pragmatismus? Wohl eher Überschätzung der Steuerungsmöglichkeit des gesellschaftlichen Lebens “von oben”.
Das ist im Grunde die kommunistische Idee von der Befreiung des Menschen von den Nöten des Lebens. Pervers finde ich diese Idee eigentlich nicht, sondern druchaus nachvollziehbar. Nur die vermeintlichen Mittel dahin sind gelinde gesagt fragwürdig.
Eine kleine Anmerkung; das Bibelzitat lautet:
Wenn jemand nicht arbeiten *will*, so soll er auch nicht essen
das Wort “will” ist der kleine aber sehr wichtige Unterschied, der aus einem sozialen Gedanken einen unsozialen macht:
Wenn jemand nicht arbeitet, so soll er auch nicht essen: so wird es oft zitiert und das ist unsozial, denn es gibt nun mal Personen, die keine Arbeit haben (oder keine mit der sie genug erwirtschaften um sich selbst unterhalten zu können). Das BVerfG hat nun entschieden, dass diese Unterhaltshöhe plausibel zu berechnen ist. Ich bin gespannt, was herauskommt.
Eine andere Frage ist, ob ein solcher Bedarf höher ist als das, was manche Leute verdienen. Das kann man meiner Meinung nach nicht vermengen mit der Frage nach der gerechten Höhe eines Regelsatzes.
Ich glaube, das ist das ewige Missverständnis. “Anakap” (schreckliches Wort), so wie ich ihn verstehe, geht es nicht um eine “Utopie”, also um einen Gesellschaftsentwurf für die Zukunft. Gerade vor diesem Konstruktivismus wurde nun unzählige Male gewarnt.
Es geht höchstens um ein alternatives Verständnis für den Ist-Zustand. Eine andere Analyse, Beschreibung, was *ist*. Was zum Bsp. “Staat” ist. Ob dieses Ding tatsächlich so funktioniert, wie die meisten glauben. Ob er überhaupt halten kann, was viele sich davon versprechen. Wie Gesellschaft funktioniert, was Gesellschaft ist usw. usf. Im Grunde eine deskriptive Dekonstruktion, die Freiräume schaffen *könnte*. Wie diese Freiräume aber konkret gefüllt werden können, dazu schweigt man besser, jedenfalls als “Anakap”.
Genau. Deshalb hatte ich im Folgenden auch von der “der weiter gehenden Forderung” Bebels geschrieben…
[Klugscheissermodus=Off] ;-)
Dass Menschen, die arbeiten könnten, sich von denjenigen die arbeiten finanzieren lassen, halte ich per se für ungerecht, falls der Begriff Gerechtigkeit überhaupt etwas bedeutet…
… da die Abgrenzung, wer nicht arbeiten will und wer nicht arbeiten kann (z.B. auch aus psychischen Gründen, was oft unterschätzt wird) in der Praxis kaum bis überhaupt nicht möglich sein dürfte, habe ich hier aber trotzdem für eine soziale Mindestsicherung für alle auf niedrig(er)em Niveau plädiert.
Ich spar mir jetzt mal auf Deine AnKap-Phobie einzugehen und frage Dich lieber, was Du Dir von der Senkung der Hartz-IV-Regelsätze unter ceterum paribus Bedingungen, also wenn sonst alles gleich bleibt, einschl. Marktzutrittsbarrieren für in freien Märkten jederzeit Beschäftigung findende Menschen, die in einem verkrüppelten Markt jedoch NULL CHANCE haben einen Job zu finden! Und ich will nicht moralisieren, aber Fakt ist nunmal, daß die Hartz-IV-”Einkommen” real sowieso seit seiner Einführung (2005?) drastisch gesunken sind, u.a. wg. Infaltionssteuer, aber auch wg. korporatismus-induziertem Ansteigen von Heiz- und Mobilitätskosten etc.
Und wenn ich auf Krawall gebürstet wäre, würde ich jetzt noch das Alimentierungsfaß für den Dir und Deinen Westlern ans Herz gewachsenen militärisch-industriellen Komplex aufmachen, aber ich bin lieber still. ;-)
Vorstehende Frage richtet sich an , wurde irgendwie verschluckt.
Ich bin auch für diese Mindestsicherung, aber ich akzeptiere niemals, daß diese durch Zwang eingetrieben wird. Darum bin ich ja Left Libertarian (=Thick Libertarian), d.h. die kulturellen Rahmenbedingungen für eine (freiwillig!) solidarische Gesellschaft sind einem wirklichen Libertären niemals wurscht! Das unterscheidet mich schon von den “Eure-Armut-kotzt-mich-an”-Rechtslibertären und -Neoliberalen.
.
“– Sozialausgaben, die steigen und steigen –”
Logisch, dass die Sozialausgaben steigen.
Wie schnell das Stimmvieh doch vergisst, dabei sind seit der Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe – also der Hartz4-”Reform” – gerade mal 5 Jahre vergangen.
Erinnern wir uns:
Arbeitslosengeld (Alge) – Arbeitslosenhilfe (Alhi) – Sozialhilfe
Arbeitslosenhilfe (Alhi) erhielten diejenigen Arbeitslosen, die zwar länger als 1 Jahr arbeitslos waren, jedoch in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hatten, teilweise Jahrzehnte lang. Alhi wurde also aus VERSICHERUNGSBEITRÄGEN finanziert.
Sozialhilfe dagegen erhielten diejenigen, die _nicht_ in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hatten, entweder weil sie nicht arbeiten gehen konnten (z.B. aus Gesundheitsgründen) oder weil sie nicht wollten (“alter Sozialhilfeadel in der 3. Generation”). Diese Personengruppe wurde aus STEUERGELDERN alimentiert.
Seit der Hartz4-”Reform” jedoch wird der _ganze Batzen_ aus Steuergeldern bezahlt ohne Unterschied, ob jemand 30 Jahre lang brav Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt hat oder nie auch nur einen Finger krumm gemacht hat.
Das ist 1.) eine moralisch unsägliche Gleichmacherei von Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und nun, kurz vorm Rentenalter mit einem aus dem uralten Sozialhilfeadel in einen Topf geworfen werden.
Und 2.) Was passiert eigentlich mit den überschüssigen Versicherungsbeiträgen ? Ein Jahr lang hat der gerade arbeitslos Gewordene Anspruch auf “seine” Versicherungsbeiträge in Form von Alge. Der überwiegende Teil der abhängig Beschäftigten zahlt jedoch _Jahrzehnte_ lang ein, Arbeitgeberanteil inclusive. Da muss doch ein Riesenbatzen übrig bleiben.
Ich erinne mich dunkel, dass vor 3 bis 4 Jahren auch mal Berichte in den Medien kursierten, dass die Arbeitsagentur auf einem milliardenschweren Haufen dieser überschüssigen Beiträge sitzt (damals sogar im Zusammenhang mit der Überlegung der Agentur, mit diesen Geldern an der Börse zu spekulieren).
Daran muss sich doch noch einer von euch entsinnen können.
Seitdem hört man jedoch nichts mehr von diesem Thema. Da ist doch was oberfaul. Wohin versickern die Arbeitslosenbeiträge, derweil die _echten_ Arbeitslosen von Steuern alimentiert werden?
die idee an sich halte auch ich nicht für pervers, aber sie pervertiert das denken durch ihr totales absicherungsversprechen, das aus vielen gründen nicht einlösbar ist – von der gleichzeitig angestrebten gleich_heit gar nicht zu reden; die gibt es bestenfalls vor dem gesetz, sonst aber nicht.
wer das glauben machen will, der lügt oder verhält sich unverantwortlich, und das können populistische politiker und nebelkerzen werfende medien bekanntlich am besten.
Zum Thema Mindestlohn sehe ich schon das er notwendig wäre. Die Produktivität ist gestiegen, die Löhne gesunken S.19 [1] und dennoch gibt es 4, wahrscheinlich aber eher 5 Millionen Arbeitslose. Das sich Armut nicht wirklich objektiv messen kann ist schon richtig. Das wir uns den Daten der OECD Ländern in den letzten Jahren annähern ist aber auch nicht zu verkennen [2].
“Die Korrelation zwischen der Fähigkeit, Arbeitsplätze zu schaffen, und relativer Armut ist eindeutig. Die sogenannten Hartz-Reformen, die den Sozialhaushalt ja nicht verringerten, sondern erhöhten, haben nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, sie haben auch die relative Armut in Deutschland gesenkt.” Ohne jede Quelle wird dort behauptet. Das Hartz4 teuerer ist bestreitet niemand. Sollte es aber nicht preisgünstiger werden? Scheinbar ist diese Reform Schrott. Sie mit Halbwahrheiten zu untermauern ist unseriös. Denn eine Korrelation zwischen Arbeit und Armut ist nur dann gegeben, wenn die Arbeit auch vernünftig bezahlt wird. Wie sonst sollten in 3.Welt Ländern ohne Sozialsystem die Menschen überleben. Sie arbeiten, aber eben zu unglaublich miesen Bedingungen. In [3] noch mal kurz die Absurdität des Anreizsystems. Ich finde es sehr schön, dass Armut negiert wird. Sie könnte ja dem freiheitlichen System schaden.
[1]http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/VGR/EinkommensentwicklungVGR,property=file.pdf
[2]http://www.oecd.org/dataoecd/3/28/41531752.pdf
[3] http://www.weissgarnix.de/2010/02/06/theorie-vom-fehlenden-arbeitsanreiz-macht-keinen-sinn/
Wenn man sich so in der Geschichte umsieht, dann hat meistens Kapitalismus, Wachstum und freie Maerkte dazu gefuehrt, dass die Noete des Lebens weniger wurden. Nicht immer fuer alle in der selben Zeit, auch kommen neue Probleme hinzu, aber man kommt nicht umher zu konstatieren, dass es den armeren Menschen in Westeuropa heute deutlich besser als vor 20, 50, 150 Jahren geht.
Es ist darueberhinaus Unsinn, als Masstab fuer das untere Quantil der Einkommensverteilung auf das oberste Quantil zu zeigen und zu rufen ‘die Schere oeffnet sich’. Stattdessen sollte der Zeitvergleich des Quantils betrachtet werden. Wer 1950 noch den Grossteil seines Einkommens fuer einfache Lebensmittel aufwenden musste, kann sich heute Dinge leisten, die noch vor 15 Jahren als Top-Luxusgueter galten. Und gleichzeitig ist es nicht verwerflich, wenn sich andere Leute neue Statussymbole erschaffen. Ganz im Gegenteil, dies ist einer der Antriebe von Wachstum.
Ja. Lasst uns das Unmoegliche denken um etwas Realistisches zu erhalten. – Danke fuer Deinen Beitrag.
Sehe ich so wie Du. Wer in Zwangssysteme einzahlen muß, wird immer beschissen, sonst würde das System ja ohne Zwang bestehen können.
Interessant ist ja, daß Armut zumeist bei jenen Gütern/Dienstleistungen zu Buche schlägt, die der Staat, seien Subsysteme oder staatsnah kartellierte Korporationen bereitstellen. Selbst die Armen haben aber kein Problem sich mit Dingen zu versorgen, die der Markt bereitstellt. Staat macht arm!
“Armut” als “60% unter Durchschnittseinkommen” zu definieren ist schon mal blanker Willkür und besagt gar nichts. Armut mache ich an viel handfesteren Symptomen fest: Nicht genug zu essen zu haben, in zerlumpter Kleidung frierend herumlaufen, nicht zum Arzt gehen können etc.
All das, behaupte ich mal, gibt es in Deutschland nicht, und wo doch, ist nicht Hartz4 schuld. Auch wenn Hartz4 eine Missgeburt ist, die vielleicht mal gut gemeint, aber bestimmt nicht gut gemacht war.
“Scheinbar ist diese Reform Schrott.” Ich nehme an, Du wolltest sagen “Anscheinend ist diese Reform Schrott.” Bitte nicht “anscheinend” und “scheinbar” synonym verwenden! Mit besten Empfehlungen von Wolf Schneider und Bastian Sick! ;)
Man kann sich darüber streiten, ob 1 Jahr ALG I zu kurz ist.
Der grundlegende Gedanke der Reform ist allerdings völlig richtig. Die alte Sozialhilfe war im Grunde genommen Symbol staatlicher Resignation: wer Sozialhilfe bezog, hatte fast keine Chancen, einen Job zu erhalten, und wurde deshalb vom Staat alimentiert. Das ist heute grundlegend anders, und das ist eine gute Sache.
Prinzipiell stimmt das, aber praktisch werden “scheinbar” und “anscheinend” mittlerweile fast synonym verwendet. :-)
Es gibt sicher auch ganz praktische Gründe, die Grundsicherung nicht zu tief fallen zu lassen.
Ein ALGII Empfänger, der seine alimentierten Tage auf dem Sofa vor dem Flachbildschirm verbringt, ist gesellschaftsverträglicher als einer, der seine Versorgung dann etwas rabiater einfordert.
Und von verwahrlosten Kindern hat auch keiner was
Meine Güte! Wir können hier natürlich noch endlos Roland-Koch-Diskurse führen und vielleicht kommt auch noch der Vorschlag nach einem Wiederaufguß des Reichsarbeitsdienstes auf den Tisch! Mich würde es nicht wundern. Wenn Liberale der Mut zur kompromißlosen Verteidigung der Reinheit des Prinzips und die Charakterfestigkeit verläßt, werden sie irgendwie automatisch zu rechten Ekelpaketen. Statt am Hartz-Murks rumzuschrauben und mal mehr fördern und mal mehr fordern (je nach Kassenlage) wäre es angebracht endlich die Ursachen UNFREIWILLIGER Arbeitslosigkeit anzugehen, nämlich die unzähligen Interventionen des Staates in den Arbeitsmarkt. Aber dazu bräuchte man Eier, die man nicht haben braucht, wenn man bloß Hartz-IV-Empfänger runtermacht.
Oh, ich verstehe schon, ich bin wieder zu “fundi”! Dolles Argument! Jüngst, als es um die Hotelspenden-Debatte ging, erkühnte ich mich darauf hinzuweisen, daß nicht der Mehrwertsteuersatz für Hotels, sondern der generelle Mehrwertsteuersatz wieder von 19 auf 16 Prozent zu senken sich die FDP verpflichtet zu sehen habe, ausweislich ihrer Haltung zur damaligen Erhöhung in 2007. Mir wurde entgegnet: “Das war ja klar, daß Du gleich wieder mit Deinem anarchokapitalistischen Radikalismus mit sowas kommst, aber das steht jetzt nicht zur Debatte.”
Merke: Anarchokapitalismus = 16 Prozent Mehrwertsteuer. Mit Neoliberalen zu diskutieren, ist immer wieder eine Herausforderung.
So, bin fertig, wollte Euch mit meinem Fundikram nicht die harmonische Eintracht beim Abarbeiten an Hartz-IV-Schmarotzern kaputtmachen.
Bei den Langzeitarbeitslosen ist es heute “grundlegend anders”?
Du mußt nicht immer “Hier!” schreien, wenn von den Missetaten und intellektuellen Nachlässigkeiten der Ausgeburten des Pragmatismus die Rede ist! Wir wissen Dich auch so schon ganz gut einzuschätzen! ;-P
Dass eine Rückführung staatlicher Strukturen auf ein absolutes Minimum – in einer historischen Perspektive! – unmöglich ist, glaube ich nicht einmal, Dagny. Dass ein anarchistisches System ohne ein verlässliches Regel-Umfeld für den Einzelnen im sozialen Kontext möglich oder gar erstrebenswert ist, allerdings ebensowenig. Das hat überhaupt nichts mit einer “Phobie” zu tun, wie mir DDH unten unterstellt, sondern damit, dass ich eben kein Anarchist bin (auf einer existenziellen Ebene, als Mittelpunkt meines eigenen Universums, wohl schon – aber das ist eine andere Baustelle).
Ich will hier nicht schon wieder mit Hayek kommen, er hat diesbezüglich mit seinen Arbeiten zur sozialen Ordnung und zur kulturellen Evolution einiges erhellt, denke ich. Auch Ayn Rand zeigte ja an verschiedener Stelle, dass die völlige Abwesenheit staatlicher Ordnung Freiheit zerstören anstatt erweitern würde. Das Individuum in der Ur-Horde (und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche Anarchisten sich ebenso nach der heimeligen
“Eigentümergemeinschaft”Horde sehnen, wie die Sozialisten) war zutiefst unfrei und abhängig. Erst der Zivilisationsprozess hat Freiheit im Sinne von Schutzrechten des einen Indivduums gegen das andere ermöglicht.Aber meine Lästerei gegen Anakaps bezog sich nicht auf diese grundlegenden Differenzen, sondern eher darauf, dass ich etwas Knoblauch gegen die billige “Staazi!”-Masche auslegen wollte, die von manchen – keineswegs allen – aus diesem Spektrum kommt, wenn man wagt, für Diskussionen und Bündnisse mit Nicht-Libertären in “profanen Sachthemen” zu optieren (was IMHO nur funktionieren kann, wenn diese “da abgeholt werden wo sie stehen”, nicht wenn man sie pauschal als Büttel des Leviathans beschimpft und immer das Trennende anstatt von gemeinsamen Anliegen in den Vordergrund stellt).
Das Interessante dabei ist, dass z.B. Anakaps aus dem Hoppe/Paulista-Umfeld, wenn’s um eigene “Lieblingstopics” geht, durchaus bereit sind, ihre radikale Konsequenz abzulegen und den Ausbau von Grenzsicherungsanlagen gegen die “Ausländerflut” zu fordern oder die staatlichen Schulen verpflichten möchten, auch kreationistischen Bullshit im Unterricht zuzulassen. Und es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn “Linkslibertäre” dazu aufrufen, doch der Facebook-Gruppe “Support Gay Marriage” beizutreten – die sich dafür engagiert, dass eben jene Linkslibertären sich vor den Standesämtern vom verhassten Schweinesystem ihre Partnerschaft legitimieren lassen (können) *LOL*
Klar.
Das Grundproblem der Hartz-IV-Reform war, dass Rot-Grün keinen allgemeinen Mindestlohn eingeführt hat – nicht aus Bosheit, sondern weil die Gewerkschaften dagegen waren. Heute sind die Gewerkschaften dafür und tun so, als seien sie schon immer dafür gewesen. Das ist scheinheilig.
Wenn der Staat aber nun mal das Monopol über die Partnerschaftsregelung hat, kann man ja wohl verlangen, gleich behandelt zu werden. Natürlich wäre es logischer, als Anakap ausschließlich gegen dieses Staatsmonopol zu kämpfen, aber man hat schließlich nur ein (recht kurzes) Leben, und überhaupt müssen wir alle sehen, wie wir mit unserem Arsch an die Wand kommen.
Insofern kann ich DDH verstehen.
100% Zustimmung Adrian … aus genau demselben pragmatischen Ansatz ist doch mein Beitrag entstanden…
… trotzdem wird hier wieder von “Reichsarbeitsdienst” (ich sprach mich im Beitrag übrigens gegen eine Arbeitspflicht für Staatsalimentierte aus) und “Ausgeburten des Pragmatismus” geplärrt* und wir haben ne “Utopistenspinner!” vs. “Staatsknechte!” Debatte. Eigentlich wollte ich ja genau dies mit meiner Bemerkung zu den Anakaps vermeiden. Wohl ein klassischer Fall von “unintended consequences” *lol*
(*ok, es ist ja “nur” ddh, könnte man einwenden, aber seine etwas exaltierten Statements können IMHO durchaus exemplarisch für einen Teil der Szene stehen)
Check your premises! Der Regelsetzer übertritt doch selbst fortwährend die Regeln, die zu überwachen er eingesetzt wurde. Mann kann einem Auto auch nicht vorwerfen, daß es nicht fliegen kann und genauso wenig kann man einem Staat moralisch ankreiden, daß er individuelle Freiheitsrechte permanent (über das Ausmaß entscheiden Zufälligkeiten und kulturelle Mentalitäten, nicht Strukturen!) verletzt. Er kann gar nicht anders! Es liegt an der logischen Struktur. Ständiges Auswechseln und Verdammen des Personals ist ein kindischer Affekt.
Wenn Schmidt, Meier und Schulze 3 üble Halunken sind, die sich gegenseitig an den Kragen wollen (konservatives Menschenbild, negative Anthropologie), dann ist es schlicht hirnrissig zu sagen, “Okay, dann geben jetzt Schmidt und Meier ihre Waffen und sonstigen Mittel zum Selbstschutz an Schulze und der verspricht ihnen aber schriftlich, sie nur nicht-aggressiv einzusetzen.” Ich meine, wie naiv kann man sein?
Das A’Team feiert Geburtstag – Glückwunsch! – und wenn ich zurückblättere dann liest es sich bei den vielen von Euch abgehandelten Themen seit Jahren wie ein einziges Dementi des eigenen Credos: nämlich daß es einen Staat, der in Übereinstimmung mit liberalen Prinzipien (Life, Liberty, Property) überhaupt geben kann.
Regeln von einem Regelbrecher aufrechterhalten zu wollen ist widersinnig!
“Verwundbare, geisterhafte Gestalten irren durch die Flure der Arbeitsämter dieser Republik, in denen seelenlose Menschmaschinen ihnen erklären, dass die Aktenlage leider nicht zulässt, dass man sich ihres Schicksals erbarmt. Ärztliche Gutachten über die Arbeitsfähigkeit werden höher bewertet als die offensichtlich durch „Mark Eyeball“ zu erlangende Erkenntnis, dass der „Kunde“ vor einem an einem Bein amputiert ist. Man täusche sich ja so oft, erklärt der Beamte mit Unschuldsmiene, wogegen das ärztliche Urteil das einer Fachkraft und im Allgemeinen verlässlich sei.
Es ist die schmerzhafte Surrealität solcher Szenen, die de Lapuente vor dem Leser ausbreitet und die diesen so in seinen Bann schlagen. Doch nicht nur der seelenlosen Bürokratie der Arbeitsämter als solcher widmet sich der Autor, sondern sein zurecht idealistischer Kreuzzug streitet auch engagiert wider das bürgerliche Vergessen, wider das, was ich hier als Auschwitz-Mentalität subsumiere. Die Leichtigkeit, mit der ihm es gelingt, die Selbstrechtfertigung eines ehemaligen Hartz-Beamten in einem postrevolutionären Deutschland genau nach der eines KZ-Wächters klingen zu lassen, der immer noch nicht zu erkennen vermag, warum „was damals Recht war, heute Unrecht sein kann“, ist beeindruckend und regt zu tiefem Nachdenken an. Der Übergang von diesem Topos zur Frage des allgegenwärtigen deutschen Ausländerhasses ist fließend.”
Hammer!
Vielleicht wollten sie nicht mehr Arbeitslose als ohnehin schon. Wäre ein nachvollziehbarer Grund.
Ich hab doch den Grund genannt.
@Culatello
Leider stimmt deine Grundannahme nicht:
Arbeitslosenhilfe war keine Versicherungsleistung und wurde dementsprechend auch aus Steuermitteln finanziert.
*kartenhausbeimzusammenfallenzuschau*
Stimmt *mitderhandvordenkopfschlag*
Wie konnte ich nur einen Augenblick lang annehmen, die wären an niedrigen Arbeitslosenzahlen interessiert gewesen. Sind sie ja heute auch nicht.
Davon kann ich im Kommentarbereich aber nichts lesen.
… und mehr Cash auf die Kralle für lau verhindert nochmal genau wie die Verwahrlosung?
Ein weiteres Grundübel be Rot Grün war, das sie zwar fordern wollten, die Förderung aber ein wenig zu kurz kam. Ich kann natürlich verlangen das alle Arbeiten, aber wenn ich nicht genug vernünftige Arbeit habe nützt das herzlich wenig. Durch diesen “Arbeitszwang” (sonst gibt es Kürzungen) wurde massiv in den Markt eingegriffen und die Löhne gedrückt. Wo ist da der Aufschrei der liberalen Seite? Gibt es einen Eingriff in die positive Lohnrichtung darf man es nicht machen, in die negative schon? Wo steht das geschrieben?
Bist du zufällig mit Roland Koch verwandt?
http://www.weissgarnix.de/2010/02/06/theorie-vom-fehlenden-arbeitsanreiz-macht-keinen-sinn/
Einfach mal lesen und nachdenken.
Doch.
Alhi wurde aus dem Topf der Versicherungsbeiträge gezahlt.
Nur aus diesem Grunde konnte die Agentur nach 2005 ja den milliardenschweren Haufen “überschüssiger” Gelder vermelden.
Die Kernthese des von Dir verlinkten Beitrags
besteht den Reality-Check nicht völlig: sie sollte heissen
Das Arbeitsangebot wandert also in den Schwarzmarkt ab. Dies ist der Grund, warum imho nicht nur der Lohn-Abstand (durch Senkung der Alimentierung für Arbeitsfähige) erhöht werden muss, sondern gleichzeitig bessere Zuverdienstmöglichkeiten nötig sind.
Da fehlt m. E. der wesentliche Teil: Weiß geht offenbar davon aus, daß es neben den (niedrigeren) Regelsätzen dann auch wieder die diversen Zuschüsse für Sonderprobleme (Kühlschrank kaputt …) geben wird. Nicht gesagt, daß es in Summe dann weniger Geld gibt.
Das ist eine falsche Darstellung des FDP-Bürgergelds — es ist von der Natur her kein Grundeinkommen. Das Bürgergeld ist einfach eine negative Einkommensteuer, d.h. der Grundfreibetrag wird abgezogen vom zu versteuernden Einkommen (sowie jetzt auch), aber die Differenz bei jemandem mit einem Einkommen unterhalb des Freibetrags ausgezahlt. Das heißt niemand bekommt Geld, wenn er mehr als den Grundbetrag verdient. Die 40 Mrd., die jetzt in Hartz-IV von der Bundesagentur für Arbeit verteilt werden, werden in Zukunft von den Finanzbehörden verwaltet. Das kann man ausgabenneutral machen und hat den Charme, eine Behörde zu sparen.
Wenn der so hoch wäre wie Hartz-IV (Grundleistung + Miete und Heizung), dann wär der Effekt gleich null. Sowohl in Hinblick auf Armutsprävention und Arbeitsmarkt. Wenn er höher wäre, dann würden weniger einen Job finden und der Druck auf den Sozialstaat steigen.
Du bist auf dem Holzweg. Einfach mal googeln oder bei Wikipedia nachschauen.
Habe ich gemacht.
Bei Wiki steht: “Die Leistung wurde von den damaligen Arbeitsämtern (heute Bundesagentur für Arbeit) im Anschluss an das Arbeitslosengeld ausgezahlt und galt als Versicherungsleistung. Die Mittel wurden jedoch vom Staat aus Steuergeldern finanziert.”
und weiterhin:
“Da die Arbeitslosenhilfe als Versicherungsleistung definiert war, hatten nicht alle bedürftigen Arbeitssuchenden einen Leistungsanspruch.”
Ich konstatiere also: nicht überall, wo Versicherungsleistung draufsteht ist auch Versicherungsleistung drin.
Und ich sehe mein Kartenhaus wirklich gern zusammenfallen, weil die Hartz4-Reform unter diesem Aspekt betrachtet doch nicht ganz so unlauter ist wie bisher angenommen.
Nein. Man hat keinen Anspruch darauf, das Geld, das man einst einzahlte, wieder zu erhalten. Worauf man Anspruch hat, ist, Hilfe vom Staat zu erhalten. Die Höhe dieser Hilfe ist eine politische Entscheidung, wobei einige Faktoren vom Grundgesetz vorgegeben werden.
“bessere Zuverdienstmöglichkeiten” ist das das gleiche Gedankengut das gegen Subventionen hetzt? Wenn zu Hartz 4 Geld verdient wird entspricht das im Endeffekt einer Lohnsubvention für den Unternehmer. Er erhält Arbeit die teilweise vom Staat finanziert wird.
Zum Schwarzmarkt hätte ich gerne mal zahlen. Sicher wird einiges dort hinzuverdient, aber die Größenordnungen würde ich gerne sehen. Ich vermute mal der Anteil gar nicht so groß ist.
Man erhält die Hilfe nicht vom Staat: Man erhält die Hilfe von denen, die der Staat teilenteignet um diese Hilfe auszuzahlen. Und das ist inakzeptabel!
Falsch. Er bezahlt dem Arbeiter soviel Lohn, wie dessen Arbeit auf dem Markt wert ist.
Der Arbeiter bekommt in Form einer negativen Einkommenssteuer den Rest zum Lebensunterhalt (z.B. für seine Wohnung) und zusätzlich Unterstützung für seine Kinder (weil sie ein Recht auf Existenzsicherung haben).
Aber vielleicht sinkt ja durch die Subvention der Wert der Arbeit auf dem Markt (aufgrund steigendem Angebots), wodurch indirekt der Unternehmer subventioniert wird ?
Der Staat fungiert als Durchlauferhitzer. Gut erkannt, Sherlock. :)
“Falsch. Er bezahlt dem Arbeiter soviel Lohn, wie dessen Arbeit auf dem Markt wert ist.”
Das ist nicht korrekt. Er bezahlt dem Arbeiter die Summe, für die der Arbeiter zu arbeiten bereit ist.
Mindestens.
ein weiterer Punkt war das verschieben:
Sozialhilfeempfänger wurden von den Gemeiden mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen beschäftigt bis sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten, und dann entlassen.
Da das Arbeitslosengeld bei längeren Bezug sank gings dann früher oder später zurück in die Sozialhilfe, bis zur nächsten ABM…
Ein weiterer Punkt der bei Hartz IV vergessen wird:
Viele die vor Hartz IV Sozialhilfe bezogen hatten sind ledige Mütter gewesen.
Vater hat sich verpisst und zahlt natürlich keine Alimente, dafür zahlt Vater Staat. Denen ging es damals nicht umbedingt besser, da man für jeden Scheiß Anträge ausfüllen mußte.
Exakt.
Die Summe, “für die der Arbeiter zu arbeiten bereit ist”, repräsentiert nur die eine Seite der Medaille, nämlich die Arbeitsangebotskurve. Hinzu kommt aber die Nachfragekurve der Unternehmen, die der Grenzproduktivität der Arbeit entspricht.
Deshalb hat stefanolix mit dem Markt völlig recht.
Die zusätzliche Unterstützung verschiebt die Arbeitsangebotskurve nach unten. Bei gleichbleibender Nachfragekurve sinkt der gezahlte Lohn und die Menge der geleisteten Arbeit steigt (immer ausgehend vom bereits realisierten Gleichgewicht). Das ist wohl so ziemlich der gewollte Effekt: Dadurch, dass Arbeiter auch zu geringeren Löhnen arbeiten können, ohne materielle Einbußen zu erleiden, sinkt die Arbeitslosigkeit.
Zu einer Verschiebung der Nachfragekurve kommt es hingegen trotz einer weit verbreiteten Annahme nicht, insofern kann man auch kaum von einer Subvention der Unternehmen sprechen. Damit, dass eine andere Preis-Mengen-Kombination auf der gegeben Kurve realisiert wird, ist keine Besser- oder Schlechterstellung verbunden.
Ich muss mich korrigieren: Die Nachfragerrente steigt natürlich durch die Verschiebung der Kurve. Aber so wie ich das sehe, allerdings auch die der Anbieter, und zwar bei typischem Verlauf der Kurven fast komplett um die Höhe der Zusatzleistung. Ich bin jetzt zu faul, das genauer nachzurechnen ;-)
Insofern: Besserstellung ja, aber überwiegend nur indirekt.
Da bin ich ja mal gespannt, wie du jetzt den Beleg dafür konstruieren willst, dass das an der Abwesenheit eines sozialen Sicherungssystems gelegen hat und nicht an der Anwesenheit eines Innovationen und Fortschritt fördernden Marktes. Immerhin schließen diese beiden Dinge sich ja nich aus, oder meintest du, dass die Tatsache, dass der Staat seine schwächsten Mitglieder am Verhungern hindert, bewirkt, dass am anderen Ende der Leistungsskala ein Haufen potentielle Entdecker, Erfinder und Nobelpreisträger beschließen, sich auf die faule Haut zu legen? Da könnte ich ja eher noch die glatt gegenteilige Kausalitätsbeziehung “herleiten”: Kapitalismus gibt’s seit mehreren hundert Jahren, aber erst vor einigen Jahrzehnten ist man dazu übergegangen, Leute, die sich nicht selbst versorgen können oder wollen, und die keine private Unterstützung erhalten, nicht mehr ausweglos krepieren zu lassen. Seitdem hat sich der Fortschritt noch stark beschleunigt…
1. Ohne Sozialstaat müssen heute und mussten früher Menschen verhungern.
2. Mit Sozialstaat muss niemand hungern (es sei denn, man will es so).
Was ist erstrebenswerter?
> Das ist doch alles zusammen unmenschlich
Ganz und gar nicht.
> und unliberal
Weiß ich nicht. Aber wenn das die Liberalismus-Gralshüterin Dagny festlegt, dann ist das wohl so.
Weil du als Sozialdemokrat ja soviel Ahnung von Freiheit hast.
1. In der DDR hatten alle Menschen Arbeit.
2. Außerhalb der DDR gibt es Arbeitslose.
Was ist erstrebenswerter?
Schenkt euch doch diese künstlichen Debatten.
1. Es hat nie einen funktionierenden Kapitalismus ohne Staat gegeben.
2. Damit, dass keiner verhungern soll, kann man ernsthaft einen Wohlfahrtsstaat bundesdeutscher Prägung nicht rechtfertigen.
Wolkenkuckucksheime kann man sich stundenlang um die Ohren hauen, aber das ist nichts anderes als “jüdisches Poker” (mal bei Ephraim Kishon nachlesen).
Wenn wir mal aude’s Beispiel von oben nehmen, bedeutet das einen Mindestlohn von 20€/h, damit es sich finanziell nicht lohnt, zum Amt zu rennen… meinst du das mit Moderat?
Oder erweist sich der “allgemeine Mindestlohn” dann doch als eher unpraktisch, weil wir in Deutschland kein allgemeines Preisniveau haben?
Ein Mindestlohn von 20€ würde im Nordosten Deutschlands eine Arbeitslosigkeit biblischen Ausmaßes hervorrufen (in Bayern wären’s wohl nur ein paar Zehntausend).
Oh, da isser verschnupft, der Freiherr.
20€ sind nicht moderat.
7,50€ halte ich für eine sinnvolle Duftmarke. Außerdem sollte er nicht vom Parlament, sondern von einer Kommission aus Arbeitgebern, Wissenschaft und Gewerkschaften ausgehandelt und angepasst werden, genau wie in Großbritannien.
Hat er nicht. Nummer eins man kann ja Lohnsubvention gerne auch negative Einkommenssteuer nennen, aber es bleibt eine Subvention.
Was passiert im Endeffekt, wenn ich künstlich die Löhne drücke. Nummer eins schaffe ich keine Arbeit die nicht schon da wäre. Die Firmen werden ja nicht plötzlich jemanden einstellen bloß weil er billig ist. Er würde eventuell als Alternative zu einer Maschine eingestellt. Das führt dazu, dass weniger Maschinen produziert werden und dort im Gegenzug Probleme entstehen.
Geht dies nicht (weil es keine Maschinen gibt) müssten eben höhere Löhne gezahlt werden, denn offensichtlich ist die Arbeit dann mehr Wert. Jetzt zu sagen, dass alle Firmen auswandern ist Quatsch. Denn der Niedriglohnbereich ist im wesentlichen auf dem Binnenmarkt präsent. Bei der aktuellen Schere der Unternehmensgewinne und der Lohneinkommen kann mir auch keiner erzählen, dass es in Deutschland in den letzten Jahren so schlecht lief und keinerlei Spielraum wäre.
In einem Blog in dem der freie Markt propagiert wird verstehe ich nicht wie solch ein Markteingriff zu verteidigen ist.
Wie gesagt alles was die Löhne positiv beeinflusst wird hier auseinandergenommen. Subventionen für Unternehmen und Lohndumping akzeptiert. Das ist ganz schön scheinheilig.
Richtig, eine Abschaffung des Kündigungsschutzes und Deregulierung des Arbeitsmarktes würde die Arbeitslosigkeit senken und Bürokratie abbauen. Bevor man bei den Menschen spart sollte man das System sanieren.
“Die Firmen werden ja nicht plötzlich jemanden einstellen bloß weil er billig ist. ”
Selbstverständlich werden sie das. Wenn sie dann Waren oder Dienstleistungen verkaufen können, die zu höheren Produktionskosten den Kunden zu teuer wären.
7 Euro 50? Da werden sich diejenigen aber freuen, die bei solchen Mondpreisen noch Arbeit finden. Ein Mindestlohn ist zutiefst ungerecht und widerspricht jedwedem Prinzip von Freiheit und Marktwirtschaft.
Falsch. Die Mehrheit hatte offiziell einen Arbeitsplatz. Arbeit hatte in vielen Betrieben nur eine Minderheit.
Die Arbeitslosen der DDR haben eben überwiegend nicht zu Hause gesessen und gesoffen sondern auf Arbeit. Da soff es sich auch viel schöner in der ganzn kuschligen Brigade. Und auf dem Heimweg hat man nach den Muntermachern noch schnell aus dem Lager geklaut, was nicht niet- und nagelfest war.
Abgesehen davon gab es aber auch offen sichtbare Obdachlosigkeit, etc. Ich bin jeden Tag auf dem Schulweg an den Alkis vorbeigekommen.
Vor wichtigen Terminen, wenn sich Westpresse in das Nest zu verlaufen drohte, gab es dann Razzien. Da wurden die offen Arbeits- und Obdachlosen einkassiert und ein paar Monate ins Gefängnis verfrachtet.
Und was schmeckt dir nicht an dem Preis, den die betroffenen Menschen selber aushandeln? Duftet nicht gut genug?
Wieso muss da so ein diktierender Kreis um Millionen Menschen gezogen werden? Wieso diese Anmaßung?
Und wenn man schon dabei ist, warum den Kreis nicht noch viel größer ziehen? Wozu britische Extrawürste? Wie wär’s, wenn sich die ganz schlauen Köpfe mit den feinsten Preisschnuppernasen aus Europa zusammensetzen und einen Mindestlohn für ganz Europa “aushandeln” würden? Oder gleich einen weltweiten Mindestlohn. Das wär doch die sozialistische Utopie überhaupt. Nägel mit Köpfen.
In der Technik oder Numerik gibt es dafür, was dabei herauskäme, einen hübschen Begriff: Artefakt.
Also ein durch eine Methode selbst erzeugtes Störmuster, das mit dem betrachteten Gegenstand gar nichts mehr zu tun hat.
Mal ein kleines Beispiel. Wenn man auf einem Computerbildschirm eine Linie darstellen will, dann muss man mit dem Umstand zurandekommen, dass man nur eine diskrete, endliche Zahl von Bildpunkten hat, man also eigentlich gar keine Linie ziehen kann. Man kann nur eine Art Treppe, die einer Linie angenähert ist, per Algorithmus(Bresenham) berechnen. Und je gröber die Auflösung, umso weniger hat das Ganze noch mit einer Linie zu tun. Am Ende, wenn man die Auflösung immer weiter vergröbert und man nur noch einen einzigen Bildpunkt übrig hat, dann ist die Artefaktbildung so massiv, dass der dargestellte Punkt alles mögliche sein könnte. Man könnte nicht mehr sagen, was man da eigentlich darstellen wollte. Eine Kreis. Eine Linie. Irgendein Bild. Die Methode kippt ins völlige Artefakt um. Und so ist es auch mit dem “Verhandeln”, mit der Preisbildung.
Etwas, was sogar ein Che irgendwie am Ende geahnt hat: s. http://www.lewrockwell.com/orig/stromberg3.html
Und du glaubst wirklich, dass ich mit meinem Kommentar die Beschäftigungspolitik der DDR loben wollte? Lern lesen!
“20€ sind nicht moderat.”
Du hast aber geschrieben, dass jeder, der arbeitet mehr haben soll, als jemand der nicht arbeitet. Das klappt mit 7,5€ nicht, außer man senkt die Leistungen an Transferempfänger, was du ja (vermutlich) auch nicht willst… na was denn nun?
“Außerdem sollte er … von einer Kommission aus Arbeitgebern, Wissenschaft und Gewerkschaften ausgehandelt und angepasst werden.”
Oh… mein… Gott…
Wir beide müssen einfach von verschiedenen Planeten kommen.
Gegenvorschlag: Gründen wir doch für jeden Markt eine Regulierungsbehörde, die von den unfähigsten Leuten geführt wird (Arbeitgeber, Wissenschaftler und Gewerkschaftler) und alle Preise festsetzt. Das ist wahrlich der Weg ins Paradies, in dem jeder Mensch frei und unbeschwert sein Leben genießen kann.
Man erkläre mir bitte nochmal das Prinzip, aus dem hervorgeht, warum jemand der nicht arbeitet Anspruch auf das Geld arbeitender Menschen haben sollte.
“Das klappt mit 7,5€ nicht”
Doch.
“Wir beide müssen einfach von verschiedenen Planeten kommen.”
In Großbritannien funktioniert diese Kommission wunderbar.
Lern lieber erstmal denken und schreiben.
Wir haben in Deutschland eine “Soziale Marktwirtschaft”, auch wenn das viele für ein unsinniges Relikt der Vergangenheit halten…
“Soziale Marktwirtschaft”:
– Wie, Sie wollen gar nicht ARD und ZDF schauen? Egal, wir leben in einer Sozialen Marktwirtschaft, da müssen Sie dafür zahlen.
- Was, Sie wollen mir Ihren Steuerngeldern nicht die NPD finanzieren? Pech gehabt, wir leben in einer Sozialen Marktwirtschaft, da müssen Sie dafür zahlen.
- Bitte, Sie finden es doof, dass mit Ihrem Geld die städtische Oper finanziert wird, obwohl Sie lieber ins Kino gehen? Wen juckt das, wir leben in einer Sozialen Marktwirtschaft, da müssen Sie dafür zahlen.
- Und dann wollen Sie Ihr Geld auch noch in eine Sozialversicherung anlegen, die Sie sich ausgesucht haben? Kommt nicht in Frage, wir leben in einer Sozialen Marktwirtschaft, da wird gemacht, was die Partei glaubt, was andere als Sie selbst wollen.
Das Leben ist kein Ponyhof.
Ach ja, die Arroganz der Macht.
kein anspruch, sondern angemessene + erfüllbare erwartung !
nehmen wir adam & eva. die waren bereits erwerbstechnisch aufeinander angewiesen: sie besorgte den apfel – den er ass … apfel als geld_wert genommen und mit der behauptung verbunden, dass apfel_pflücken arbeit ist, essen aber nicht. und dass adam aus irgendwelchen gründen nicht in den baum klettern konnte. sollte sie das stück obst deshalb alleine aufessen und ihn hungern lassen? schon eva wusste anscheinend von ‘menschensystem_relevanter’ tätiger empathie ;-)…
dir zuzuhören, freiherr markt, bzw. mitzulesen, wessen du dich entäusserst, enthüllt den unverschämt naiven charme der lehre vom … ja, was eigentlich? anarchokapitalismus kann’s nicht sein, denn der kennt auch eine ethik. was isses dann, was mich derart betört ;-) ?
(ach, ‘abtörnt’ wollte ich ja schreiben, aber egal … )
Welche Macht bitte? :S
Grundgesetz, Würde des Menschen, Sozialstaat, etc.
Mal abgesehen davon, dass deine Bibelexegese völliger Unsinn ist: Eva hat sich in deinem Beispiel selbst entschieden, Adam etwas abzugeben. Es ist nicht Gott (oder der Staat) gekommen und hat gesagt: “Du musst ihm etwas abgeben!”
Ethik kenne ich übrigens sehr wohl. Ethik entsteht, wenn Menschen die Wahl haben ob sie anderen helfen wollen oder nicht. Nur aus freien Stücke gewehrte Hilfe ist tatsächlich Hilfe. Hilfe die durch staatlichen Zwang gewehrt wird ist nicht ethisch.
Was das statistische Bundesamt da ausrechnet, weiß ich nicht, es hat mit der Realität aber wenig zu tun. Selbst Informatiker werden oft genug mit dem genannten Durchschnittsgehalt abgespeist. Und den Informatikern geht es vergleichsweise gut.
Womit sie dann mehr verkaufen, mehr Gewinne machen und… mehr Leute einstellen werden.
Höhere Nachfrage an Arbeitskräften, steigender Lohn.
Für den Faktencheck: das ist Unfug.
Google mal nach “Aufstocker”.
>>Nur aus freien Stücke gewehrte Hilfe ist tatsächlich Hilfe.”
mal abgesehen davon, dass diese aussage sich bezüglich ihrer konsistenz im freien fall befindet, kann ich mir hilfe ‘aus freien stücken’ bereits unter frei_willigem hinzuziehen von vernunft vorstellen …
p.s.: ‘gewährt’ (von ge_währ) schreibst du (wie gegen_wehr) mit ‘e’ … ein freud’scher verschreiber ;-) ?
UK ist nun ein Paradebeispiel dafür, wie sozialdemokratische Politik ein Land innerhalb kürzester Zeit in den Ruin führen kann…
…die haben in den letzten Jahren (vor Allem nach Ausbruch der Finanzkrise) so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann, was sich prima am Kurs des britischen Pfunds ablesen lässt.
Diese Regierung würde ich an deiner Stelle nicht als Paradebeispiel anführen ;)
Und nebenbei die Freiheit der Briten mit viel viel Überwachungsstaat beschränkt. Wundert es dich, dass der Sozialdemokrat so begeistert ist von dieser Regierung??
@Rayson
Dann muss die Nachfrage aber da sein. Fehlt sie nützt der Preis nur sekundär. “Autos kaufen keine Autos” Henry Ford.
Beide Seiten müssen beachtet werden. Wir haben keine lineare Wirtschaft sondern ein Kreislaufsystem. Dein Ansatz ist zu kurz gefasst. Wenn es so super funktionieren würde, warum stagniert seit Jahren der Binnenkonsum? Sicher nicht weil die Löhne zu hoch sind.
@chriwi
Gerade weil individuelle Handlungen weitere Auswirkungen auf andere volkswirtschaftliche Größen haben, ist es besonders wichtig zu untersuchen, wie es mikroökonomisch zu welchen Handlungen kommt.
Unternehmen stellen ein, wenn sich die zusätzliche Arbeitskraft für sie rechnet, sich also durch sie ein Mehrgewinn ergibt. Der Lohn der neuen Arbeitskraft kann für das Unternehmen nur als Kostenbestandteil gelten, es wäre ein Zeichen betriebswirtschaftlicher geistiger Umnachtung, sich davon (statt von der Arbeitsleistung) einen Mehrgewinn zu versprechen.
Dass über zig volkswirtschaftliche Anpassungsprozesse hinweg die Kosten des einen Unternehmens die Nachfrage des anderen sind, kann und muss dem einzelnen Wirtschaftssubjekt bei seinen Entscheidungen egal sein. Die Anpassungen ergeben sich ex post eh automatisch. Diese Entscheidungsprozesse in einem politisch gewünschten Sinn manipulieren zu wollen, dürfte mehr Schaden als Nutzen stiften.
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Wenn zu hohe Löhne zu Arbeitslosigkeit führen, sicher doch.
Halllo
Ich finde dieser Blog spircht vielen aus der Sele. Wenn jemand nicht arbeitet soll er auch nix dafür bekommen. Wenn man anschaut wie wenig man in Amerika Arbeitslosengeld bekommt… und dort muss man auch nicht verhungern. Aber dann kann man als Arbeitsloser eben kein Auto mehr haben.