Mindestlohn ruiniert Samoa
Auf einen interessanten Bericht uber American Samoa hat mich David von Freedom & Whisky aufmerksam gemacht. Die Zusammenfassung lautet auf deutsch:
In American Samoa war Thunfischverarbeitung der groesste Arbeitgeber. Sozialisten in Washington haben ein Gesetz erlassen, welches auf American Samoa den nationalen, Festlands-Mindestlohn einfuehrte.
Infolge dessen mussten einige der Dosenfabriken schliessen und wurden aufs Festland verlegt, da der Preisvorteil auf Samoa, der sich aus den dort niedrigeren Lebenshaltungskosten ergab, nicht mehr gegeben war. Damit nicht genug: Die Schiffe, die den in Dosen gepackten Thunfisch von Samoa abholten, brachten am Hinweg guenstig Lebensmittel mit. Jetzt fahren die Schiffe nicht mehr so oft nach Samoa, da es dort ja keinen Thunfisch zu transportieren gibt. Der Transport von Lebensmittel ist daher teurer geworden und die Lebenshaltungskosten sind infolge dessen massiv gestiegen.
So the Samoans lost their jobs and had their cost of living increased. Thanks government!
(Im Video Peter Schiff, Kandidat fuer den Senat)








“…auf American Samoa den nationalen, Festlands-Mindestlohn einfuehrte.
Infolge dessen mussten einige der Dosenfabriken schliessen und wurden aufs Festland verlegt, da der Preisvorteil auf Samoa, der sich aus den dort niedrigeren Lebenshaltungskosten ergab, nicht mehr gegeben war.”
Wirtschaftlich nicht nachvollziehbar. Durch die Verlagerung auf das Festland erfolgte lohnkostenmäßig keinerlei Einsparung. Das sieht eher nach einem Exempel der Unternehmungen aus: “So, das habt ihr jetzt von euren Forderungen!”
Der Lohnkostenvorteil in American Samoa ist ein Vorteil, der gegen etwaige Nachteile aufgewogen werden muss, wie etwa lange Transprtwege. Niemand, v.a. keine privaten Firmen haben Geld zu verschenken: Die Mindestlohneinfuehrung uber Marktniveau hat die Kostenrechnung der alten Fabrik in die Hoehe getrieben, so dass sie unrentabel wurde. Die neue ist wohl weitgehend automatisiert und naeher am Endkunden, vermute ich. Laut Wikipedia ging es um rund 2000 Arbeitsplaetze bei 5000 Jobs insgesammt auf American Samoa.
Man “Produktivität”.
Ich habe ja nun schon ein paar Unternehmen von innen erlebt, aber seltsamerweise war noch keins darunter, dass sich selbst ins Knie geschossen hätte, um an irgendjemandem irgendwelche Exempel zu statuieren.
Manche Logik ist auch gar zu beliebig. Einmal ist der Kapitalismus böse, weil Konkurrenz nur die schlechten Triebe im Menschen weckt, und ein anderes Mal handeln die Unternehmen plötzlich problemlos konzertiert, um politische Ziele durchzusetzen.
Man “Produktivität”. ???Nix kapier?
Geht’s auch in _ganzen_ Sätzen?
Außerdem hätte das Unternehmen sich weder theoretisch noch praktisch ins Knie geschossen, denn es hat ja durch den Standortwechsel nichts verloren (der Umzug selbst wird doch wohl direkt oder indirekt steuerlich abgesetzt werden können).
Ich versuche es mal: Wenn wir von einem Wettbewerbsmarkt ausgehen, wird in American Samoa so lange produziert, bis die Grenzkosten, also die Kosten jeder zusätzlich produzierten Einheit, denen auf dem Festland ensprechen. Wäre diese Bedingung nicht erfüllt, würden die Anbieter Gewinne liegen lassen. Damit diese Bedingung aber erfüllt ist, müssen exisitierende Lohnkostenunterschiede durch andere Dinge wettgemacht werden. Das könnten z.B. die Transportkosten sein, aber die sind bei großen Mengen vergleichsweise gering. Wahrscheinlicher ist, dass die Fabriken auf dem Festland über eine höhere Produktivität aufgrund einer besseren Kapitalausstattung verfügen (dagny hat schon drauf hingewiesen). Wenn nun die Lohnkosten auf American Samoa wegen des Mindestlohns steigen, sind sie womöglich zwar immer noch niedriger als die auf dem Festland, aber durch die jetzt schlechtere Produktivität wird die Produktion auf dem Festland rentabler.
Das ist übrigens genau das Problem, das sich auch stellt, wenn man losgelöst von Produktivitätsgewinnen aus sozialen Gründen die Arbeitskosten in den sog. Sweat Shops erhöht: Die Produktion in reicheren Ländern rechnet sich wieder.
Du hattest doch unterstellt, dass die Produktion auf dem Festland sich nicht rechnen würde. Übrigens sind auch Ausgaben, die in einer Einkommensbesteuerung selbstverständlich nicht als Gewinn zählen können, Ausgaben: Die Knete ist weg. Eine Steuerminderung tröstet da eher wenig. Frag den Insolvenzverwalter deines Vertrauens.
Die Dosenfabriken wurden aufs Festland verlegt, die Abgeordneten vom Festland, die für den Mindestlohn gestimmt haben, helfen damit ihrern Wählern (zumindest kurzfristig, langfristiges Denken ist weder bei Politikern noch bei den meisten Wählern besonders beliebt), American Samoa kann denen egal sein.
Der Abgeordnete von American Samoa hat eh kein Wahlrecht im House, da American Samoa Außengebiet und kein Bundesstaat ist (taxation without representation, war da nicht was?)
PS. Der Mindestlohn runiniert American Samoa, nicht Samoa. Samoa ist ein unabhängiger Staat.
Um es in der Sprache von diversen Politikern zu sagen: “Einzelfälle”.
Ansonsten zu:”(zumindest kurzfristig, langfristiges Denken ist weder bei Politikern noch bei den meisten Wählern besonders beliebt)”
Kann man nur zustimmen. Erinnert mich an eine Diskussion aus den 70ern zum Thema Kapitalismus in den USA. Der Konsens war in die Richtung “Kapitalismus ist langfristig zwar besser, aber wir müssen ja auch kurzfristig denken!”
[...] Mindestlohn ruiniert Samoa (tags: minimumwage americansamoa) [...]
[...] Dank an Dagny T. vom Antibürokratieteam für den [...]
Einige Fragen habe ich schon zu diesem Artikel. Wie war die Entlohnung vor dem Mindestlohn? (konnten die Menschen davon leben)
Wie ist die Gesamtkaufkraftentwicklung in Samoa?
Wie ist die Gesamtarbeitsplatzbilanz?
Wie ist die Gesamteinkommensentwicklung?
Ein Beispiel herauszunehmen aus einer Volkswirtschaft ist unsinnig. Man kann nicht von einer Firma auf die Volkswirtschaft extrapolieren. Wenn dann sollte man schon alle Aspekte anschauen.
Hinzu kommt, dass teurere Arbeit auch Innovationen im technischen Bereich schaffen kann (Maschinen sind dann billiger als Menschen). Dies schafft unter Umständen wieder Arbeitsplätze (Maschinen müssen produziert werden). Immer nur den Lohn als einzige Vorraussetzung anzubringen, dass Firmen existieren wo sie existieren ist zu einfach gehalten.
Die Tatsache, dass ein Unternehmen eine Fabrik schliesst, weil
ihm die Löhne nicht passen, heisst doch noch lange nicht,
dass die Lohnforderungen der Arbeitnehmer grundsätzlich zu
hoch sind. Es heisst nur, dass der Unternehmer mehr verdienen will. Offensichtlich sind viele Bürger immer noch der Meinung,
ein Unternehmer könne den den Arbeitslohn grundsätzlich nach
eigenem Gutdünken festlegen. Genauso wie manche Lohnvorstellungen von Gewerkschaften unrealistisch sind, ist dies auch bei Unternehmern möglich. Das Problem lässt sich nur durch
eine halbwegs faire Relation zwischen Unternehmergewinn und
Arbeitslohn, lösen. Ein Mindestlohn ist zumindest so lange fair, als
der Unternehmer immer noch ein Vielfaches des Lohns des Arbeitnehmers verdient. Je geringer der Abstand wird, desto problematischer wird der Mindestlohn.
Der Mindestlohn wird kommen. Nicht weil er vernünftig ist. Sondern weil ein solches Machtinstrument politisch einfach zu verlockend ist. Wenn der Staat bestimmt, dass ich mich nur unter bestimmten Bedingungen verkaufen darf, hat er Macht über mich.
Ist das jetzt auch Anakap?
“hat er Macht über mich”
Wenn die Unternehmen das gleiche tun haben sie auch Macht über dich. Der Unterschied in einer Demokratie ist (im Idealfall) das du über den Staat potentiell die Möglichkeit hast zu tiefe Löhne zu sanktionieren. Im freien Markt sieht das nicht ganz so günstig aus. Denn ein gewisser Mindestlohn ist ja durch die sozialen Sicherungssysteme gegeben. Liegt er deutlich drunter würde nur unter Zwang gearbeitet werden. Das Optimum ist sicher Vollbeschäftigung. Dann würde sich wirklich Marktlöhne einstellen. Denn auch als Arbeitnehmer hätte man dann die Wahl.
Ein Unternehmen hat keine Macht über mich, denn niemand zwingt mich, für ein Unternehmen zu arbeiten, für das ich nicht arbeiten will – außer der Staat natürlich. Der macht das ständig und insbesondere mit Hartz IV-Empfängern.
“Das Optimum ist sicher Vollbeschäftigung.”
Vollbeschäftigung gab es auch in der DDR. Marktlöhne haben sich da aber noch lange nicht eingestellt.
Darf ich deine Realität betreten oder willst du in ihr alleine bleiben. Meinst du jeder kann frei wählen wo er arbeiten möchte? Du hast deine Arbeit und fast alle in deinem Arbeitsbereich sind arbeitslos, meinst du du würdest kündigen, wenn die Arbeit passabel bezahlt ist? Du würdest runterschlucken und weiter machen. Sieh dir die Telekom, Deutsche Bank, Bahn, Lidl, Schlecker… und viele andere Unternehmen an die ihre Angestellten bespitzeln. Du willst sagen das dort keine Machtkonzentrationen wie bei Staaten vorliegen.
“Vollbeschäftigung gab es auch in der DDR. Marktlöhne haben sich da aber noch lange nicht eingestellt.”
Erst mal vergleichst du Äpfel mit Birnen. Einen freien Markt gab es in der DDR nicht, folglich also auch keine Marktlöhne.
Zweitens gab es in der BRD in den 70ern auch Vollbeschäftigung und eine deutlich höhere Lohnquote als heute. Die Gewerkschaften, Arbeiter und Angestellten waren deutlich stärker im Vergleich zu den Unternehmen aufgestellt. Warum das so war ist klar. Man hatte zu dieser Zeit die freie Wahl, denn man konnte ohne wirklichen Verlust das Unternehmen wechseln und wurde nicht Arbeitslos. Dann gilt dein Ausspruch, dass Unternehmen keine Macht über dich haben. Sonst nur in der glücklichen Situation das du unentbehrlich bist und das können schlecht alle sein.
Soll das ein Argument gegen Mindestlohn im Allgemeinen sein, oder dagegen, den Festlandsmindestlohn einfach so auf ein Gebiet anzuwenden, in dem die wirtschaftliche Situation eine andere ist?
Wo ist der Unterschied?
Unterschiedliche wirtschaftliche Situationen gibt es ja nicht nur zwischen Samoa und Festland, sondern auch zwischen 2 Orten am Festland, 2 Unternehmen am selben Ort, ja sogar zwischen 2 Arbeitnehmern.
Und wenn wir MIndestlöhne individuell festlegen wollten, sind Marktlöhne wohl die einfachere und effektivere Methode.
[...] und Rechte entweder einfach oder sie behaupten stumpf, das wäre alles gar nicht wahr. Das widerlegt die Realität zwar – aber wo Ideologie herrscht, ist für allzuviel Realität ohnehin kein Platz [...]