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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Schlechte Nachrichten für Warmduscher

jo@chim, 16.02.2010

Tröpfelnde Dusche, Quelle: pics.deNach dem Glühbirnenverbot will die EU-Kommission weitere “Energiefresser” eliminieren. Zukünftig sollen Energieverbrauchsrichtlinien auch für Waren festgelegt werden dürfen, die keinen direkten Einfluss auf den Verbrauch haben. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Reglementierung aller Produkte möglich ist, auch solcher, die selbst keine Energieverbraucher sind – denn indirekt, bei der Herstellung und der Entsorgung, wird natürlich in jedem Fall Energie aufgewendet. Neben dem bereits beschlossenen Verkaufsverbot für Kühlschränke und Gefriertruhen, die den “Energienormen” der Kommission nicht entsprechen, sind ab Juli 2010 Produktrichtlinien für Fenster, Türen und Waschmittel geplant. Und bald auch für Duschköpfe.

Ökologisch korrekte “Energiesparduschköpfe” sollen zukünftig nur noch eine geringe Wassermenge nach den Vorgaben der Eurokraten durchlassen. Falls Sie es also gerne viel und heiss prasseln lassen – tun Sie’s jetzt, solange es noch legal ist! Nein, das ist kein vorgezogener Aprilscherz:

Ermöglicht wird dies durch die “Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte “.
Die Konsultationsphase zu den neuen verschärften EU-Richtlinien, in der Lobbyisten und Verbandsvertretern Gelegenheit gegeben werden soll, Stellung zu nehmen, dauert noch bis 2011.

Von einzelnen Politikern wie dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber – aktuell ehrenamtlicher Leiter einer EU-Arbeitsgruppe zum Bürokratieabbau – kommen immerhin zögerliche Einwände: Energiesparen sei zwar “ein guter Zweck”, doch müssten solche Entscheidungen intensiver mit den Bürgern diskutiert werden, da sie in deren “Lebensalltag” eingriffen, zitiert ihn RP Online.

Sogenannte “Verbraucherschützer” wie zum Beispiel das Europäische Büro der Verbraucherorganisationen (BEUC) fordern allerdings noch weiter gehende Restriktionen auch für Textilien, Möbel und Papierprodukte, um den Verbrauchern dabei zu helfen, nachhaltiger zu handeln. Die Wortwahl entlarvt die wohlwollenden Volkserzieher, die sich offensichtlich eher als Aufsichtsinstanz, denn als Vertreter von Verbraucherinteressen begreifen.

Fotoquelle: pics.de



33 Kommentare zu “Schlechte Nachrichten für Warmduscher”

  1. Dagny

    Von Osteuropa lernen heisst Schwarzmarkt lernen? Duschkoepfe, Gluehbirnen, Gefriertruhen werden bald uber die Schweiz heimlich importiert, Geld dagegen genauso heimlich exportiert?
    Ach, welch Foerderprogramm wirklich unregulierter Maerkte….

  2. Francisco

    Und der “ehrenamtliche Leiter einer EU-Arbeitsgruppe zum Bürokratieabbau” überlässt den Diktatoren in spe (notate bene, es ist nicht _meine_ Hoffnung) mal wieder die moralische Lufthoheit.

  3. Max

    Hmm, das ist ja wie in der UdssR, wo aus Ressourcenmangel “energetisch” aufwendige Produkte nur den Eliten zur Verfügung standen. Es ist bezeichnend, dass dies jetzt auch in der EU eingeführt wird und niemand etwas dagegen machen kann…

    Noch viel interessanter ist, dass dies auch noch von einer Mehrheit ach so aufgeklärter neo-sozialisten (mom: Sozialdemokraten) mitgetragen wird und nicht einmal hinterfragt wird…

    Da fragt man sich an manchen Tagen wirklich, ob es irgendwann auch mal wieder bessere Tage gibt?

  4. Medea

    DIe EU mit ihren Bürokraten ist eine Feudalgesellschaft, die uns zu Untertanen macht, die inzwischen alles akzeptieren müssen, was von da kommt. Besonders gern wird das offensichtlich in Deutschland übernommen, Spanien z. B. wehrt sich zur Zeit vehement gegen das Rauchverbot in Gaststätten. Das Rauchverbot wurde daher erstmal zu den Akten gelegt.

    Und wenn diese Duschköpfe nur noch wenig Wasser durchlassen, muss man vielleicht drei von der Sorte anschließen ;-)

  5. xx

    Mit zu den ersten zu verbietenden Produkten dürften sogenannte Energiesparlampen gehören – wegen des hohen Energiebedarfs bei der Herstellung. Das wäre doch ein nettes Eingeständnis einer planerischen Glanzleistung.

  6. B.M.

    Erinnert sich noch einer an Seinfeld?

    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Shower_Head

  7. Dagny

    Nein, keine Feudalgesellschaft. Eine sozialdemokratisch-oekologische Gesellschaft.

    (In welcher ‘die Deutschen’ mal wieder ‘Vorreiter’ spielen muessen. Am Deutschen Wesen….)

  8. Medea

    Vor einiger Zeit wurde doch von diesen Euro-Typen “duty free” in Europa abgeschafft, außer für die EU-Leute selbst. Das empfinde ich schon als feudale Herrschaft.

    Aber natürlich kann man sie “sozialdemokratisch-ökologisch” nennen. Die Öko-Diktatur ist uns sicher, vor allem wenn erstmal die Grünen im Land wieder dran kommen. Da sind mir ja noch Christian und die SPD lieber ;-)

    Vor allem nervt aber der EU-Irrsinn. Quecksilber ist in der ganzen EU verboten, aber in den Energiesparlampen ist es drin. Sie müssen daher gesondert entsorgt werden. Da bin ich mal gespannt, wer das macht bzw. wieviel davon in der Restmülltonne liegt.

  9. chriwi

    Ich weiß gar nicht was ihr euch beschwert. Die EU ist ein Wirtschaftsraum. Wenn also keiner mehr was kaufen will werden einfach neue Normen eingeführt, so das neue Dinge gekauft werden müssen. Der Sinn oder Unsinn ist doch egal. Hauptsache es wird Geld verdient. Dies tarnt man dann unter dem Namen ökologisch sinnvoll.

  10. F.Alfonzo

    Der Unterschied zur UdSSR ist jener, dass die Produkte nicht wirklich knapp sind, sondern knapp gemacht werden…

    …oder: “Wie mache ich mein Volk systematisch fertig”

    Sehr eindrucksvoll, dieses Beispiel

  11. Adrian

    “Ich weiß gar nicht was ihr euch beschwert.”

    Kann ich Dir erklären: Für Liberale ist es schlichtweg unterträglich, wenn Menschen vorgeschrieben wird, was sie mit ihrem Leben anfangen, also auch, was sie konsumieren sollen.

    Sozen und Konservative jeglicher politischer Farbe haben dagegen damit naturgemäß weniger Probleme.

  12. Paul

    Ich sage nur “low flow showerheads”, wer Seinfeld schaut. Wie war das noch mit den illegalen serbischen Duschköpfen. Lächerlich…irgendwann wird an der Schweizer Grenze nicht nur nach Schwarzgeld sondern auch nach Glühlampen und Duschköpfen gesucht.

  13. Christian S.

    “Für Liberale ist es schlichtweg unterträglich, wenn Menschen vorgeschrieben wird, was sie mit ihrem Leben anfangen, also auch, was sie konsumieren sollen.”

    Deshalb tritt die FDP also jetzt für Gutscheine ein. Verstehe.

  14. Popeye

    Schon jetzt hat die Wasserwirtschaft Probleme mit sinkendem Wasserverbrauch und dies soll noch verschärft werden?

    Interessanter Artikel zum Thema Wasser:
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/506/wasser

  15. Adrian

    Keien Ahnung, was Du jetzt mit Gutscheinen meinst, aber seit wann ist die FDP denn eine liberale Partei? Die FDP ist höchstens die am wenigsten sozialdemokratische Partei.

  16. rbayer

    da auch in der schweiz glühbirnen weitgehend verboten sind – und farbige [glühbirnen!, da sieht man mal, wozu die umodifizierte kleinschreibung führen kann] der rationierung unterliegen, ist zu befürchten, dass das gleiche auch für duschköpfe gelten wird, wenn diese idee erstmal die hirne befallen hat.

    merke: diese form von wahnsinn ist nicht auf die eu beschränkt, obschon sie beschränkt ist.

  17. Stefan B.

    Wenns sonst keine Probleme auf der Welt gibt …

    Und wem duschen mit wenig Wasser so wenig Spaß macht wie mir, dem kann ich nur baden ans Herz legen ;-)

  18. chriwi

    “aber seit wann ist die FDP denn eine liberale Partei”

    Endlich einer der es ausspricht.

    “Für Liberale ist es schlichtweg unterträglich, wenn Menschen vorgeschrieben wird was sie mit ihrem Leben anfangen, also auch, was sie konsumieren sollen.”

    Wird es das in der liberalen Welt nicht? Du musst Arbeiten sonst hast du kein Essen (natürlicher Zwang, kein gesetzlicher). Du darfst auch nicht beliebig Eigentum wegnehmen. Auch darf ich die Freiheit eines anderen nicht einschränken. Sinn oder Unsinn bei den Duschköpfen in einer Gesellschaft mit Millionen von Menschen muss du dich immer Vorschriften beugen. Ich schätze mal du kriegst auch nur Geld wenn du arbeitest oder? Du beugst dich also der Vorschrift deinen Vertrag einzuhalten. Komisch das so große Unterschiede gemacht werden.

  19. Spruance

    Ha, ein neuer Beruf: Duschkopftuner! Aufgebohrte Duschköpfe im Porsche-Design!

  20. jo@chim

    “aber seit wann ist die FDP denn eine liberale Partei” Endlich einer der es ausspricht.

    Damit rennst Du hier offene Türen ein (Check “eine der vier Spielarten” in unserem About *LOL* )

    Zu Deiner wenig kenntnisreichen Vermischung verschiedener Freiheitsbegriffe empfehle ich Dir, Dich erst einmal näher mit der Thematik zu beschäftigen.

    Kleiner Hint von Karen Horn:

    Die – ungeschickterweise so genannte – “negative” Freiheit besteht in der Abwehr von äußerem Zwang. Die “positive” Freiheit zielt je nach Auslegung vor allem auf Teilhabe des Bürgers am politischen Leben oder darüber hinaus – in eins gesetzt mit der konzeptionell fragwürdigen “materiellen Freiheit” – auf die konkrete Realisierbarkeit von Lebensentwürfen. Die Argumentationsebene ist hier also die politische; es geht um den Ordnungsrahmen, in dem sich das Miteinander der Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft abspielt. Negative Freiheit bedeutet Verteidigung gegen Willensunterwerfung und Bewahrung der individuellen Autonomie im Rahmen der Rechte des anderen; positive Freiheit bedeutet vor allem Mitgestaltung des Ordnungsrahmens. Negative Freiheit begründet Abwehrrechte vor allem gegen den Staat; positive Freiheit begründet Demokratie, Teilhabe und – in Verbindung mit der materiellen Freiheit – konkrete Ansprüche.

    Die Überlegenheit des negativen Freiheitsbegriffs erklärt sich dabei schlicht daraus, dass auch die auf Mehrheitsentscheidungen fußende Demokratie vor Übergriffen auf die Entscheidungsfreiheit des Individuums nicht haltmacht, wenn ihr keine Grenzen gesetzt sind. Mit Blick auf die Gestaltung eines Ordnungsrahmens ist es somit ein moralisches Gebot, die negative Freiheit davor zu bewahren, unter die Räder der positiven Freiheit zu geraten.

    Wikipedia liefert auch einiges :-)

  21. Dagny

    http://www.antibuerokratieteam.net/2009/08/03/die-freiheit-und-das-huhn/

  22. Gernot

    In den USA werden Duschköpfe nach dem Volumenstrom, den Sie ermöglichen, reguliert. Eine Folge davon war die Entstehung von Mehrfachduschköpfen:

    http://mises.org/images4/nautilus.jpg

  23. Medea

    Mehrfachduschköpfe wie auf dem Bild, so habe ich mir das vorgestellt. Da ja aus einem Duschkopf nur noch wenig Wasser kommen soll, dann einfach mehrere nehmen.

    Diese irren EU-Richtlinien müssen unterlaufen werden.

  24. Medea

    “…dem kann ich nur baden ans Herz legen”

    Was glaubst du, wie lange es noch Badewannen geben darf? Der Sache nimmt sich sicher auch bald die EU an ;-)

  25. Adrian

    Ich verstehe nicht, wie jemand den offensichtlichen Unterschied zwischen Zwang und Vertrag nicht erkennen kann.

  26. Lina

    bin für den vereinheitlichten luxus_dusch_kopf, wenn er taugt! neulich mal, in triest, da taugte er nicht, sondern war total verkalkt. vielleicht sollten sie erst mal die wasser_qualität vereinheitlichen ;-)))) … ???

  27. benpal

    Badewannen sind nur noch zulässig, wenn der Rand nicht höher ist als 30 cm.

  28. tigger

    [QUOTE]Du musst Arbeiten sonst hast du kein Essen (natürlicher Zwang, kein gesetzlicher). Du darfst auch nicht beliebig Eigentum wegnehmen. Auch darf ich die Freiheit eines anderen nicht einschränken[/QUOTE]

    Du verwechselst einfach “Freiheit” mit “Macht”. Sind zwei grundverschiedene Begriffe.

  29. Medea

    die Badewanne 30 cm hoch, so wird es kommen. Nur eine Frage der Zeit, bis sich die EU auch der Badewannen annimmt.

    Ich warte jetzt noch darauf, dass sie demnächst auch Würfelzucker eine andere Form verpassen, wenn sie Würfelzucker nicht mal ganz verbieten ;-)

  30. Popeye

    Als Alternative bietet sich auch noch das “Einzelbadeverbot” an, mehrere Benutzer pro Wanne verdrängen mehr Wasser, also braucht man weniger, um die Wanne zu füllen. Dieses Verbot kann man natürlich umgehen, wenn man sehr fett oder muskulös ist. (-;

  31. DDH

    Kommt ja garnicht infrage, daß ich jetzt kalt dusche! Da das Projekt “Großeuropa” ohnehin auf eine Konzeption der Nazis (genauer: der SS) zurückgeht, läuft mein ziviler Ungehorsam unter dem Label “Stinken gegen rechts”!

  32. tigger

    Dos is aba nech oginol!

  33. Christian S.

    Eigentlich waren die Vereinigten Staaten von Europa eine Idee der SPD (Heidelberger Programm, 1925).

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