Tröpfelnde Dusche, Quelle: pics.deNach dem Glühbirnenverbot will die EU-Kommission weitere „Energiefresser“ eliminieren. Zukünftig sollen Energieverbrauchsrichtlinien auch für Waren festgelegt werden dürfen, die keinen direkten Einfluss auf den Verbrauch haben. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Reglementierung aller Produkte möglich ist, auch solcher, die selbst keine Energieverbraucher sind – denn indirekt, bei der Herstellung und der Entsorgung, wird natürlich in jedem Fall Energie aufgewendet. Neben dem bereits beschlossenen Verkaufsverbot für Kühlschränke und Gefriertruhen, die den „Energienormen“ der Kommission nicht entsprechen, sind ab Juli 2010 Produktrichtlinien für Fenster, Türen und Waschmittel geplant. Und bald auch für Duschköpfe.

Ökologisch korrekte „Energiesparduschköpfe“ sollen zukünftig nur noch eine geringe Wassermenge nach den Vorgaben der Eurokraten durchlassen. Falls Sie es also gerne viel und heiss prasseln lassen – tun Sie’s jetzt, solange es noch legal ist! Nein, das ist kein vorgezogener Aprilscherz:

Ermöglicht wird dies durch die „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte „.
Die Konsultationsphase zu den neuen verschärften EU-Richtlinien, in der Lobbyisten und Verbandsvertretern Gelegenheit gegeben werden soll, Stellung zu nehmen, dauert noch bis 2011.

Von einzelnen Politikern wie dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber – aktuell ehrenamtlicher Leiter einer EU-Arbeitsgruppe zum Bürokratieabbau – kommen immerhin zögerliche Einwände: Energiesparen sei zwar „ein guter Zweck“, doch müssten solche Entscheidungen intensiver mit den Bürgern diskutiert werden, da sie in deren „Lebensalltag“ eingriffen, zitiert ihn RP Online.

Sogenannte „Verbraucherschützer“ wie zum Beispiel das Europäische Büro der Verbraucherorganisationen (BEUC) fordern allerdings noch weiter gehende Restriktionen auch für Textilien, Möbel und Papierprodukte, um den Verbrauchern dabei zu helfen, nachhaltiger zu handeln. Die Wortwahl entlarvt die wohlwollenden Volkserzieher, die sich offensichtlich eher als Aufsichtsinstanz, denn als Vertreter von Verbraucherinteressen begreifen.

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