Arbeitslager! Adolf! Haider! Westerwelle! Holocaust!
Die FDP hatte wohl nicht genug marginale Einflussnahme ausgeübt im Vorfeld?
Der Michael Leichenberg (hahahaha, na Sie wissen schon, der Lerchenberg, Intendant der Luisenburg-Festspiele in Rudolf-Hess-Stadt … hahahaha… Wunsiedel) war jedenfalls diesmal auf dem Hahaha… Hassbieranstich sooo was von lustig als Bruder Faschofass: Arbeitslager! Adolf! Haider! Westerwelle! Holocaust! Hahahaha… isch kringel’ mich.
Nein, nicht wirklich. Der Plot ist ja auch nach den Wahlkampf-Tiraden von NRW-Kraft, Stegner und Künast nicht mehr so ganz taufrisch: den politischen Gegner ohne jeden Realitätsbezug oder gar den Versuch argumentativer Auseinandersetzung mit Schmutz bewerfen und hoffen, dass möglichst viel hängen bleibt. Unterirdisch, das.
“Satire darf alles” merkte Kurt Tucholsky einmal an. Herr Lerchenberg hat jetzt gezeigt, dass sie sogar in der Form GEZ-Gebühren-finanzierten geistigen Dünnpfiffs daher kommen darf.







Das mit den GEZ-Gebühren stimmt natürlich nicht ganz. Die Veranstaltung selbst ist von der Brauerei finanziert (das Manuskript vom Lerchenberg wurde ja sogar vom Brauereichef gegen gelesen), voll kapitalistisch quasi. Allein die Massenverbreitung läuft öffentlich rechtlich.
Inhaltlich kann ich nur zustimmen. Die Form der barocken Fastenpredigt, die Lerchenberg ja wiederbeleben möchte, hat soweit etwas für sich, so lange Realitäten überzeichnet werden. Dass es da etwas derber wird gehört dazu (und das geht ja für gewöhnlich auch quer durch die Parteien). Wenn aber selbst gestrickte Trugbilder überhöht werden und dabei en passant auch noch der anwesenden ZdJ-Vorsitzenden ein Holocaust-Vergleich eingeschenkt wird muss man sich wirklich fragen: hat der noch alle Tassen im Schrank.
Ich dachte, die Paulaner-Brauerei finanziert die Veranstaltung?
Natürlich habt Ihr beide Recht… in der Formulierung, wie das da steht, hätte ja auch der Eingangssatz keinen Sinn. Irgendwie ist das “per GEZ-Gebühren verbreitet” beim Tippseln des ersten Blogbeitrags auf dem neuen Milestone entfleucht *grml*
Über die Finanzierung hatte ich mir damals auch Gedanken gemacht und eine Anfrage beim BR gestartet. Gut, die ‘zeitnahe’ Antwort kam heute. Darin ist Folgendes zu lesen:
“Der BR beteiligt sich an einem Teil der Honorare für die Mitwirkenden als Gegenleistung für die exclusiven Senderechte.”
Also doch Finanzierung durch Zwangs-Gebühren…
Ja, das war schon krass daneben.
Interessant ist natürlich die Medienreaktion: Es gab keine.
Westerwelle ist für die Journaille inzwischen vogelfrei, da darf man alles.
Man vergleiche das mal mit der großen Entrüstung, als Berlusconi im Eu-Parlament den SPD-Schulz mit einem KZ-Kapo verglichen hat.
Also im Hauptrezeptionsgebiet der Veranstaltung gab es schon eine Medienreaktion und zwar eine gewaltige. Wer heute an Münchner Zeitungsständen vorbei ging wurde von der Geschichte erschlagen.
“Westerwelle ist für die Journaille inzwischen vogelfrei, da darf man alles.”
Das durfte man ja in den letzten Wochen beobachten, wie Westerwelle zum Bösewicht schlechthin ernannt wurde. Vielleicht wird demnächst noch den Kindern gedroht, wenn sie nicht gehorchen, “dann kommt Westerwelle” ;-)
Fast so daneben fand ich auch die Bezeichnung Röslers als “Gesundheits-Chinesen”.
Daß er ihn (und andere) “normal” beleidigt, für unfähig oder unsozial erklärt – alles noch im Rahmen von deftiger Satire.
Aber so ein Stück Rassismus ist in Deutschland eigentlich tabu. Auch hier gilt: Ein “Rechter” hätte sich das nie erlauben können, es hätte sofort einen Proteststurm gegeben.
Aber immerhin hat Paulaner reagiert (wenn schon die üblichen Betroffenheitsprediger im Journalismus schweigen). Lerchenberg wird rausgeschmissen:
http://www.abendzeitung.de/muenchen/170523
Jetzt wird natürlich das Geheule wg. “Zensur” oder dem bösen Einfluß des Zentralrats anfangen.
…der Schelm hat auch das von Paulaner mit Bauchgrimmen abgesegnete Manuskript im freien Vortrag noch etwas, sagen wir, nachgewürzt.
Wieso “Schweigen der Medien”? Die Passage wird doch überall kritisiert?
Mein Gott, was seid Ihr doch für Mimosen! Regt Euch nicht über Nazi-Vergleiche auf; gebraucht lieber selbst ein paar deftige! Anlässe finden sich ja nun weißgott mehr als uns allen lieb sein kann in dieser ins Bräunliche driftenden Republik, bei der der “liberaldemokratische” Lack auch schon lange ab ist!
Und hört auf zu flennen, ist ja furchtbar!
Für alle die keine Scheuklappen aufhaben und Satire verstehen
http://marburg.thebrights.de/2010/03/br-zensiert-nockherberg-satire/
so jetzt dürft ihr auch diesen Eintrag entfernen
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btw: wenn Du Deine Scheuklappen abgenommen hättest, liebe “Spottdrossel”, wäre Dir vielleicht aufgefallen, dass ich hier keinesfalls Zensur befürwortet habe, selbst wenn die Satire wie im gegebenen Fall dünnpfiffbeschichtet ist – Tipp: den Satz mit dem Tucholsky-Zitat noch einmal ganz langsam lesen und versuchen zu verstehen…
ich finde es klasse, dass in unserem schönen Land jeder Möchtegernpolitiker labern darf was er will, aber Satire und Kabarett wohl nur noch nach Genehmigung der hohen Herren ausgestrahlt werden darf.
Wie oft wurden schon Aussagen getroffen (natürlich auch von dem Gelbhemdchef) wo man sich dachte, oh man oh man, tritt zurück du Nasenbär!
Aber nein, wir machen Kabarettisten einen Vorwurf wenn sie die Wahrheit sagen!
Wenigstens sagen sie die Wahrheit!!!!
Schön in einer gelb/schwarzen Bananenrepublik zu leben!
Auf welche Wahrheit bezeihst Du Dich ?
Wenn Kabarettisten in dieser doch so “liberalen” Welt nicht mehr die Wahrheit aussprechen dürfen, dann sind diese scheinheiligen Politiker von heute (incl. dieser Frau Knobloch) nicht besser, als die Nazis früher.
Hart aber richtig! Wer nicht mehr denken und abstrahieren kann, sondern gleich wieder die aufgesetzte, beleidigte Moral-Keule schwingt, der ist genauso unglaubwürdig wie eine FDP, die hier eine Entschuldigung fordert, aber immer noch am liebsten überall die Leute mit Tabakqualm vergiften will. Wer empört sich darüber, wenn hier Leute krank werden und sterben??
Herr Lerchenberg durfte seinen Godwin öffentlich-rechtlich platzieren. Nur um dies hier festzuhalten.
btw: Dass Menschen krank werden und am Ende sterben finde ich auch ziemlich empörend – aber meinste nicht auch, dass für diesbezügliche Beschwerden hier bessere Ansprechpartner zu finden sind?
:D
Ein Godwin, meinst Du? Ich würde sagen: Ein Blödsinn. Bin auch, sorry, nicht meschugge genug, mich noch pc_mässig empören zu wollen …
Ich halte ja die Veranstaltung selbst für den Skandal. Insofern nämlich, als der öffentlich-rechtliche Fokus auf dem feixenden Politiker_gesindel im Publikum liegt und ihm die Super_gelegenheit gibt, den in die Gesichter geschriebenen Dreck einfach so weg_grinsen zu können … jeder Lacher ein Meineid.
Ritualisierte ‘Schelte’ ist ein Riesenproblem, finde ich; sie hat die fatale Wirkung eines Frei_briefs …
Noch so ein Deutscher, der den Juden Auschwitz nicht vergeben kann.
Erinnern wir uns: Was war von den Vertretern aller dieser jüdischen Organisationen im In- und Ausland oder auch von Vetretern des Staates Israel zu hören, als der damalige Außenminister Joseph-Maria Fischer den verbrecherischen Nato- Angriffskrieg gegen Jogoslawien(“Kosovokrieg” damit rechtfertige, eine “neues Auschwitz” …”zu verhindern”?
Schamlos instrumentalisierte und verhöhnte damit dieser ************* *********** [bitte keine pers. Beleidigungen! Der Webmaster] die Erinnerung und das Andenken an Millionen von ermordeten jüdischen Menschen aus ganz Europa.
Und dennoch blieb jeder “Aufschrei” der etablierten “Vertreter” aus! Weshalb?
Nchdenkliche Grüße von
Bakunin
Also so ein Armenlager mit Zaun drumrum gab es ja schon mal: In der DDR.
Wer hat es betrieben? Die Sozialisten.
Vieles, was man Westerwelle vorwirft, kommt mir irgendwie projektiv vor.
Alle Parteien machen sich Gedanken um HartzIV.
“Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen” (August Bebel). In der DDR haben sie “asoziale Arbeitsverweigerer” weggesperrt. Wenn schon, dann sollte man Befürwortern einer Arbeitspflicht für Sozialsubventionierte also nahelegen, vor einem “Messe Leipzig” Schild zu posieren *LOL*
Ich bin erst 27 Jahre alt und kann diese ganze Sch… schon nicht mehr hören/lesen/sehen. Auf die kommenden 50-60 Jahre. Hoch die Tassen.
[...] Beim Derblecken auf dem Nockherberg hat’s Michael Lerchenberg als „Bruder Barnabas“ nach Meinung der Kritiker zu weit getrieben. Und musste gehen bzw. wurde gegangen. Was hat der gute Mann eigentlich [...]
Rudolf Heß schreibt man übrigens mit scharfem S, Herr Pseudo-Bildungsbürger.
Geht mir kalt am Allerwertesten vorbei, was du meinst, dass “man” zu tun hat, Muli :D
Hm, vor 3 Tagen lief bei 3sat “quer” zu dem Thema. Alle bei der Veranstaltung anwesenden Politiker, unter ihnen Guttenberg und v.d.Leyen, fanden Lerchenbergs Darbietung in Interviews unmittelbar danach vorbehaltlos gut und geistreich. Bis sich Frau Knobloch zu Wort meldete und das Ganze als unerhört einstufte. Ab da forderten genau dieselben Leute (also wirklich identisch dieselben Personen), die die Sache vorher witzig fanden, die Sache ebenfalls unerhört und forderten Lerchenbergs Rausschmiss (dem er dann offenbar durch Rücktritt zuvorkam).
Ich würde ja auch nicht glauben, dass es so war, aber die Faktenlage ist offenbar völlig eindeutig.
Jetzt mal völlig unabhängig davon, ob die Knobloch richtig liegt oder nicht, finde ich *dieses* Verhalten nun wirklich bemerkenswert — und irgendwie auch mindestens ebenso berichtenswert wie Lerchenbergs Darbietung selber.