antibuerokratieteam.net

Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Das alternative Kopenhagen-Manifest

jo@chim, 07.03.2010

Die Enttäuschung über das Kopenhagener Abkommen ist allgegenwärtig. Die Staatschefs der Welt haben im Dezember 2009 versprochen, mehr Geld zur Bewältigung des Klimawandels bereitzustellen und die weltweite Erwärmung auf zwei Grad beschränken zu wollen. Das liegt meilenweit entfernt von ihren ursprünglichen Zielen. Wie soll es weitergehen? Wir haben einen Vorschlag: unser alternatives Kopenhagen-Manifest.

So präsentiert unser Partnermagazin NovoArgumente sein alternatives Kopenhagen-Manifest. In Form von zehn Thesen stellt das Manifest Vorschläge zur Diskussion, wie nach dem gescheiterten Klimagipfel “Freiheit, Wohlstand und ein angenehmes Leben für alle” erreicht werden könnte.

Das Manifest ist der ersten Beitrag in dem neuen Debattenforum Aufbruch nach vorn!, mit dem NovoArgumente gemeinsam mit dem britischen Onlinemagazin Sp!ked, der schwedischen Kulturzeitschrift Voltaire, der Schweizer Wochenzeitung Die Weltwoche und der österreichischen Tageszeitung Die Presse eine internationale Debatte über Fortschritt, Wachstum und Innovation anregen möchte.

Aufbruch nach vorn und progressiver Wertewandel statt einer von ängstlichem Konservatismus geprägten Zeitenwende rückwärts, die andernorts dem Liberalismus anempfohlen wird – das Projekt scheint mir spannende Diskussionen zu versprechen.



32 Kommentare zu “Das alternative Kopenhagen-Manifest”

  1. Adrian

    Insbesondere die Punkte eins und zehn haben das Potential für einen handfesten Skandal. Dabei sind es an und für sich Selbstverständlichkeiten.

  2. Christian S.

    Nuja. Einige Thesen sind nicht dumm, bspw. “Menschen sind wichtiger als Tiere!” – das unterschreibe ich sofort.

    Aber die meisten Thesen und “Argumente” sind einfach nur platt bis lächerlich.

  3. Adrian

    Was genau stört Dich denn?

  4. jo@chim

    Du missverstehst ihn, Adrian: wenn Christian schreibt, etwas sei “platt und lächerlich”, möchte er uns damit nur sagen, dass er nicht damit einverstanden ist, aber im Moment keine Zeit und/oder keine Argumente hat, das konkret und konstruktiv weiter zu diskutieren ;-)

  5. Christian S.

    Argumente schon, aber Zeit? Ich muss Simpsons gucken und Arme Ritter essen!

  6. Dagny

    Ein sehr guter Hinweis, Achim. Sowas erwarte ich mir von liberalen Medien.

  7. Adrian

    Wieso “muss”? Ist das ein Parteiauftrag?

  8. Christian S.

    Richtig! :)

  9. Adrian

    Nun sind die Simpsons aber schon seit fast einer Stunde vorbei.

  10. Lina

    Interessant, was Du da vorstellst, Ich bin im Wesentlichen einverstanden, nur mit Punkt 3 (Wachstum) habe ich ein nachhaltiges Problem:

    “Doch wer entscheidet, was genügt?”, wird da gefragt. Ist dieser Entscheider denn nicht die sog. ‘Knappheit’ (der Ökonomen), die von der Vielheit des Vielfachen auf den Weltmärkten bereits schwer ad absurdum geführt wird? Mittlerweile sei es unübersehbar, sagt man (und sieht es!), dass das absolute Vorkommen vieler Gebrauchsgüter längst viel grösser ist als die realen Bedürfnisse, die ‘Knappheit’ (oder Begrenztheit) also sehr gering ist; dadurch käme es, sagt man auch, zwangsläufig zu überdimensionalen Marketinganstrengungen, deren Kosten oft viel höher seien als die Herstellungskosten der Güter selbst. (Die Pharma-Industrie liefert dazu den allerbesten Beweis – nicht um ‘Anne Will’ von gestern zu folgen, sondern weil ich Interna kenne.)

    Angesicht solcher und anderer auffälliger Missverhältnisse könnte jedenfalls ich (wenn man mich fragte – aber mich fragt ja keiner) ohne weiteres wesentlich genügsamer sein ;) …

  11. Florian

    Lina:

    “Angesicht solcher und anderer auffälliger Missverhältnisse könnte jedenfalls ich (wenn man mich fragte – aber mich fragt ja keiner) ohne weiteres wesentlich genügsamer sein ;) …”

    Na, dann sei es eben.
    Solange Du nur für Dich selbst sprichst, ist das ja auch wunderbar. Problematisch wird es ja erst, wenn Leute anderen Menschen vorschreiben wollen, wo deren Bedürfnisse zu enden haben.

    Um in Deinem Beispiel zu bleiben: Wenn jemand meint, ohne medizinische Innovationen auskommen zu können und sich mit dem derzeitigen medizinischen Status Quo für den Rest seines Lebens zufrieden gibt, sei ihm das gegönnt.
    Die meisten Menschen werden allerdings liebend gern zu einer neuen, überlegenen Behandlungsmethode greifen (die wirkungsvoller und/oder weniger belastend ist als die alte).

  12. Lina

    FDP_klientellinientreu, was ;) ?

    Denk doch mal nach oder noch besser: mach Dich kundig darüber, dass sog. ‘Innovationen’ auf dem Medizin_sektor zumeist nur der optischen Re_novierung des Preis/Leistungsverhältnisses dienen, wobei die neue ‘Leistung’ nur eine Variation der alten darstellt, während der Preis heftig ‘differiert’; in wessen Sinn und zu wessen dominantem Profit, brauche ich nicht hinzuzufügen; der Kranke ist es jedenfalls nicht …

    Believe me: es ist mehr als bedenklich, was da abgeht … und hat mit gesundem kapitalischem Wirtschaften nichts mehr zu tun.

  13. tigger

    Hast Du auch ein Beispiel, was da “so abgeht”, oder nur ein Bauchgefühl ?

  14. Lina

    Ich habe Kenntnisse, die ich, sorry, hier nicht ausbreiten kann. Was ich aber sagen will ist, dass z. B. bereits die Addition eines zusätzlichen bekannten/erforschten Wirkstoffes zur bekannten/erforschten Grundsubstanz mit dem werblichen Versprechen, damit zwei oder mehr Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, das ‘innovative’ Kombi-Produkt überproportional ‘aufwerten’, also entsprechend verteuern kann; hergestellt wird es ausdrücklich nur unter dieser (internen) Prämisse.

  15. tigger

    die Addition eines zusätzlichen bekannten/erforschten Wirkstoffes zur bekannten/erforschten Grundsubstanz mit dem werblichen Versprechen, damit zwei oder mehr Fliegen mit einer Klappe zu schlagen

    Verstehe !
    Wie in diesem Forschungslabor hier z.B.:

    http://www.clipfish.de/video/3040667/neue-schwip-schwap-werbung-mit-wigald-boning-tvc/

    …da läuft ne ganz krumme Sache.

  16. Lina

    :D … ja, eben!

    Ich wende mal kurz M.M.s Markenzeichen, nach dem Mäuse Elefanten schultern: auch der Limo_Spot beweist, vor welche elefantösen Aufgaben sich Forschungslabors heute gestellt sehen: ‘Mäuse’ optimieren!

  17. Lina

    aber im ernst, @ tigger, und unter bezug auf das weiter oben zur ‘knappheit’ geschriebene – kann’s das denn sein: wie in der finanz-, so auch in der realwirtschaft? produkte aufblasen, was das zeug hält (und bis der arzt mit den ‘innovativen’ prä_paraten kommt? ich sage nur: auto_halden, china_schrott, billig_märkte, lohn_dump, dump, dump … ?

    kann man solches wachstum denn blindlings ‘billigen’ – als guter + intelligenter kapitalist?

  18. Popeye

    @Lina
    Du pauschalisierst einen berechtigten Kritikpunkt!
    Kleiner Vorschlag: Poste Deine These doch mal bei den Scienceblogs, ich bin mir sicher, Dir werden umgehend Papers um die Ohren gehauen, die sich mit echten Neuerungen beschäftigen.

    Und darf ich in Zeiten von Generika, freier Arztwahl und Internet wenigstens ein wenig den mündigen Bürger einfordern? Der Kunde ist schließlich ein wichtiger Faktor beim “gesundem kapitalischem Wirtschaften”…

  19. Lina

    >> “… die sich mit echten Neuerungen beschäftigen”

    dass es die gibt, habe ich nicht in frage gestellt. ich bin auch bereit, objektiv einzuräumen, dass es die profite aus den krass über_teuerten ‘leer_verkäufen’ zur finanzierung des tatsächlich innovativen braucht, nur: die gerade auch auf diesem sensiblen sektor zum prinzip erhobene form des wirtschaftens ist und bleibt faul – imho.

    und ganz recht: der mündige bürger als patient wäre diiiiiiiie lösung; aber er ist es ja noch nicht mal als konsument. wobei zu fragen wäre, wer ihn das nicht werden lässt: eine bevormundende politik oder eine betrügerische wirtschaft?

  20. Culatello

    “kann man solches wachstum denn blindlings ‘billigen’ – als guter + intelligenter kapitalist?”

    Dem Grunde nach nicht.
    Das Problem ist nur: da müsste man ja differenzieren und das ist wiederum nichts für Dogmatiker, die solcherlei kritische Gedanken eher als Häresie empfinden.

  21. Adrian

    Natürlich gibt es Schrott und blödsinnige Produkte. Wer so etwas nicht billigt, kauft sie eben einfach nicht.

    Meine Bedürfnisse sind im Übrigen größer, als das Angebot von Gütern. Ich wäre in den letzten Wochen beinahe ausgerastet, weil man mein Lieblingswurstprodukt vom Markt genommen hat. Außerdem vermisse ich immer noch – da wir u.a. von Pharmaprodukten reden – ein wirksames Mittel gegen Schnupfen. Ich finde es regelrecht mittelalterlich, dass man im 21. Jahrhundert, immer noch zwei Wochen braucht, um eine Erkältung loszuwerden…

  22. Adrian

    Wer, bitte schön, empfindet denn solche Gedanken als Häresie?

  23. Lina

    >> wer so etwas nicht billigt, kauft sie eben einfach nicht.

    wenn einen der (volks-)wirtschaftliche zusammenhang nicht interessiert und einem die theorien + praktiken des erwirtschaftens samt ihrer auswirkungen persönlich am allerwertesten vorbeigehen: klar!

    mit dem fehlenden schnupfenmittel gebe ich dir absolut recht und verspreche, soweit es in meinen kräften steht, an geeigneter stelle etwas dagegen zu unternehmen.

    ob die wahrscheinlichkeit auch zukünftig nur jeweils einer kalten jahreszeit pro jahr die motivation der hersteller treiben kann, ist allerdings mehr als fraglich, zumal, da zugleich auf einen klimawandel spekuliert wird ;) …

  24. Adrian

    Nun, ich gebe zu, der volkswirtschaftliche Zusammenhang interessiert mich beim konsumieren recht wenig. Ich achte mehr auf so triviale Dinge wie Qualität und Preis, weniger auf die Auswirkungen auf die Wirtschaft durch mein ganz spezielles Kaufverhalten. Ab und an, schleicht sich auch ein wenig Moral in die Kaufentscheidung, aber recht selten, wie ich zugebe.

    Wahrscheinlich macht mich das zu einem “unmündigen Konsumenten”, andererseits scheint mir das eher ein moralisierendes Schlagwort zu sein, welches lediglich ausdrückt, dass es Menschen gibt, die Güter konsumieren, von denen andere Menschen wollen, dass sie nicht konsumiert werden.

  25. Lina

    >> … moralisierendes Schlagwort … welches lediglich ausdrückt, dass es Menschen gibt, die Güter konsumieren, von denen andere Menschen wollen, dass sie nicht konsumiert werden.

    Wie war noch mal das Schlagwort? Ah, ‘mündiger Bürger’. Ja, das hab ich eigentlich auch immer ziemlich unsexy gefunden. Aber man könnte es ja durch ‘intelligenter Konsument’ ersetzen, und so einer (wenn es ihn gäbe) würde argumentieren können, aber doch nicht nur miesmachen wollen .. .

    dazu müsste er sich allerdings erst mal echt ‘schlau’ machen und hier liegt das problem: die Zeit hat er nicht, also lässt er halt weiterwursteln* …

    *Apopos: Das mit deiner Lieblingswurst tut mir leid! Warst Du der einzige Käufer? Wenn’s ziemlich viele gewesen wären, hätte man sie bestimmt nicht vom Markt genommen. Gemein, diese Regeln des freien Marktes, gell ;) ?

  26. Adrian

    Ich benutze den Begriff “mündiger Bürger” nicht. Im Politik- und Medienbetrieb wird er nämlich vorzugsweise dann verwendet, wenn die Bürger eine Entscheidung getroffen haben, mit dem Politik und Feuilleton einverstanden sind.

    Ehrlich gesagt versteh ich auch nicht so recht, was ein “intelligenter Konsument” sein soll. Man könnte argumentieren, das sei einer, der Produkte kauft, welche die Umwelt möglichst wenig belasten.
    Oder einer, der kein Fleisch isst, weil durch Fleischverzehr Tiere sterben.
    Oder einer, der nur deutsch kauft, weil er dadurch die heimische Wirtschaft stärke und gleichzeitig nicht die Hungerlöhne in den Entwicklunsländern unterstütze.
    Oder einer, der keine Coca-Cola trinkt, weil er damit dem amerikanischen Imperialismus schwäche.

    Ein Vegetarier würde sagen, der Konsum von Fleisch zeichne einen unmündigen Konsumenten aus. Ein Veganer würde wiederum sagen, der Vegetarier habe nicht das richtige “Bewusstsein”, sei also nicht “intelligent” genug, um zu erkennen wie sehr er der Umwelt schadet.

    Dann gibt es noch diejenigen, die sagen, unsere gesamte “kapitalistische Gesellschaft” konsumiere unintelligent, weil wir mit unserer Fülle an Produkten, den hungernden Menschen, Ressourcen wegnehmen würden.

    Das alles sind erst einmal Wertvorstellungen, die nicht unbedingt was mit “Intelligenz” zu tun haben müssen.

    Wem soll ich Konsument es also Recht machen? Am Besten ist doch, ich treffe selbst eine Konsumentscheidung, nach meinen eigenen Maßstäben, nach meinem eigenen Gewissen – das wäre für mich übrigens ein “mündiger Konsument” -, und wem das nicht passt, der darf mich gerne eines besseren belehren, solange er mir nichts vorschreiben will.

    “Gemein, diese Regeln des freien Marktes, gell ;) ?”

    Ja, zuweilen schon. Aber es hat auch niemals jemand behauptet, der Markt erbringe beständig Resultate, die alle vollkommen zufriedenstellen. Da die Menschen sehr vielfältig sind, wäre das auch eher unwahrscheinlich.

  27. tigger

    kann man solches wachstum denn blindlings ‘billigen’ – als guter + intelligenter kapitalist?

    Meiner Meinung nach eine Frage der Prioritäten. Ich kann mich nicht über alles aufregen, dazu habe ich die Zeit und die Nerven nicht. Daher:

    Lieber verdamme ich eine Wachstumsbremse an der falschen Stelle, als dass ich es an der richtigen Stelle missbillige.

  28. Popeye

    Na Ihr könnt vielleicht Verrenkungen machen! (-;
    Für mich ist ein mündiger Konsument (oder wie immer Ihr diesen Jemand nennen wollt) einfach jemand, der sich soweit informiert, wie er es für jeden betreffenden Konsum für nötig hält und dann zu seiner Entscheidung steht und nicht hinterher rumjammert , er wäre z.B. durch geschickte Werbung getäuscht worden.
    Und der auch keinen Staat braucht, der ihn ständig beschützen und erziehen will.

  29. opinion

    Die Thesen sind im besten Fall die Karikaturen ihrer Gegenthesen, genauso wenig intelligent und auch nicht neu. Insofern muss ich Christian Recht geben.

    „4. Nachhaltigkeitsdogma!“: Zum Glück gilt das nicht für den Einsatz in Afghanistan.

    „5. Bevölkerungswachstum ist besser als Geburtenkontrolle!“: Papst 2.0, katholische Kirche reloaded anyone?

    „7. Nord-Süd-Partnerschaften“: wohl in die falsch Rhetorikkiste gegriffen.

    Das sind die Thesen von verwirrten, verbitterten alten Männern, denen der technische Fortschritt schon lange über den Kopf gewachsen ist und die auch nichts mehr aktiv zu diesem beitragen. Die aber dennoch die gute alte Zeit in die Zukunft projizieren und wenn sie nicht schon komplett in die Realitätsverweigerung emigriert sind, die Jungen vorschicken, nach dem Motto, die werden es schon richten.

    Also im Großen und Ganzen eher peinlich, wenn man so etwas als Ausgangpunkt für einen ernsthaft Diskussion ansieht.

  30. Haeretiker

    Lies dir deinen Post nochmal durch und suche nach Argumenten. Ansonsten ließt sich das ganze wie die verbitterten Aussagen eines Menschen der nicht in der Realität angekommen ist und Pessimismus mit Tiefgründigkeit verwechselt.

  31. opinion

    Grober Unfug ist keine Ausgangsbasis für eine ernsthafte Disussion.

  32. jo@chim

    Da Dein Kommentar nahelegt, dass allein Du definierst, was “grober Unfug” ist, ist das einzige, was Du damit aussagst: “Ich möchte nicht ernsthaft diskutieren”…

Einen Kommentar schreiben

Copyright © 2012 by: antibuerokratieteam.net • Template by: BlogPimp • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.