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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Das wäre der Anfang

Frank Schäffler, 13.04.2010

Griechenland wäre der Anfang. Schon dieser würde teuer. Was derzeit an Zahlen öffentlich bekannt wird, ist nur ein Teil der Wahrheit. Mögliche Zusagen von 30 Milliarden Euro durch die Euro-Staaten und weiterer 15 Milliarden Euro durch den IWF sind bereits bekannt. Klar ist auch: Nicht alle Euro-Staaten werden und können sich daran beteiligen, also muss auch der Rest ausgeglichen werden. Klar ist auch, dass der IWF – und damit seine Mitgliedsstaaten – für seine Hilfe griechische Staatsanleihen erhält. Soweit zur Klarheit.

Was nicht gesagt wird, ist, dass Griechenland bis Ende 2012 86 Milliarden Euro Altkredite refinanzieren und sein Haushaltsdefizit von kumulierten 40 Milliarden Euro ebenfalls finanzieren muss. Was ebenfalls nicht gesagt wird, ist, dass Hilfen des IWF Geldschöpfung aus dem Nichts, also Inflation bedeuten.

Wilhelm Röpke, einer der Väter unser marktwirtschaftlichen Ordnung, sagte dazu:

Erst die Papierwährung hat uns gelehrt, was das Wort “Inflation” bedeutet, ja es gibt kaum eine einzige Papierwährung, die nicht früher oder später der Entwertung anheimgefallen ist, weil die verantwortliche Regierung entweder nicht imstande war oder gar nicht die Absicht hatte, die Geldmenge knapp zu halten.



54 Kommentare zu “Das wäre der Anfang”

  1. Wb

    Das ist der Einstieg in einen Länderfinanzausgleich der besonderen Art, werden Wähler dieses System nicht stoppen, dann wird das irgendwann, aber nicht in ferner Zukunft, spätestens die Finanzlage der Bundesrepublik Deutschland (bei anderen Ländern ist ohnehin weniger davon auszugehen ein solches System lange mittragen zu wollen) tun.

    Es ist das eingetreten, was EURO-Skeptiker lange befürchtet und vorhergesagt haben, u.a. ein Herr Starbatty hat bereits vor einigen Jahren eine dbzgl. rechtliche Prüfung vorgenehmen lassen, wie auch der “CSU-Rechtsaussen” Gauweiler. Nur dunkel erinnert man sich noch an einen Stabilitätspakt, der von einem Herrn Waigel implementiert worden ist.

    Das einzige was noch ein wenig Mut macht, sind Reste ökonomischer Vernunft bei der FDP, für die sicherlich auch der geschätzte Autor dieses Artikels steht.

    MFG
    Wb

  2. Die Stimme aus dem Off

    Und was hat die FDP gegen diesen Wahnsinn getan?

  3. Christian S.

    Ist dem Autor bekannt, dass seine Partei Teil der Regierung Merkel ist?

  4. Adrian

    Höre ich da eine Kritik am Geld verschwendenden “Rettungsplan” für Griechenland heraus? Es würde mich sehr wundern, sind Sozen doch bekannt dafür, Steuergelder auch an Firmen zu verteilen, die Kühlschränke an Inuit (früher: “Eskimos”) verkaufen wollen.

  5. Lemmy Caution

    Hilfen des IWF werden meines Wissens als Kredite vergeben. Kredite sind Zeugs, wo man in der Zukunft zurückzahlen muß. Also kein “nichts”. Es hängt nun alles von den Konditionen ab. Und da hat der IWF ein deutlich besseres Profil, um den in dieser Welt manchmal wohl notwendigen bad cop zu spielen.
    Übrigens hörte ich letztens, dass Griechenland über 5% des Staatshaushalts für Rüstung ausgibt. Wir nur knapp über 1%. Da gibts also Sparpotential, wobei dass sich wieder schlecht auf die Auftragsbücher entsprechender deutscher Produzenten auswirkt.
    Übrigens gabs vor dem neuen Plan überraschend gute Frühindikatoren aus Italien, Spanien und Portugal. Ausserdem finden zumindest in Griechenland und Spanien Einschnitte in Sozialhaushalten statt. Italien hatte während der Krise einen primären Haushaltsüberschuss (primär heißt Haushalt ohne Schuldendienst).

    Ich finde es gut, wie unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel das wieder gemacht hat. Haltet mich für bescheuert. Mußte es einfach nur mal sagen. Immerhin gibts unsere Kredite für 5% Zinsen.

    Knapp ist ein relativer Begriff. Und zu knapp ist halt auch nicht gesund. Für die griechische Erfahrung hat sich der Euro offenbar als zu knapp erwiesen. Ohne könnten sie eine Runde abwerten.
    Zu knapp war beispielsweise auch die Bindung des argentinischen Peso an den US $ 1991-2002. Und das hat die am Ende sehr aus der Bahn geworfen. Die Griechen werden lernen müssen, dass harte Währung neben den niedrigen Zinsen eben auch Nachteile hat. Bin zuversichtlich, dass dies ein schmerzhafter Prozess wird, sie es aber irgendwann kapieren müssen. Sonst müßten sie langfristig eh aus dem Euro.

  6. Phillip

    Solange Goldman Sachs und JP Morgan nicht von uns bezahlt werden. ;-)))

  7. neoliberaler

    Nur mal so ?

    Was hat denn eigentlich die Vergabe eines bilateralen Kredites oder die Verschuldung allgemein mit Geldmenge oder gar dem offensichtlich vom Autor ersehnten Goldstandard zu tun ?

  8. chriwi

    Nichts, da sie ordentlich Spendengelder aus den Reihen der deutschen Banken erhält. Somit würde ein Intressenkonflikt bestehen.

  9. chriwi

    Am Rettungsplan sind sie dennoch nicht beteiligt gewesen. Hat Frau Merkel nicht noch groß getönt, dass es kein Geld aus Deutschland gibt. Jetzt sind wir der größte Geber mit 8.4 Mrd. Das es nur Garantien sind mag stimmen, aber wer garantiert das sie nicht abgerufen werden? Der Vergleich zu dem Kühlschrank entschuldigt die FPD wohl kaum. Wollte sie nicht alles besser machen?

  10. Die Stimme aus dem Off

    Ich bin mal so frei darauf zu antworten: bei einem bilateral an ein EU-Mitglied vergebenen Kredit ist nicht mit Rückzahlung zu rechnen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die verdammten Politiker sich anstelle der Rückzahlung irgendwelche abstrakten Werte oder angeblich erbrachten Leistungen oder gar noch nicht befriedigte Ansprüche des Schuldnerstaates einfallen lassen, die eine Rückzahlungentfallen lassen. Damit hat die Geldmenge dann wohl zugenommen.

  11. Lemmy Caution

    bei einem bilateral an ein EU-Mitglied vergebenen Kredit ist nicht mit Rückzahlung zu rechnen.

    Genau das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Staaten, die ihren Schuldendienst nicht mehr erbracht haben, machten dies immer gegenüber den Gläubigern auf dem Markt. Meines Wissens etwa nie gegenüber IWF Krediten. Und wenn 5% p.a. in dem Vertrag drinsteht, dann heißt das 5% p.a. in Euro nicht in voucher für Mittagessen beim Griechen oder ähnliches.

  12. Friedrich

    Der Anfang war viel früher mit dem Landesfinanzausgleich, und es wurde masssiv übertrieben mit dem FmStg und dem Enteignungsgesezt für die HRE.

  13. neoliberlaer

    Sie wollen die Frage beantworten?

    Ja dann tun sie es doch.
    Das was sie da schreiben hat mit der Frage jedenfalls nichts zu tun.

  14. neoliberaler

    Glaubt man hier eigentlich wirklich (gilt für den Autor und einige der besonders schlauen Kommentare), dass Griechenland die Kredite für lau bekommt ?

  15. Die Stimme aus dem Off

    Sie verstehen nicht, dass der Griechenland gewährte Kredit mit Geld gewährt wird, dessen zu Grunde liegende Wertschöpfung man dem Steuerzahler nicht zumuten kann und wird?

  16. chriwi

    Ein schöner Artikel der zeigt, dass Deutschland an den Krediten an Griechenland mehr gewinnen als verlieren kann

    http://www.fr-online.de/_em_cms/_globals/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&em_cnt=2535551&em_loc=1775&em_ref=/in_und_ausland/politik/meinung/&em_ivw=fr_meinung

  17. Lemmy Caution

    Interessant find ich diesen über marginal revolution verlinkten Artikel.
    http://baselinescenario.com/2010/04/11/greece-saved-for-now-is-portugal-is-next/

    Often assistance packages of this nature just help “smart money” to get out ahead of a default.

    Die Zinsen der Bonds sind gesunken, d.h. die Preise derselben sind gestiegen. Diejenigen Investoren, die mit griechischen Staatsanleihen verbundenen Risiken als zu gering bewertet haben, erhalten nun also die Chance auszusteigen. Nutzt die griechische Regierung die Bonus Zeit für notwendige Reformen nicht, sind genau diese Investoren mittelfristig die einzigen Profiteure des Hilfspakets. Dies geschah mit den Geldern der Hilfspakete des IWFs für Russland und Argentinien Ende der 90er. Es ging den Bach runter und die privaten Investoren kehrten erst einmal nicht mehr zurück.

    The danger for private debt holders is clear: Sovereign loans invariably treated better in a restructuring than private debt. So the European aid in some sense squeezes private debt holders.

    Bestätigt mich oben. Im Falle des defaults werden eher die kleinen privaten Investoren nicht ausbezahlt, nicht Deutschland oder der IWF. Im Falle eines mittelfristigen Trotzdem-defaults Griechenlands, hätte die Hilfe seinen Sinn verfehlt.
    Man wird die Einschätzung der Märkte in den langfristigen Verzinsungen der Bonds sehen (5 bis 10 Jahre, länger als für 3 Jahre veranschlagtes Hilfspaket).
    Die Euro-Zone hat nun auch ihre Bereitschaft gezeigt, bei einer bestimmten Höhe der Zinsen der Bonds von einzelnen Mitgliedern einzuschreiten. Und die EU ist dafür institutionell gar nicht ausgestattet. Es gibt für diese lenders-of-second-last ressort keine Spielregeln, wie man die entsprechenden Politiken in einem Mitgliedsland erzwingen kann. Wir verlassen uns quasi auf den IWF.
    Hier seh ich auch das eigentliche Risiko. Es könnte den Druck auf die Regierungen Portugals und Spaniens mindern, ein ernsthaftes Austeritätsprogramm zu schnüren.

    Correct me if I am wrong. Bin kein Ökonom, hab allerdings auch keinen sonderlich hohen Respekt vor solchen.

    In der Vergangenheit haben viele solcher Hilfspakete nix gebracht, andere aber schon. Viele Länder, die früher auf IWF-Kredite zurückgriffen, konnten danach ihre Schulden drastig zurückfahren. Allerdings war das STETS erstmal mit ernsthaften Austeritätsprogrammen verbunden. Mit dem daraus folgenden real existierenden Leiden für Teile der Einwohner.

  18. neoliberaler

    Nein, ich verstehe nur nicht, was sie eigentlich sagen wollen. Kann jemand sagen, was der Satz “gewährte Kredit mit Geld gewährt wird, dessen zu Grunde liegende Wertschöpfung man dem Steuerzahler nicht zumuten kann und wird?” bedeuten soll ?

  19. neoliberaler

    Und nochmal.

    Glaubt ihr wirklich, diese Kredite gibt es für lau ???

  20. Die Stimme aus dem Off

    Ja. Genau so ist es bzw. wird es laufen.

  21. Lemmy Caution

    http://baselinescenario.com/2010/04/11/greece-saved-for-now-is-portugal-is-next/
    Widerspricht allerdings der Aussage hier:
    http://baselinescenario.com/2010/04/11/greece-saved-for-now-is-portugal-is-next/

    The danger for private debt holders is clear: Sovereign loans invariably treated better in a restructuring than private debt. So the European aid in some sense squeezes private debt holders.

    Wenn souveräne Gläubiger in der Vergangenheit bei defaults STETS besser behandelt wurden, warum sollte das mit Griechenland anders sein?
    Die eigentlichen Probleme liegen eher woanders. Wenn Griechenland die Zeit nicht nutzt, um sein Finanz-Chaos in Ordnung zu bringen, haben die Mittel ihren Zweck verfehlt, auch wenn sie zurückgezahlt werden. Wie ich versucht hab, unten näher zu erläutern.

  22. Adrian

    Die FDP kann strukturell nichts besser machen, weil sie auch nur eine sozialdemokratische Partei ist.

  23. Medea

    “….dass die verdammten Politiker sich anstelle der Rückzahlung irgendwelche abstrakten Werte…..”

    vielleicht bekommen wir ja von Griechenland dann ein paar alte Tempeltrümmer, Teile der Akropolis als Rückzahlung ;-)

    Immer höre und lese ich, dass überhaupt kein Geld da ist, nicht mal, um die kalte Progression abzuschaffen. Aber nun gehen über 8 Milliarden nach Griechenland (und die werden gezahlt), Herr Niebel verteilt ein paar Millionen in Südafrika etc. etc.
    Offensichtlich ist ja immer noch genug Geld da, das man verteilen kann, wenn auch nicht im Inland.

  24. Die Stimme aus dem Off

    Was meint besser? Es wird einen Schuldenerlass geben, weil es pünktlich zum Fälligkeitstermin irgendwelche “unüberwindbaren” oder “unvorhersehbaren” Ereignisse geben wird, die das griechische Parlament daran hindern werden einen Haushalt zu beschließen, der die Rückzahlung erlaubt.

  25. R.A.

    > Ein schöner Artikel
    Nein, ein bemerkenswert dummer Artikel (ist aber auch von Heusinger, der schreibt öfters Unsinn).

    Er berauscht sich da an erhofften Gewinnen aus Zinsdifferenzen. Das ist aber eine reine Milchmädchenrechnung – Insgesamt gibt es nämlich nur dann einen Gewinn, wenn Griechenland das eigentliche Kapital auch wirklich zurückzahlt.

    Und man schon etwas naiv sein, um das zu erwarten.

  26. Die Stimme aus dem Off

    Herr Schäffler hatte ja schon den Verkauf griechischer Inseln vorgeschlagen. Jetzt würde sich ein Staatsvertrag über die Beleihung einzelner Inseln anbieten.

  27. neoliberaler

    Tja,leider vollkommen verkehrt. Um die KReditlinie der EU und des IWF zu bekommen, hat sich Griechenland einem massiven Sparkurs unterworfen. Die entsprechenden Maßnahmen sind durch das Parlament verabschiedet und größtenteils bereits umgesetzt. Die Bevölkerung akzeptiert diese Sparmaßnahmen mit großer Mehrheit. Zu Streiks und Protestens ist es nur in geringem Maße gekommen.
    Des Weiteren bezahlt Griechenland für diese KRedite einen nicht unerheblichen Aufschlag zu den Zinsen für Staatsanleihen anderer europäischer Staaten.

    Die Behauptung Griechenland würde diese Kredite praktisch geschenkt bekommen, zeigt entweder die vollkommene unwissenheit solcher Leute. Wenn man so wenig von einem Thema versteht, sollte man lieber still sein.

  28. neoliberaler

    Wie hier erklärt hat Griechenland bereits erhebliche Anstrengungen unternommen.
    Ob diese ausreichend sein werden, kann man natürlich nicht sagen.

    Diese aber einfach zu ignorieren, teils bewusst ( Herr Schäffler) teils unbewusst (das geschwurbel aus dem nichts) disqualifiziert eigentlich für die Teilnahme an einer Diskussion über das Thema.

  29. Die Stimme aus dem Off

    Dann sei es doch endlich. Grüße von jemanden, der in Geiechenland lebt.

  30. jo@chim

    Du bist also Schuld dSado, ich wusste es – Du hast sie versaut, die Geiechen…

  31. Wb

    Nachtrag:
    Die ersten Medien berichten bereits, dass es nicht nur um 30 Milliarden gehen wird, in diesem Fall ca. 8 Milliarden “gut angelegtes und verzinstes” Geld, sondern, dass 80 Milliarden im Raum stehen und wenn man ehrlich ist – der griechische Staat ist bankrott und lebt nur noch von Quellen dieser Art, die Reform dort ist nicht ernst gemeint, nicht vergessen: Das sind Griechen. -, dann könnten sich jährliche Zahlungen von bspw. 5-10k p.a. pro griechischer Nase, also zwischen 50-100 Milliarden p.a. anbahnen.

    Dazu käme dann noch Portugal, die ganze GIPS-Linie halt – und wird die Refinanzierung über die Märkte allgemein teuerer, weil “Spekulanten”, wie es dann heissen wird, generell höhere Risikoaufschläge fordern, dann kommt die Inflationsschraube und die allgemeine Abrauche tritt ein.

  32. Die Stimme aus dem Off

    Streng genommen habe ich dort ja “nur” einen Wohnsitz, aber egal. Was Apple noch dringend am iPhone verbessern muss ist die Rechtschreibprüfung. :-)

    Und versaut habe ich die Griechen nicht, ich bin bei ihnen in die Lehre gegangen, kein Witz.

  33. Lina

    Voltaire: “Früher oder später kehrt Papiergeld zu seinem inneren Wert zurück – Null”. Frage an den Ökonomen: Wie ist dann der Wert bei Buch_, bzw. unvorhandenem, also umlaufenden Falsch_geld? Noch nuller, weil minus ;) … ?

    Geld abschaffen.

  34. neoliberaler

    Zähl mal nach wieviel Argumente du gebracht hast kleiner [***deleted***] aus dem nichts.

    Na auf wieviele kommste denn ?

    Genau 0.

    Nur dummes Geschwätz ohne Substanz, aber das ist ja der Standard hier.

    Ich kanns ja verstehen, wer zu jedem und allem seinen Senf abgeben muss, so wie Du kommt natürlich nicht dazu sich über die entsprechenden Theman zu informieren. Das wäre ja wirklich zuviel verlangt.

    Bitte keine persönlichen Beleidigungen hier. Danke. Der Cleaning Executive
  35. chriwi

    Ich sehe den Unterschied zu jeder anderen Währung nicht. Selbst wenn man Gold als Standard hätte würde sich daran nichts ändern. Denn irgendwer muss den Wert des Geldes in Bezug auf das Gold festlegen. Dass ist ein ziemlich willkürlicher Prozess. Nur weil wir glauben Gold sei viel Wert ist es das auch. Das heißt auch diese Werte, wie im Übrigen alle, beruhen auf Glauben. Somit kann man auch an Papier glauben. Zur Inflation gibt es einen guten Artikel der den Begriff erläutert. Denn es gibt mehr als die Geldabwertung.

    http://www.weissgarnix.de/2010/03/06/wie-der-frosch-im-kochtopf/

  36. neoliberaler

    Wenn ein Land oder eine Firma Pleite geht, dann werden die entsprechenden Anleihen weiterhin gehandelt, obwohl keine Zinsen mehr darauf gezahlt werden und falls sie in der Zwischenzeit fällig geworden wären natürlich auch nicht getilgt werden.
    Dann kann es sein, dass es zu einem Umschuldungsvereinbarung zwischen Gläubigern und Schuldnern kommt und dann jeder wieder eine neue Anleihe mit dann anderen Konditionen erhält. Diese können eine längere Laufzeit haben, geringere Zinsen oder einfach einen geringeren Nennwert. Bei Unternehmen ist es meistens so, dass diese abgewickelt werden und der Schuldner aus der Konkursmasse bedient wird.

    Grundsätzlich sind die Halter von Staatsanleihen im Falle einer Pleite alle gleich gestellt. Ich glaube auch nicht, dass der IWF dann besser gestellt wäre.

    Wie gesagt, Griechenland hat bereits kräftige Anstrengungen unternommen und ist trotz aller Probleme in einer erheblich besseren Position als Russland und insbesondere Argentinien.
    Es ist schon bedauerlich, dass ein MdB solche Tatsachen bewusst verschweigt, aber gleichzeitig so tut als würde die Welt über die Fälligkeitsstruktur und Höhe griechischer Schulden getäuscht werden, obwohl man dies problemlos recherchieren kann.

  37. neoliberaler

    Ok, den Satz kapiert also keiner. Nichtmal der Autor selber…

  38. Lemmy Caution

    Langsam werd ich ein bischen langweilig. Also… selbst Regierungen, die sich einer sehr anti-kapitalistischen Rhetorik bedienen haben in der Vergangenheit Kredite von anderen Staaten oder internationalen Finanzinstitutionen gegenüber den privaten Anleihen bevorzugt behandelt. Ist auch plausibel.
    Wenn man Anleihen nur z.T. zurückzahlt, ist das Image beschädigt egal ob man den Schuldendienst an private oder staatliche Anleger NICHT bedient. Zahlt man IWF oder staatliche Hilfskredite nicht zurück, muß man mit zusätzlichen Konsequenzen rechnen.

    Ein Staat hat im Grunde nichts davon, wenn er seine Schulden nicht mehr bezahlt. Er muß nämlich dann in der Zukunft horrende Risikoprämien für weitere Anleihen zahlen. Argentinien hat 2003 in einer ultra-katastrophalen Lage nur noch 35% des Nennwerts von Anleihen ausgezahlt.
    http://www.economist.com/world/americas/displaystory.cfm?story_id=15816832
    Dafür zahlen sie aber den Preis, dass der argentinische Staat danach praktisch vom internationalen Kapitalmarkt ausgeschlossen wurde, weil die Zinsen für Anleihen durch die hohe Risikoprämie einfach prohibitiv wurde. Das ist in Griechenland sehr wohl bekannt.

  39. Lina

    ja, das mit dem glauben glaub’ ich sofort …

    und danke für den interessanten stoff inkl. comments! leider nicht wirklich dazu_gelernt! bei so viel meinung finde ich die eigene nicht ;) …

  40. neoliberaler

    Auch zu Zeiten von Goldstandard gab es kräftige Inflation und Deflation, Krisen, Pleiten und natürlich auch Geldmengenerhöhungen hervorgerufen durch Kreditvergabe….

  41. neoliberaler

    Na was ein Glück, dass der GUTE DOITSCHE ordentlich wirtschaftet…

    Ein Scheisspack diese Südueopäer, fast so schlimm wie die Neger, gelle…

  42. Die Stimme aus dem Off

    Sonderpädagogik kann man im Internet nicht leisten.

  43. Medea

    “Die ersten Medien berichten bereits, dass es nicht nur um 30 Milliarden gehen wird, in diesem Fall ca. 8 Milliarden “gut angelegtes und verzinstes” Geld, sondern, dass 80 Milliarden im Raum stehen”

    Das habe ich auch gelesen und es mir auch so ähnlich vorgestellt, schon vor dem Lesen. Ich bin davon ausgegangen, dass sie nicht gleich die ganze Summe erzählen, schon gar nicht vor der NRW-Wahl. Und ich bin gespannt, was nach der Wahl noch so kommt, z. B. wieviel Geld Portugal bekommt.

  44. Gern0t

    Entscheidend sind aber zwei Dinge für die Stabilität einer Währung:

    1) Wie einfach (= wie billig) lässt sich das Geld vermehren (Papier = Kosten –> 0).

    Im Goldstandard werden Warenpreise im Tauschverhältnis zu Gold bestimmt, d.h. wieviel Äpfel erhalte ich für wieviele Unzen Gold und umgekehrt. Nur, wenn Du die Goldmenge vermehren kannst, könntest Du Inflation erzeugen. Das gestaltet sich aber schwierig.

    Natürlich kann eine Zentralbank in so einem System auch Goldsubstitute (also Papierscheine) emittieren, also Zahlungsversprechen auf Gold. Werden mehr Scheine im Umlauf gebracht, als Gold physisch verfügbar ist, entsteht Inflation.

    Damit kommen wir zur zweiten Bedingung:

    2) Wer hat die Kontrolle über die Papiergeldmenge. Die Geschäftsbanken (Free Banking) oder eine staatlich kontrollierte Monopolbank (Zentralbankwesen).

    Im Free Banking-System würden Geschäftsbanken zwar inflationieren, aber ohne Lender-of-Last-Resort ein hohes Risiko eingehen. Das beschränkt die Inflation systemisch.

    Im Zentralbankwesen müssen wir dagegen auf die Zentralbänker vertrauen, dass sie ihre Macht nicht missbrauchen …

  45. jo@chim

    Dein Getrolle bewegt sich wirklich hart an der Schmerzgrenze. Verzieh dich.

  46. Gern0t

    Ja, Krisen gab’s — entscheidend ist aber, wie diese verursacht wurden. Ansonsten ist das 19. Jahrhundert und das frühe 19. Jahrhundert bis zum ersten WK vor allem durch beständige Deflation gekennzeichnet:

    http://www.bis.org/publ/work152.htm

    Wenn Die Geldmenge konstant bleibt, dann fallen die Preiseim Schnitt, weil durch das Wirtschaftswachstum immer mehr Güter immer günstiger hergestellt werden können. Deflation ist ein Kennzeichen von Wohlstandsmehrung.

  47. Wb

    Es gibt nur eine Möglichkeit: Die EU soll nicht nur an Hand der Beiträge – diese Tabelle ist alt und falsch, belegt aber sehr schön die Kommunikation der EU-hörigen und nicht nationalen Interessen folgenden [1] Politiker – zu einem Umverteilungsverbund werden, sondern an Hand der Bedürftigkeit, LOL.

    Man wirds nun den Deutschen irgendwie verklickern müssen, dass sie Zahlvieh für alles werden sollen, nicht ganz einfach die griechischen Spezifika (grundsätzlich gefälschte statistsische Daten, Rente für 55jährige, Staatswesen Hauptarbeitsgeber etc.) zu vernitteln, aber es wird sicherlich Fr. Merkel noch einige Jahre noch gelingen – dann natürlich BUMM.

    MFG
    Wb

    [1] wobei andere Landespolitiker natürlich schon den Anliegen des “Wahlviehs” folgen, bspw. Griechenlands pol. Spitzenkräfte

  48. Medea

    “Man wirds nun den Deutschen irgendwie verklickern müssen, dass sie Zahlvieh für alles werden sollen..”

    Erklärt wird das sicher damit, dass sonst die bösen Spekulanten… und wenn wir da nicht zahlen, werden wir ganz doll arm werden, weil der Euro dann absinkt etc.

    Herr Juncker von Luxemburg hat gesagt, der deutsche Steuerzahler müsse sich gar nicht aufregen, da die Griechen ja alles zurückzahlen werden. Das zu glauben, so doof sind die Deutschen nun auch wieder nicht.

    Und wie du schon sagst, Ärger wird es geben, wenn die Deutschen, die bald mit 67 in Rente gehen müssen, dafür zahlen, dass die Griechen schon wesentlich früher “frei” haben.

    Ich fürchte, wir werden noch lange für alles mögliche zahlen müssen, bevor der BUMM kommt.
    (Mir gefällt dein Wort BUMM gut, herrliches Wort)

  49. Wb

    Die deutschen 67jährigen zahlen für 55jährige Griechen, die auf deutsche Kosten in Rente gehen, das hat doch was.

  50. Medea

    Das das machen wir doch gern, wenn wir helfen können. Dann gehen wir auch erst mit 70 in Rente ;-)

  51. Die Stimme aus dem Off

    Es wird gar nichts müssen, weil es einen Schuldenerlass geben wird. Die Kreditwürdigkeit wird sich dadurch verbessern, schließlich muss dann weniger Geld zurück gezahlt werden. Innereuropäische Ausgleichszahlungen jedweder Art sind stets Gegenstand der Kommissionsverhandlungen und werden durch die Kommission “durchgedrückt”. Deutschland wird in den dann kommenden Verhandlungen nachgeben müssen, weil sich die Kommission einer ihrer vier die Verhandlungen beschleunigenden Modi bedienen wird. Sie wird die einzelnen Staaten gegeneinander ausspielen. Am Ende steht dann der Schuldenerlass. Nachlesen: U. Haltern, Europarecht, Dogmatik im Kontext, das Kapitel zur Kommission.

  52. chriwi

    “Deflation ist ein Kennzeichen von Wohlstandsmehrung.”

    Da hätte ich gerne mal eine Quelle. Denn Japan der 90er Jahre zeigt ein anderes Bild. Deflation und niedriges Wachstum gingen dort Hand in Hand. Die Staatsverschuldung stieg.

  53. tigger

    Na also. Niedriges Wachstum ist ein Zeichen dafür, dass die Leute satt und zufrieden sind, mit dem, was sie haben. :-)

  54. googlehupf

    Das soll mal einer dem Brüderle erzählen…

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