Warum wundert mich das uberhaupt nicht: Gymnasiallehrer fuer Mathematik sind in Deutschland top-ausgebildet, auch Grundschullehrer mit Schwerpunktsfach Mathematik im Studium sind bestens qualifiziert um unseren Kleinen das grosse 1×1, die partielle Ableitung oder die Kettenregel beizubringen. Lehrer hingegen, die keine Matheausbildung hatten, als Grundschul- Haupt- oder Realschullehrer aber Mathematik unterrichten, schneiden nach einer nun veroeffentlichen Vergleichsstudie schlecht ab (n-tv.de).

Zum Teil hätten die Lehrer ohne spezielles Fachstudium Probleme, Mathematikaufgaben zu lösen, die auf dem Niveau ihrer Schüler liegen, sagte die Schulforscherin Sigrid Blömeke von der Humboldt-Universität Berlin. „Mit ihrem überwiegend noch aus der Schule stammenden Wissen können diese Lehrer kaum erfolgreich Mathematikunterricht durchführen.“


Ich frage mich ja nicht erst seit gestern, ob die PISA-Ergebnisse weniger auf die Nachteile des dreigliedrigen Schulsystems zurueckzufuhren sind, sondern vielmehr die Bankrotterklaerung der Fokussierung auf Geisteswissenschaften in der oeffentlichen Wahrnehmung: Dichter und Denker sind fuer viele Aspekte der modernen Technikgesellschaft schlicht schlechter vorbereitet als  Techniker und Ingenieure.

[Die Bildungsforscher] sehen einen engen Zusammenhang zwischen Lehrerkompetenz und Schülerleistung. Gute Lehrer führten in der Regel zu guten Schülern. Blömeke: „Dabei ist ein Teil der Lehrer leider unzureichend auf die anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet, Schüler zu den bundesweit gesetzten Bildungsstandards im Fach Mathematik zu führen.“ Mathematik sei heute Schlüsselwissenschaft für viele Berufe.

Mich wundert das garnicht. Mathe- und Physiklehrer fuer Gymnasium, aber auch Grundschullehrer mit einem dieser Schwerpunkte werden genauso in hoeherer Mathematik ausgebildet wie Ihre Kommilitonen im Diplom (nun Bachelor)-Studiengang. Lehramtsstudenten fuer andere Disziplinen sind oft froh etwas zu studieren, in dem die als schwer empfundene Mathematik keine Rolle spielt. Mathematik wird ja leider nicht im klassischen Bildungskanon verortet. Mathematik nicht zu verstehen ist Kavaliersdelikt, Shakespeare fuer eine Biersorte zu halten selbst im Trash-TV ein absolutes No-Go. – Nur nimmt ein im logischen, mathematischen Denken geschulter Mensch keinem Politiker der Welt das in der Mathematik nicht existierende Konzept der Dialektik ab.

In diesem Sinne. Prost.

P.S. Selbstverstaendlich schliesst sich die Dagny dem Dictum Feynmans an, wonach sich die Schoenheit der Kunst immer nur zur Klarheit der Physik und Mathematik hinzuaddiert, niemals aber letztere von ersterem subtrahierbar ist.