Stoppt die Vuvuzelas!
M.M., 13.06.2010
Nein, es ist nicht auszuhalten. Den Argentinien-Match habe ich gestern ohne Ton verfolgt. England-USA war etwas besser. Das Gedröne im Hintergrund nervt.
Wem das Getüte der Vuvuzelas, dieser permanente Bienenschwarm im Hintergrund, auf den Wecker geht, kann der Facebook-Gruppe beitreten. Nützt zwar nichts, aber ist gut für die Psyche :-)
antibuerokratieteam.net






Richtig, dieses Getröte geht einem echt auf den Nerv. Ein Hoch auf die Person, die als erstes einen guten BAndweiten-Passfilter entwickelt, der diesem Zeugs ein Ende bereitet.
Kulturelles Verständnis in allen Ehren, aber das ist einfach nur Lärm und hat mit Atmosphäre nix zu tun…
“Ursprünglich wurde die Vuvuzela aus Blech hergestellt. Sie wurde in Südafrika in den 1990er Jahren populär. Im Jahr 2001 begann das südafrikanische Unternehmen Masincedane Sport mit der Massenproduktion aus Kunststoff.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Vuvuzela#Geschichte
Eine 20 Jahre alte Tradition. Hui! :-D
England-USA gestern war ok, die englischen Fans konnten sich ab und zu mit ihrem “Rule Britannia” durchsetzen – aber schön sind die Vuvu-Dinger nicht.
Haben sich eigentlich schon die ersten Linken gemeldet, die den Verbotsversuch als rassistisch brandmarken?
*Kopfschuettel*. Gehts doch ins Pub und macht selber Stimmung! Oder legt einen x-beliebigen Ton eines x-beliebigen Spiels drunter. Merkt eh keiner den Unterschied.
Sicherlich; mir wurde allerdings auch vorgeworfen, die Verbotsforderung sei typische SPD-Politik. Wie man es dreht und wendet, wir sind die Bösen. :-D
Seid wann seid ihr denn links? Ich dachte die SPD ist neoliberal-raubtierkapitalistisch?
Und außerdem ist es eigentlich keine Verbotspolitik, sondern eine basisdemokratische Grass-Roots-Bewegung, die sich da gegen diese nervigen Tröten firmiert.
“Seid wann seid ihr denn links? Ich dachte die SPD ist neoliberal-raubtierkapitalistisch?”
Sorry, mein Fehler. :-)
Also ich finde die Vuvuzela nicht schlecht. Schade ist nur, dass die afrikanischen Fans nicht (mehr) trommeln. Früher mochte ich den Africans Nations Cup wegen seiner besonderen Atmosphäre und wegen der eingesetzten Trommeln.
Ehrlichgesagt versteh ich die Aufregung nicht so ganz. Gut, ich hab jetzt erst ein einziges Spiel komplett sehen können – aber ich fand den Vuvulärm nicht besser oder schlechter als “normalen” Fussballkrach.
Nein, wir müssen die Vuvuzelas aushalten. Andere Länder, andere Sitten.
Alle Verbotssehnsüchte zeugen nur davon, dass man die Afrikaner wieder einmal belehren will: So – ohne Vuvuzelas – hat die Stimmung beim Fußball zu sein, so und nicht anders. Ihr Afrikaner, die Ihr die WM ausrichtet, wisst das nicht. Und deshalb erklären wir es Euch, in Eurem Land, wir, die wir zu Gast bei Euch sind.
Und falls wir mit dem Argument der Stimmung nicht weiterkommen, ziehen wir fernliegendste Argumente herbei: Nicht zu hörende Lautsprecherdurchsagen, schwierige Verständigung auf dem Platz, etc.
Gerne übersehen wird der positive Effekt der Vuvuzelas: Es drohen wohl keine Ausschreitungen der Fans, weil sie sich nicht kollektiv in die Aggression singen können. Wie man im Fernsehen sieht, sitzen selbst besoffene Engländer friedlich und abgenervt auf ihren Plätzen und schauen sich gequält die Vuvuzelaspieler an.
Multikulturalität ist eben nicht nur gut, wenn es gefällt. Sie ist ein universell erstrebenswertes Gut, das es auch unter größten Opfern auszuhalten gilt.
Das gilt vor allem dann, wenn man dort zu Gast ist.
P.S.:
Ich halte die Vuvuzelas für eine polizeiliche Maßnahme. Wer wir ich schon einmal gesehen hat wie schnell eine Gruppe Zulus beim Erklang von Kriegsliedern zu extremster Gewalttätigkeit übergeht, kann das nachvollziehen.
Die flippen von einer auf die andere Sekunde so extrem aus, das ist unvorstellbar. Jede Frau, jedes Kind greift sich was es finden kann und geht damit auf den nächstbesten als Feind eingeschätzten Gegner los.
Ich versuche heute Nachmittag mal an ein paar Videos aus Südafrika zu kommen, in denen man das ganz eindrucksvoll sehen kann.
Seid dankbar für die Vuvuzelas. Die Buren sind es.
Ich sehe kein Problem darin, dass man diese nervigen Dinger verbietet.
Es ist ein INTERNATIONALES Event, welches nun einmal (irgendwo muss es ja stattfinden) in Südafrika ist. Es gibt Regeln, die der Fifa Verband aufstellt und nicht das Land oder die Menschen. Sie nehmen die Regeln an, nicht umgekehrt. Wenn die WM in England stattfindet, wollen wir dann nächstes mal die Hooligans und Rauchbomben wieder zulassen, weil es ja schließlich zur Kultur gehört und alles andere nur “Belehrung” wäre?
Es ist total lächerlich und DSadOs Multikulturalität und sein Comment sind total Fehl am Platz. Bitte lass uns ein Fussballevent eines privaten Verbandes nicht politisieren!!! Wenn sich Afrikaner deswegen gedemütigt fühlen würden, na dann gute Nacht.
Es reicht doch schon eine Filterung am Eingang aus, sodass nicht jeder damit reinkommt.
Lärm gehört natürlich zum Fußballspiel. Aber es sollte natürlich ein Lärm sein, der irgendwie etwas mit dem Geschehen auf dem Rasen zu tun hat!
Das könnten Fan-Gesänge sein, das können Trommeln sein oder irgendwelche anderen Rufe oder Geräusche – aber sie müssen unterschiedlich laut sein. Wenn es laut wird im Stadion in einer spannenden Situation, wenn die Fans die eigenen Mannschaft unterstützen oder still verzweifelt dasitzen – das alles macht die Atmosphäre aus.
Aber die ständig gleichförmig brummenden Vuvus sind völlig langweilig. Da könnte man auch 20 Betonmischer hinstellen und 90 Minuten lang dröhnen lassen.
Globale Veranstaltung schön und gut, aber der Reiz der WM liegt doch darin, dass sie in verschiedene Länder vergeben wird, weil es dort jedes Mal ein bisschen anders ist. Man kann doch nicht die WM in ein afrikanisches Land vergeben und sich dann darüber beschweren, weil es dort anders als in europäischen Länder ist.
Vor vier Jahren hat die Welt uns unsere WM feiern lassen, wie wir wollten, da gab es kaum kritische Stimmen. Also lassen wir doch die Südafrikaner auch ihre WM feiern wie sie wollen!
Und zum Thema Tradition: Gibt es da ein Mindestalter für?
Ganz ehrlich, wen der Klang nervt, der soll doch einfach den Ton ausmachen! Was da an Fussballkommentaren über den Äther kommt, das kann man getrost ausschalten.
Das haben die Vuvuzelas doch. In Südafrika verbindet sie jeder mit Fußball. Und nun auch der Rest der Welt.
Wie kommst Du darauf, dass das so sein muss? Kann es sein, dass Dich Deine kulturelle Prägung zu dieser Annahme veranlaßt?
Aus südafrikanischer Sicht ist das sicherlich falsch. Es ist doch etwas ganz anderes selbst in eine Vuvuzela zu blasen oder auf einen Betonmischer zu starren. Davon abgesehen sind Betonmischer auch nicht so laut. Du bist also entweder empfindlich oder es ist den TV-Anstalten gelungen ein vollkommen falsches Bild der Vuvuzelas zu vermitteln: Die Dinger sind noch viel lauter, als man es sich hier wohl vorstellen mag.
Gerade ihre Lautstärke begründet übrigens ihre Bedeutung für die südafrikanische Fußballkultur. Ihre Lautstärke und ihre Konstanz sind also gerade die wesentlichen Elemente.
Wir dürfen nicht erwarten überall und an jedem Ort immer westliche Kulturvorstellungen umsetzen zu können. Wenn man das gewollt hätte, dann hätte man sich für ein anderes Land entscheiden sollen. Die Japaner sind sicherlich auch angeekelt, wenn sie das obszöne Benehmen westlicher Fußballtouristen zu einer WM ertragen müssten.
Die Fußballweltmeisterschaft ist eine globale Veranstaltung. Westliche Kulturdominanz ist dort unangebracht.
So wenig Liberalität wie in dieser Frage habe ich hier ja noch nie erlebt. Bin ich hier etwa der letzte Verteidiger von kultureller Vielfalt und der letzte Gegner von Verboten?
Wollen wir jetzt etwa zurück zur Diskussion um die Leitkultur?
Du vergleichst allen Ernstes das friedliche Spielen eines Blasinstrumentes mit Gewaltexzessen? Nur weil Dir die Musik nicht gefällt? Das ist ein so großes Maß an Kulturimperialismus, wie ich ihn mir hier auf dem A-Team bislang nicht vorstellen konnte.
Hahaha… Entschuldigung, ich lache mir gerade einen ab.
Dazu passend das Quote of the Moment von dieser Seite:
Ich liebe es den Leuten die Multikulturalität so lange in den Rachen zu stecken, bis sie daran ersticken. Ist nichts persönliches, ist nicht böse gemeint, wirklich nicht.
Ich kann mir diese Gelegenheit hier aber nicht entgehen lassen. :-)
Viel mehr als die Vuvuzelas nervt mich das bisher unterirdische Niveau der meisten Spiele. Da wünsch ich mir eine WM mit nur 24 Ländern zurück.
Eigentlich ist diese Diskussion gerade hier, bei den Hardcore-Liberalen unglaublich lustig. Bevor man auf die Idee kommt, einfach den Ton auszustellen, ruft man den Staat an, er soll doch Gewalt anwenden und die Vuvuzelas in den Stadien verbieten.
Garniert wird das Ganze mit ner Prise Kulturimperialismus, da wir ja alle viel besser wissen, wie die Rahmenkulisse eines Fussballspiels auszuschauen hat.
Ich persönlich boykotiere diese WM. Gestern um 21:00 Uhr war das Fitness-Studio angenehm leer. Das Wetter ist sehr nett. Man kann angenehmeres machen als sich das 90-minütige Staubsauger-Getute dieser mono sapiens weißer und schwarzer Hautfarbe anzutun.
Bin zu dem Schluß gekommen, dass es sich bei der vuvuzela um eine Maßnahme der erfolglosen Zuma-ANC handelt, um eine macht-stabilisierende we-against-them Stimmung zu erzeugen.
Viele insbesondere gut ausgebildete weiße Südafrikaner haben in den letzten Jahren das Land verlassen. Darunter auch viele, die das Ende des Apartheid-Regimes befürworteten. Die rassistischen hillybillies werden nämlich immer dableiben.
1936 hätten die Olympiaden in Berlin und Garmisch Partenkirchen boykotiert werden sollen.
1978 hätte die Fußball WM in Argentinien boykottiert werden sollen.
Auch diese Fußball-WM sollte aus meiner Sicht nun boykottiert werden. Von allen Mannschaften und allen Zuschauern.
Vuvuzela ist 2 Sachen:
- die Anhänger versichern sich damit ihre gegenseitige uneingeschränkte Verbundenheit.
- auf die Gefühle der restlichen Menschheit wird 0 Rücksicht genommen. Wer sich beschwert, wird ausgelacht.
Vuvuzela ist Faschismus.
Einfach Fernseher nicht mehr einschalten.
Wir können einen Menschen zum Mond transportieren, aber sitzen uns fröhlich vor einen Fernsehschirm, der 90 Minuten in einem lauten, nervigen, alles übrige verstummende rumquakt?
Nein, njet, zilch, no
Auch in Solidarität mit den verbliebenen intelligenten Südafrikanern, den dieser Wahnsinn ebenfalls tierisch auf den Keks geht.
Projektionsirrtum. Lediglich der Hausherr wird aufgefordert, sein Hausrecht in diesem Sinn auszuüben.
Es gibt jedenfalls nicht viele Länder, die den Anfeuerungsrufen und -gesängen von Gästen keinen Raum geben. Durch die Erhebung zur Kultur soll das Getröte doch nur nicht mehr genannt werden können, was es ist: nervig und extrem unhöflich. Wer eine WM ausrichtet, tut dies nicht nur für sich selbst. Im Fall von Südafrika scheint das z.T. anders gesehen zu werden. Wahrscheinlich, weil man die Neger ja nicht so richtig ernst nehmen kann. Die sind halt so voller Lebensfreude, den ganzen Tag lachen und schnackseln, und dann im Stadion alles zutröten.
Hm, soweit ich weiß ist der Hausherr der Staat Südafrika, oder gehören der FIFA die südafrikanischen Stadien? Und wer sorgt dort für Sicherheit? Private Wachdienste oder die Polizei?
Das mit der Gastfreundlichkeit und den Gästen Raum für Anfeuerungsrufen zu geben ist endlich mal ein vernünftiges Argument. Ansonsten hör ich nur: Es nervt, klingt wie ein Bienenschwarm, etc etc. Und nur weil es nervt es gleich verbieten zu lassen, halte ich für zutiefst bevormundend und alles andere als liberal.
Zudem war das für mich alles nur der Höhepunkt. Nachdem man monatelang bezweifelt hat, dass die Stadien fertig werden und man ja schon fast erwartet hatte, dass Horden bewaffneter Schwarzer über die WM-Touristen herfallen und sie alle niedermetzeln, weil es ja so gefährlich ist, hatte ich inzwischen den Eindruck, dass sich einige so begierig auf diese Tröten stürzen, weil sie endlich wieder was zum Nörgeln hatten.
Jaja, und die Deutschen nörgeln den lieben langen Tag!
Um Hausherr zu sein, muss einem das Haus nicht gehören. Meines Wissens nach fungiert die FIFA während der WM als Hausherr. Aber selbst wenn nicht, dann kann natürlich auch der Staat als Hausherr agieren – das entsprechende Recht geht durch Staatsbesitz ja nicht verloren.
Erstens macht das keinen Unterschied: Wenn sich jemand in meiner Wohnung daneben benimmt und auf Aufforderung nicht verschwindet, kann ich mich selbstverständlich der Polizei bedienen, um das Eigentumsrecht zu schützen.
Und zweitens sind die Typen, die einen am Stadioneingang durchsuchen und unerwünschte Gegenstände abnehmen, meistens Angestellte oder Beaufragte des Vereins bzw. der Veranstalter.
Gerade weil ich fürchte, dass das mit Südafrika nicht lange gut gehen wird, freue ich mich über alles, was diesen Eindruck wenigstens zeitweise zerstreut, weil die meisten Menschen da eine gute Zukunft verdient haben und es so schön wäre, wenn dieses große Experiment Erfolg hätte.
Aus meiner bescheidenen Südafrika-Erfahrung heraus kann ich nur eins sagen: Du könntest recht haben.
Würde zwar eher “Verkrampte” statt Hillybillies sagen, aber diese Diagnose kann ich nur bestätigen.
Na ja, es soll ja Menschen geben, die sich auch für das Spiel an sich interessieren, und denen das Getröte nur den Genuss einschränkt, wenn auch erheblich.
Ich habe dieses Argument kommen sehen. Aber es ist nicht haltbar. Es ist diesmal ein unpolitischer Beitrag und dies sei doch jeden Blog gestattet. Das sind hier persönliche Meinungen, egal ob liberal oder sozi.
Eine Regel, die ein privater Verband aufstellt, ist kein wie im sonstigen Sinne staatliches Verbot. Es ist ihr gutes Recht, um eine gute Show abzuliefern, denn schließlich muss auch Geld reinkommen. Das passiert nicht nur durch Fans, sondern auch durch Sendeanstalten auf der ganzen Welt. Viele scheinen davon nicht begeistert zu sein, ergo weniger Werbekunden, weniger Einnahmen.
Auch schön heute im Holland Dänemark Spiel, wo sich einer beschwert hat, als er nach den Abseits Pfiff noch in’s Tor geschossen hat. Sowas gibt unter Umständen Gelb, aber er hat den Schiri verständlich gemacht, dass er wegen den Vuvuzelas nichts hören konnte.
Die WM muss so bald nicht nochmal in Südafrika stattfinden.
Meine Südafrika-”Erfahrung” beschränkt sich auf Dinge, die ich gelesen hab.
Ich weiss allerdings, dass sich die Menschen in Argentinien, Paraguay und Brasilien sehr aufregen. In Chile ist die Lage ein wenig entspannter. Da gehts nach dem Motto: Verschiedene Kultur, hay que aguantar, nomas (man muß das einfach aushalten). Zuvor gabs da sympathische Fernseh-Berichte über eine relativ große Menge von sagen wir nicht unbedingt elite-mässig ausgebildet und eher pragmatisch orientierte Chilenen, die sich nach wohl Nelspruit aufgemacht haben. Und zwar weitgehend ohne Geld. Das ging selbstverständlich schon fürs Flugticket drauf. Ihre Jobs haben sie gekündigt, weil Chile sich halt nicht unbedingt immer für eine WM qualifiziert. Sie haben sich Die haben dort dann ein chilenisches Imbiß Business (Teigtaschen und verschiedene Fleischgerichte) gestartet und haben damit wohl so viel Erfolg, dass sie stolz im Fernsehen verkünden, dass sie mit Rands in der Tasche zurückfliegen werden (la avalancha roja -> die rote Lawine, rot steht hier für die Trikotfarbe vom Nationalteam). Auch solche für mich ultra-sympathischen Geschichten schreibt diese WM. Das wär in Deutschland nicht möglich.
Ich hab mich auf einem südafrikanischen Blog sehr genervt und nicht unbedingt politisch korrekt geäußert. Da kam dann zurück, dass Südafrika der Gastgeber ist und das bei dieser WM AFRIKA in Großbuchstaben geschrieben wird. Dadurch gelangte ich zu der Überzeugung, dass denen die notwendigen Verpflichtungen eines Gastgebers für das größte 4-jährlich stattfindende Fußballtunier sehr offensichtlich nicht bewußt sind und sie lieber ihre Komplexe pflegen. Das hat mich final für diese WM ausgetilt.
Vor allem ist dieser Vuvuzela-Konfrontationskurs mehr als unnötig. Er liesse sich locker klären. Etwa vuvu nur noch, wenn bafana bafana spielt. Aber selbst das geht nicht. Schliesslich muss man auch die übrigen Spiele mit vuvu-Duft besprenkeln muß, obwohl da praktisch niemand Interesse dran hat. Schliesslich findet die WM in AFRIKA statt.
Um beim Stichwort “Kultur” zu bleiben: Als ich damals in Südafrika war, hat man unter Gastfreundschaft noch nicht verstanden, den Gästen mal so richtig zu zeigen, was Sache ist. Im Gegenteil: Die Gastfreundlichkeit selbst der Ärmsten dort war sehr beeindruckend.
Schon gut, ich wollte Dich nur ärgern. Es macht doch so viel Spaß andere Fußballfans zu sehen, wenn sie sich so maßlos ärgern. Und außerdem bin ich so endlich auch mal ein Gutmensch, das wurde ja auch mal allerhöchste Zeit. Endlich ein Gutmensch! Ich habe auch schon großen Gefallen an meiner neuen Rolle gefunden. ;-)
Ich selbst habe mich mittlerweile daran gewöhnt.
Liberal ist alles zu erlauben was mir gefällt und zu verbieten was mir nicht gefällt. So etwa kann man diese eigenartige Diskussion zusammenfassen. Als ob man beim public viewing irgendwelche Töne aus dem Lautsprecher wahrnehmen würde.
Dieser Blog wäre so ziemlich der letzte gewesen, dem ich so eine merkwürdige Debatte zugetraut hätte. ich bin einigermaßen erheitert.
also beim publich viewing in meinem Biergarten sind Lautsprecher aufgestellt und in der Regel kommt da auch gut Stadionatmosphäre rüber. Nur diesmal nicht. Die Sendeanstalten haben den Moderator laut gestellt und den Rest leise. Auch ein Tritt gegen den Ball ist diesmal viel stumpfer.
Liberale müssen Scheiße nicht unbedingt gut finden, um liberal zu sein, aber sie akzeptieren.
Da geht es mir nicht anders als Dir, FG. Merke: bei Fussball und Weibern hört die Liberalität auf, host mi? (bzw., in dem Fall: oddrrrr?)
:D
Warum soll man denn als Liberaler nicht über dieses Thema diskutieren?
Das Tröten ist eine Meinungsäußerung. Die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung im öffentlichen Raum ist im Grundgesetz verankert. Meinungsäußerungen im privaten Raum können vom Hausrecht abhängig gemacht werden.
Die Stadien sind ein privater Raum. Die FIFA hat das Hausrecht in den Stadien. Sie lässt das Tröten zu. Dazu kann man doch als Liberaler eine Meinung haben. Die Spiele werden öffentlich übertragen und dabei ist das Tröten zu hören. Auch dazu darf man als Liberaler eine Meinung haben.
Man kann seine Meinung dazu sagen. Aber man muss nicht. Ich vermute ja, wir hören beim »Public Viewing« schon gar nicht mehr die Vuvuzelas, sondern nur noch die Töne der Verärgerung über die endlose Diskussion.
Immer gleich dieser Verbotsforderungen aus Europa…
Ganz schwieriges Thema. Ich habe mir deshalb erlaubt, die Problematik in einem kleinen nonverbalen Kommentar auf den Punkt zu bringen.
[...] „Stoppt die Vuvuzelas“, schrieb Manfred Messmer beim A-Team und löste damit eine Diskussion über Kulturimperialismus und Hausrecht aus. [...]
Immer diese Verbotsforderungen, selbst in liberalen/libertären Kreisen!
Eher kurios ist die Meinung, die Verbotsforderung richte sich nur an den Hausherrn und nicht an den Staat, selbst wenn der Staat der Hausherr ist. Da können wir ja den öffentlichen Raum als staatliches Eigentum deklarieren (das geschieht ohnehin häufig, daß der Staat sich als Priveter ausgibt und aus dem öffentlichen in das private Recht flieht) und schon braucht die Meinungsfreiheit nicht mehr beachtet zu werden.
So werden Verbotsforderungen gestellt und kann trotzdem seine ideologie beibehalten.
Da mich Fußball nicht interessiert, stören mich die Vuvuzelas nicht. Deshalb bin ich natürlich gegen ein Verbot und für Toleranz.
Nicht alles, was ein Staat macht, ist hoheitlicher Natur. Der Verwalter eines staatseigenen Gebäudes hat per se selbstverständlich dieselben Rechte und Pflichten wie ein anderer Gebäudeeigentümer – das auch rechtlich anzuerkennen, ist keine “Flucht ins private Recht”; sondern ein Gebot der Gleichbehandlung.
Toleranz kann es im übrigen auch nicht gegenüber der Intoleranz geben. Der Einsatz der Vuvuzelas unterdrückt alle anderen Publikumsäußerungen und wirkt auf sehr viele Stadionbesucher äußerst störend. Eine Pflicht zur Toleranz ist hier genau so wenig gegeben wie gegenüber jemandem, zu dessen Fankultur es gehört, Getränke über andere Besucher zu schütten.
Aber das sind so Unterschiede, die kann man nicht begreifen, wenn man schon meint recht zu haben, bevor man überhaupt begriffen hat, worum es geht.
Diesen Kommentarstrang werde ich mir zur Belustigung meines Juristenstammtisches speichern und an die Wand hängen. Beliebigkeit auf liberale Art, nicht schlecht. Die Willkür muss nur den eigenen Interessen dienen, schon ist sie ein Herrschaftsinstrument auf das man gerne zurückgreift. Man hätte die Absurdität der Diskussion allerdings noch etwas bzw. gehörig auf die Spitze treiben können. Mir fallen da noch die Schlagwörter “Kunstfreiheit”, “Allgmeines Persönlichkeitsrecht”, “Schrankenlos gewährte Grundrechte”, “Normsetzungskompetenz”, “Normenhierarchie”, “Verhältnismäßigkeit”, “interkulturelle und soziale Kompetenz” und – an dieser Stelle wird R.A. aufhorchen “Verwaltungsprivatrecht”, “öffentliche Einrichtung” und “Grundrechtsbindung” ein.
R.A. hat natürlich wieder einmal Recht, wie schon so oft. So langsam mache ich mir Gedanken, warum Du so extrem viel Ahnung vom Staats(organisations)recht hast. Das ist ja nicht das erste Mal, dass Du die richtigen Schlagwörter an den richtigen Stellen bringst.
Ich habe – kein Scherz – an die Vuvuzelas gewöhnt und werde sie wohl zukünftig hier in Verbotsland bei Bundesligaspielen vermissen.
Wer weder Liberalismus begriffen hat noch die Namen von Kommentatoren lesen kann, sollte sich vielleicht etwas bescheidener geben.
Haha… es ist aber auch wirklich entlarvend. Selbst kleine Anspielungen werden nicht erkannt, man könnte glatt meinen es mit Kindern der sogenannten Mittelschicht zu tun zu haben. Ist es wirklich so schlimm? Versteht man dort Anspielungen wirklich nicht? Auch nicht wenn man sie wiederholt? Und wenn man sie erklärt, werden sie denn dann verstanden?
Der Wert jedes einzelnen Begriffes wird auf den Kern reduziert. Vermutlich deshalb, damit die Begriffe für die beliebten ökonomischen Phrasen verwertbar werden. Es ist wohl leider so, dass man jede Doppelsinnigkeit ablegen muss, um den Liberalismus und das Recht mal so richtig “zu verstehen” und dann bei den anderen Scheinklugen in der Theorieszene richtig Anerkennung erntet. :-)
Wer weder Liberalismus begriffen hat noch die Namen von Kommentatoren lesen kann, sollte sich vielleicht etwas bescheidener geben.
“Nicht alles, was ein Staat macht, ist hoheitlicher Natur” kann man behaupten und entspricht auch der Fiskuslehre, läßt aber im Unklaren, was denn hoheitliches Handeln im Unterschied zu dem “was ein Staat macht” sein soll. Man kann auch die Frage stellen, warum ein Staat neben dem hoheitlichen Handeln noch privat handeln soll (oder kann), statt dieses private Handeln den Privaten zu überlassen. Aber das ist hier nur ein Nebenaspekt.
Eine Pflicht zur Toleranz gibt es natürlich nicht. Aber es ist auch niemand gezwungen, sich den Vuvuzelas auszusetzen, indem er südafrikanische Fußballstadien besucht oder dortige Spiele im Fersehen anschaut. Man kann einfach wegbleiben. Dann braucht man auch keine Toleranz gegenüber der Intoleranz zu üben.
Den Wunsch, den Einsatz dieser Blasinstrumente zu verbieten, kann man auch gerne haben, nützt aber angesichts der Beliebtheit der Dinger nichts.
*seufz*
Entweder man bekommt das Gespür für solche Situationen in die Wiege gelegt oder eben nicht. Und genau das ist eben auch der Grund, warum sich bestimmte Dinge auch nie ändern werden. Es ist das Verlangen nach der Manifestation des Rechts (oder des “Rechthabens”), das so entlarvend ist und das den Blick verengt, ja ihn geradezu kanalisiert.
Ich ringe noch mit mir, ob ich die Haltung bewahren und die Mittelschicht in dieser Frage sich selbst überlassen soll oder noch mehr Entwicklungshilfe leisten soll. Da ich aber meine über eine gesunde Portion libertärem Gedenkenguts zu verfügen, überlasse ich sie wohl ihrem Schicksal.
Jetzt kann der nächste copy & paste Pausenclown weitermachen.
Rettet den Dem.