Schäm Dich FDP!
Daniel Drungels, 30.06.2010
antibuerokratieteam.netSektion der neoliberalen Weltverschwörung
Daniel Drungels, 30.06.2010
Team Blog Kategorie: Audiovideo Money and Fame - Tags: Bundespräsident, Dirk Niebel, Heuchelei, Linkspartei
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Klasse!
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Unverständlich der Beitrag, wenn die Dirk Niebels Zitat nicht gebracht wird.
Die FDP-Abgeordneten haben anscheinend sehr heterogen abgestimmt. Warum soll sich “die FDP” schämen? Einen eigenen Kandidaten von ihr für das Bundespräsidentenamt aufzustellen wäre sinnlos gewesen, dafür ist sie derzeit zu schwach, auch wäre dieser nicht auf Akzeptanz gestoßen.
Die Linkspartei hätte es möglicherweise in der Hand gehabt, Gauck ins Amt zu hieven, hat sie aber nicht, weil er ihr viel gefährlicher und unangenehmer geworden wäre als Wulff. Die Linkspartei sollte sich was schämen.
Mal sehen, was die vollständige Berichterstattung in den Medien morgen bringt.
Vollständige Berichterstattung gab es heut schon. Was an dem Kommentar unverständlich sein soll, kann nicht nachvollziehen. Die Koalitionsparteien haben ihre Wahlleute ziemlich bedrängt den Wulff zu wählen, weil ja “um mehr geht”. Nach der Besprechung vor dem letzten Wahlgang wurde sogar was von “Auftrag der Wähler” gefaselt. Nach dem Motto, das man ja in die Regierung gewählt wurde und deshalb auch ganz unbedingt der Kandidat aus den eigenen Reihen zum BP gewählt werden müsse, weil sich sonst der Wähler betrogen fühlt: WTF?!
Die Linkspartei hat am ende gesagt “wählt wen ihr wollt oder lasst es bleiben” (angeblich). Niebel regt sich quasi drüber auf, warum das bei einer ‘freien’ Wahl nicht selbstverständlich is, während es in der FDP damit wohl größere Probleme gab.
wieso sollte sich die SED schämen? Indem sie letzendlich Merkels Kandidat zum Sieg verholfen haben, nur weil sie sich nicht mit ihrer totalitären Geschichte auseinandersetzen wollen, haben die doch jedermann klargemacht, wo sie stehen.
Auch mit Stimmen der Linkspartei hätte Gauck keine Chance.
Warum soll sich die Linkspartei schämen. So sehr ich die Partei hasse, ich kann nicht sehen was sie falsch gemacht haben soll bei dieser Wahl!
Die offizielle FDP muss nach aussen hin Geschlossenheit zeigen um der Union zu signalisieren, dass es nicht an Ihr lag, wenn Wulff nicht genuegend Stimmen bekam.
Die Wahlmaenner der Union haben die Chance zum internen Putsch verpasst, es ist ein Sieg der Kanzlerin uber die Kritiker. Falls die Kanzlerin sich die Klatsche im ersten Wahlgang zu Herzen nimmt, wird Sie programmatisch und persoenlich Dinge aendern muessen. Damit rechne ich aber eher nicht.
Die Kommunisten haben es verpasst, nicht verstanden oder nicht gewollt, einen Coup zu landen. Sie haetten unangekuendigt im ersten Wahlgang Gauck waehlen muessen um die moeglicherweise erwartet grosse Unzufriedenheit in der Koalition auszunutzen. – Dass aber Kommunisten ohne Gegenleistung den Kandidaten der Sozialdemokraten waehlen, der selbst erklaerter Antikommunist ist, wird so schnell nicht passieren. Das Angebot an Rot-Gruen einen anderen, neutralen gemeinsamen Kandidaten fuer den dritten Wahlgang zu finden, spricht fuer diese Behauptung. – Merke: Die Opposition ist nicht so homogen, wie es die Medien gerne darstellen.
Mit dem Rueckzug von Frau Jochimsen haben die Kommunisten womoeglich erst die Geschlossenheit in der Koalition ermoeglicht. (Sofern nicht Stimmen der Kommunisten zu Wulff gingen um Gauck zu verhindern und der SPD eins auszuwischen).
Fazit: Ein Sieg der Kanzlerin uber interne Kritiker, die sich nicht gegen sie durchsetzen konnten oder nicht geschlossen genug agierten. Wulff ist Praesident und verfassungsgemaess gewaelt. Rot-Gruen hat einen Coup gelandet, von dem allerdings keine weitere Signalwirkung ausgeht. Gauck war ein Sprengkandidat, in der oeffentlichen Wahrnehmung der bessere. Die Kommunisten sind von einer Volksfront weiterhin weit entfernt.
Ich versteh nicht, warum die FDP Geschlossenheit zeigen muss/soll. Politiker sollten ihrem Gewissen verpflichtet sein – sind aber mittlerweile leider nur noch Machtgeil.
Dies hat die Wahl wieder gezeigt. Hätte das Volk direkt gewählt, hätten wir jetzt Herr Gauck als Präsidenten.
Und jetzt nach der Schlappe gestern feiern sich FDP/CDU und CSU als Sieger, aber sonst geht es diesen Parteien noch gut?
Fakt ist,
-Volk hätte gerne einen anderen Präsidenten gehabt
-trotz Mehrheit hat Wulff drei Anläufe gebraucht
-und wir haben jetzt einen “jungen” Präsidenten, der nach zwei Legislaturperioden gehen muss und bis zum Lebensende jede Menge Geld kostet.
Tipp an die FDP (hinter der ich bisher stand): Seht euch nicht als Sieger, die Koalition ist mit einem tiefblauen Auge aus der Nummer rausgekommen und jetzt wäre es schön wieder zu regieren, ich denken wir haben genug Baustellen, an denen man arbeiten kann/muss.
Beste Grüße
Gauck hätte bereits im 1. Wahlgang eine Mehrheit gehabt, wenn die Linken nicht wieder über ihre DDR-Vergangenheit gestolpert wären und ihr ambivalentes Verhältnis zu Freiheit und Menschenrechten offenbart hätten. So gesehen sollten sich Gysi, Lafontaine & Co schämen.
Im Übrigen aber auch Gauck. Dass er sich von SPD & Grünen aufstellen lässt, die die meisten seiner Ansichten doch gar nicht teilen. Gauck wäre ein hervorragender Präsident gewesen — nur nicht als Präsident der Sozialistenversteher.
Interessantes Beispiel dafür, daß Youtube-Schnipsel wie dieser recht ungeeignet für die politische Diskussion sind.
Irgendwas schlimmes soll Niebel also gesagt haben. Was genau, mit welcher Formulierung, welchem Kontext – das wäre jetzt wichtig gewesen für die Beurteilung.
Bleibt also ein eher konfuses Geschimpfe mit persönlichen Geschmacksurteilen zu Niebels Frisur oder Wulffs Charisma.
Nette Formulierung – kommt wohl aus der Schweiz.
Gauck war so eine Art Terrorkandidat, um Schrecken zu generieren. Der Mann wurde von der falschen Seite aufgestellt und ließ sich instrumentarisieren.
Die linke Bande hätte ihn wählen müssen, aber -so wie der taktische Vorteil der gabrielschen Maßnahme ins Auge springt- so hüpft einem auch die Erkenntnis entgegen, dass Gauck als Antikommunist nicht oder nie wählbar sein kann für linkes Pack.
Lustig in diesem Zusammenhang übrigens auch die sog. SMS-Affäre, also der Sachverhalt, dass wichtige Kommunikation zwischen dem Regierungschef und dem Oppositionsführer vom Oppositionsführer an die Medien weitergegeben worden ist.
MFG
Wb
@R.A.
Niebel hat vor dem dritten Wahlgang ein Interview gegeben, dass ich nicht aufgezeichnet habe und deshalb nur zusammenfassen kann.
Er wollte der Linken eine reinwürgen, indem er darauf abhob, dass diese die Abstimmung erst jetzt frei gegeben habe. Daran könne man sehen, welches Demokratieverständnis innerhalb der Linkspartei herrscht. Nach dem Motto: Bei denen gibt’s immer noch nur die Parteimeinung.
War meiner Meinung nach natürlich ein gut platzierter Schuss ins eigene Knie, weil ich nicht glaube, dass die Mehrheit der FDPler bei der Abstimmung ihrem Gewissen gefolgt sind. Selbstverständlich waren die auf Partei- bzw- Koalitionslinie getrimmt.
So oder so, die Bundespräsidentenwahl zeigt einmal mehr, was für ein dämliche Angelegenheit Parteipolitik ist und dass, WENN man eine repräsentative Demokratie will (obwohl man darauf auch verzichten könnte), die Parteien schleunigst entmachten muss.
Eine Farce sondergleichen: Diese elitären Pinkel setzen sich in trauter Runde hin, um zusammen mit einer Handvoll B-Promis einen Bundesgrüßaugust zu wählen, den die Mehrheit im Lande nicht will, und bezeichnen das dann auch noch als “Volkswille”.
“Eine Farce sondergleichen”
Ich stimme dir zu. Hinterher wird dann doe parteipolitische Linie analysiert. Wählen die Linken einheitlich, dann ist es die Rückkehr zum Kadergehorsam, tut die CDU/FDP Regierung das nicht ist es auch nicht richtig. An und für sich ist vollkommen egal wer da sitzt. Kompetenz muss man nicht mitbringen und nett lächeln können die meisten Kandidaten auch. Wulf ist immerhin nicht scheinheiliger als Horst. Jeder hat ihn geliebt, weil vermieden wurde über seine Vergangenheit zu reden.
“Dass aber Kommunisten ohne Gegenleistung den Kandidaten der Sozialdemokraten waehlen, der selbst erklaerter Antikommunist ist, wird so schnell nicht passieren.”
Ja ja die dumme Linkspartei. Immerhin macht sie nicht den selben Fehler wie das bürgerliche Lager, dass einen Diktatoren an die Macht geholfen hat. Wenigstens bleiben sie sich ihren Prinzipien vorerst treu. Hätten sie Gauk gewählt, wäre über sie als Lügner hergezogen worden. Egal wie, wer die Linkspartei als reine Kommunisten bezeichnet hat ein verblendetes Weltbild und findet immer etwas um sich aufzuregen.
chriwi schrieb: wer die Linkspartei als reine Kommunisten bezeichnet hat ein verblendetes Weltbild und findet immer etwas um sich aufzuregen.
SCNR: Ich finde das »rein« korrekt. Wäre »unreine Kommunisten« denn besser? ;-)
Die Linken bezeichnen sich selbst als Kommunisten, indem sie sich als Gesamtpartei in eine europäische Dachorganisation der Kommunistischen Parteien einordnen. Manche Mitglieder bezeichnen sich auch persönlich als Kommunisten. Eine ganze Plattform bezeichnet sich als kommunistisch. Wie viele Indizien möchtest Du noch haben?
@Daniel:
> Niebel hat vor dem dritten Wahlgang ein Interview
> gegeben, dass ich nicht aufgezeichnet habe …
Ist ok – aber dann ist das Interview schlicht unbrauchbar um darauf eine Diskussion aufzubauen.
> Nach dem Motto: Bei denen gibt’s immer noch
> nur die Parteimeinung.
Das ist ja wohl auch richtig.
> weil ich nicht glaube, dass die Mehrheit der
> FDPler bei der Abstimmung ihrem Gewissen
> gefolgt sind.
Ich sehe keinen Grund für diesen Glauben.
Es hat bei der FDP eine Empfehlung der Parteispitze gegeben. Mit Argumenten, die ich nachvollziehen kann (obwohl ich grundsätzlich eher Gauck zuneige). Die meisten FDP-Delegierten haben sich dann für Wulff entschieden – einige für Gauck. Und die Gauck-Befürworter haben das offen gesagt, und es wurde allgemein akzeptiert!
Ich sehe wirklich nicht, wieso sich die FDP da schämen sollte.
Dagegen zum Vergleich: SPD, Grüne und Kommunisten haben im braven Kadavergehorsam den Befehlen ihrer Führung gehorcht.
Und bei der CDU (und vor allem CSU) hat es ganz offensichtlich viele “Abweichler” gegeben – aber keiner davon hat das offen gesagt. Entweder weil das feige Heckenschützen sind, oder weil die innerparteiliche Demokratie in der Union nicht funktioniert.
Dein Video hätte sich also sehr wohl gegen die fünf sozialistischen Parteien richten können – aber bestimmt nicht gegen die FDP.
Komm, lass raus, was war er ? Flakhelfer ?
@ R.A. (Achim bitte mach die Kommentarfunktion heile)
Wahrscheinlich war es einfach naiv zu glauben, wenn die FDPler frei abstimmen würden, würden sie sich mehrheitlich für den Bürgerrechtler Gauck mit seiner Botschaft der Freiheit aussprechen.
Eigentlich ist der Gedanke, dass sie frei abstimmten sogar noch enttäuschender. Sie hatten die Möglichkeit ihrem Gewissen zu folgen und wählten Wulff, der als MP von Niedersachsen z.B. geklaute Daten ankaufte. Jetzt könnte ich à la Niebel witzeln, was das wohl über das Gewissen der FDP Abgeordneten aussagt…
P.S.: Als Ergänzung/Erklärung habe ich hier nochmal einen Tweet des FDP-Generalsekretärs aus Thüringen rausgesucht, der den Niebelwitz noch etwas weiter trieb:
http://twitter.com/Patrick_Kurth/status/17431494780
Such doch mal im Web nach der Liste der Gaeste und Glueckwunschdelegationen zum Vereinigungsparteitag PDS-WASG. Hab ich irgendwo auch mal verlinkt. Es ist ein Who is Who der kommunistischen Parteien weltweit.
@Daniel:
> Wahrscheinlich war es einfach naiv zu glauben,
> wenn die FDPler frei abstimmen würden, würden
> sie sich mehrheitlich für den Bürgerrechtler Gauck
> mit seiner Botschaft der Freiheit aussprechen.
Gauck ist hier nicht so sehr als Botschafter der Freiheit angetreten, sondern als Marionette für Gabriels Machtspielchen.
Unter anderen Umständen hätte ich Gauck wohl gewählt – er ist und bliebt ein honoriger Mann.
Aber wenn ich am Mittwoch FDP-Delegierter gewesen wäre, dann hätte ich vom ersten Wahlgang an Wulff gewählt. Ganz freiwillig, ohne jeden Druck von oben.
Wulff wird kein glänzender Präsident sein, aber ein ordentlicher. Und er wird sich nicht zum Komplizen von rot/grün machen.
Denn das hat Gauck gemacht.
Nicht beim ersten Wahlgang – da konnte er auf die Chance hoffen, daß er genügend Stimmen aus dem Regierungslager bekommt und damit eine demokratische Mehrheit.
Aber nachdem SPD und Grüne vor dem dritten Wahlgang ganz offen Verhandlungen mit den Kommunisten geführt und um deren Stimmen gebettelt haben – da hätte Gauck seine Kandidatur zurückziehen müssen.