Archiv: Juli 2010

Nicht neues am Hindukusch

31.07.2010 14:52 - ∆Foxtrot by Daniel Fallenstein - Kommentieren

Bewertungen über Glaubwürdigkeit von Quellen und Plausibilität der Inhalte fehlen häufig. Für den Leser sind gerade die besonders interessant erscheinenden Meldungen, z.B. über die konkrete Unterstützung der Aufständischen durch Iran und Pakistan, oft wertlos, da es keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, wie ernst diese zu nehmen sind. Wir vermuten, dass zweifelhafte Meldungen wie im realen Einsatz auch bei den von WikiLeaks veröffentlichten Dokumenten überwiegen.

Die erkenntnistheoretische Schnittmenge zwischen Clausewitz und Hayek.

Dialog mit der Islamischen Republik?

30.07.2010 15:49 - Gaeste by Nikoline Hansen - 14 Kommentare

Europa hat Anfang der Woche beschlossen, den Druck auf das iranische Regime zu verstärken. Damit folgt es einer Politik, die sich im Laufe der letzten Jahre bei Ländern mit westlichem Wertesystem langsam durchgesetzt hat. Ganz Europa? Nein.

Ein deutscher Außenpolitiker macht sich auf den Weg, den Dialog zu suchen mit einem Partner, der sich jahrelang als dialogresistent erwiesen hat. Am Sonnabend bricht er in die Islamische Republik Iran auf, wie er auf Facebook selbstbewusst verkündet, um die Themen “Nuklear, Regionale Situation” zu erörtern.

Ruecktritte: CEO vs. OB

12:00 - dagny's tags by dagny t. - 14 Kommentare

Die Ruecktrittsforderungen gegen den Duisburger Oberbuergermeister Sauerland werden lauter und lauter. Doch, wie die Presse heute berichtet, kann ein Grund nicht zurueckzutreten sein, dass der OB in diesem Falle alle seine Pensionsansprueche verloere. Inclusive derer aus der Zeit als Lehrer zuvor. Um wie viel einfacher hat es da doch die Privatwirtschaft. Anstelle eines existenzvernichtenden Ruecktritts vom Amt wird ein Aufloesevertrag vereinbart. Etwa beim BP-Chef. Eine etwaige strafrechtliche Verantwortung haben in beiden Faellen ohnehin andere Instanzen zu klaeren.

Freie Maerkte sind jetzt ein Menschenrecht

29.07.2010 02:03 - dagny's tags by dagny t. - 6 Kommentare

Die Vereinten Nationen haben am Mittwoch den Anspruch auf freie Maerkte in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Die von der Schweiz vorgelegte und von 33 anderen Staaten unterstützte Resolution wurde in der Vollversammlung der 192 Mitgliedsstaaten, von denen 163 anwesend waren, mit großer Mehrheit von 122 Stimmen angenommen.

„Diese Resolution bringt ein Recht auf Marktzugang im Sinne des internationalen Rechts“, sagte der Vertreter Berns. Nach UN-Angaben enthielten sich 41 Staaten. Das waren vor allem Schurkenstaaten der Dritten Welt, die praktisch geschlossen gegen den Entwurf stimmten.

Leider stimmt das nur nicht. Es waere aber besser, statt einen abstrakten Zugang zu Wasser in die Grundrechte aufzunehmen, freien Zugang zu Maerkten dort hineinzuschreiben.

(Anregung via Handelsblatt)

Die Heisig’sche Unschärferelation

25.07.2010 17:45 - ∆Foxtrot by Daniel Fallenstein - 69 Kommentare

Eigentlich müsste sogar Claudia Roth mit dem Baseballschläger in den Rollbergkiez ziehen… Eigentlich.

Mir sind Vorfälle bekannt, in denen die Opfer gleichzeitig orale und anale Penetrationen durch mehrere Täter ertragen mussten, bevor man sie, aus vielen Körperöffnungen blutend, wie einen unnützen Gegenstand zurückließ. Auch das Filmen der Vergewaltigung mit dem Handy gehört dazu. Damit kann man sich dann vor den Kumpeln brüsten. Selbstverständlich verlangen die Peiniger, dass ihre Opfer schweigen. Ansonsten müssen sie mit dem Tod rechnen.

Zur Korrelation solchen Abschaums mit bestimmten Herkunftsumständen sagen wir jetzt nichts. Denn das wäre ja Rassismus. Und der ist auch auf Kosten der Mitschüler und sonstigen Opfer dieser Benachteiligten zu verhüten.

Panik und Spielregeln in Duisburg

12:00 - dagny's tags by dagny t. - 27 Kommentare

In die Berichterstattung über die Panik und das Unglück bei der Duisburger Love Parade schleicht sich ein Satz ein, den ich etwas befremdlich finde.

Nach der Tragödie hat der Panikforscher Michael Schreckenberg das Sicherheitskonzept verteidigt, an dem er selbst beteiligt war. […] Nach Angaben des Experten waren bei der Erstellung des Konzepts viele mögliche Notfälle durchgespielt worden. Es gebe aber immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln hielten. […] Dass „Menschen von oben herunterfallen“ sei ein Fall gewesen, der überhaupt nicht in dem Sicherheitsplan vorgesehen gewesen sei, betonte Schreckenberg.

Die Aussage, auf einer Party mit 1 400 000 Besuchern würden sich alle an etwaige Spielregeln halten, die sich Bürokraten ausgedacht haben, finde ich doch etwas naiv. Als ob es die Katastrophen im Heyselstadion und in Hillsborough nie gegeben hätte.

Nachtrag: Ein etwas älterer Artikel im SPIEGEL zum gleichen Thema.

Let’s get lifted

23.07.2010 18:00 - ∆Foxtrot by Daniel Fallenstein - 19 Kommentare
Antifa-Korrekt

„You say that everything sounds the same“ (Quelle: Udo Leuschner via bluthilde)

You say that everything sounds the same
Then you go buy them
There’s no excuses my friend
Let’s Push Things Forward

Der ziemlich geile Titel „Let‘s push things forward“ von The Streets wird immer wieder durch linksextreme Gruppen verg… verhackstückt. So auch in einer aktuellen Kampagne, deren Ziel die ideologische Kiosk-Hygiene ist.

Das Ziel der Kampagne ist es durch Druck auf Verkaufs- und Vertriebsstellen zu verhindern, dass folgende (rechte bis rechtsextreme) Publikationen nicht mehr offen an Kiosken etc. verkauft werden: Zuerst!, Junge Freiheit, Deutsche Militärzeitschrift, Deutsche Stimme, Preußische Allgemeine Zeitung und die National-Zeitung.

Zu den inkriminierten Druckerzeugnissen ist zu sagen: Die Junge Freiheit ist schon arg daneben und man sollte die den Rest nicht lesen, wenn man auf geistige Unversehrtheit wert legt. Ein Zeitschriftenregal verlöre nicht unbedingt an Qualität wenn diese Publikationen verschwänden.

Problematisch ist an der Kampagne dass der offenen Gesellschaft ausgerechnet von ihren linksextremen Feinden vorgeschrieben werden soll, wer zu ächten ist. Wenn der Präzedenzfall der erfolgreichen Verdrängung dieser Publikationen aus den Regalen geschaffen ist, kann der nächste Schritt gemacht werden.

Dann werden andere, ganz und gar nicht in das nationalsozialistische Raster passende, demokratische Medien kurzerhand zu „Rechten“ erklärt und ebenfalls aus dem öffentlichen Raum verbannt. Ein Magazin wie unser Kooperationspartner Novo ist mit seinem unbekümmerten Fortschritts-Optimismus ein geeigneter Kandidat für eine zweite Runde.

Dass es darum geht, die Realität nach linksextremer Schablone zurechtzustutzen, verhehlen die Campagneros und Campagneras nicht:

Wir wollen eine andere Welt, eine Welt, in der es um die Bedürfnisse der Menschen geht

Ich habe ein akutes Bedürfnis, folgender Brechreizerzeuger nicht mehr ansichtig zu werden, wenn ich einen Kiosk betrete.: Junge Welt, Neues Deutschland, konkret und das Greenpeace-Magazin

Diese gehen mir ebenso auf den Sack wie die weiter oben aufgeführten rechten (bzw. nationalsozialistischen) Papierverschwendungen. Aber eine Kampagne gegen diese Sudelblättchen? Keineswegs.

Sie alle eignen sich nach dem käuflichen Erwerb (vom selbst erarbeiteten Einkommen) hervorragend als CO2-intensive Anzündhilfen für die dicke Kapitalisten-Zigarre oder den fetten (vom selbst erarbeiteten Einkommen erworbenen) Joint die/den man zur gepflegten E Pluribus Unum Lektüre qualmt. Let’s get lifted!

Direkte Demokratie heute: Hamburg

19.07.2010 17:55 - dagny's tags by dagny t. - 52 Kommentare

In Hamburg wurde am Wochenende uber eine Schulreform abgestimmt. Der Vorschlag der Schwarz-Gruenen Koalition, die Grundschulzeit auf 6 Jahre zu verlaengern, wurde abgelehnt. Die Reform des Schulsystems war eines der Zugestaendnisse der CDU an den Koalitionspartner Die Gruenen. Dieses Kernanliegen der Schwarz-Gruenen Politik ist nun gescheitert. Aehnlich wie der Raucherentscheid in Bayern auch mit Bundespolitischer Signalwirkung: Es findet sich keine Mehrheit fuer das Konzept Gesamtschule.

Aus Antibuerokratensicht ist das zu begruessen. Differentierung des Schul- und Lehrangebots angepasst an die Wuensche, Vorderungen, Vorstellungen der Kunden – Eltern und Kinder – statt einer Einheitsschule der Koalitionsideologie geschuldet. Ole van Beust tritt zugleich zurueck. Die Schulsenatorin leider nicht.

E Pluribus Unum

15.07.2010 23:12 - Allgemein, ∆Foxtrot by Daniel Fallenstein - 10 Kommentare

Uns jedenfalls zwang diese Linke zu der Erkenntnis, daß man in der Kritik am Antiliberalismus nun einmal schlecht umhin kommt, die doch eigentlich verhaßte bürgerliche Zivilisation (bis dahin hatten wir von der Totalität der warenproduzierenden Gesellschaft, oder schlicht dem „falschen Ganzen“ gefaselt) zu verteidigen. Zumindest ihre Potentiale. Zumindest ihre Verheißungen. Zumindest irgendwie. Und so lernten wir nach und nach, den Westen zu lieben: anfangs noch verdruckst und zögerlich, aber nach den ersten Geistesblitzen mit zunehmender Begeisterung.

Aus der Auseinandersetzung mit der allgegenwärtigen Reaktion – zum Beispiel in Gestalt der Gleichmacherei, in Gestalt des Appeasements, in Gestalt des Rauchverbots – erwächst der Wunsch nach Vielfalt und Entdeckungsprozess.

Und wenn es an einem Projekt mangelt, das die Vielfalt des liberalen Denkens innerhalb eines verbindlichen formalen Rahmens erforscht, dann baut man sich eben eines:

E Pluribus Unum!

Israelkritik

12:13 - dagny's tags by dagny t. - 13 Kommentare

Man wird doch die Politik der israelischen Regierung…..

Komischerweise folgt danach immer etwas zur Aussen- und Sicherheitspolitik. Nie zur Steuer- oder Wirtschaftspolitik. Das Liberale Institut der FNST weisst auf einen Bericht hin, wonach der Tax Freedom Day, zu Deutsch Steuerzahlertag, in Israel um 25 Tage nach vorne gewandert sei. Man arbeite nun in Israel mehr fuer sich als fuer den Staat.

Israelis will work 175 days for the government and 190 days for themselves.

…loben duerfen