… kostet trotzdem etwas. Nur zahlen gewöhnlich die Falschen. Sie zahlen zuviel oder zuwenig, sie wissen nicht genau wofür und können nicht über die Kosten verhandeln. Darüber entscheiden andere für sie. Diese wiederum haben ein Interesse daran, das freie Verhandlungen über Preise und die Charakteristika von Waren und Leistungen nicht stattfinden, dass Marktpreise nicht entstehen können. Das klingt absurd – und ist das Grundprinzip jeder Staatswirtschaft. So funktioniert das deutsche Gesundheitswesen.

Daran ändert die neue Gesetzgebung wenig. Gesundheitsdienstleistungen haben für die Menschen im System keinen Preis und keinen Wert. Nur die Beiträge zum System fallen ins Gewicht – und über diese wird politisch entschieden. Die politische Konjunktur verlangt zurzeit Sparen und Kostensenkungen. Aus der Sicht jedes Einzelnen ist das nicht logisch – die eigene Gesundheit, das eigene Wohlbefinden stehen sicher bei vielen Menschen sehr weit oben auf der Präferenzskala. Sie würden freiwillig einen großen Teil Ihres Einkommens dafür aufwenden. Doch dann würden Sie darauf schauen, was sie für Ihr Geld bekommen, sie würden an der Preisbildung mitwirken. Es würde ganz verschiedene Angebote geben, die sich am Markt bewähren müssten.

Das liegt nicht im Interesse der zahlreichen Begünstigten: Politiker, die die Menschen glauben machen, dass sie aus Gerechtigkeits- und Sparsamkeitsgründen Zahlungen und Leistungen bestimmen müssen. Sparsamkeit und die effiziente Herstellung von Gütern sind ja bekanntermaßen besondere Stärken von Politikern. Doch auch die Beteiligten an den ausschließlich vom Staat geschaffenen Kartelle und Monopolen wollen keinen offenen Preisbildungsprozess – Ärzte, Medikamenten- und Gerätehersteller, Krankenhausbetreiber, Versicherungen. Für sie sind kollektive Verteilungsmechanismen viel bequemer – wenn auch nicht notwendig profitabler.

Gesundheit ist nichts Besonderes – oder nur insofern, dass sie für viele Menschen sehr wichtig ist. Doch das spricht dafür und nicht dagegen, dass eine freie Preisbildung möglich ist. Im Gegenteil – auf einem freien Markt wären viele bereit, mehr für mehr und für bessere Angebote zu zahlen. Auch die Unternehmen verschiedener Branchen könnten dann Preise und Leistungen frei verhandeln – z.B. Versicherungen, Ärzte und Krankenhausbetreiber.

Gesundheitspolitik ist folglich auch nichts Besonderes – sie soll sich ebenso wenig wie irgendeine andere Politik in Preisbildung und die Gestaltung von Waren und Leistungen einmischen.