Gold soll wieder eine wichtigere Rolle im Weltwährungssystem spielen. Das schlägt jedenfalls der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, in der Financial Times vor. Einige zustimmende oder begeisterte Kommentare waren zu lesen. Doch was soll eigentlich ein neuer, modifizierter „Goldstandard“ erreichen?

Zoellick fordert die Nutzung von Gold als „Referenzpunkt“ in einem neuen globalen Währungssystem – in einem System von staatlichen Währungen. Es handelt sich hierbei um Euro, US-Dollar, Yen, Pfund und Renminbi (Das heißt übrigens Volksgeld) Das Gold soll, so der Chef der nach allen bisherigen Erfahrungen nicht besonders marktwirtschaftlichen Weltbank, von den Akteuren im internationalen Währungssystem als Indikator für Inflation, Deflation und zukünftige Währungskurse gelten. Doch es ist schon jetzt ein Indikator. Seine Verlässlichkeit ist dabei nicht immer klar – doch das ist das Risiko derjenigen, die darauf vertrauen.

Wozu braucht also braucht Gold die Anerkennung durch die G7 oder G20? Der steigende Preis allein zeigt die Nachfrage und das Vertrauen vieler Anleger – ganz ohne von irgendwelchen Gremien beschlossenen Goldstandard. Es wird dadurch kein Problem gelöst, das durch das staatliche Geldmonopol geschaffen wird. Die Inflation wird nicht geringer, die Gelddruckmaschinen werden nicht langsamer, und die Staatsverschuldung wird nicht geringer.

Dagegen besteht eine Gefahr: Wenn die Politiker, die selbsternannte Wirtschaftsregierung der G7 oder der G20, den Goldpreis irgendwie in ihr „System“ einbeziehen, werden sie versuchen, den Goldpreis zu manipulieren. Sie werden das versuchen, was sie heute bereits mit Papierwährungen versuchen. Sie werden von zu hohen und zu niedrigen Goldpreisen sprechen, von Märkten, die Vertrauen haben „müssen“. Und das auch noch global koordiniert.

Deshalb sollten diejenigen, die dem Gold vertrauen, sehr skeptisch gegen alle Versuche eines neuen Goldstandards oder der Verwendung als offizieller Indikator oder Referenzpunkt durch die Politik sein. Menschen, die frei entscheiden, welche Indikatoren sie ihren Entscheidungen zugrunde legen, wie sie sparen, welche Zahlungsmittel sie verwenden, brauchen keinen „offiziellen“ Standard, sie brauchen keine Beschlüsse von globalen politischen Gremien.

Was sie allerdings durchaus gebrauchen könnten, ist ein freier Währungswettbewerb. Dieser macht selbst, wenn auch in bescheidenem Rahmen, das staatliche Geld besser.