Die Partei habe gar kein Personalproblem, sondern ein Problem mit den Inhalten, läßt der Dahrendorf-Kreis die Bombe platzen.

Au Backe! Bisher dachten die meisten ja noch, Westerwelle habe seine Partei zur Fast-Drei-Prozent Partei gemacht. Aber alles ist noch viel schlimmer. Schuld sind die Inhalte, die die Bevölkerung gewissermaßen falsch aufgenommen habe, obwohl sie von der Führung selbstverständlich richtig kommuniziert wurden. Na dann gute Nacht, Marie.

Schlimmer als die Diagnose, liest sich nur der Therapievorschlag des Dahrendorf-Kreises, weil er offenbart, dass es mit dem Respekt vor dem geistigen Eigentum anderer Leute selbst in der FDP wohl nicht mehr weit her ist: „Gesellschaftlicher Fortschritt ermöglicht Teilhabe für alle Mitglieder der Gesellschaft“, denn „richtig verstandener Liberalismus steht für viel mehr“, auch für „ökologische und soziale Marktwirtschaft“.

Dann bemühen die Autoren tatächlich auch noch das Sprachbild „roter Faden“ um ihre Idee vom „ganzheitlichen Liberalismus“ zu propagieren. Sie haben richtig gelesen: Die FDP müsse den „roten Faden“ ihrer Politik vermitteln.

Ich bin sicher, dass sich dieses Motiv wie ein roter Faden (sorry, zu verlockend) durch das Diskussionspapier zieht, das man als Notiz auf dem Facebook-Profil der EP-Abgeordneten Nadja Hirsch lesen kann. Ich kann es aber nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich bin nämlich nur bis zur ersten Überschrift nach der Präambel gekommen, bevor mir vor Lachen die Tränen in die Augen stiegen. Achtung:

„Mehr Demokratie wagen, Lebenschancen geben!“

Die schämen sich wohl für gar nichts.