Big Business und Big Government sind keineswegs Gegensätze; sie sind in Wahrheit so etwas wie Zwillingsbrüder. Beide fördern einander, profitieren voneinander. Mehr noch, möglicherweise bedingen beide Machtzentren gar einander – das eine ist nicht ohne das andere denkbar.

So beschreibt Christian P. Hoffmann in seinem Beitrag die grossen Geschäfte in der aktuellen Ausgabe der Schweizer Monatshefte das Zusammenspiel der globalen Korporationen und der (Wohlfahrts-)Staatswirtschaften – pointiert, aber im Grundsatz sicher richtig.

Software-Konzerne wie Microsoft oder die Medienindustrie werden über restriktive Urheberrechte und eine oft schon ins Absurde tendierende Patentgesetzgebung durch den Staat vor Wettbewerb geschützt – und haben so ein originäres Interesse an einem weiteren Ausbau staatlicher Überwachung im Netz, um die ihnen gewährten Rechte auch durchsetzen zu können. Die grossen Banken und multinationalen Industriekonzerne zum Beispiel in der Automobilindustrie arbeiten de facto ohne Risiko, aber auch ohne Kontrolle durch die Eigentümer, da sie ggf. subventioniert und gestützt werden, um nicht den Zusammenbruch nationaler und internationaler Wirtschaftsstrukturen zu riskieren. Die politischen Eliten in den Wohlfahrtsstaaten und das politische Management der staatsnahen Konzerne verbindet das gemeinsame Interesse, marktwirtschaftlichen Wettbewerb protektionistisch einzuschränken.

Daraus zu folgern, liberale Antietatisten und Globalisierungsgegner wären nur durch „spezifische Animositäten“ getrennt, Naomi Klein und Ayn Rand seien deshalb gar als „Schwestern im Geiste“ zu sehen, halte ich aber für völlig verfehlt. Denn in der Tat wollen die Anhänger des globalen Ökosozialismus mehr Macht des Staates über die Wirtschaft, selbst der staatlich versumpfte Kapitalismus mit seinem Geklüngel zwischen big government und big business (Baader) ist ihnen noch zu frei, zu wenig regulier- und planbar: nicht anders sind deren „Forderungen nach einer Demokratisierung und sozialen oder ökologischen Verpflichtung dieser Unternehmen“ zu interpretieren.

Nicht „Angst vor Macht“ treibt sie an, sondern der Wille zur Macht.