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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Hurra, wir antworten

Daniel Fallenstein, 31.01.2011

Mohammed
Image by dannyman via Flickr

Ich fragte. Stephan Mayer hat geantwortet. Die Leser dieses Blogs bilden sich bitte eine eigene Meinung dazu.

Sehr geehrter Herr Fallenstein,

nach meiner Stellungnahme im Spiegel TV Magazin am Sonntag, den 09.01.2011 bezüglich der Satire „Four Lions“, die bisher nicht in Deutschland ausgestrahlt wurde, erlaube ich mir unter Bezugnahme auf Ihre E-Mail vom 09. Januar 2011 auf die von Ihnen geäußerte Kritik einzugehen.

Vorab möchte ich deutlich machen, dass ich weder im Fernsehinterview, noch im Gespräch mit den Journalisten ein Verbot des Films gefordert oder in irgendeiner Hinsicht angeregt habe. Sämtliche Unterstellungen hinsichtlich einer Forderung nach Zensur oder Verbot entbehren somit jeder Grundlage und sind auch inhaltlich nicht mit der von mir geäußerten Position zu vereinbaren.

Selbstverständlich bin ich der Auffassung, dass zentrale demokratische Werte, wie die Pressefreiheit in keiner Weise eingeschränkt werden dürfen. So wie beispielsweise im Umgang mit Personen von hohem öffentlichen Interesse von seriösen Medien in aller Regel eine Abwägung zwischen öffentlichem Interesse und der Privatsphäre vorgenommen wird, habe ich den Appell an die Medien gerichtet in den Wochen erhöhter Terrorgefahr nicht unbedacht „Öl ins Feuer zu gießen“. Bei der Diskussion um die so genannten Mohammedkarikaturen habe ich selbstverständlich eindeutig Position für die freie Meinungsäußerung bezogen. Grundsätzlich hielte ich es auch für sehr bedenklich mit Blick auf mögliche Reaktionen in vorauseilendem Gehorsam unsere Lebensgewohnheiten zu verändern.

Unter Berücksichtigung der derzeitigen besonderen Bedrohungssituation, die sich unter anderem in den deutlich erhöhten Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen, Bahnhöfen und zentralen Liegenschaften oder Veranstaltungsorten, manifestiert, habe ich lediglich in Frage gestellt, ob es sinnvoll ist, die Befindlichkeiten in dieser besonderen Situation – ausdrücklich zeitlich begrenzt –  durch eine derartige komödiantische Auseinandersetzung zu verstärken. Die Fehlinterpretation, mir ein Verbotsersuchen zu unterstellen, weise ich entschieden zurück. In der offenen Diskussion müssen derartige Überlegungen angestellt werden dürfen, um sich letztlich nicht der Gefahr des leichtfertigen Umgangs mit zum Teil erheblichen Gefährdungen auszusetzen.

Auch weiterhin werde ich mich mit diesem hochsensiblen Thema konstruktiv auseinandersetzen, auch wenn dabei die Gefahr besteht durch mediale Verkürzung teilweise erhebliche Missverständnisse mit  zu verursachen.
Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr
Stephan Mayer, MdB



4 Kommentare zu “Hurra, wir antworten”

  1. Jaquento

    Er hat ein Punkt (wobei Terrorgefahr ziemlich inflationär gebraucht wird, vgl alternativlos), aber wenn wir aus Angst anfangen inhalte nicht zu senden/einzustellen oder gar streichen, dann sind wir auf einem sehr gefährlichen Weg. Satire und dergleichen lebt davon anzuecken entgegen den sog. Befindlichkeiten.

  2. Alrik

    Schön das er die Mut hat zu Antworten. Bei Abgeordnetenwatch gibt er nämlich AFIAK keine Antworten mehr.

    Meiner Meinung nach ist es aber eine Wischi-Waschi Antwort.
    Laut Überschrift in Spiegel Online fordert er ein Verbot, wenn das nicht zutrifft sollte er SPON eigentlich dazu bringen diese Überschrift zu ändern.

    Allerdings ist diese Wischi-Waschi Haltung inzwischen typisch für die CSU – siehe Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der mit Ökosozialisten und Linksradikalen gemeinsame Sachen macht ( Kölner Aufruf ) und gerne markige Sprüche reißt in denen er Killerspiele mit Kinderpornos vergleicht…
    …der aber zu den Fällen sexuellen Misbrauchs von Kindern in der Katholischen Kirche auffällig schweigt – wie auch zu seinem Sohnemann, der als Gangsta-Rapper frauenfeindliche Lieder produziert. :D

  3. Rayson

    Laut Überschrift in Spiegel Online fordert er ein Verbot, wenn das nicht zutrifft sollte er SPON eigentlich dazu bringen diese Überschrift zu ändern.

    Das meinst du doch nicht ernst. SPON schreibt einen derartigen Bullshit in seinen Überschriften und „Teasern“, dass man denjenigen, der das für bare Münze nimmt, nur bedauern kann.

  4. Alrik

    doch, das mein ich ernst.
    SPON kann sich diesen Bullshit nur leisten, weil die Betroffenen sich nicht dagegen wehren.

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