Die Diskussion um Frauenquoten wird seit kurzem in sehr ähnlicher Weise in Deutschland und England geführt. Letztes Jahr gab es zu diesem Thema ein Signal aus Brüssel, das dem gleichen Muster folgte wie die aktuelle Diskussion auf nationalen Ebenen: entweder setzen private Unternehmen die Quote de facto um, oder der Gesetzgeber wird sie ihnen aufzwingen. Eigentlich merkwürdig, das das gleiche Thema auf so vielen Ebenen so ähnlich diskutiert wird. Ob das Zufall ist?

In England erhielt der Gleichstellungseinwurf wenigstens gleich etwas Gegenwind. So schrieb Christina Odone im Telegraph: der Quotenvorschlag sei

„… schlecht fürs Geschäft und schlimm für Frauen … wenn sie wegen ihres Geschlechts statt ihrer Leistung befördert würden, werden sie über ihre eigene berufliche Eignung verunsichert sein. Wie kann man auf seine Errungenschaften stolz sein, wenn man sich nicht sicher sein kann, das die Beförderung auf erbrachten Leistungen basiert?
Vorstandssitzungen, die eine Gelegenheit für kreativen Austausch und produktive Diskussionen bieten sollten, werden an gegenseitigem Argwohn, Spott und Verachtung scheitern. Frauen werden den größten Teil ihrer Zeit damit verbringen, die Missgunst ihrer Kollegen abzuwehren, oder sie würden sich dadurch geknebelt fühlen. Schlimmer noch, sie werden den Eindruck haben, das die Feindseligkeit der Männer, die ihre Position durch harte Arbeit und kluges taktieren erreicht haben, gerechtfertigt ist. Die Männer werden das genauso sehen.“

Man könnte hinzufügen, das kritische Positionen zum feministischen Glaubenskanon in Großbritannien noch eine stärkere Präsenz haben als in Deutschland. Jenseits der aktuellen Diskussion, veröffentlichte das institute of economic affairs schon vor einiger Zeit eine sehr detaillierte Studie zu Einkommensunterschieden zwischen Frauen und Männern (wer gerne Englisch liest kann sie sich hier kostenlos als PDF Datei herunterladen). In dieser Studie zeigt Prof. Shackleton, das sich ein Großteil der bestehenden Gehaltsunterschiede auch ohne Diskriminierung erklären lässt.