MIAMI, FL - MAY 02:  Bob Kunst holds a sign th...
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Ding-Dong, the wicked witch is dead. Osama Bin-Ladens unfreiwilliges Frühableben ist aber kein besonders guter Zeitpunkt die sogenannten Anti-Terror-Gesetze zu kritisieren. Damit meine ich, dass weder Patriot-Act noch Otto-Katalog etwas mit dem Fahndungserfolg zu tun hatten. Diese Gesetze haben nicht genug geholfen, helfen nicht genug und werden auch nicht genug helfen um den Verlust an Freiheit zu rechtfertigen. Die zuständigen Organisationen können ihre Arbeit auch ohne diese Rechtseingriffe erledigen. Ob Bin-Laden Fischfutter oder lebendig ist, spielt für eine Debatte über Gesetze zur Gefahrenabwehr in Deutschland also nicht die geringste Rolle.

Jetzt da wir geklärt haben, dass der War on Terror längst nicht alles rechtfertigt, zu den Dingen die gerechtfertigt sind: Die Freude über seinen Tod (Fuck Yeah!) und dass die Seals wahrscheinlich nicht das Ziel hatten, ihm seine Rechte vorzulesen.

  1. NEW YORK, NY - MAY 01: Thousands of people cel...
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    Amerikaner die in den Strassen tanzen und die Fahne schwenken, zeigen, dass ihr moralischer Kompass noch richtig genordet ist. Ähnliches machen die Deutschen schon bei dem vergleichsweise nichtigen Anlass einer verlorenen Fußball-WM. Kritik in dieser Stilfrage darf ausschliesslich ostwärts über den Atlantik gehen. Ausserdem ist es menschlich, allzumenschlich. Alle Kriegsparteien haben immer davon gelebt, unsere Feinde emotional auszubürgern. Aus der Nation, aus dem Kulturkreis, aus der Menschheit. Auch eine Zivilisation kann eine existentielle Auseinandersetzung nicht bestehen, ohne sich dieses barbarischen Stilmittels zu bedienen. Und das gelingt Jon Stewart besonders unterhaltsam.
    Ceterum censo: Wir wollten keinen Krieg. Bin Laden und Al-Queda sind aber perspektivisch darauf aus, jeden zu verstümmeln, der gerne mal einen Bacon-Sandwich isst.

  2. Die Angaben ob es sich beim Einsatz der Seals um eine „Capture or Kill“ oder um eine schlichte „Kill“-Mission handelte, sind widersprüchlich. Aber selbst eine gezielte Tötung war gerechtfertigt und angesichts der kriegerischen Natur der von Bin-Laden begonnenen Auseinandersetzung mit den USA durch das Kriegsrecht gedeckt.  Wer einen Krieg vom Zaun bricht und bei Unterlegenheit nicht kapituliert oder Frieden schliesst, darf kein freundliches Psychologengespräch erwarten wenn er schliesslich zum letzten Gefecht gestellt wird.
  3. Ein Gefecht ist ein Gefecht. Bin Laden ist als Kombattant gefallen. Wer das als Hinrichtung oder Mord bezeichnet, kann nur noch Journalist oder Experte in den deutschen Medien oder Facebook-Pundit werden.
  4. Und wenn Bin Ladens Leiche in Schweinehälften gewickelt und dann im Meer versenkt worden wäre:  Wenn dieses Stück Dreck für einen pervertierten und nicht für den richtigen Islam stand, dann sind diejenigen die jetzt eine Aufhetzung der islamischen Welt befürchten gottverdammte, paternalistische, möglicherweise rassistische Kulturalisten. Ein Islam der eine Verteidigung wert ist, kann sich nicht wegen Begräbnisformalitäten mit dem Mann solidarisieren dessen Terror-Bande mehr Muslime getötet hat, als irgendjemand anders.

Nachtrag: Ähnliche Gedanken (vielleicht schöner formuliert) von Boche und Rayson.

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