aus der Biolandwirtschaft! Bis heute werden die Risiken von der Biolobby heruntergeredet. Doch die Zahl der Keimsprossenopfer spricht eine deutliche Sprache. Die Produktion von Nahrungsmitteln ohne „Chemie“ ist nicht zu beherrschen. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit des Befalls mit Bakterien außerordentlich gering, doch das kann nicht die Grundlage verantwortlicher politischer Entscheidungen sein. Alles was möglich ist, wird auch passieren, wenn wir nicht einschreiten!

Deshalb muss zunächst ein Ethikrat zur Bewertung der Risiken der Biolandwirtschaft einberufen werden. Dieser soll – ohne sich zuviel um die Ansichten von Experten zu kümmern, die ohnehin von der Industrie bezahlt werden – klarstellen, dass der Ausstieg erstens ethisch geboten und zweitens ohne Verluste für irgendjemanden möglich ist. Er muss möglichst schnell entscheiden – zu großer zeitlicher Abstand von dramatischen Ereignissen trübt das ethische Urteilsvermögen.

Parallel sind Stresstests für Biohöfe unabdingbar: Diese können nicht auf das Szenario eines Flugzeugabsturzes in die Hühner- oder Kuhställe beschränkt werden. Wenn auch das schon absolut unkalkulierbare Risiken mit sich bringst: Man stelle sich nur die Reichweite möglicherweise herumfliegender mit Bakterien verseuchter Tierteile vor. Von den leichten Sprossen, die herumgeschleudert werden, wenn das Gewächshaus getroffen wird, ganz zu schweigen. Doch wie sieht es mit Bioterroristen aus, die in einen Biohof eindringen und ihn und alle Kunden verseuchen? Unüberwindbare Zäune und Sicherheitssysteme sind das Mindeste, was für die Sicherheit der Kunden getan werden muss. Alle Biohöfe, die diese Anforderungen nicht erfüllen, müssen natürlich sofort geschlossen werden.

Gleichzeitig müssen alternative, gut gesicherte, Bauernhöfe natürlich subventioniert werden. Das kostet zunächst viel Geld, aber langfristig schafft es natürlich viele zukunftssichere Arbeitsplätze.

Aus gegebenem Anlass und um Missverständnisse zu vermeiden: Dieser Text vertritt in keiner Weise die Position meines Arbeitgebers, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, sondern ganz allein meine eigene.