After WWII - Hungarian inflation paper money, 1946
After WWII - Hungarian inflation paper money, 1946 by takacsi75, on Flickr

Mehr denn je zeigt sich die Notwendigkeit, alternative Währungen zuzulassen um über den Wettbewerb die staatlichen Geldsysteme zur Disziplin zu zwingen. Denn die institutionalisierte Unabhängigkeit der Zentralbanken, die bislang die schlimmsten Auswüchse des staatlichen Scheingeldes in der Bundesrepublik und im Euro-Raum verhindert hat, ist mit den Rettungspaketen hinfällig. Mit der virtuellen Währung „Bitcoin“, die kürzlich durch die Medien ging, wurde ein erster ernsthafter Versuch unternommen, den Regierungen das Monopol über die Geldschöpfung streitig zu machen. Jede Einheit dieser Währung wird durch eine kryptographisch erzeugte Zahl repräsentiert, die in der Gemeinschaft der Nutzer aufwendig errechnet werden muss. Durch die Spezifikation, welche Zahlen dies sein können, ist die Geldmenge nicht den Launen einer ausgebenden Stelle unterworfen. Gewiss ist Bitcoin wie jede technische Neuerung mit Problemen und Unwägbarkeiten behaftet, dennoch weist dieses Experiment in die richtige Richtung. Zu behaupten, dass eine solche nicht-staatliche Form der Geldschöpfung schlechter sei als die gewohnte, ist ähnlich abenteuerlich wie die Behauptung, der Trabant sei dem VW Golf überlegen.

Der Euro kann nicht in dieser Form nicht weiterbestehen, ohne die Souveränität und Stabilität der Mitgliedsstaaten weiter zu untergraben. Manch einer mag mit Schadenfreude zur Kenntnis nehmen, dass Griechenland sich erst sprichwörtlich in den Euro gemogelt hat und nun größte Schwierigkeiten mit der Erfüllung der Rettungskriterien hat. Es sind aber konstruktive Vorschläge gefragt, die diese für alle Seiten nachteilige Situation auflösen. Eine zeitweilige Freistellung Griechenlands aus dem Euro würde nicht nur dem Land helfen, er würde auch den wirtschaftlich stabilen Ländern der Eurozone helfen, ihre Kreditwürdigkeit auf dem Kapitalmarkt zu erhalten.

Und auch um einen Schuldenschnitt wird Griechenland nicht herumkommen. Die Auswirkungen wären 2010 schon gravierend gewesen und werden nun noch schwerer sein. Aber noch länger zu warten, würde die unvermeidliche Teilinsolvenz zu einem absoluten Chaos werden lassen.

Oder um es mit Ludwig von Mises zu sagen: „Es gibt keinen Weg, den finalen Zusammenbruch eines Booms zu vermeiden, der durch Kreditexpansion erzeugt worden ist.”

Teil 3 von 3 eines Artikels der zuerst im Hauptstadtbrief erschien.

Die Euro-Schulden-Griechenland-Krise (1)
Die Euro-Schulden-Griechenland-Krise (2)