antibuerokratieteam.net

Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Ron Paul goes Mainstream

Aaron Koenig, 15.08.2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den USA deutet sich eine Sensation an: der texanische Kongressabgeordnete Ron Paul hat einen sehr guten zweiten Platz beim Iowa Straw Poll belegt – nur 0,9 Prozentpunkte hinter der in den Medien sehr viel stärker präsenten Michele Bachmann und mit deutlichem Abstand zum Drittplatzierten Tim Pawlenty. Dass letzterer nach seinem enttäuschenden Abschneiden das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner aufgab, zeigt, welche wichtige Rolle diese “Strohhalmabstimmung” am Rande einer Landwirtschaftsmesse in den USA hat.Obwohl die Resultate eines Straw Polls nichts weiter als ein unverbindliches Meinungsbild darstellen, ist dessen Symbolkraft und Medienwirkung nicht zu unterschätzen. Iowa ist der Staat, in dem traditionell die ersten Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidaten der Parteien stattfinden. Eine gutes Ergebnis in Iowa ist daher eine wichtige Ausgangsposition für den weiteren Verlauf der Vorwahlen. Seit der Iowa Straw Poll im August 1979 das erste Mal stattfand, siegten drei der fünf Erstplatzierten auch bei den offiziellen Vorwahlen in Iowa im Januar/Februar, zwei wurden später Kandidaten der republikanischen Partei.

Beim Iowa Straw Poll 2007 landete Ron Paul noch abgeschlagen auf Platz 5. Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur 2008 hatte er trotz einiger Achtungserfolge – zum Beispiel dem Rekord im Geldsammeln per Money Bomb -  keine Chance gegen John McCain. Mit seinen Positionen stand Ron Paul damals auch innerhalb der republikanischen Partei ziemlich allein dar.

 

“Bring our Troops Home!”

Ron Paul tritt für den Abzug aller amerikanischen Truppen aus Irak und Afghanistan ein und ist gegen die Rolle der USA als “Weltpolizist”. Er möchte die Rolle des Staates auf jene Funktionen einschränken, die die Verfassung ausdrücklich vorsieht.

Dies würde die Abschaffung vieler staatlicher Stellen und Sozialprogramme und das Ende des Wohlfahrtsstaates (der auch in den USA nach dem zweiten Weltkrieg stark ausgebaut wurde) bedeuten. Ron Paul ist Anhänger der österreichischen Schule der Nationalökonomie, er fordert daher eine möglichst freie Marktwirtschaft, sowie ein Ende des staatlichen Geldmonopols und des ungedeckten Papiergelds.

Auch aus der Drogenpolitik soll sich der Staat nach Meinung Ron Pauls heraushalten und es den Bürgern überlassen, welche Substanzen sie konsumieren. Das heisst nicht, dass Ron Paul den Drogenkonsum propagieren würde, er ist im Gegenteil ein entschiedener Gegner von Drogen. Er hält dies jedoch für die Privatsache erwachsener Menschen, in die sich der Staat nicht einzumischen hat. Die USA haben schlechte Erfahrung mit der Prohibition von Alkohol (1919-1933) gemacht, die zu erhöhter Kriminalität führte. Die Illegalität von Konsumgütern garantiert lediglich hohe Profite auf dem Schwarzmarkt. Der gleiche Effekt ist heute beim “War on Drugs” zu beobachten, der viel Geld verschlingt, aber keine Probleme löst.

 

Vom Außenseiter zum Trendsetter

Durch seine strikte Anti-Kriegs-Politik, die scheinbare “Pro-Drogen-Politik” und die gegen den Mainstream laufende Wirtschaftstheorie österreichischer Vordenker wie Mises und Hayek, spielte Ron Paul lange Zeit eine krasse Außenseiterrolle in der republikanischen Partei. 1988 trat er daher sogar als Kandidat der Libertarian Party an, die im Zwei-Parteien-System der USA eher unbedeutend ist.

Doch seit 2008 hat sich viel getan. Die auf John Maynard Keynes basierende Wirtschaftspolitik der Präsidenten George W. Bush und Barack Obama hat sich als desaströs herausgestellt. Für seine Aussagen zur Finanzkrise und zur Staatsverschuldung sowie sein Eintreten für eine Golddeckung des Dollars würde Ron Paul vor vier Jahren noch müde belächelt. Seine ablehnende Haltung zur Kriegspolitik der USA rief sogar Empörung bei führenden Republikanern hervor.

Doch das hat sich geändert. Ron Pauls Positionen sind nicht mehr exotisch, sondern im Mainstream angekommen. Viele seiner Konkurrenten haben seine politischen Positionen mittlerweile übernommen, sogar ihre eigenen Irrtümer korrigiert und zugegeben: Ron Paul hat bisher immer Recht gehabt.

Die Tea-Party-Bewegung, von deutschen Medien gern als rechtspopulistisch, christlich-fundamentalistisch und irgendwie verrückt porträtiert, basiert wesentlich auf Ron Pauls Positionen. Daher wird er gern als “intellektueller Pate” und Vordenker dieser lockeren Bürgerbewegung bezeichnet, die ohne offizielle Führungspersonen auskommt und innerhalb der republikanischen Partei immer stärkeren Einfluss gewinnt.

Im Gegensatz zu manchem christlich-fundamentalistischen Vertreter der Tea Party – so auch der knappen Siegerin Michele Bachmann und dem Gouverneur von Texas, Rick Perry - tritt Ron Paul für eine klare Trennung von Religion und Staat ein und hält sein eigenes religiöses Bekenntnis im Hintergrund.

Ron Paul ist in den rund vierzig Jahren seiner politischen Laufbahn als Kongressabgeordneter seinen Prinzipien stets treu geblieben. Oft war er der einzige Abgeordnete, der im Kongress konsequent gegen US-Kriegseinsätze, gegen Steuererhöhungen und gegen den Ausbau des Wohlfahrtssystems stimmte, was ihm den Spitznamen “Dr. No” eingebracht hat.

 

Ron Paul – ein “Rechtspopulist”?

Deutsche Medien tun sich noch schwer mit der Einordnung Ron Pauls. Er wird als jemand vom “rechten Rand” des politischen Spektrums bezeichnet, auch wenn seine Haltungen zu Kriegs- und Drogenpolitik wohl kaum dem Klischee des Rechtskonservativen entsprechen und eher bei Linken üblich sind.

Seine Finanz- und Wirtschaftspolitik kann man auch kaum auf der klassischen Links-Rechts-Achse einordnen. Wenn sich Ron Paul mit seinen “österreichischen” Ansichten durchsetzt, dürfte dies das Ende des Wall-Street-”Turbokapitalismus” bedeuten. Und wer seit 40 Jahren gegen jeden Trend seine Prinzipien vertritt, ist wohl das Gegenteil eines “Populisten”.

Ob Ron Paul der nächste Präsident der USA wird, ist vor allem aufgrund seines fortgeschrittenen Alters von 76 Jahren eher unwahrscheinlich. Doch sein Alter scheint die vielen jungen Ron-Paul-Fans, die seine Kampagne unterstützen, nicht zu stören. Mit seinem Sohn Rand Paul (48), Senator für Kentucky, steht ein potenzieller Nachfolger für die Rolle des libertären Querdenkers bereits in den Startlöchern. Vielleicht könnte er als Running Mate seines Vaters zur Präsidentschaftswahl antreten und so die altersbedingten Zweifel an Ron Paul zerstreuen?

Wie auch immer sich der amerikanische Wahlkampf entwickelt: das Wichtigste ist, dass die schädliche Verschuldungs- und Kriegspolitik Obamas endlich ein Ende findet. Es sieht so aus, als ob sich politische Ideen, die vor Kurzem noch als extrem und weltfremd abgestempelt wurden, durch die Beharrlichkeit von mutigen Menschen wie Ron Paul allmählich durchsetzen.



41 Kommentare zu “Ron Paul goes Mainstream”

  1. Jaquento

    Mal ne Frage am Rande, warum ist Obama unter deutschen Liberalen so unbeliebt? In jedem Blog wird keine Gelegenheit ausgelassem um zu bashen. Kann mir das jemand erklären, ich kann das irgendwie nicht nachvollziehen.

    Außerdem wer in der Tea-Party etwas anderes sieht als eine unheilge Allianz libertärer Neo-Cons und Fundametalisten (vulgo christlich-konservativ) verkennt die Realität.

    Davon abgesehen, halte ich Ron Paul für eine ausgezeichnete Wahl als Kandidat, sicher ich wüde ihn nicht wählen, aber er hat Stil, Erfahrung in der Politik und strahlt Kompetenz und Vernuft aus, ganz anders als “Gott wirds richten” Parry (ähm, Perry) oder “Sarah Plain Mk2″ Bachmann.

  2. Marco

    “Mal ne Frage am Rande, warum ist Obama unter deutschen Liberalen so unbeliebt?”

    Kann natürlich nur für mich sprechen, aber da wären z.B. Kleinigekeiten wie Kriege, Guantanamo, “extra judicial killings”, PATRIOT Act, War on Drugs, Bailouts für “systemrelevante” Banken und Konzerne und der ganze andere faschistische Dreck. Also genau die selben Gründe, aus denen ich George W. Bush ablehnte. +1 Extra-Grund: Der perverse Personenkult, der um diesen Mann veranstaltet wurde (und in Deutschland noch veranstaltet wird, crazy).

    “libertärer Neo-Cons” #facepalm

  3. Marco

    Die Tea-Party-Bewegung … basiert im wesentlichen auf Ron Pauls Positionen.

    Das stimmt einfach nicht, Aaron. Leider.

  4. jo@chim

    “libertärer Neo-Cons” *LOL* kommunistische Nazisau?

  5. Rayson

    Du lernst es nie, “Neo” wird als Vorsilbe vor ein anderes Adjektiv gesetzt, um es ins Negative zu steigern.

    Liberal ist gut, aber neoliberal schlecht. Konservativ ist ganz ok, aber neocon ist ganz übel.

    Und wenn diese Begriffe schon anderweitig besetzt waren, zählt das alles nicht Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt.

  6. Rayson

    In jedem Blog wird keine Gelegenheit ausgelassem um zu bashen.

    Wir halten uns auch für ein liberales Blog, aber ich habe das Gefühl, schom hundert Gelegenheiten ausgelassen zu haben, Obama zu bashen. Wozu auch? Sein fiskalpolitisches Scheitern wird längst in seriösen Medien diskutiert (z.B. “Economist”).

  7. Christian S.

    Die gleichen albernen Beiträge ohne Fundament haben DDH et al. bei der Wahl 2008 geschrieben.

  8. Forellenquintett Blau

    (Neo)Liberal? (Neo)Konservativ? Egal. Hauptsache keine Prinzipien, auf die man Euch festnageln könnte.

    Wie hat doch ein gewisser Statler, genau hier auf diesen Seiten hier noch vor drei Jahren geschrieben:

    „Mein Bachgefühl ist, daß man so manchen Mythos wie den, daß Amerikaner ihr Konsumniveau nur durch exzessiven Kreditkartenverschleiß aufrechterhalten, doch mal einer Revision unterziehen sollte.“

    http://www.antibuerokratieteam.net/2007/11/02/wachstum-in-den-usa/

    Das muß man sich mal reinziehen: heute über Obama herziehen und damals hohe Verschuldung zugunsten des Konsums unter Bush gutheißen.

    „Since consumption is about 70% of the economy, strong consumption growth is critical to continued GDP growth.“

    Wer so einen Schrott als ernstzunehmend zitiert, dem gehört die Hayek-Gesamtausgabe als Zwangslektüre verpaßt.

    Ich leg’ mich grad mal weg zum ablachen!

  9. Liberty

    “Außerdem wer in der Tea-Party etwas anderes sieht als eine unheilge Allianz libertärer Neo-Cons und Fundametalisten (vulgo christlich-konservativ) verkennt die Realität.”

    Vielleicht verkennst auch ganz einfach DU die Realität. Die Tea-Party ist ganz bestimmt keine homogene, geschlossene Truppe, sondern ein loses Bündnis von Leuten, die die Schnauze voll haben von der Macht des Staates – der illegalen FED, der Steuerabzocke (für die es in den USA offenbar nicht mal ein gültiges Gesetz als Grundlage gibt), der Bevormunderei durch die Regierung, den Kriegen, bankrotte Sozialversicherungssysteme etc.

    Ron Paul setzt mit klarem libertärem Programm gegen diesen Neo-Sozialismus, und auf die Wiederherstellung der Verfassung und der Freiheit. Gegen Patiot-Act, gegen die FED, gegen den militärisch-industriellen Komplex, gegen die Kriege etc. Gegen all die Dinge, für die z.B. Bush und auch Obama stehen und standen. Das ist auch der Grund warum Ron Paul unter Libertären so bliebt, und Obama so unbeliebt ist. Außerdem ist Obama eine gekaufte Marionette der Bankenmafia und der Bilderberger. Grund genug um ihn zu verachten.

    Aber auch Grund genug, damit die vereinigten Lügenmedien (sind ja selber alle Bilderberger) Ron Paul ignorieren und sabotieren. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA.

  10. Forellenquintett Blau

    Man könnte es so sagen: diejenigen, die innerhalb der Tea Party zu Ron Paul stehen, sind eine Minderheit.

    Bereits sein Sohn vertritt in der Militärpolitik eine gänzlich andere Position. Er war vor anderthalb Jahren noch nicht für einen sofortigen Abzug der Truppen aus Afghanistan und dem Irak. Jetzt ist er auch irgendwie für einen Abzug, aber nur weil das Geld dafür ausgeht. Er ist auch nicht für das Schließen aller US-Stützpunkte im Ausland. Bei den anderen Tea-Party-Leuten siehts noch schlimmer aus: Bachmann, Perry, Palin sind alles Militärfanatiker. Etatismus und Planwirtschaft pur eben.

    Der einzige Punkt, in dem sich alle einig sind, ist die Steuerfrage. Das ist ok, reicht aber für eine wirkliche Kooperation nicht aus.

    Im Grunde, und da geht auch Ron Paul nicht weit genug, müßte das Militär auch gleich abgeschafft werden, denn es handelt sich gerade bei militärischen Kommandostrukturen um die Blaupause sozialistischer Planwirtschaft. Und über die Verflechtung von Militär und Industrie brauchen wir garnicht zu reden.

    Warum die Libertären ausgerechnet das Militär als heilige Kuh bei der Etatismusdebatte außen vor lassen, ist nicht nachvollziehbar.

  11. Christian S.

    “Warum die Libertären ausgerechnet das Militär als heilige Kuh bei der Etatismusdebatte außen vor lassen, ist nicht nachvollziehbar.”

    Weil man das Militär bräuchte, um in einem libertären Utopia die verarmten Massen zu unterdrücken.

  12. Forellenquintett Blau

    „Weil man das Militär bräuchte, um in einem libertären Utopia die verarmten Massen zu unterdrücken.“

    Auch das ist nicht nachvollziehbar. Weder das Utopia, noch die verarmten Massen.

    Militärische Strukturen und Gehorsamsdenken haben ihren Ursprung im sozialistischen Kollektiv. Der Einsatz des Militärs gegen Streikende hat in sozialdemokratischen Staaten viel öfter massiver stattgefunden als in freiheitlicheren Ländern.

    Kronstadt, Der Platz des himlischen Friedens, die Berliner Mauer, die Niederschlagung des Prager Frühlings, der Arbeiteraufstand in Ostberlin … für all das braucht ein Sozialdemokrat keine Utopie, weil es Realität ist.

    Warum haben die Sozialdemokraten wenn sie jeweils an die Macht gekommen sind, das Militär nicht abgeschafft?

    Weil sie es für die Zwecke benötigt haben, die sie den Kapitalisten unterstellen.

  13. Erling Plaethe

    @Christian S.

    Wieso würden die Massen verarmen?
    Wieso brauch man das Militär wenn die verarmten Massen ohne Geld sich sowieso keine Waffen kaufen könnten?

  14. Knut Schreiber

    “Warum die Libertären ausgerechnet das Militär als heilige Kuh bei der Etatismusdebatte außen vor lassen, ist nicht nachvollziehbar.”

    Das tun sie i. d. R: doch auch gar nicht. Sowohl die Libertarian Party als auch Ron Paul und seine Anhänger befürworten weit überwiegend eine deutliche Reduktion des Militärapparates. Alles andere wäre auch widersprüchlich.

  15. Knut Schreiber

    “Wieso würden die Massen verarmen?”

    Weil Christian als guter Sozialdemokrat die Massen natürlich als “Kleine Männer” verachtet, die unfähig sind, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.

  16. Erling Plaethe

    Ich würde die Begründung für die Verarmung der Massen von Christian S. vorziehen.

  17. Kapitalist

    @1.
    “Außerdem wer in der Tea-Party etwas anderes sieht als eine unheilge Allianz libertärer Neo-Cons und Fundametalisten (vulgo christlich-konservativ) verkennt die Realität.”

    In Übrigen, wenn man die eigene Ideologie mit der Realität verwechselt, dann ist es Zeit ein Fenster zu öffnen und in die Welt hinauszuschauen. ;-)

    (Nicht, dass ich die Tea Party irgendwie verteidigen will, aber dieser Apodiktische Anspruch ohne ein “meiner Meinung nach” oder einer verdammt guten Begründung, denn muss man einfach auf einfachsten Niveau kontern!)

    @Artikel:
    “Und wer seit 40 Jahren gegen jeden Trend seine Prinzipien vertritt, ist wohl das Gegenteil eines “Populisten”.”

    Doch, ohne Probleme, die Ettikettierung als Populist ergibt sich ja nicht nach objektiven Kriterien, sondern bedeutet soviel wie “mag ich einfach nicht”.

    “Seine Finanz- und Wirtschaftspolitik kann man auch kaum auf der klassischen Links-Rechts-Achse einordnen.”

    Doch klar kann man das. Nach deutschen Verhältnisse ist er ganz klar ein “Rechter”, denn er ist ja gegen “Soziale Gerechtigkeit”. Die Wirtschaftspolitik dürfte einigen Linken vielleicht gefallen, aber mehr auch nicht.

    Was das Alter angeht, mit 77 Jahren ist er doch schon zu alt für die Rolle als Präsident, in 4 Jahren wäre er 81 und man muss noch an die 2. Amtszeit denken!

  18. Singaporean

    Kann man diesen Christian nicht mal rausschmeißen hier? Er kommt immer mit dümmlichen 1-Satz-Kommentaren, die keinerlei Argumente sondern nur Beleidigungen enthalten und denkt, dass er damit seine Kommunismusvorstellungen in ein besseres Licht rückt. Ein Kinderspielplatz wäre für ihn wohl ein besserer Aufenthaltsort, da wäre er immerhin unter geistig Gleichaltrigen und an der frischen Luft.

  19. Marco

    Forellenquintett Blau ,

    Warum die Libertären ausgerechnet das Militär als heilige Kuh bei der Etatismusdebatte außen vor lassen, ist nicht nachvollziehbar.

    Rothbard: “No More Military Socialism” http://www.lewrockwell.com/rothbard/rothbard146.html

    Erling Plaethe,

    Ich würde die Begründung für die Verarmung der Massen von Christian S. vorziehe

    Darauf wirst du wohl lange warten können. Das Kommentierverhalten dieser Person (immerhin existiert er wohl real) wird im Fachjargon “Trolling” genannt. An einer substantiellen Debatte ist sie nicht interessiert.

    Davon abgesehen ist die Antwort von Knut aber durchaus richtig, bis auf die Tatsache, dass sich die Verachtung anderer Menschen leider nicht auf sozialdemokratische Verbrecher beschränkt. Grundsätzlich gibt natürlich Prämissen ohne die (partei-)politisches “Engagement” gar nicht denkbar wäre. Mit Zwang und Gewalt Millionen Menschen den eigenen Willen aufdrücken zu wollen, bedingt natürlich ein geöriges Maß an Narzissmus: Wer sich gewaltsam in das Leben anderer einschmicht, tut dies, weil er über sie herrschen will. Und dies will er, weil er sich grundsätzlich als besser befähigt – vielleicht sogar berufen – erachtet, zu entscheiden, was für diese Menschen gut und schlecht zu sein. Eine solche Haltung muß denklogisch natürlich die fundamentale Gleichheit der Menschen an Rechten leugnen. Wer sich hingegen tatsächlich um das Wohlergehen anderer Menschen sorgt, der gammelt nicht in Parteien ab, sondern packt konkret an. Es wäre sicherlich interessant zu erfahren, wieviele (partei-)politisch “Engagierte” (nicht die typischen inaktiven Parteimitglieder, sondern Leute, die den Parteischrott ernstnehmen) sich auch ehrenamtlich-gesellschaftlich engagieren (ohne Berücksichtigung der Mitgliedschaft in pol. Lobbyvereinigungen). Falls es da soziologische Erhebungen gibt, wäre das wirklich interessant. Ich gebe mal einen Tipp ab: parteipolitisch “Engagierte” dürften beim konstruktivem gesellschaftlichem Engagement deutlich unterrepräsentiert sein.

  20. jo@chim

    In Christians Kommentar kann ich keine Beleidigung(en) erkennen – wohl aber in Deinem, werter Singaporean…

  21. Erling Plaethe

    @Marco
    Ich hatte schon mal eine substantielle Debatte. Und wer sich nicht gewaltsam in das Leben anderer einmischen will, sollte auch nicht für sie sprechen, oder?

  22. Marco

    Erling,

    Und wer sich nicht gewaltsam in das Leben anderer einmischen will, sollte auch nicht für sie sprechen, oder?

    Nö, wieso? Wo ist da der Zusammenhang, wo die gewaltsame Einmischung?

  23. antibuerokratieteam.net » Ratings, die Tea Party und die Beschränkung der politischen Handlungsfähigkeit

    [...] Die Stimme aus dem Off bei Ich Verschwöre, AlterMarco bei Ron Paul goes MainstreamDaniel Drungels bei Hempex & Delirium – BarhockerKapitalist bei Ich Verschwöre, [...]

  24. Skandalos

    RP’s außenpolitische Positionen sind halt leider weltfremd. Im Prinzip ist er eine Art libertäre Version von Gutmensch ( sprich: er meint, wenn er stets nett zu allen ist, sind auch alle nett zu ihm). Und das verurteilt ihn speziell in den USA letztlich zum Scheitern. Gerade in dieser krisengeschüttelten Zeit werden die Amis zu Leuten mit “big balls” tendieren, wie eben Rick Perry.

    Dabei könnten wir dringend ein paar vernunftbegabte politische Führer gebrauchen, die auch Eier haben. Aber sowas entsteht eben erst *während* bzw. infolge der harten Zeiten.

    Ich hoffe trotzdem, daß Ron Paul wenigstens als permanenter und penetranter Oppositionspolitiker erhalten bleibt. So wird er vermutlich letztlich mehr ausrichten, als er es jemals als Präsident oder Minister könnte.

  25. skizza

    ich bin der meinung (ich denke, ich fühle, ich glaube…..nur wirklich wissen tu ich es nicht), dass ron pauls aussen- und antikriegspolitik (inkl. der no-more-military-bases-geschichte) einen großen haken hat.
    paul verkennt das wesen des politischen islam grundsätzlich (und damit in konsequenz: fatal). wie komme ich darauf? im buch über paule ausm lichtschlag verlag (solide 4+, hervorragende wikipedia zitation) sind hierzu einige stellen, die mich daran glauben lassen, dass bei ron eine gewisse politische naivität gegenüber diesem (aktuellstem?) feind der freiheit herrscht.
    falls interesse besteht kann ich zuhause noch mal suchen und die paar zeilen dort mal re-zitieren.
    greetz

  26. jo@chim

    Mit seinen non-interventionistischen bis isolationistischen Positionen (die ich nicht teile) bewegt sich RP durchaus im libertären Mainstream. Das Buch (von Grözinger?) hab ich nicht gelesen… kannst gerne zitieren, falls es zur Wahrheitsfindung beiträgt ;-)

  27. Martin Meyer

    Wenn das der gleiche Grözinger ist, der auf dem Blog von eigentümlich frei aus einer bizarren Zitatkette reaktionärer Niemande einen Zusammenhang zwischen zu wenig Christentum und zu wenig Forschungsleistung herstellt, bin ich gespannt. Grözinger ist genau der richtige, um Ron Paul “politische Naivität” zu unterstellen.
    Ach, hätten unsere Väter nur den Herrn in Herz und Hirn verinnerlicht – wir würden jetzt schon im geostationären Orbit den Rosenkranz beten.

  28. Forellenquintett Blau

    „Im Prinzip ist er eine Art libertäre Version von Gutmensch ( sprich: er meint, wenn er stets nett zu allen ist, sind auch alle nett zu ihm). “

    Im Gegenteil: die Gutmenschen sind oder besser – waren – die Neocons, die das ihrer Ansicht nach Gute, nämlich die Demokratie, mit dem Geld anderer Leute per Gewalt weltweit durchsetzen wollten. Dabei haben sie ihr Land ärmer gemacht und es an den finanziellen Tropf der chinesischen Regierung gehängt. Wie das halt so ist, man über other people’s money verfügt.

    Ron Paul ist lediglich jemand, der meint, daß der Staat die bestehenden Probleme eher verschlimmert. Und deshalb ist es besser, daß jeder einzelne seine Interessen mit eigenem Geld und eigenen Waffen verteidigen sollte, als mit dem Geld anderer.

    Es könnte eine schmerzliche Fehleinschätzung sein, zu vermuten Libertäre verabscheuten Waffengewalt, nur weil sie es für Unrecht halten sind diese zu initiieren.

    Beim Lesen der Neocon-Positionen auf diesem Blog ist eigentlich offensichtlich wer „keine Eier“ hat.

    Geht wählen und seit weiterhin lieb!

  29. Skandalos

    Die Idee, Demokratie zu exportieren ist weder neocon noch überhaupt neo. Remember 1945ff?

    Jahrzehntelang hat die Außenpolitik der USA undemokratische lokale Regime unterstützt. Dafür gabs Haue. Jetzt machen sie das Gegenteil. Gibt auch Haue. Gutmenschentum (= zu meinen, man muß von allen nett gefunden werden) zahlt sich halt nicht aus. Und die Vorstellung von RP sich ganz rauszuhalten, ist völlig unrealistisch, eben weltfremd.

    Darüberhinaus ist nicht das militärische Engagement der USA der Hauptgrund der Finanzkrise, sondern der Keynesianismus, der seit der großen Depression immer noch sein Unwesen treibt, bzw. die Sozialdemokratie / Liberalismus, die gerade die Elendsschichten züchtet, die sie zu bekämpfen meint. Und hier trifft RP ins Schwarze: “whatever you subsidize will get bigger”. Oder wie ich es sage: halte die Geldgießkanne über das Elend und das Elend wird sprießen.

  30. Skandalos

    http://www.youtube.com/watch?v=o0mGDcybDL4

    Hier ein langes Interview (1h19) mit Ron Paul, gestern geführt. Ausgesprochen sehenswert.

  31. Marco

    Skandalos,

    Und die Vorstellung von RP sich ganz rauszuhalten, ist völlig unrealistisch, eben weltfremd.

    Das wäre mal zu begründen statt nur zu postulieren. Leute nicht umbringen zu wollen, fianziert durch die Kohle, die anderen zwangsweise abgenommen, ist also weltfremd? Ja was bildet sich dieser Spinner Ron Paul eigentlich ein? Der MUSS im Takatukaland leben. Und ökonomische (praxeologische) Einsichten ins menschliche Handeln sind natürlich auch zu ignorieren, so bald man die gewaltsame (staatliche) Interventionen als “Außenpolitik” bemäntelt. Schon klar, wenn die Staatsbande ‘ne Bombe in deine Nachbarschaft fallen ließe, wärst du wohl zu recht sauer, würdest vielleicht sogar gewaltsam Rache nehmen wollen. Wenn die Bombe aber in die Nachbarschaft irgend welcher Moslems fällt, dann sind “wir” ganz dolle “empört” darüber, wenn “die” sich so verhalten, wie “wir” es auch tun würden. Ja, warum bejubeln diese undankbaren Museln, denen Familie und Freunde weggebombt wurden, denn nicht ihre “Befreiung” (aka Sturz korrupter antiwestlicher Diktatur und Installation korrupter pro-westlicher Diktatur).

    Darüberhinaus ist nicht das militärische Engagement der USA der Hauptgrund der Finanzkrise, sondern der Keynesianismus,

    Und beides hat natürlich üüüüüüüüüüüperhaupt nichts mit einander zu tun.

  32. Skandalos

    @Marco
    Dein Einwand ist zwar dumm, aber nicht ungewöhnlich. Wir leben auf dem Höhepunkt der Ära der Pax Americana. Nur ist das kaum noch wem bewußt. Unsere Generation hält Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand für Selbstverständlichkeiten. Sie sind es aber nicht. Hätten die Amis im letzten Jahrhundert den Isolationismus betrieben, den RP fordert, hätte sich nicht die demokratische Idee über den Globus ausgebreitet, sondern der Faschismus in seinen diversen Spielarten (Nazismus, Kommunismus etc).

    Welche Folgen die Dominanz irrationalistischer Systeme für die betroffene Gegend und letztlich die Welt hat, sieht z.B. schön daran, welche atemraubende Entwicklung China in den letzten 2 Jahrzehnten erlebt hat, nachdem es sich vom kommunistischen Irrationalismus verabschiedet hat. Und nun stelle man sich vor, wie die Welt heute aussähe ohne dieses Wirtschaftsmonstrum China. Ohne China wären die Schuldenblasen der westlichen Nationen schon längst geplatzt und die Sozialstaaten längst zusammengeklappt.

    Und nein, militärisches Engagenemt hat nichts, wirklich garnichts mit Keynesianismus zu tun. Auf sone Idee muß man auch erstmal kommen LOL

  33. Marco

    Skandalos,

    1.

    Unsere Generation hält Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand für Selbstverständlichkeiten.

    Allein an dem Satz ist ja mal alles fragwürdig: a) Wer ist “unsere Generation”? b) Welchen Frieden? c) Welche Freiheit? (Das ist wirklich die gewagteste Behauptung!) d) Welchen Wohlstand?

    2.

    Hätten die Amis im letzten Jahrhundert den Isolationismus betrieben, den RP fordert, hätte sich nicht die demokratische Idee über den Globus ausgebreitet, sondern der Faschismus in seinen diversen Spielarten (Nazismus, Kommunismus etc).

    Also für mich und meine Familie in der DDR hat sich irgendwie keiner interessiert. Auch einen Krieg waren wir offensichtlich nicht wert. Also bitte. Wir haben uns selbst “befreit” (“Befreiung” passt natürlich nicht, da uns vom Kohlregime ja der nächste Sozialismus überstülpt wurde).

    3.

    Und nein, militärisches Engagenemt hat nichts, wirklich garnichts mit Keynesianismus zu tun. Auf sone Idee muß man auch erstmal kommen LOL

    Klar, weil Keynes ja niemals ‘ne feuchte Hose beim (völlig irrsinnigen) Gedanken bekommen hat, dass Zerstörung “stimulierend” wirke und letztelich zu mehr Wohlstand führe und er auch niemals den Zweiten Weltkrieg als Überwinder der Great Depression gefeiert hat. Mann, Mann.

    Davon abgesen:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Military_Keynesianism

  34. jo@chim

    Ihr habt Euch nicht “selbst befreit” Marco. Der Realsozialismus ist implodiert, weil er gegenüber dem “staatlich versumpften Kapitalismus” (Roland Baader) schlicht nicht konkurrenzfähig war, wirtschaftlich nicht und militärisch auch nicht.

  35. Marco

    ,

    Ihr habt Euch nicht “selbst befreit” Marco. Der Realsozialismus ist implodiert, weil er gegenüber dem “staatlich versumpften Kapitalismus” (Roland Baader) schlicht nicht konkurrenzfähig war, wirtschaftlich nicht und militärisch auch nicht.

    Letzteres stimmt. Und das ist ja genau der Punkt: Es hat nichts mit dem Handeln “der Amis” zu tun gehabt, sondern mit ökonomischen Gesetzmäßigkeiten. Und genau die selben Gesetzmäßigkeiten sind es, die nun den “staatlich versumpften Kapitalismus” in den Orkus drücken. Die Gewalt trägt in sich immer den Keim ihres eigenen Scheiterns.

    Dass Du allerdings so leichtfertig den Mut jener Menschen, die sich gegen das DDR-Regime erhoben, abtust, ist natürlich auch — hm — “bemerkenswert”. Ökonomische Zwangsläufigkeiten hin oder her — davon wusste niemand etwas, der auf die Straße ging. Und diese ökonomischen Zwangsläufigkeiten boten ja auch keine Gewähr dafür, dass nicht doch noch zum Schluss geballert würde. In anderen Staaten des Ostblocks ist das ja geschehen.

    Und wer sich von diesem Staat alles bieten lässt und bei jedem Brief irgend eines Bürokraten zusammenzuckt, der sollte vielleicht etwas demütiger und zurückhaltender über jene Urteilen, die sich 1989 (und davor!) gegen ein brutales Regime erhoben. Auch wenn die Revolution keine libertäre war und das Ergebnis aus meiner Sicht unbefriedigend ist — immerhin war’s ‘ne Revolution.

  36. Erling Plaethe

    @Joachim
    Aber einige haben schon ein bisschen nachgeholfen. ;-)

  37. Skandalos

    Marco, Leute wie Du brauchen erst Krieg, Unfreiheit und jahrelanges Elend, und selbst dann gibst noch keine Garantie, daß Deinesgleichen schlau wird.

  38. Christian S.

    So lange Hofnarren wie Ron Paul und Michelle Bachmann nicht die Mehrheit haben, ist alles in bester Ordnung und man kann herzhaft darüber lachen. Bitter würde es, wenn diese Leute wirklich mal etwas zu sagen hätten. Aber bisher haben die Amerikaner es immer geschafft, die Verrückten vom Weißen Haus fernzuhalten, deshalb bin ich guter Dinge, dass sie es auch dieses mal schaffen.

  39. Marco

    Christian,

    Hofnarren wie Ron Paul und Michelle Bachmann

    Dass du die beiden in einen Topf wirfst, disqualifiziert dich in jeglicher Hinsicht. Offensichtlich hast du keine 5 Minuten damit zugebracht, dich zu informieren. Kleiner Tipp: Nicht nur deutsche Medien lesen, deren journalistisches wie intellektuelles Niveau meistens unter aller Kanone ist.

    Aber bisher haben die Amerikaner es immer geschafft, die Verrückten vom Weißen Haus fernzuhalten,

    *LOL* In welcher Welt lebst du denn? Keine Irren im Weißen Haus? Bush. Obama (im Grunde ja der Bush III). > Angriffskriege mit Hundertausenden Toten. Polizeistaat (USA Patriot Act). War on Drugs. BBailouts für politisch verfilzte Banken und Konzerne. etc. Das ust nicht “verrückt”? Hallo?

  40. Christian S.

    “Dass du die beiden in einen Topf wirfst, disqualifiziert dich in jeglicher Hinsicht.”

    Wenn man zwei Hofnarren gleichzeitig nennt, heißt das nicht, dass beide die gleichen Kunststücke vollbringen können. Der eine Hofnarr kann jonglieren, der andere möglicherweise lustige Lieder singen.

  41. ageo

    Christian hat wirklich von allem keine Ahnung > Schlaf weiter !

Einen Kommentar schreiben

Copyright © 2012 by: antibuerokratieteam.net • Template by: BlogPimp • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.