Der Mörder von Toulouse, der zwei französische Soldaten, einen Lehrer und drei Schüler einer jüdischen Schule umgebracht hat, ist identifiziert. Er bezeichnet sich als Sympathisant von Al Qaida und hat seine bestialische Tat damit begründet, „palästinensische Kinder rächen zu wollen“.

Geht jetzt ein Aufschrei der Empörung durch die Medien? Werden diejenigen, die die Gefahr des radikalen Islams verharmlosen und die Politik Israels gegenüber arabischen Terroristen pauschal verdammen, als „geistige Brandstifter“ bezeichnet, die den Nährboden für diese abscheulichen Morde bereitet haben?

Wir erinnern uns: als der verrückte „blonde und blauäugige Killer“ Anders Breivik rund 70 Jugendliche umbrachte, um „das christliche Abendland zu verteidigen“, waren die Feuilletons voll mit Anschuldigungen gegen Islamkritiker jeglicher Couleur, von Liberalen wie Henryk Broder über den SPDler Thilo Sarrazin bis hin zu den unsäglichen „PI-News“, deren Worte eine solche Tat angeblich erst möglich gemacht hätten.

Wird der Täter von Toulouse jetzt in einen Topf geworfen mit Sigmar Gabriel, der Israel der „Apartheid“ bezichtigt, oder Lady Ashton, die angesichts der Morde von Toulouse daran erinnert, dass ja auch in Gaza Kinder sterben? Ich hoffe nicht!

Natürlich war es  nicht besonders clever von „Siggy Pop“, Israel auf eine Stufe mit dem ehemaligen rassistischen Regime Südafrikas zu stellen, nur weil es seine Bürger gegen terroristische Gewalt schützt – auch in den von vielen Arabern bewohnten Provinzen Judäa und Samaria. Und Lady Ashtons Vergleich der ermordeten jüdischen Kinder mit arabischen Kindern in Gaza, die von der Hamas und dem „islamischen Djihad“ als menschliche Schutzschilde benutzt werden, zeugt ebenfalls nicht gerade von ihrer Intelligenz (die ja offensichtlich nicht nötig ist, um hohe EU-Posten zu bekleiden).

Und doch hat jeder das Recht, seine Meinung zu sagen, und wenn sie noch so dämlich ist. In einer freien Gesellschaft, in der man sich heftig streiten kann und doch die Meinung des anderen respektiert, muss niemand zum Attentäter werden. Es sind im Gegenteil diejenigen, die nur ihre eigene, vorgefasste Meinung gelten lassen (vor allem, wenn sie nicht selbst denken, sondern sich von einer „höheren Macht“ geleitet fühlen), die zur Gewalt greifen.

Schauen wir auf die Tatsachen: arabische Terroristen schießen seit Jahren Raketen aus dem Gaza-Streifen auf die Zivilbevölkerung Süd-Israels, für die Raketenalarm und das Fliehen in Schutzbunker zum Alltag gehört. Die israelische Armee hat verständlicherweise das Ziel, diese Verbrecher unschädlich zu machen. Dabei gelingt es ihr erstaunlich gut, nur die Täter zu erwischen, mit möglichst geringen Schäden in der Umgebung.

Dies wird von den Terroristen jedoch dadurch erschwert, dass sie ihre Raketenabschussbasen bewusst in die Nähe von Schulen und Kindergärten  legen, in der Hoffnung auf emotional aufrüttelnde Fernsehbilder von toten Kindern, die von den „bösen Juden“ umgebracht wurden.

Die Terroristen nehmen bewusst unschuldige Opfer in Kauf, um sie zu Propagandazwecken zu missbrauchen. Diese arabischen Kinder können einem in der Tat genau so leid tun wie die jüdischen Opfer von Toulouse. Doch dahinter steckt die gleiche menschenverachtende, grausame und gewaltverherrlichende Ideologie, die sich selbst „Unterwerfung“ nennt.

Ich hoffe, dass jetzt auch der Letzte einsieht, dass man die Gefahr des radikalen Islams nicht dadurch beseitigt, in dem man sie ignoriert, beschönigt oder verharmlost. Und im Fall des israelisch-arabischen Konflikts sollte man sich klar entscheiden, ob man auf der Seite der einzigen liberalen Demokratie im Nahen Osten oder auf der des Terrorismus und der Unfreiheit steht.